Liebe im Büro: Besser Flirten im Job
Berufstätige verbringen oft mehr Zeit mit ihren Kollegen als mit Freunden. Kein Wunder, dass es dabei zuweilen gewaltig knistert: Die Liebe im Büro ist keine Ausnahme - neben Schule und Ausbildung ist das Büro der drittgrößte Heiratsmarkt. Deutschlandweit verlieben sich zahlreich Kollegen ineinander und werden zu Partnern fürs Leben. Fast jede dritte Beziehung entsteht am Arbeitsplatz. Doch das Flirten im Job ist heikles Terrain. Fehler können nicht nur einer Anzeige wegen sexueller Belästigung, sondern auch zu einem erbarmungslosen Rosenkrieg führen...

Liebe im Büro: Partnerbörse Arbeitsplatz

Wir alle flirten oft und gerne. Lehnen Sie sich zum Beispiel leicht vor, sobald Sie sich mit einem attraktiven Gegenüber unterhalten? Neigen Sie dabei den Kopf zur Seite? Verändern Sie Ihre Stimme? Lächeln Sie öfters? Klimpern Sie mit den Augen, lecken Sie sich über die Lippen oder spielen mit den Haaren?

Bingo - Sie flirten schon!

Gelegenheit macht Liebe - lautet eine bekannte Redewendung. Und diese Gelegenheiten entstehen eben nicht nur in Bars, auf Partys oder in sozialen Netzwerken. Die wahre Partnerbörse ist der Job. Umfragen haben einmal ergeben:

  • Kollegen sind für 85 Prozent der Arbeitnehmer die attraktivsten Beziehungspartner.
  • 35 Prozent können sich eine Beziehung mit Kollegen vorstellen. Rund 14 Prozent der Berufstätigen sind bereits eine feste Partnerschaft am Arbeitsplatz eingegangen.
  • 17 Prozent derjeningen, die eine Beziehung am Arbeitsplatz eingegangen sind, haben dafür eine bestehende Beziehung beendet.
  • Frauen verlieben sich häufiger in ihren Chef als Männer.
  • Unter 30-Jährige verlieben sich häufiger am Arbeitsplatz als ihre älteren Kollegen.
  • In der Produktion und im Vertrieb arbeiten besonders gefragte Beziehungspartner.

Flirts, Affären und Beziehungen - kurz: Liebe im Büro - ist keine Ausnahme, sondern eher die Regel.

Selbst schüchternen Menschen fällt das Flirten leichter, weil im Job zahlreiche unverfängliche Gelegenheiten entstehen, um der Kollegin oder dem Kollegen näher zu kommen.

Das findet auch die Mehrheit unserer Leser:


Die schönen Seiten eines Büro-Flirts

Küsse am Kopierer oder Techtelmechtel in der Teeküche - Flirts stärken das Selbstwertgefühl. Es tut gut, zu wissen, dass man ankommt und Interesse weckt.

Ein weiterer Vorteil der Büroliebe: Flirten mindert akuten Stress.

Obendrein weisen Verliebte einen deutlich erhöhten Serotoninspiegel auf und sind dadurch besser gelaunt, sie engagieren sich stärker und übernehmen gerne Zusatzaufgaben, um länger in der Nähe des oder der Angebeteten zu sein.

Forscher der Universitäten von Amsterdam, Groningen und Bremen sind in einer Studie zu der Erkenntnis gelangt, dass Liebe kreativer macht. Danach stimuliert der Neurotransmitter Dopamin das Belohnungszentrum im Gehirn des Verliebten und aktiviert dabei auch jene Hirnareale, die für Kreativität und künstlerische Aktivitäten verantwortlich sind.

So kommen denn auch diverse Umfragen unter deutschen Personalchefs zu dem Schluss, dass das Gros der Befragten keinerlei Bedenken bei Beziehungen innerhalb der Belegschaft hat.

Liebe im Büro: Vorsicht mit seuxeller Belästigung!

Liebe im Büro: Vorsicht mit seuxeller Belästigung!Das umwerfende Lächeln der Kollegin aus dem Nachbarbüro oder die strahlend blauen Augen des Kollegen aus dem Vertrieb und schon ist es um einen geschehen. Doch wen Amors Pfeil im Büro trifft, der sollte aufpassen: Eine falsche E-Mail, ein anzüglicher Witz zu viel und schon ist aus dem knisternden Büroflirt sexuelle Belästigung geworden.

