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Berufsbegleitendes Studium: Alle Tipps

Lars Zahner by shutterstock.com
In vielen Branchen ist es inzwischen fast zu einem ungeschriebenen Gesetz geworden: Wer Karriere machen will, muss mindestens einen Studienabschluss vorweisen. Eine zwingende Voraussetzung für Beförderungen ist ein Bachelor, Master oder Diplom – glücklicherweise – zwar noch nicht, doch ein solcher Abschluss wirkt sich in der Regel positiv auf Ihre Karriere-Chancen aus. Für Arbeitnehmer mit Ausbildungsberufen bleibt oft nur ein berufsbegleitendes Studium als gangbarer Weg. Um diesen optimal gehen zu können, lohnt sich ein Blick auf bewährte Strategien…



Berufsbegleitendes Studium: Chancen und Risiken

alphaspirit/shutterstock.comBerufsbegleitende Studiengänge sind heute in fast allen Themen- und Fachbereichen möglich. Das ohnehin schon breite Angebot wächst kontinuierlich, haben doch immer mehr Arbeitnehmer – mehr oder weniger freiwillig – Interesse an einem entsprechenden Studium. Angehende berufsbegleitende Studenten haben dabei die Wahl zwischen drei verschiedenen Organisationsformen des berufsbegleitenden Studiums:

  1. Abendstudium
    Bei dieser Studienform handelt es sich primär um eine Präsenzstudium, dass abends nach der Arbeit stattfindet. Die berufsbegleitenden Studenten haben direkten Kontakt mit ihren Referenten und Kommilitonen. Die Lern- und Arbeitsweise unterscheidet sich, abgesehen von Umfang und Zeit, kaum von einem normalen Vollzeitstudium.
  2. Fernstudium
    In der Reinform handelt es sich um ein Studium, das rein über E-Learning, virtuelle Studienräume und zu Hause stattfindet. Im Gegensatz zum Abendstudium können berufsbegleitende Studenten hier zeit- und ortsunabhängig lernen und arbeiten und das Studium so optimal auf ihre Arbeitszeiten abstimmen. Im Gegenzug fehlt jedoch der persönliche Kontakt und der Kurszusammenhalt.
  3. Fern- und Präsenzstudium
    Diese Studienform hat in den letzten Jahren deutlich an Popularität gewonnen. Die Grundlage bietet ein Fernstudium mit zahlreichen E-Learning-Elementen. Diese werden jedoch durch eingestreute Präsenzveranstaltungen ergänzt, die persönlichen Kontakt und ein etwas anderes Lernen ermöglichen. Die Kosten sind hier – bedingt durch Anreise und Co. – meist etwas höher als bei reinen Fernstudiengängen.

Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Studienformen sind charakteristisch für die Chancen und Risiken des berufsbegleitenden Studiums an sich.

Einerseits können Arbeitnehmer so ihr Qualifikationsprofil erweitern und sich auf einem hohen Niveau fort- und weiterbilden. Andererseits kann die Doppelbelastung aus Studium und Arbeit zu einem enormen Stressfaktor werden. Wer weiß, dass er oder sie mit einem dauerhaft hohen Stresslevel nicht klar kommt, sollte sich möglicherweise nach Alternativen zum berufsbegleitenden Studium umsehen.

Darüber hinaus gibt es auch Branchen – beispielsweise im handwerklichen oder sozialen Bereich – in den berufsbegleitende Studiengänge nicht die beste Wahl darstellen. Hier können Fortbildungen von qualifizierten und in der Branchen anerkannten Bildungsträgern die bessere Wahl sein.

Wie Arbeitgeber Mitarbeiter unterstützen können

Pressmaster/shutterstock.comEin berufsbegleitendes Studium dient zwar in erster Linie dem Arbeitnehmer, doch von den erweiterten und/oder neuen Qualifikationen profitiert auch der Arbeitgeber. Einen Anspruch auf Unterstützung gibt es für Arbeitnehmer zwar nicht. Dennoch sollten sich Unternehmen ihren Mitarbeitern gegenüber loyal zeigen und entsprechende Anstrengungen unterstützen.

Wird das Studium vom Arbeitgeber gefordert, sollte eine Unterstützung des Studiums ohnehin selbstverständlich sein. Bevor einige Geschäftsführer und Vorgesetzte jetzt große Geldsummen vor ihrem geistigen Auge sehen: Die Unterstützung muss nicht zwingend finanzieller Natur sein. Auch von anderen Angeboten und Leistungen können studierende Arbeitnehmer profitieren.

