Wie sieht ein gutes Bewerbungsfoto aus?
Das perfekte Bewerbungsfoto zeigt Sie im Halbporträt – mit Gesicht und Schulterpartie. Sie schauen offen in die Kamera, lächeln natürlich und tragen Kleidung, die zum angestrebten Beruf passt. Der Hintergrund ist ruhig, das Gesicht gleichmäßig ausgeleuchtet. So entsteht ein professioneller und sympathischer erster Eindruck.
Bewerbungsfoto Beispiele – so geht es richtig

Ein alter Fotografen-Trick: Kneifen Sie die Augen beim Fotoshooting leicht zusammen – „kniepen“ oder „blinzeln“ Sie andeutungsweise. Dabei heben sich die unteren Augenlider etwas. Der Effekt: Ihr Blick wirkt wacher und interessanter. Probieren Sie es vor dem Spiegel aus, bis es natürlich aussieht.
Bewerbungsfoto Beispiele – typische Fehler

Ein Bewerbungsfoto soll Ihre Persönlichkeit zeigen und Vertrauen wecken. Selfies, Urlaubsbilder oder Automatenfotos erfüllen diesen Zweck selten. Die häufigsten Fehler und bessere Alternativen im Überblick:
Richtig |
Falsch |
| Natürlich lächeln | Verkrampfter Ausdruck |
| Ruhiger Hintergrund | Unruhige Umgebung |
| Passende Berufskleidung | Freizeit- oder Partyoutfit |
| Weiches, gleichmäßiges Licht | Harte Schatten im Gesicht |
| Aktuelles Porträt | Veraltetes Foto oder Selfie |
Ist ein Bewerbungsfoto noch Pflicht?
Ein Bewerbungsfoto ist in Deutschland freiwillig. Seit Einführung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) im Jahr 2006 können Bewerber darauf verzichten. Das Gesetz soll vor Diskriminierung im Bewerbungsprozess schützen, ist aber kein Verbot gegen Bewerbungsfotos. Im Gegenteil: Wir empfehlen es im Lebenslauf oder Deckblatt ausführlich, weil es Ihren Unterlagen eine persönliche Note gibt und den ersten Eindruck enorm positiv prägen kann. Unserer Erfahrung nach steigen mit einem professionellen Bewerbungsfoto sogar die Chancen um 23 %. Wer jedoch kein professionelles Bild besitzt, bewirbt sich besser mit einem Lebenslauf ohne Foto. Ihre Qualifikationen und Erfahrungen zählen natürlich weiterhin mehr als das Aussehen.
Welche Kleidung auf dem Bewerbungsfoto?
Ziehen Sie für das Bewerbungsfoto an, was Sie auch zum Vorstellungsgespräch tragen würden. Orientieren Sie sich am Dresscode der Zielbranche. Ein gut sitzendes Hemd, eine schlichte Bluse oder ein Blazer sind fast immer eine sichere Wahl. In kreativen Berufen darf der Stil individueller ausfallen.
Branche |
Passendes Outfit |
| Banken, Versicherungen | Anzug, Hemd, Bluse, Blazer |
| Büro, Verwaltung | Business Casual, gedeckte Farben |
| IT, Technik | Gepflegter Smart-Casual-Look |
| Medien, Kreativberufe | Moderner Stil mit persönlicher Note |
| Ausbildung, Praktikum | Gepflegt, natürlich, weniger formell |
Wählen Sie möglichst einfarbige Kleidung. Grelle Muster, große Logos und auffällige Accessoires ziehen den Blick vom Gesicht weg. Packen Sie zum Fototermin ruhig mehrere Outfits ein. So haben Sie später eine Auswahl für unterschiedliche Bewerbungen.
Was bei Frisur, Make-up und Schmuck beachten?
Die Haare sollten stets gepflegt sein und das Gesicht freilassen. Ein sauber getrimmter Bart wirkt ebenso professionell wie eine gut sitzende Frisur. Beim Make-up reichen dezente Farben und etwas Puder gegen glänzende Haut. Die Mannheimer Soziologin Anke von Rennenkampff stellte bei ihren Studien fest, dass Bewerberinnen mit zurückgebundenen Haaren und Pferdeschwanz deutlich mehr Kompetenzen zugeschrieben wurden. Schmuck, Piercings und Brillen sind erlaubt. Achten Sie aber dennoch darauf, dass Accessoires das Gesicht nicht dominieren und Brillengläser keine störenden Lichtreflexe erzeugen.
Bewerbungsfoto: Hintergrund, Pose und Licht
Ein heller, neutraler Hintergrund lenkt die Aufmerksamkeit auf Ihr Gesicht. Besonders gut eignen sich Hellgrau, Beige oder dezente Grau- und Blautöne. Halten Sie unbedingt etwas Abstand zur Wand, damit dort keine harten Schatten entstehen. Für eine natürliche Pose drehen Sie den Oberkörper leicht zur Seite und richten den Kopf zur Kamera. Lassen Sie die Schultern locker. Wer vor der Kamera nervös wird, stellt sich am besten einen vertrauten Menschen hinter dem Objektiv vor. Schauen Sie ihn gedanklich an und schenken Sie ihm ein Lächeln. Das nimmt dem Gesicht die Anspannung.
Welche Beleuchtung ist optimal?
Weiches Tageslicht von vorne oder leicht seitlich schmeichelt dem Gesicht. Direktes Sonnenlicht erzeugt dagegen harte Schatten und lässt die Augen zusammenkneifen. Profifotografen nutzen häufig eine Dreipunktbeleuchtung, um Gesicht, Konturen und Hintergrund harmonisch auszuleuchten:

Welche Größe hat das Bewerbungsfoto?
Eine vorgeschriebene Größe gibt es nicht. Für den Lebenslauf haben sich Hochformate zwischen 4 × 6 und 6 × 9 cm bewährt. Das Foto steht üblicherweise rechts oben im CV. Auf einem Deckblatt darf es deutlich größer ausfallen. Verwenden Sie es aber nur an einer Stelle – nie doppelt!
Verwendung |
Empfohlenes Format |
| Lebenslauf | 4 × 6 oder 6 × 9 cm |
| Deckblatt | Größeres Porträt, auch Querformat |
| Online-Bewerbung | JPG oder PNG, ausreichend Pixel |
| Bildausschnitt | Gesicht und Schulterpartie |
Für gedruckte Unterlagen empfehlen wir 300 dpi in der vorgesehenen Bildgröße. Bei Online-Bewerbungen zählt eine scharfe Darstellung bei möglichst geringer Dateigröße (max. 3-5 MB der gesamten Unterlagen).
Bewerbungsfoto Beispiel – Deckblatt

In einer kreativen Bewerbung sind auch ungewöhnliche Bildausschnitte oder mehrere Porträts möglich. Solche Gestaltungstricks passen besonders gut zu Berufen im Design, in den Medien oder in der Werbung.

Bewerbungsfoto selber machen oder Fotograf?
Ein professioneller Fotograf bringt Erfahrungen mit Licht, Perspektive und Posen mit. Gerade wer sich vor der Kamera unsicher fühlt, profitiert von dieser Anleitung. Für ein Standard-Shooting sollten Sie heute mit etwa 40-150 Euro rechnen, aufwendige Premium-Shootings kosten 150-300 Euro. Fragen Sie vor der Buchung, wie viele bearbeitete Bilder im Preis enthalten sind, und lassen Sie sich immer hochauflösende Dateien geben. Klären Sie unbedingt die Nutzungsrechte: Das Urheberrecht verbleibt grundsätzlich beim Fotografen. Für die Verwendung auf Social Media (LinkedIn, Xing oder eigene Website) benötigen Sie entsprechende Nutzungsrechte!
Bewerbungsfoto mit dem Handy selber machen
Mit einem modernen Smartphone gelingt inzwischen ebenfalls ein ordentliches Bewerbungsfoto zum Selbermachen. Nutzen Sie dafür aber nur die rückseitige Kamera – sie ist besser – und stellen Sie das Handy auf Augenhöhe. Idealerweise bitten Sie jemanden, das Bild aufzunehmen. Ein Stativ verhindert überdies Verwacklungen. Fotografieren Sie mehrere Varianten und wählen Sie anschließend in Ruhe aus.
Verzichten Sie jedoch auf typische Selfies mit ausgestrecktem Arm. Eine Untersuchung der LMU München zeigte, dass solche Aufnahmen von vielen Personalern als weniger kompetent und authentisch eingeschätzt wurden – und das Absage-Risiko erhöhen.
KI-Bewerbungsfoto: Ist das sinnvoll?
KI-Generatoren erstellen inzwischen aus hochgeladenen Porträts innerhalb weniger Sekunden professionelle Businessbilder. Das spart Zeit und oft auch Geld. Allerdings verändern manche Programme Gesichtszüge, Haut oder Körperproportionen. Das Ergebnis wirkt dann künstlich oder zeigt eine Person, die es so gar nicht gibt. Unsere Empfehlung: Nutzen Sie KI für dezente Korrekturen von Licht, Kontrast oder Hintergrund – aber nie, um aus einem Urlaubsfoto ein Bewerbungsfoto zu machen. Personaler und Recruiter, die täglich zig Bewerbungsfotos sehen, erkennen das sofort. Prüfen Sie überdies vor dem Hochladen Ihrer persönlichen Fotos die Datenschutzbedingungen des Anbieters. Sie wollen mit Ihrem Konterfei nicht plötzlich in Werbekatalogen auftauchen!
Wie alt darf mein Bewerbungsfoto sein?
Als Faustregel gilt: Verwenden Sie ein Foto, das höchstens ein Jahr alt ist. Haben sich Frisur, Bart, Brille oder Ihr Aussehen deutlich verändert, lassen Sie bitte ein neues Bild machen. Spätestens beim Vorstellungsgespräch sollten Personaler Sie sofort wiedererkennen.
Erfahrungen: Was Personaler zum Bewerbungsfoto sagen
In unserem Arbeitgebercheck haben wir Personalverantwortliche gefragt, worauf sie bei Bewerbungsbildern achten. Ihre Antworten zeigen unterschiedliche Perspektiven:
- Claudia Tensierowski, BASF: „Falls ein Foto beigefügt ist, sollte dies von einem Fotografen gemacht und kein privates Foto am Strand oder im Wohnzimmer sein. Im Zweifel ist ein Schwarz-Weiß-Foto dem Bunten vorzuziehen.“
- Peter Berg, Daimler: „Wir freuen uns immer über ein Foto, denn es rundet eine Bewerbung ab und gibt ihr ein Gesicht.“
- Markus Kumpf, Siemens: „Die Qualität der Fotos ist ausschlaggebend. Das Bild sollte von einem professionellen Fotografen gemacht sein und nicht aus dem Automaten stammen.“
Für aktuelle Bewerbungen empfehlen wir selbst unseren Coachees und Bewerberinnen und Bewerbern überwiegend Farbfotos, sofern sie harmonisch zum Bewerbungsdesign passen. Schwarz-Weiß bleibt eine stilvolle Alternative, wirkt aber eben immer auch etwas klassischer.
Unser Tipp: Stimmen Sie Ihr Bewerbungsfoto stets mit Ihren beruflichen Profilbildern auf LinkedIn oder Xing ab. Fotos aus derselben Shooting-Serie ergeben einen stimmigen Gesamteindruck und erhöhen den Wiedererkennungswert.
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