Never fuck the company! - lautet ein anderes Bonmot, das in beiden Bedeutungen wörtlich genommen werden darf. Allen selbst ernannten Schreibtisch-Casanovas und Herzensbrechern auf der Pirsch sollte klar sein, dass ihre Avancen arbeitsrechtlich nicht ungefährlich sind.

Schlimmstenfalls riskieren sie damit eine Anzeige oder (bei Wiederholungstätern) gar ihre Kündigung.

Arbeitsrecht: Folgenschwere Flirtversuche

  • Wer sich etwa einer Kollegin oder einem Kollegen körperlich nähert und grabscht (ohne das der oder die das will), muss mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen. So legte zum Beispiel ein zuvor unbescholtener Ausbilder ungefragt seinen Arm um eine Kollegin, die das nicht wollte – Abmahnung! (Landesarbeitsgericht Hamm, 17 SA 1544/96).
  • Ein Verkäufer wiederum betatschte eine Kollegin regelmäßig trotz deren Gegenwehr an Hüfte und Rücken – fristlose Kündigung! (Arbeitsgericht Frankfurt am Main, 15 CA 7402/01).
  • Jobverlust droht auch bei Liebesbriefen. Wer seine sexuellen Aufforderungen mit obszönen Witzchen garniert, zu Papier bringt und das Ganze an Kollegen verschickt, stört nach Meinung der Gerichte den Betriebsfrieden und kann rausfliegen (Bundesverwaltungsgericht, 1 DB 5.96). Das gilt erst recht für Sexmails per SMS (Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, 9 SA 853/01).
  • Natürlich sind das extreme Beispiele und solche Mittel werden auch oft erst angewandt, wenn feststeht, dass der oder die Betroffene klar erkennbar die Anzüglichkeiten abgelehnt hat. Bei einem Reiseleiter, der eine Diensttour überraschend zum Techtelmechtel mit einer Kollegin nutzte, reichte es deshalb nicht zum Rauswurf (Bundesarbeitsgericht, 2 AZR 341/03).

Peter Groll, Fachanwalt für Arbeitsrecht, warnt: "Nicht nur grobe Annäherungsversuche können ernsthafte Folgen haben. Auch wenn es zwischen beiden funkt, kann das bei allem Liebesglück Probleme machen. So kann die Einkäuferin eines Unternehmens in ernste Schwierigkeiten geraten, wenn ihr Partner ein großer Lieferant ist – vor allem, wenn die geheime Liaison enttarnt wird und danach Fragen über die Preisgestaltung eines Produkts gestellt werden. Sollte es die Produkte anderswo billiger geben, ist das womöglich schon ein Kündigungsgrund. Allein dieser Verdacht kann zu einer Kündigung führen, falls es nicht gelingt, diesen vollständig zu entkräften."

Liebe im Büro: Tipps, wie Sie im Job besser flirten

Liebe im Büro: FlirttippsWie aber flirtet man im Job, ohne denselben zu gefährden? Längst finden sich dazu allerlei Flirttipps im Internet. Die meisten eignen sich jedoch ausschließlich für Avancen am Abend, nicht jedoch fürs Büro. Sie erinnern eher an Anmache und schnellen Sex, als an den Start einer Liebesbeziehung.

Deshalb für alle, die ein Auge auf eine Kollegin oder einen Kollegen geworfen haben, ein paar unverfängliche Tipps für den Büroflirt.

  1. Wirkliches Kennenlernen

    Bevor Sie jemanden anflirten, sollten Sie versuchen, ihn wirklich kennenzulernen. Nichts wirkt so anziehend wie aufrichtiges Interesse an der eigenen Person.

    Gerade Männer machen den Fehler, beim Flirten viel zu ungeduldig zu sein. Den umgarnten Frauen wird dann schnell klar, dass es den Männern nur darum geht, etwas zu bekommen (Anerkennung oder Sex zum Beispiel). Sie fühlen sich wie eine Trophäe in spe. Nicht gerade erstrebenswert.

    Lernen Sie sich lieber richtig kennen. Das hat zugleich den Vorteil, dass Sie so vielleicht herausfinden, dass Sie den oder die Angebetete(n) zwar unglaublich attraktiv finden, sich jedoch nichts zu sagen haben.

  2. Gemeinsames Lachen

    Lachen verbindet. Menschen, die uns unterhalten, finden wir sofort sympathisch. Sie reißen uns aus dem Alltagsgrau heraus, heben die Laune und erspüren subtil Gemeinsamkeiten.