Sicher, einen Anspruch auf Unterstützung gibt es für Arbeitnehmer nicht. Dennoch sollten sich Unternehmen ihren Mitarbeitern gegenüber loyal zeigen und entsprechende Anstrengungen unterstützen. Wird das Studium vom Arbeitgeber gefordert, sollte eine Unterstützung des Studiums ohnehin selbstverständlich sein. Bevor einige Geschäftsführer und Vorgesetzte jetzt große Geldsummen vor ihrem geistigen Auge sehen: Die Unterstützung muss nicht zwingend finanzieller Natur sein. Auch von anderen Angeboten und Leistungen können studierende Arbeitnehmer profitieren.

  • Lassen Sie Mitarbeiter explizit wissen, dass das berufsbegleitende Studium gerne gesehen wird. Das schafft Sicherheit.
  • Zeigen Sie auf, welche Vorteile das Studium für die Karriere im Unternehmen bieten kann.
  • Auch die Finanzierung von Fahrt- und Übernachtungskosten kann bereits hilfreich sein.
  • Ein Entgegenkommen bei der Urlaubsplanung ist ebenfalls möglich.
  • Es sollte – auch im Interesse des Unternehmens – die Möglichkeit bestehen, das Gelernte direkt in der Praxis anzuwenden.
  • Die Unterstützung des Studenten durch Kollegen sollte gefördert oder doch zumindest toleriert werden.
  • Sich ab und an nach dem aktuellen Stand zu erkundigen motiviert, ständige Kontrolle hemmt dagegen.
  • Ein Teil der Kosten kann – möglicherweise verbunden mit Auflagen – übernommen werden.
  • Vielleicht sind Kooperationsprojekte von Bildungsträger und Unternehmen möglich?
  • Kann die Beförderung auf eine neue Stelle – bei entsprechenden Leistungen – eventuell schon während des Studiums erfolgen?
  • Möglicherweise ist eine fachliche Unterstützung des Studiums im Unternehmen möglich?
  • Können Termine und interne Fortbildungen mit dem Studium abgestimmt werden.
  • Studienarbeiten lassen sich einfacher gestalten, wenn sie mit Projekten des Unternehmens verknüpft werden können.
  • Wird das Studium aktiv im Unternehmen vorbereitet, stellt das eine enorme Entlastung für Studierende dar.
  • Wenn auch Kollegen und Teammitglieder bereit sind, die Mehrarbeit für die Dauer des Studiums zu übernehmen, trägt dies zu Steigerung des Sicherheitsgefühls bei.
  • Ein fester Ansprechpartner für Fragen rund das Studium im Unternehmen ist hilfreich.
  • Den Studierenden sollte im Vorfeld klar sein, was der Arbeitgeber von ihnen und dem Studium erwartet.
  • Bereits die schriftliche Festlegung aller das Studium betreffenden Regelungen kann Wunder wirken.

Ergänzend sollten Vorgesetzte und Arbeitnehmer gemeinsam prüfen, ob eine Reduktion der Arbeitszeit, eine Umverteilung der Aufgaben oder eine temporär Freistellung möglich und denkbar sind. Der gesamte Prozess der Vorbereitung und Durchführung des berufsbegleitenden Studiums sollte von Mitarbeitern und Arbeitgebern als gemeinsame Aufgabe verstanden werden, zu deren Gelingen alle ihren Teil beitragen.

Vorbereitung und Einstieg ins berufsbegleitende Studium


Wer vor dem Berufseinstieg bereits studier hat, könnte davon ausgehen, dass das berufsbegleitende Studium für ihn – dank seiner Studienerfahrung – kein Problem darstellt. Diese Annahme ist in vielen Fällen jedoch falsch, da seit dem ersten Studium meist einige Zeit vergangen ist und die Doppelbelastung von Arbeit und Studium ganz andere Anforderungen stellt.

Haben Sie sich daher für ein berufsbegleitendes Studium entschieden, ist eine solide und rechtzeitige Vorbereitung unverzichtbar. Diese sollte sich allerdings nicht auf rein fachliche Aspekte beschränken.

