Liebesleben: Wie Leistung und Leidenschaft korrelieren

Die schönste Nebensache der Welt ist gut für Job und Karriere. Insbesondere am Abend wirkt das Liebesleben nicht nur positiv auf Gesundheit und Beziehung. Es ist auch gut für die Karriere. Als Forscher der Oregon State Universität das untersuchten, stellten sie fest: Probanden, die ein privates Stelldichein am Abend genossen, waren am nächsten Tag auf der Arbeit motivierter, entspannter, hatten ein höheres Selbstbewusstsein und ließen sich auch weniger leicht von der Arbeit ablenken. Kurz: Sie machten ihren Job besser – Männer wie Frauen. Grund dafür seien die Glücks- und Bindungshormone Dopamin beziehunsgsweise Oxytocin, die danach ausgeschüttet werden. Beide reduzieren Stress und Angst und machen zudem empathischer. Das sorge für bessere Konzentration und Antriebskraft. Es gibt aber noch weitere Wirkungen…

Liebesleben: Wie Leistung und Leidenschaft korrelieren

Liebesleben steigert Berufserfolg

Tatsächlich können die Auswirkungen eines erfüllten Liebeslebens auf den Berufserfolg beträchtlich sein – unabhängig davon, ob jemand in einer homo- oder heterosexuellen Beziehung lebt, als Single oder in einer langjährigen Ehe.

Ein heftiger Flirt macht kreativ und glücklich. Das bestätigen Forscher immer wieder und verweisen dabei auf die sogenannten Endorphine, die der Körper vor und nach dem Höhepunkt ausschüttet. Die durch diese Glückshormone ausgelöste Hochstimmung hält bis zu 24 Stunden an und strahlt subtil auf die Umwelt aus: Betroffene sind motiviert und wirken auf andere zugleich anziehender und selbstbewusster.

Der Akt selbst ist sogar in der Lage, den Blutdruck zu normalisieren und Stress zu reduzieren, wie etwa eine Studie von Stuart Brody, Psychologieprofessor an der westschottischen Universität von Paisley zeigte.

Auch das bei Männern dabei stärker im Blut vorkommende Dominanzhormon Testosteron zeigt berufliche Folgen: So konnte etwa der Psychologe John Coates von der Universität Cambridge in einer Untersuchung von 17 Händlern der Londoner Börse den Zusammenhang zwischen finanziellem Erfolg und einem hohen Testosteronspiegel nachweisen.

Die Männer gaben jeweils morgens und nachmittags Speichelproben ab. Zwar steigerten auch erfolgreiche Geschäfte den Testosteronspiegel der Händler, erstaunlicher aber war: Die besten Händler wiesen schon morgens eine hohe Testosteronkonzentration im Blut auf. Wie sie dazu gekommen sind, darf man sich denken…

Ebenfalls interessant: Menschen mit aktivem Liebesleben leben durchschnittlich länger – unter anderem, weil das Risiko, an Krebs zu erkranken, bei ihnen geringer ist. Das konnte Charles Charnetski von der Wilkes Universität ermitteln.

Sein Kollege David Weeks, klinischer Neuropsychologe am Royal Edinburgh Hospital, wiederum veröffentlichte eine Studie, die belegt, dass Männer und Frauen, die im Schnitt vier Mal in der Woche miteinander schliefen, zehn Jahre jünger wirken als sie in Wahrheit waren.

Der Beruf kann zum Liebeskiller werden

Die Kehrseite darf man aber auch nicht außer Acht lassen: So sehr das Liebesleben den Beruf beflügeln kann, so sehr kann der Beruf die Lust in den Laken lähmen. Gerade solche Menschen, die sich intensiv auf ihren Job und die Karriere konzentrieren, haben oft Probleme mit ihrer Libido. Entweder, weil sie seltener wollen oder nicht mehr können.

Schuld daran ist vor allem der mit der Karriere zunehmende Stress. Beruflicher Druck ist ein echter Liebeskiller: Globalisierung, Vielfliegerei, Zeitverschiebungen, Beschleunigung der Arbeitsabläufe und das Verschwimmen von Beruf und Privatsphäre rauben den Menschen Zeit und Muße. Für Intimität und Zärtlichkeit ist dann kaum noch Platz.

[Bildnachweis: 4 PM production by Shutterstock.com]
9. August 2018 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

Mehr von der Redaktion und aus dem Netz



Stellenanzeigen finden Sie auf www.karrieresprung.de.

Karrierefragen Hinweis Artikel Unten 1000px Fertig gelesen? Zurück zur Startseite!