    Über welche Witze wir lachen, zeigt schließlich indirekt, was wir gut finden und was nicht. Dennoch sollten Sie Ihren Humor zügeln: Sex-Witze sind tabu, schwarzen Humor finden nicht alle lustig und über Kalauer, wie Treffen sich zwei Gedichte. Sagt das eine zum anderen: Vorsicht, du hast da was zwischen den Zeilen... können manche allenfalls Schmunzeln. Im Zweifel wählen Sie lieber einen Meta-Witz.

    Etwa den witzigsten Witz der Welt. Den hat der britische Psychologe Richard Wiseman ermittelt. Über ein Jahr lang wurden rund 40.000 Witze von Internetnutzern aus 70 Ländern gesammelt und anschließend bewertet. Heraus kam ein Witz mit der globalsten Akzeptanz: Zwei Jäger im Wald. Plötzlich bricht einer der beiden zusammen. Er atmet kaum noch. Sofort zückt der andere Jäger sein Handy und wählt den Notruf: "Mein Freund ist tot! Was soll ich tun?" Darauf der Mann in der Notrufzentrale: "Beruhigen Sie sich! Versichern Sie sich erst einmal, dass er tatsächlich tot ist." Stille – dann ein Schuss. Dann wieder der Jäger: "Ok, was jetzt?"

  3. Vorsichtige E-Mails

    Studien zeigen: Die gängigsten Flirt-Formen sind freche E-Mails und Notizen mit zweideutigem Inhalt. Gefährlich! Was Sie verschicken, ist automatisch dokumentiert und kann damit juristisch gegen Sie verwendet werden.

    Wählen Sie also ausnahmslos harmlose Formulierungen und machen Sie nur neutrale Komplimente. Richtig: "Ihre Präsentation im Meeting vorhin war einfach großartig! Sie waren durchweg kompetent. Ihre Stimme fand ich übrigens bezaubernd."

    Falsch: "Sie haben bei Ihrer Präsentation heute eine tolle Figur gemacht. Auch in Ihrem Kostüm. Sexy!"

  4. Schmeichelnde Komplimente

    Apropos: Jeder – ob Mann oder Frau – liebt Komplimente. "Der Schmeichelei gehen auch die Klügsten auf den Leim", wusste schon der Dramatiker Molière. Rund 300 Jahre später stellte der Tiefenpsychologe Sigmund Freud fest, dass sich der Mensch wohl gegen Angriffe wehren könne, gegen Lob aber "machtlos" sei.

    Nur sollten Komplimente nie ins Anzügliche abdriften. Jede Anzüglichkeit ist eine zu viel. Loben Sie lieber die Qualität der Arbeit oder spenden Sie Trost bei Stress.

    Es ist ein Irrglaube, dass sexuelle Anspielungen schneller zum Ziel führen. Das Gegenteil ist der Fall: Wer den anderen intelligent umgarnt, ohne dabei seine Absichten durchblicken zu lassen, spielt mit dessen Phantasie. Suggestion ist bei der Verführung alles. Sie ist ein Spiel, bei dem man seine wahren Absichten nie offenbart. Stattdessen geht es darum, das Objekt seiner Begierde immer wieder zu faszinieren, zu verwirren, zu unterhalten.

  5. Freundliche Hilfe

    Bieten Sie Ihre Mithilfe bei einem Projekt an. Erstens, weil das eine kollegiale und unverfängliche Geste ist; zweitens, weil Sie so viele Gelegenheiten schaffen, sich zu begegnen, zu unterhalten und näher zu kommen.

  6. Unverfängliches Essen

    Fragen Sie den oder die Verehrte(n) doch einfach, ob er/sie einmal mit Ihnen zusammen Mittagessen geht. Das ist eine relativ harmlose und im Jobumfeld übliche Offerte – erst recht, wenn Sie einen beruflichen Anlass finden: etwa, um ein gemeinsames Projekt zu besprechen.

    Und falls Sie anfangs zu schüchtern sind oder nicht gleich alles durchblicken lassen wollen, nehmen Sie einfach ein paar Kollegen mit. Ein guter Freund kann sich ja vor dem gemeinsamen Kaffee aus einem wichtigen Grund vorzeitig aus der Runde verabschieden.

  7. Liebenswürdige Gesten

    Jemandem eine Tasse heißen Kaffee zu servieren (Motto: "Als kleine Aufmunterung für den Tag") ist nicht nur aufmerksam, sondern auch eine fürsorgliche Geste, mit der vor allem Männer punkten können (Frauen aber auch).

    Die volle Punktzahl erreicht freilich, wer vorher recherchiert, wie der- oder diejenige ihren Kaffee mag: mit Milch, ohne Zucker? Oder ob er/sie gar Tee (Grünen? Schwarzen?) bevorzugt. Geduldige Profis machen daraus mit der Zeit ein wöchentliches Ritual: den Mittwoch-4-Uhr-Kaffee.