  • Ziele setzen und überprüfen – Der erste und grundlegendste Schritt: Machen Sie sich klar, warum Sie das berufsbegleitende Studium überhaupt absolvieren und was Sie damit für sich erreichen wollen. Setzen Sie dieses Ziel dann bitte in Relation zu Ihrem Privatleben, Ihrer Beziehung, Familie, Freunden und ähnlichem. Nehmen Sie sich mindestens einmal im Monat Zeit und wiederholen Sie diesen Vorgang. So machen Sie sich die Bedeutung des Studiums – vor allem im Verhältnis zu den anderen wichtigen Dingen und Menschen in Ihrem Leben – immer wieder bewusst.
  • Beziehen Sie Ihr Umfeld ein – Ohne Ihre Familie, Ihren Partner, Freunde und alle anderen Menschen, die in Ihrem Leben eine wichtige Rolle spielen, werden Sie Studium und Arbeit nicht gleichzeitig schaffen. Punkt. Dabei müssen – und werden – Sie natürlich nicht von allen aktiv unterstützt werden. Doch die wichtigsten Menschen müssen Ihr berufsbegleitendes Studium mittragen. Nehmen Sie sich dazu bitte vor Beginn des Studiums die Zeit, die möglichen Auswirkungen dieses Projektes mit den Ihnen nahestehenden Menschen detailliert durchzugehen. Nur wenn alle wichtigen Personen wissen, worauf sie sich einlassen, wird die Unterstützung nachhaltig sein.
  • Budget planen – Berufsbegleitende Studiengänge sind vieles, doch günstig sind sie ganz sicher nicht. Berechnen und planen Sie im Vorfeld das notwendige Budget und klären Sie, wie Sie das Studium finanzieren werden. Was das mit Ihrem Privatleben zu tun hat? Zur Planung gehören auch die Einschränkungen, die Ihr Privatleben und Ihre Familie auf Grund der Studien-Kosten hinnehmen müssen. Diese sollten vor Beginn des Studiums klar sein.
  • Fester Arbeitsplatz und -zeiten – Da der größte Teil der berufsbegleitenden Studiengänge als Fernstudium angeboten werden, dominiert E-Learning als Lernmethode das Bild. Für Sie als Student bedeutet das, dass Sie den größten Teil der Zeit zu Hause, also im Home Office, arbeiten werden. Den Begriff Home Office verwende ich hier ganz bewusst, denn Sie sollten das Studium genau so behandeln, wie die Arbeit zu Hause. Einerseits ist das Studium in der Regel ebenso wichtig wie Ihr Job, andererseits müssen Sie sich dann einen festen Home Office Arbeitsplatz suchen. Genau wie bei der Heimarbeit findet auch Ihr Studium nur an diesem Arbeitsplatz statt. Und genau wie im Home Office sollten Sie auch für das Studium und die Lerneinheiten feste Zeiten und Zeiträume festlegen und als Termine in Ihren Kalender eintragen. So verhindern Sie, dass das Studium zu viel Zeit von Ihrem Privatleben in Anspruch nimmt.
  • Bewusst Urlaub machen – Auch wenn ein Studium für viele Arbeitnehmer erst mal stressfrei klingt: Das ist es definitiv nicht. Ein Studium ist – wenn Sie es ernst nehmen – mindestens genau so viel Arbeit, wie Ihr Job. Sicher, die Art der Arbeit mag eine ganz andere sein, doch anstrengend ist das Studium auch. Zu Beginn ist es oft ungewohnt, wieder längere Zeit am Stück zu lernen. Später steigen dafür die Lernumfänge spürbar an und Studienarbeiten müssen geschrieben werden. Um diesen Stress bewältigen zu können und sich die Freude am Studium zu erhalten, sollten Sie ganz bewusst Urlaub vom Studium machen. Das Studienmaterial wird dann weggepackt und auch das Thema nicht angeschnitten. Dann sind Sie ganz im Freizeitmodus. Das müssen Sie zu Beginn wahrscheinlich üben, doch im Lauf der Zeit können Sie immer besser abschalten.

Sie sehen: Die Vorbereitung eines berufsbegleitenden Studiums erfordert auch die Abstimmung mit Ihrer Familie, Ihrem Umfeld und natürlich Ihrem Arbeitgeber. Es mag banal klingen, doch viel zu viele Arbeitnehmer planen zuerst das berufsbegleitende Studium und stellen ihren Arbeitgeber dann vor vollendete Tatsachen.

