anschnallenJobsicherheit gibt es nicht. Kein Unternehmen kann sie versprechen. Und falls doch, ist das gelogen. Die Botschaft ist unbequem, aber die Vergangenheit hat sie immer wieder bestätigt. Der Einzige, der etwas dafür tun kann, sind Sie selbst. Und ein bedeutender Mitarbeiter zu werden, auf den das Unternehmen nur schwer verzichten kann, ist der beste Schutz davor, seinen Job zu verlieren.

Verwechseln Sie das bitte nicht mit Unersetzbarkeit im Wortsinn. Jeder Mensch ist ersetzbar. Und jeder Chef tut gut daran, sein Unternehmen so aufzubauen, dass es auch dann überlebt, wenn tragende Talente abwandern. Wer also versucht, durch hektische Betriebsamkeit seine Unentbehrlichkeit zu unterstreichen, hat zwar im Prinzip einen guten Gedanken. Nur ist die Ausführung völlig falsch und kommt in der Regel zu spät. Vielmehr geht es um Mitarbeiter, die dank ihrer Leistung und Leidenschaft essenziell sind für den Erfolg des Unternehmens. Und um ein solch tragender Mitarbeiter zu werden, ist es unerheblich, wie viele andere Leistungsträger schon im Unternehmen arbeiten. Davon kann kein Unternehmen genug haben.


Lediglich ein guter Mitarbeiter zu sein, reicht indes nicht. Gute Mitarbeiter sind ihr Geld wert, wirklich wertvoll werden sie aber erst, wenn sie Außergewöhnliches leisten. Erst dann schaffen sie sprichwörtlichen Mehrwert.

Die meisten Menschen arbeiten für Geld. Auch daran ist nichts falsches. Aber es macht sie nicht leidenschaftlicher. Aus der Motivationsforschung weiß man, dass Geld allenfalls kurzfristig wirkt. Durch die Prämie fühlen sich die Leute gewertschätzt und spontan motiviert. Aber damit das langfristig anhält, muss die Dosis stetig gesteigert werden – wie bei einem Junkie. Das aber gefährdet sogar eher noch den Job, weil der Betreffende mit der Zeit für das Unternehmen zu teuer werden kann. Die Perspektive ist auch falsch: Wir arbeiten nicht nur für Geld oder einen Arbeitgeber. Wir arbeiten auch für uns selbst. Denn je mehr wir leisten, desto sicherer wird unser Job und desto wahrscheinlicher eine steile Laufbahn.

Wie also wird man ein Leistungsträger?

Wie also wird man ein Leistungsträger? Das Erste ist: Strengen Sie weniger an! Nicht: Strengen Sie sich weniger an, sondern machen Sie weniger Mühe. Es gibt Mitarbeiter, die zapfen einem das letzte bisschen Kraft aus dem Leib. Egal, wie gut sie in ihrem Job sind, sie nerven und machen den eigenen Job nur noch aufreibender. Jeder Manager kennt solche Leute und rollt sofort mit den Augen, wenn er an diese Pflegefälle denkt: Ganz vorne dabei sind die Denkfaulen. Sie sind nicht zu verwechseln mit den insgesamt faulen, arbeitsscheuen Kollegen. Die sind eine Katastrophe. Es sind vielmehr jene, die durchaus gute Ideen haben, diese vorbringen, dann aber müde werden, weiter darüber nachzudenken und als Folge Unausgegorenes zurücklassen. Diese Leute mögen gute Absichten haben. Weil sie aber nie fertig denken, sind sie eher Teil des Problems als Teil der Lösung. Sie sind wie Kinder, die sich einen Hund wünschen, ohne darüber nachzudenken, wer hinterher das Tier täglich Gassi führt, den Tierarzt bezahlt und sich im Urlaub darum kümmert. Wer sich selbst und seinem Chef einen Gefallen tun will, sollte seine Analyse abschließen, bevor er Vorschläge macht. Perfekt muss das nicht sein – aber die wichtigsten Einwände sollte es berücksichtigen.

Nachteilig wirkt auch, sich die Rosinen herauszupicken und die unangenehme Arbeit anderen zu überlassen. Jeder Job hat lästige Teile, und jeder im Betrieb hat schnell heraus, welche das sind. Man sammelt weder Sympathie- noch Karrierepunkte, indem man sich davor drückt. Leistungsträger erledigen diesen Part ohne zu murren.

Das Dritte: Sparen Sie Zeit. Selbst produktive Mitarbeiter können ein Unternehmen belasten – wenn sie für ihre Arbeit zu viele Ressourcen beanspruchen. Wenn sie etwa vor Ideen und Eifer nur so sprühen und ihrem Chef jeden Fortschritt mitteilen, erhöht das einerseits ihre Sichtbarkeit, was gut ist. Es senkt aber zugleich die Produktivität des Chefs. Denn der hat auch noch einen Job und nicht bloß Zeit für Tausendsassas. Die Kunst ist, das richtige Maß zu finden – zwischen Engagement und der Energie, die man dabei bindet.

Natürlich gibt es noch mehr Punkte. Aber diese drei sind aus meiner Sicht schon mal ein guter Anfang.