  8. Ehrliche Fragen

    Flirten heißt, den anderen ernst nehmen. Und was wirkt stärker, als jemanden um Rat oder nach seiner Meinung zu fragen? Vorteil zwei: Wenn Sie Fragen stellen oder sich nach der Meinung des anderen erkundigen, haben Sie hinterher ein gutes Anschlussthema.

    Sobald Männer sich für Frauen interessieren, beginnen Sie in der Regel damit, sich aufzuplustern und zu prahlen. Zuhörer haben mehr Erfolg.

    Natürlich sollten Sie auch keine dämlichen Fragen stellen, wie "Wo legt man hier das Kopierpapier ein?!" Umgekehrt sollten Frauen nicht in die Mäuschen-Falle tappen: Wenn Sie sich klein machen, wecken Sie vielleicht seinen Beschützer-Instinkt; schlägt der Flirtversuch jedoch fehl, nimmt er Sie danach nicht mehr ernst.

  9. Intensiver Blickkontakt

    Sehen Sie dem anderen möglichst lange in die Augen – nicht ins Dekolletee! Das sagt in jedem Fall, dass Sie interessiert sind und mehr als viele Worte.

    Nur bitte nicht übertreiben! Ein allzu intensiver bis starrender Blick wirkt aggressiv und schreckt ab. Besser: lächeln. Lächelt er/sie zurück, ist er/sie dem Flirt nicht abgeneigt.

    Optimaler Blickkontakt Flirten

  10. Angebrachter Abstand

    Achten Sie auf körperliche Signale, aber halten Sie zunächst Distanzzonen ein.

    Distanzzonen

    Physische Annäherungsversuche können (und werden meist) als Grabschen ausgelegt werden. Denken Sie auch an den Kollegen-Tratsch!

    Interpretieren Sie lieber zunächst die nonverbalen Botschaften Ihres Gegenübers: Üblicherweise stehen Menschen, die sich noch nicht gut kennen, in Form eines "V" zueinander, also leicht in den Raum geöffnet. Finden sie sich anziehender, geht die Form in ein "U" über – sie stehen sich jetzt parallel gegenüber, für Außenstehende ein klares Signal: Wir wollen unter uns bleiben.

    Kommt es dann noch zu flüchtigen Berührungen – etwa Hände, die sich zufällig treffen – ist das ein starkes Sympathie-Signal.

    Aufschlussreich ist übrigens ebenso die sogenannte Spiegeltechnik: Ahmen Sie unauffällig die Körpersprache Ihres Gegenübers nach und achten Sie darauf, ob er/sie dasselbe mit seinen Gesten tut. Menschen, die sich mögen, synchronisieren unbewusst ihre Mikrogesten, wie Haarezupfen, Nasereiben, Glas zum Trinken heben.

  11. Berechtigte Grenzen

    Belästigung beginnt da, wo Sie ein Nein nicht mehr akzeptieren. Antwortet er oder sie auf die Frage, ob Sie beide mal essen oder einen Kaffee trinken wollen, abweisend, dürfen Sie gerade noch fragen, ob Sie die Einladung vielleicht nächste Woche wiederholen dürfen.

    Wird das auch abgelehnt, sollten Sie die Versuche einstellen und die Entscheidung akzeptieren. Druck macht alles nur schlimmer.

    Die wichtigsten Grundregeln für die Liebe im Büro haben wir zudem in einem Knigge-Ratgeber für Büroflirts zusammengefasst, den sie - wie gewohnt - hier kostenlos als PDF herunterladen können.

  12. Vertikale Hierarchien

    Obacht bei Kolleg(inn)en, die in der Hierarchie unter Ihnen stehen. Sexuelle Belästigung hat häufig etwas mit Macht zu tun. Deshalb kann jede intensivere Freundlichkeit von Untergebenen als Belästigung ausgelegt werden.

Flirten im Job: Besser bei Sonnenschein

Flirten im Job bei SonnenscheinWenn Sie möchten, dass Ihre Chancen beim Flirten im Job steigen, sollten Sie vor allem dann Flirten, wenn die Sonne scheint. Kein Witz. Nicolas Guéguen von der Universität der Bretagne in Vannes und seine Kollegen machten dazu recht einfache Experimente: Die Forscher ließen einen durchschnittlich attraktiven 20-jährigen Mann wahllos junge Frauen zwischen 18 und 25 Jahren in einem Einkaufszentrum ansprechen (insgesamt waren es rund 500 Frauen). Diese mussten allein unterwegs sein und das Ziel war, ihre Telefonnummer zu bekommen.