Eine deutlich bessere – und bewährte – Vorgehensweise: Beziehen Sie Ihren Arbeitgeber von Beginn an in Ihre Überlegungen und Pläne ein. Wenn Sie merken, dass ein berufsbegleitendes Studium im Unternehmen gar nicht erwünscht ist, kann das ein Zeichen für einen nötigen Jobwechsel und fehlende Perspektiven im Unternehmen sein.

Fördergelder für Arbeitnehmer

wavebreakmedia/shutterstock.comNeben der Unterstützung durch Chef oder Arbeitgeber können sich Arbeitnehmer ihr berufsbegleitendes Studium auch über Stipendien finanzieren. Stipendien setzen natürlich ein überdurchschnittliche Leistung voraus. Doch das bedeutet nicht, dass sich nur hochbegabte oder überragende Absolventen und Arbeitnehmer um Stipendien bewerben können und sollten. Bevor Sie diese Option für sich abschreiben, empfiehlt sich ein Blick in die Vorgaben und Anforderungen der verschiedenen Träger und Vergabestellen.

Nicht immer stehen Noten im Mittelpunkt, teilweise sind auch Ihre Arbeitsleistung und Ihr Werdegang von Bedeutung für die Stipendienvergabe. Einen Blick sind die verschiedenen Stipendien allemal wert.

  • Eine der bekanntesten Fördermöglichkeiten ist das Deutschland-Stipendium. Dieses richtet sich an Studenten, die herausragende Leistungen erbracht haben oder bei denen diese zu erwarten sind. Primär ist das Stipendium zwar auf Vollzeitstudenten ausgerichtet, ein berufsbegleitendes Studium kann jedoch – die entsprechenden Leistungen vorausgesetzt – ebenfalls gefördert werden. Der Stipendiat erhält dann 300 Euro im Monat, welche von privaten Förderern und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung jeweils zur Hälfte finanziert werden.
  • Eine weitere Option ist das Weiterbildungsstipdendium. Diese Leistung ist ein Programm der Begabtenförderung und richtet sich an unter 25-jährige Arbeitnehmer, die ihren Berufsabschluss mit einer Note von 1,9 oder besser bestanden haben. Der Gesamtförderbetrag kann bei maximal 6.000 Euro liegen. Das Stipendium ist nur für ein Erststudium nutzbar, das auf der Berufsausbildung aufbaut.
  • Die dritte Förderungsmöglichkeit richtet sich explizit an berufserfahrene Studenten, die sich neben ihrem Beruf weiterbilden. Das Aufstiegsstipendium ist Teil der Qualifizierungsinitiative “Aufstieg durch Bildung” der Bundesregierung, Details zum Bewerbungsverfahren finden Sie auf der offiziellen Homepage der Qualifizierungsinitiative.

Stiftungen stellen eine weitere Fördermöglichkeit dar. Und die Stiftungskultur in Deutschland ist sehr aktiv und breit gefächert, mehr als 9000 Stiftungen sind in Deutschland registriert. Für berufsbegleitende Studenten ist das ein wahrer Glücksfall, da zahlreiche Stiftungen sich die Unterstützung von Studenten und beruflicher Weiterbildung auf die Fahnen geschrieben haben. Bei der Vielfalt an Stiftungen ist eine vollständige Übersicht nahezu unmöglich.

  • Stattdessen empfehlen wir Ihnen einen Blick in den deutschen Stiftungsindex zu werfen, der über eine gute Suchfunktion verfügt. Eine eigene Recherche in diesem Verzeichnis fördert vermutlich mehr Stiftungen zu Tage, als wir Ihnen hier präsentieren könnten.
  • Auf die meisten Bildungsfonds gehen wir in diesem Artikel nicht genauer ein. Der Grund ist einfach: Es handelt sich bei ihrer Unterstützung nicht um eine echte Förderung, sondern um verhältnismäßig günstige Darlehen, die nach dem berufsbegleitenden Studium mit Zinsen zurückgezahlt werden müssen.
  • Eine Ausnahme stellt hier die Förderung durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) dar. Der Nachteil für Arbeitnehmer: Nur der Arbeitgeber kann diese Förderung für das berufsbegleitende Studium beantragen. Um diese Mittel abrufen zu können, muss Ihr Arbeitgeber Ihre Weiterbildungspläne daher aktiv unterstützen.

