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Bringt das Arbeiten im Home-Office überhaupt etwas? Vor allem: Arbeiten die Betroffenen dort wirklich besser? Das haben sich auch Wissenschaftler um Nicholas Bloom von der Stanford Universität gefragt, schließlich arbeiten allein in den USA rund 10 Prozent der Beschäftigten regelmäßig von daheim. Also werteten die Forscher die Daten von 16.000 Betroffenen über einen Zeitraum von neun Monaten aus - und kamen zu einem erstaunlichen Ergebnis...

Bessere Leistungen - weniger Gehalt

Zunächst einmal hatte das Arbeiten zuhause durchweg positive Auswirkungen auf die Beschäftigten und das Unternehmen:

  • Die Heimarbeit steigerte die Leistung der Versuchsteilnehmer um stolze 13 Prozent.
  • 9 Prozent davon ergaben sich allein dadurch, dass die Heimarbeiter mehr Zeit (pro Schicht) arbeiteten als sie tatsächlich mussten. Sie machten weniger und kürzer Pausen und waren auch seltener krank.
  • 4 Prozent ergaben sich durch die gestiegene Konzentration - dank weniger Störquellen und -geräusche im Umfeld.
  • Zudem berichteten die Heimarbeiter einhellig, sie seien zufriedener mit ihrer Arbeit.

Aber lohnt sich Heimarbeit auch wirklich?

Tja, und bei der Frage offenbart sich dann allerdings auch gleich der Haken an der Sache: Die Wissenschaftler untersuchten nämlich auch, ob und wie sie die ja eigentlich viel bessere Leistung im Home-Office auf die Karrieren und Einkommen ihrer Probanden auswirkte.

Und siehe da: Gelohnt hat sich das nicht, im Gegenteil: Im Vergleich zu den anwesenden Kollegen im regulären Büro (Kontrollgruppe) nahmen die Chefs die deutlich bessere Leistung der Heimarbeiter gar nicht wahr. Obwohl jeder einzelne Heimarbeiter im Jahresschnitt rund 375 Dollar Mehrleistung brachte und dabei auch noch im Schnitt 1250 Dollar Bürokosten sparte (zusammen also mehr als 1600 Dollar Plus), gab es für die Betroffenen seltener Gehaltserhöhungen und weniger Beförderungen.

Oder um es mit den Worten der Forscher zu sagen: Das Home-Office hatte auch folgenden Effekt...

Out of sight, out of mind - aus den Augen, aus dem Sinn.

Wen der Chef nicht ständig sieht, an den denkt er auch nicht, wenn er was zu verteilen hat. Ungerechte Welt...

Die vollständige Studie finden Sie übrigens als PDF hier.

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