Die Instruktionen an den Mann waren stets gleich: Er sollte langsam auf die Frauen zugehen (damit es weniger bedrohlich wirkt), viel lächeln und etwas Unverfängliches sagen. Also alles in allem nichts Wildes, kein magischer Aufreißertrick von einem Pick-Up-Artist. Der einzige Unterschied in der Versuchsanordnung bestand im Wetter – und zwar außerhalb des Einkaufszentrums! Mal schien die Sonne, mal war es bewölkt oder regnete.

Das erstaunliche Ergebnis: Schien draußen die Sonne, bekam der junge Mann in 22,4 Prozent der Fälle die Telefonnummer, war der Himmel indes grau und bewölkt, sank seine Erfolgsquote auf 13,9 Prozent.

Liebe im Büro: Tipps für das Beziehungsende

Auch das kommt allerdings vor: Was als Büroromanze und aufregender Flirt begann, endet bald wieder mit einer Trennung. Nix mit Liebe im Büro. Stattdessen herrscht plötzlich Eiszeit.

Allein schon wenn beide in einer Abteilung arbeiten und es in der Beziehung nur kriselt, übertragen sich die atmosphärischen Störung schnell auf das gesamte Team. Besonders kompliziert wird es, wenn die Beziehung scheitert und man sich trennt. Was anfangs noch für Schmetterlinge im Bauch gesorgt hat, wird nun zur Qual: Und täglich grüßt der Ex-Partner... Dumm. Denn nach dem Liebesaus geht der Arbeitsalltag ja trotzdem weiter.

Wie geht man damit am besten professionell um?

Die unangenehmsten (persönlichen) Folgen:

  • Atmosphäre

    In der Zeit kurz nach der Trennung sind beide Partner besonders verletzlich. Der Schmerz über die Trennung flammt beim Anblick des Ex-Partners immer wieder auf und die Trauerphase hält dadurch länger an. Das merken auch die Kollegen. Ein falsches Wort, ein doofe Andeutung, und der Kragen platzt. Insbesondere wenn eine(r) von beiden wegen eines anderen verlassen wurde, ist die Stimmung enorm angespannt. Lappalien werden dann zu Nebenkriegsschauplätzen und das Team gerät in Sippenhaft.

  • Geheimnisse

    In einer intakten Beziehung vertrauen sich beide Partner die intimsten Geheimnisse an. Soweit, so normal. Dumm nur, wenn diese Schwächen und möglichen Leichen im Keller nun gegen einen verwendet werden könnten. Solche Geheimnisse können Zeitbomben sein. Man weiß nie, ob und wann sie der andere verwenden wird. Das kann die Atmoshäre noch weiter vergiften - oder gar die Karriere gefährden.

  • Karriere

    Es müssen nicht mal Geheimnisse sein. Auch wenn sich beide im Guten getrennt haben, wissen alle noch von der Ex-Beziehung. Das Problem: Ob man den anderen im Job nun unterstützt oder vielleicht auch widerspricht oder kritisiert - beides sorgt für Flurfunk, Motto: Guck mal, der hilft ihr immer noch! Oder eben: Aha, sie rächt sich immer noch an ihm!

Ex-Liebe im Büro: Tipps für die Zeit nach der Trennung

Auch wenn Sie sich in einer solchen Situation wünschten, Ihr Ex möge sich in Luft auflösen, müssen Sie über kurz oder lang einen Weg finden, mit der neuen Lage umzugehen. Es wird schmerzhaft und unangenehm, Ihrem Ex-Partner auch weiterhin zu begegnen, allerdings lässt sich dieser Umstand in den meisten Fällen nicht vermeiden.

Die folgenden Tipps können Ihnen dabei helfen, diese schwierige Zeit zu überstehen:

  • Abstand gewinnen

    Versuchen Sie so weit wie möglich Abstand zwischen Ihnen und Ihrem Ex-Partner zu erzeugen. Dies ist besonders wichtig, wenn einer der beiden Partner noch starke Gefühle hat und auch weiterhin die Nähe des anderen sucht. Gehen Sie sich besonders am Anfang aus dem Weg. Verbringen Sie die Mittagspause mit Ihren Kollegen, am besten an Orten und in Restaurants, in die Sie als Paar nicht zusammen gegangen sind.