Alle genannten Fördermöglichkeiten setzen natürlich Engagement und Leistung Ihrerseits voraus. Doch diesen Einsatz sollte Ihnen Ihr berufsbegleitendes Studium auf jeden Fall wert sein.

Berufsbegleitendes Studium als Chance zum Jobwechsel?

alphaspirit/shutterstock.comStößt Ihr Wunsch nach einem berufsbegleitenden Studium im Unternehmen auf taube Ohren, könnte das für Sie eventuell der Impuls für einen Jobwechsel sein. Bevor Sie sich jedoch darüber Gedanken machen, sollten Sie klären, ob dieser während oder nach dem Studium überhaupt möglich ist. Finanziert der Arbeitgeber beispielsweise einen Teil des Studiums, sind Arbeitnehmer meist einige Zeit ans Unternehmen gebunden. In den entsprechenden Vereinbarungen verpflichten sich Arbeitnehmer dazu, das Studium erfolgreich abzuschließen und danach noch einige Zeit beim Unternehmen zu bleiben. Bei einer Kündigung vor Ablauf der vereinbarten Frist muss ein Teil der finanziellen Unterstützung an das Unternehmen zurückgezahlt werden.

Warum wollen Sie wechseln?

Für einen Jobwechsel ist Ihre Motivation entscheidend. Wollen Sie Ihren alten Job jedoch aus Unzufriedenheit und Frust aufgeben, wäre das der falsche Ansatz. Vor Problemen wegzulaufen und diesen auszuweichen, ist keine tragfähige Motivation. Ein Jobwechsel ist hier die letzte Option, wenn alle Problemlösungsversuche im Unternehmen gescheitert sind.

Der richtige Zeitpunkt?

Der Wunsch nach einer Veränderung ist in Ihnen erwacht, doch die Wahl des richtigen Zeitpunkts fällt Ihnen schwer? Sollen Sie sich noch in der Studienzeit nach einem neuen Job umsehen? Würde Sie dann überhaupt ein Arbeitgeber einstellen?

Um diese Risiken zu umgehen, können Sie das berufsbegleitende Studium nutzen, um Ihr Netzwerk auszubauen und Kontakte mit Kommilitonen und Dozenten zu knüpfen. So erhalten Sie Einblicke in andere Unternehmen und können die Erfahrungen Ihrer neuen Kontakte für die Vorbereitung Ihrer Jobsuche nutzen. Ungefähr sechs Monate vor Ende des berufsbegleitenden Studiums können Sie dann mit der Jobsuche beginnen.

Dabei sollten Sie jedoch mit Fingerspitzengefühl vorgehen und Ihr Netzwerk gezielt aktivieren. Auf eine Jobsuche in den sozialen Netzwerken könnten Sie zunächst verzichten, da Ihr aktueller Arbeitgeber davon nichts mitbekommen sollte. Erst wenn der neue Job feststeht, sollten Sie Ihre Kündigung aufsetzen und mit Ihren Chef sprechen.

Diese Fehler sollten Sie vermeiden

FrameAngel  by shutterstock.comEinige Fehler sind bei berufsbegleitenden Studierenden immer wieder zu beobachten. Viele dieser Fehler sind auf den ersten Blick Kleinigkeiten, die sich im Lauf der Zeit jedoch summieren und zu echten Problemen werden können. So mancher berufsbegleitender Student realisiert das eigene Fehlverhalten erst recht spät und muss dann viel Energie aufwenden, um Gewohnheiten zu ändern und neue Routinen zu etablieren. Damit Ihnen das nicht passiert und Sie Fehler von vornherein erkennen und ausschließen können, haben wir die
häufigsten für Sie zusammengestellt.