    Überlegen Sie sich, ein paar Tage frei zu nehmen oder Urlaub zu beantragen. Vor allem, wenn die Trennung noch frisch ist, ist es ratsam eine Auszeit von einander zu nehmen, da Sie in dieser Zeit emotional aufgewühlt und unausgeglichen sind. Keinem ist geholfen, wenn Sie im Büro regelmäßig in Tränen ausbrechen.

    Sollten Sie nach einer solchen Auszeit feststellen, dass eine weitere Zusammenarbeit mit Ihrem Ex-Partner gar nicht mehr möglich ist, sollten Sie darüber nachdenken, sich versetzten zu lassen falls möglich, oder sich eine neue Stelle zu suchen.

  • Offenheit leben

    Früher oder später werden auch Ihre Kollegen Wind davon bekommen, dass Sie sich getrennt haben. Der Versuch die Trennung geheim zu halten ist zwecklos. Damit fachen Sie lediglich die Gerüchteküche an. Am besten Sie verkünden das Aus gemeinsam - mit einem Wording, auf das Sie sich beide auch vorher geeinigt haben.

  • Streitigkeiten privatisieren

    Falls Sie sich nicht im Guten getrennt haben, sollten Sie nach der Trennung weder die schlechten Eigenschaften Ihres Ex-Partners noch intime Details weitererzählen. Es ist Ihr gutes Recht, wütend aufeinander zu sein. Aber das Büro ist nicht die passende Arena für einen Rosenkrieg. Sie schaden so nur Ihrem eigenen Image. Was privat ist, sollte auch privat bleiben.

  • Regeln festlegen

    Ihnen beiden wird klar sein, dass Sie, sofern keiner einen Jobwechsel in Betracht zieht, auch weiterhin zusammenarbeiten müssen. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Ex-Partner und vereinbaren Sie regeln für das weitere Miteinander im Büro.

  • Lagerbildung verhindern

    Konflikte gehören zu einer Trennung dazu, erst recht wenn viele Emotionen im Spiel sind. Es wäre aber unprofessionell, das Team da mit hineinzuziehen. Lassen Sie Kollegen bei Ihren Streitigkeiten also außen vor und vermeiden Sie, dass sich Parteien bilden. Nur die Beziehung ist beendet, nicht die Teamarbeit.

  • Racheaktionen lassen

    Manche(r) ist nach der gescheiterten Liebe im Büro verletzt und will es dem Ex heimzahlen. Deswegen eine neue Affäre mit einem Kollegen anzufangen, ist allerdings der schlechteste Weg. Aber was, wenn sich der oder die Ex nicht an diesen Grundsatz hält und schamlos mit Kollegen flirtet?

    Ein solches Verhalten fühlt sich wie eine Ohrfeige an, doch sollten Sie nicht dem Drang nachgeben, ein Eifersuchtsdrama vom Zaun zu brechen. Jetzt cool zu bleiben lässt sie nicht souveräner aussehen, es ist auch die bessere Rache.

Die erste Zeit nach der Trennung wird so oder so unangenehm und schwierig – das ist sie immer. Doch auch im Büro gelten die altbekannten Weisheiten: Die Zeit heilt alle Wunden und auch andere Mütter haben schöne Söhne und Töchter.

3 Dinge, die Sie über Büroflirts noch nicht wussten

  • Flirtende Männer sind unzufriedener mit ihrem Job.

    Das fanden die Psychologen Chadi Moussa und Adrian Banks von der Universität von Surrey heraus. Zwar gibt Moussa zu, dass Büroaffären durchaus anregend sein, die Produktivität steigern und insgesamt die Kreativität beflügeln können. Bei den 201 Probanden (Männer und Frauen im Alter zwischen 21 und 68 Jahren), die zu ihrem Flirtverhalten und der Arbeitszufriedenheit befragt wurden, habe sich aber gezeigt: Die Bürobalz hatte einen negativen Effekt auf die Arbeitslaune der Männer, nicht aber auf die Frauen. Hierbei darf man allerdings nicht Ursache mit Wirkung verwechseln: So vermutet Moussa, dass exzessives Baggern ein Indiz dafür sei, dass die betroffenen Männer mit ihrem Job ohnehin unzufrieden oder gar gelangweilt sind und daher nach Abwechslung und Abenteuer suchen – was das Bewusstsein darüber eher noch verstärkt, dass Flirten Spaß macht, der Job aber nicht. Warum das bei Frauen irgendwie anders ist, sagte das Forscher-Duo leider nicht.

  • Männer ohne Flirterfolg arbeiten schlechter.

    Als Eric Gould die Zusammenhänge zwischen dem Heiratsmarkt und dem Arbeitsmarkt untersuchte, stellte er zudem fest, dass sich vor allem junge Männer zwischen 16 und 39 Jahren bei ihren Karriereentscheidungen von - sagen wir - ihrer Potenz auf dem Heiratsmarkt beeinflussen lassen.

    Oder anders ausgedrückt: Stellen sie fest, dass der aktuelle Job ihre Attraktivität und Flirtchancen nicht unbedingt steigert, arbeiten sie weniger und strengen sich (in diesem Job) prompt weniger an. Ob sich der Effekt manipulativ umkehren lässt (stell ein paar attraktive und flirtwillige Frauen ein, und die männliche Belegschaft klotzt bis in die Nacht), gibt die Studie leider nicht her. Vorstellbar aber wäre es. Männer halt.

  • Frauen flirten mit Kollegen, Männer mit Kunden.

    Gut, die Studie kommt aus Frankreich. Da herrscht eine etwas andere Einstellung zu Affären und der l’amour et travailler, insbesondere in Paris. Trotzdem ist es bemerkenswert, dass Frauen eher eine sexuelle Beziehung mit einem Kollegen eingehen (28 Prozent; Männer: 23 Prozent), während die Männer eher die Mitarbeiterinnen von Klienten und Zulieferern anbaggern (10 Prozent; Frauen: 4 Prozent). Und dann sagten auch noch 41 Prozent, dass die Affären einen positiven Effekt auf die Effizienz ihrer Arbeit hätten.

    Aber - und das darf man eben auch nicht verschweigen: 22 Prozent gaben zu, die Affäre vor den Kollegen verheimlichen zu müssen, sechs Prozent indes mussten deshalb den Job wechseln.

Es ist wohl auch hierbei wie bei bei Paracelsus: Die Dosis macht das Gift.

Wissenswertes über das Flirten und die Liebe

Welche Rolle spielt die nonverbale Kommunikation? Worauf achten Frauen beim Flirten? Was kommt besser an Zurückhaltung oder auf Ganze gehen? Die folgenden Fakten helfen Ihnen dabei Fettnäpfchen beim Liebesspiel erfolgreich zu umschiffen:

  • Zurückhaltung führt zum Erfolg: Wenn Sie gleich beim ersten Mal Ihre große Liebe gestehen, überfahren Sie Ihren Gegenüber – das haben Forscher vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) herausgefunden (PDF).
  • Nervenkitzel schlägt Romantik: Cindy M. Meston und Penny Frohlich von der Universität von Texas konnten zeigen, dass Männer attraktiver wirken, wenn sie beim ersten Date die Nerven der Angebeteten kitzeln.
  • Offenheit macht attraktiv: Ein Forscherteam um Arthur Aron fand heraus, dass Offenheit anziehend wirkt, weil sie für Intimität und Anknüpfungspunkte sorgt.
  • Widerspruch hilft: Elliot Aronson und Darwyn Linder konnten zeigen, dass Menschen sich besonders zu einem Gegenüber hingezogen fühlen, wenn dieser zunächst reserviert ist, gelegentlich widerspricht und erst langsam auftaut.
  • Geteilte Abneigung verbindet: Laut einer Studie von Jennifer K. Bosson fühlen sich Menschen näher, wenn sie nicht die Vorlieben teilen, sondern die Abneigungen.
  • Nonverbale Kommunikation: Gian Gonzaga von der University of California will herausgefunden (PDF) haben, dass ein Mann einer Frau zuneigt, nickt und lächelt, wenn er ehrlich an seiner Gesprächspartnerin interessiert ist. Auf Beutezug befindet er sich dagegen, wenn er die Zunge leicht raus streckt und sich ständig die Lippen befeuchtet.
  • Auf Tuchfühlung gehen: Leichte Berührungen am Oberarm, verbunden mit einem Kompliment, steigern die Zuneigung, schreibt Nicolas Guéguen in seiner Studie.
  • Konkurrenz belebt das Geschäft: Ein Forscherteam um Lisa DeBruine entdeckte, dass Frauen Männer attraktiver finden, die auch von anderen Frauen angelächelt werden.
  • Unbekanntes zieht an: Wer nicht genau weiß, ob der andere ihn mag, fühlt sich zu ihm hingezogen. Das konnte Erin Whitchurch in einer Studie zeigen.
  • Ein Flirt gefährdet die Beziehung nicht: Das gilt zumindest für Frauen, wie John Lydon zeigen (PDF) konnte, im Gegenteil: Für das weibliche Geschlecht stärkt ein Flirt die eigene Beziehung – Männer dagegen denken anschließend schlechter über ihre Partnerschaft.
  • Flirten macht glücklich: Der Blickkontakt mit sexuell attraktiven Personen aktiviert jene Teile des Gehirns, die fürs Glücksgefühl zuständig sind, berichtet Knut Kampe in seinem Artikel.
  • Männer verlieben sich schneller: Tatsächlich tendieren Männer dazu, einen Flirt gleich als sexuelles Interesse zu werten – und sich deswegen Hals über Kopf zu verlieben. Für beide Geschlechter gilt: Je größer das eigene sexuelle Interesse ist, desto größer die Bereitschaft, sich zu verlieben, wie Andrew Galperin von der Universität von Kalifornien nachweisen konnte.
  • Frauen reagieren empfindlicher auf Anmache: Gehören beide Gesprächspartner zur selben sozialen Schicht, fühlen sich Frauen schneller sexuell belästigt als Männer. Hat der Flirter dagegen eine höhere soziale Position, fällt die Reaktion moderater aus, wie Maria Rotundo zeigen (PDF) konnte. Der Grund dafür: Das Interesse Ranghöherer schmeichelt.
  • Testosteronschub: James R. Roney konnte per Speicheltest nachweisen (PDF), dass der Testosteronwert seiner Probanden um 30 Prozent anstieg, wenn junge Frauen sie anlächelten.
  • Frauen achten aufs Gesicht: Frauen schließen aus den Zügen eines Mannes auf seine sexuelle Attraktivität und Sympathie, wie Robert Franklin und Reginald Adams von der Universität von Pennsylvania herausgefunden haben.
  • Männer mögen Sanduhren: Frauen mit großen Brüsten, schlanken Taillen und starken Hüften sind aus männlicher Sicht am attraktivsten - das konnten Johan C. Karremans, Willem E. Frankenhuis und Sander Arons eindeutig belegen.
  • Intelligente Männer sind attraktiver: Frauen mögen kluge Köpfe lieber als Muskelprotze – das zumindest will Mark Prokosch von der Univversität von Kalifornien ermittelt haben.
  • Radfahrer und Fußgänger sind nicht sexy: Frauen lassen sich einer Studie von Michael Dunn und Robert Searle zufolge von großen Autos beeindrucken und finden deren Besitzer attraktiver.
  • Attraktive Frau, glückliches Paar: James McNulty und Lisa Neff fanden heraus (PDF), dass Paare umso glücklicher sind, je attraktiver die Frau im Vergleich zum Mann ist.
  • Schöntrinken hilft: Je angetrunkener eine Person ist, desto anziehender findet sie die Menschen in ihrer Umgebung - so das Ergebnis eines Experiments von Marcus Munafò.
  • Das Internet unterstützt die Partnersuche: Wer oft vorm Rechner sitzt, vereinsamt nicht - im Gegenteil: Michael Rosenfeld fand heraus, dass regelmäßige Internetnutzer häufiger in Beziehungen leben als Computermuffel.
  • Speed-Dating macht wählerisch: Der Mode-Trend Speed-Dating scheint keinen positiven Einfluss aufs Paarungsverhalten zu haben. Einer Studie (PDF) von Eli Finkel und Paul Eastwick zufolge sind dabei die Ansprüche beider Geschlechter höher als bei anderen Gelegenheiten.
  • Konkurrenz belebt die Liebe: Je mehr Geschlechtsgenossen bei einem Speed-Dating die anwesenden Frauen attraktiv finden, desto stärker ist das Interesse der Männer an den Teilnehmerinnen. Bei Frauen verhält es sich genau umgekehrt, wie Jens Asendorpf von der Humboldt-Uni in Berlin herausfand (PDF).
  • Pärchenabende sorgen fürs Wohlbefinden: Richard Slatcher stellte fest (PDF), dass Partner in der Beziehung glücklicher sind, wenn sie sich regelmäßig gemeinsam mit anderen Paaren treffen.
  • Sex macht glücklich: Wenig erstaunlich ist, was David Blanchflower und Andrew Oswald durch eine Befragung von 16.000 amerikanische Paaren erfuhren (PDF): Ganz oben bei den Glücksverursachern rangiert Sex. Dass monatlicher Sex nur mit einem Gehaltsplus von 40.000 Dollar aufzuwiegen ist, verblüfft dann aber doch.
  • Für Frauen ist Sex Unterwerfung: Vielleicht resultiert die Sensibilität der Frauen gegenüber sexueller Belästigung daraus, dass sie Sex häufig mit Unterwerfung assoziieren – diesen Zusammenhang konnte Amy Kiefer von der University of Michigan nachweisen (PDF).
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