  • Der Zeitbedarf für das berufsbegleitende Studium wird deutlich unterschätzt.
  • Familie und Freunde werden nur grob über das berufsbegleitende Studium informiert.
  • Die Arbeitszeit wird – auch während Prüfungsphasen – nicht reduziert.
  • Das Studium wird unstrukturiert und ohne Planung angegangen.
  • Studenten übertragen Ihre Lernleistung aus dem Erststudium eins zu eins auf das berufsbegleitende Studium.
  • Im Vorfeld findet keine Beschäftigung mit Lernstrategien und -methoden statt.
  • Der Student informiert sich nur unzureichend über den Studiengang und dessen Aufbau.
  • Das Tutorial des E-Learning-Systems wird übersprungen.
  • Es wird kein fester Lernrhythmus etabliert.
  • Lerneinheiten werden hektisch und unter Zeitdruck absolviert.
  • Studenten nehmen nur unregelmäßig an den E-Learning-Sitzungen teil.
  • Die Möglichkeit, den Dozenten per E-Mail oder via Skype Fragen zu stellen wird nicht genutzt.
  • Es werden keine (virtuellen) Lerngruppen gebildet.
  • Die Studenten stellen sich untereinander nur flüchtig vor.
  • Es findet wenig Austausch zwischen den Studenten statt.
  • Präsenzphasen werden nicht ausreichend vorbereitet.
  • Vorlesungen und E-Learning-Module werden passiv konsumiert statt aktiv bearbeitet.
  • Der Arbeitgeber wird nicht über das berufsbegleitende Studium informiert.
  • Dem Studium wird zu wenig Priorität eingeräumt.
  • Trotz frisch begonnenem Studium werden in den anderen Lebensbereichen keinerlei zeitliche Einschränkungen vorgenommen.
  • Lerneinheiten werden müde und gestresst angegangen.
  • Studenten nehmen Arbeit mit nach Hause – zusätzlich zu den Lerneinheiten.
  • Die individuellen Lernziele werden zu hoch gesteckt.
  • Inhalte werden nicht strukturiert gelernt und bearbeitet.
  • Quellen und Literaturangaben werden nicht von Anfang an systematisch archiviert.
  • Probleme im Studium oder mit einzelnen Themen werden nicht mit den Dozenten besprochen.
  • Die Studenten sprechen in ihrem Umfeld nicht über das laufende Studium.
  • Trotz Studium wird versucht, alle Freizeitaktivitäten wie gewohnt durchzuführen und überall dabei zu sein.
  • Es findet keine aktive Zeitplanung für das Studium und die Lerneinheiten statt.
  • Geplante Lerneinheiten werden nicht im Kalender fixiert.
  • Mit der Klausurvorbereitung wird zu spät begonnen.
  • Studenten setzen sich selbst vor den Klausuren unter Druck.
  • Die individuellen Ziele und die Motivation für das Studium werden nicht regelmäßig reflektiert.
  • Unterlagen und Lernmaterialien werden nicht systematisch abgelegt.
  • Die verwendeten Programme werden von den Studenten nicht beherrscht.
  • Für Studienarbeiten werden keine Formatvorlagen verwendet.
  • Die Studenten kennen ihren Lerntyp nicht und probieren zu wenig Lernmethoden aus.
  • Studenten schalten nie wirklich ab und füllen jede freie Minute mit dem berufsbegleitenden Studium.
  • E-Mails und Hinweise der Hochschule werde nur flüchtig oder gar nicht gelesen.
  • Die Literaturrecherche wird im Vorfeld nicht trainiert.
  • Grundlagen-Seminare der Hochschule zu Arbeitstechniken und ähnlichem werden von den Studenten ignoriert.
  • Eine Verknüpfung der theoretischen Inhalte mit dem Arbeitsalltag der Studenten findet nicht statt.
  • Studenten übernehmen am Arbeitsplatz zusätzliche Aufgaben – obwohl sie im Studium unter Druck stehen.
  • Auch im Urlaub wird gelernt, aktive Erholung gibt es nicht.
  • Studenten richten sich kein dezidiertes Home Office oder zumindest einen festen Arbeitsplatz ein.
  • Das Alumni-Netzwerk der Hochschule wird von den Studenten ignoriert.
  • Es wird keine zusätzliche Lerngruppe auf Facebook oder einem Netzwerk eingerichtet.
  • Die Kommunikation mit den Dozenten und Kommilitonen wird auf das notwendige Minimum beschränkt.
  • Privatleben und Familie werden zugunsten des Studiums vernachlässigt.
  • Das Studium wird auf Druck anderer Menschen begonnen oder fortgesetzt.
  • Lerneinheiten werden nicht konsequent gegen andere Termine verteidigt.
  • Es wird nicht die richtige Lernumgebung geschaffen.
  • Studenten eignen sich die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens nicht oder zu spät an.
  • Es wird keine ergänzende Literatur zu den Studieninhalten gelesen.
  • Themen werden nur auf die Klausuren hin vorbereitet und nicht nachhaltig gelernt.
  • Studenten suchen nicht aktiv nach Ausgleich, es findet keine bewusste Stressbewältigung statt.
  • Die Vorteile des E-Learnings – beispielsweise interaktive und multimediale Inhalte – werden von den Studenten kaum oder gar nicht genutzt.
  • Es wird nur das gelernt, was der Stoffplan vorsieht. Eine weitere Beschäftigung mit den Themen findet nicht statt.
  • Studenten lernen ausschließlich zu Hause. Das Potenzial anderen Orte – beispielsweise von Bibliotheken – wird nicht genutzt.
  • Es wird ausschließlich schriftlich gelernt, Medien wie Videos oder Podcasts werden ignoriert.
  • Studenten lernen nur am Computer, Stift und Papier – die kreative Prozesse fördern können – kommen nicht zum Einsatz.
  • Studienarbeiten werden unter Zeitdruck und kurz vor der Deadline geschrieben.
  • Zu großer Ehrgeiz lässt das Studium statt zu einer wertvollen Erfahrung zur lästigen Pflicht werden.
  • Studenten legen mehr Wert auf die Ergebnisse der Klausuren als auf reale Lernerfolge.
  • Der Vorgesetzte wird nicht über den Verlauf des Studiums informiert.
  • Die Abschluss- oder Master-Arbeit wird thematisch nicht auf den – aktuellen oder angestrebten – Job der Studenten abgestimmt.

Kein berufsbegleitendes Studium ohne Social Media Kompetenz

ra2studio/shutterstock.comDie Anforderungen an berufsbegleitende Studenten sind umfangreich. Sie reichen von Selbstdisziplin über hohe Stressresistenz bis hin zu einer systematischen Arbeitsweise. All diese Anforderungen und Eigenschaften sind wichtig, doch ein Aspekt wird dabei oft übersehen: Social Media Kenntnisse. Denn ohne Erfahrung mit der Kommunikation in den sozialen Netzwerken können Arbeitnehmer ein berufsbegleitendes Studium heute nicht mehr optimal nutzen.

Diese Kenntnisse werden künftig auch für Vollzeit-Studiengänge an Bedeutung gewinnen. Bei berufsbegleitende Studiengängen kommen sie jedoch schon heute zum tragen, da es sich dabei in der Regel um Fernstudiengänge handelt, die zu großen Teilen auf E-Learning-Systemen und Modulen basieren. Hier haben Studenten mit Erfahrung in den Social Media klare Vorteile gegenüber ihren Kommilitonen.

Der Zusammenhang zwischen E-Learning und Social Media Kenntnissen ist dabei denkbar klar. Viele E-Learning-Plattformen sind – sowohl bei der Benutzeroberfläche als auch bei den grundlegenden Prinzipien – an soziale Netzwerke angelehnt. Wer sich dort auskennt, kann sich daher schnell und weitgehend problemlos in E-Learning-Systeme einarbeiten. Auch der Einsatz von Chat-Funktionen und Gruppen stellt für Social Media erfahrene Studenten kein Problem dar.

Außerdem sollten sich berufsbegleitende Studenten aktiv um die Erweiterung ihres Netzwerks kümmern. Da es sich sowohl bei Professoren als auch bei den Kommilitonen um Fachkräfte handelt, sind die potentiellen Kontakte definitiv wertvoll und sollten erschlossen werden. Bei einem berufsbegleitenden Studium wird das hauptsächlich virtuell, also über die sozialen Netzwerke, stattfinden.

Studenten, die bereits über Erfahrung in den Social Media verfügen, haben dadurch meist eine gute Grundlage in Sachen Netzwerkarbeit entwickelt. Diese Fähigkeiten können und sollen die Studenten dann auch im Studium nutzen. Kommilitonen, die über gute kommunikative Fähigkeiten, jedoch nicht über Social Media Erfahrung verfügen, werden dagegen eine etwas größere Lernkurve aufweisen.

Wer sich für ein berufsbegleitendes Studium interessiert, sollte sich spätestens in der Vorbereitung aktiv mit den Social Media beschäftigen und diese nutzen. Die so erworbenen Fähigkeiten werden im Studium garantiert nützlich sein.

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