Homeoffice: Regelung, Vorteile, 50 Tipps

Das Homeoffice ist für viele ein Traum. Von zuhause arbeiten, nicht mehr pendeln müssen, kein Stau, kein Lärm, kein Ärger – das klingt nach Freiheit, Selbstbestimmung und Entspannung. Noch besser im Homeoffice: Es gibt keinen Chef, der im Nacken sitzt und keine nervigen Kollegen, die mit ihren Marotten in den Wahnsinn treiben. Neben der Vorstellung von scheinbar paradiesischen Arbeitsbedingungen bleiben aber viele Fragen: Habe ich ein Recht auf Homeoffice? Bin ich bei einem Unfall versichert? Schadet das Homeoffice womöglich meiner Karriere? In diesem umfangreichen Dossier erfahren Sie, alles, was Sie zum Homeoffice wissen müssen – inklusive Tipps und einem Test, ob Sie dafür geeignet sind…

Homeoffice: Regelung, Vorteile, 50 Tipps

Homeoffice Definition: Abgrenzung zu Heim- und Telearbeit

Definition Home Office JobsJobs im Homeoffice erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Was genau ist darunter zu verstehen? Der englische Begriff lässt sich wohl am ehesten mit „Büro im eigenen Zuhause“ übersetzen. Neben home office wird im Englischen auch von small office, telecommuting, telework(ing) oder working from home gesprochen.

Ähnlichen Wirrwarr gibt es im Deutschen: Homeoffice (auch in der Schreibweise Home-Office, seltener: Home Office) wird teilweise auch als Heimarbeit oder Telearbeit bezeichnet. Allen drei Arbeitsformen gemeinsam ist, dass die Arbeit nicht im Gebäude des Arbeitgebers stattfindet.

Meist werden die Begriffe synonym verwendet, es bestehen jedoch feine Unterschiede. Homeoffice bezieht sich meist auf ein Angestelltenverhältnis; das heißt, ein Arbeitnehmer arbeitet in Festanstellung und verrichtet seine Tätigkeit teilweise oder komplett vom heimischen Büro aus.

Im Gegensatz dazu sind in Heimarbeit Beschäftigte zwar ebenfalls von zuhause aus tätig, oft aber auf Honorarbasis beschäftigte Selbständige.

Telearbeit muss nicht im heimischen Umfeld stattfinden, hat aber meist einen festen Ort, da bestimmte Auflagen wie beispielsweise Datenschutz durch den Arbeitgeber gewährleistet sein müssen. Unterschieden wird hier zwischen Teleheimarbeit, mobiler oder alternierender Telearbeit.

Homeoffice Regelung: Häufige Fragen und Antworten

Viele Arbeitnehmer wünschen sich die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, doch herrscht große Verwirrung, wenn es um damit verbundene Rechte und Pflichten geht. Um für mehr Klarheit zu sorgen, beantworten wir in einem FAQ die häufigsten Fragen rund um das Homeoffice:

  • Gibt es ein Recht auf Arbeit im Homeoffice?

    Aktuell gibt es im Bundesarbeitsministerium konkrete Pläne, Mitarbeitern ein Recht auf Homeoffice zu verschaffen, bisher ist dies allerdings noch nicht vorgesehen. Arbeitnehmer können also nicht einfach einfordern, von zuhause arbeiten zu dürfen. Bis zu möglichen Gesetzesänderungen unterliegt es dem unternehmerischen Handeln des Betriebs, ob eine Homeoffice Regelung eingeführt wird oder nicht.

    Auf der anderen Seite kann ein Unternehmen seinen Mitarbeitern aber auch nicht einfach vorschreiben, im Homeoffice arbeiten zu müssen. Dies ist nur möglich, wenn schon im Arbeitsvertrag eine entsprechende Regelung eingebaut wurde, die besagt, dass der Arbeitnehmer im Homeoffice arbeitet. Fehlt eine solche Klausel, kann ein Angestellter nicht einseitig durch den Chef ins Homeoffice versetzt werden.

  • Wer trägt die Kosten für das Homeoffice?

    Bei den Kosten für ein Homeoffice kommt es oftmals auf die Abmachung zwischen Mitarbeiter und Unternehmen an. Grundsätzlich stellt der Arbeitgeber die notwendigen Mittel zur Verfügung, die Angestellte benötigen, so kann beispielsweise ein Firmenlaptop bereitgestellt werden, um im Homeoffice zu arbeiten. Unter gewissen Umständen kann es aber sogar möglich sein, dass der Arbeitgeber für einen Teil der Miete aufkommt.

    Wird etwa fast ausschließlich zuhause gearbeitet und das Unternehmen stellt Mitarbeitern keinen gesonderten Arbeitsplatz zur Verfügung, kann eine Pauschale für die Miete sowie anfallende Energie und Heizungskosten vom Arbeitgeber erstattet werden.

  • Wie muss ein Homeoffice aussehen?

    Wenn es um Einrichtung und Design Ihres heimischen Büros geht, sind Sie natürlich erst einmal frei in der Gestaltung. Dennoch gibt es für die Ausstattung einige Aspekte, die Mitarbeiter beachten sollten, um möglichen Problemen vorzubeugen. Denn auch im Homeoffice müssen die Bedingungen des Arbeitsschutzes eingehalten werden. Soll heißen: Die Arbeit darf Ihrer Gesundheit nicht schaden – das gilt nicht nur für gefährliche Tätigkeiten, sondern etwa auch für einen Bildschirmarbeitsplatz. Der Monitor darf etwa nicht zu klein sein und auch die Beleuchtung sollte stimmen.

    Wichtig ist zudem, dass auch im Homeoffice der Datenschutz gewährleistet wird. Weder Betriebsgeheimnisse noch personenbezogene Daten dürfen nach außen gelangen. Der Raum, in dem sich Ihr Homeoffice befindet, sollte deshalb verschließbar sein.

  • Darf sich der Chef das Homeoffice ansehen?

    Der Chef darf nicht nur, er muss sich sogar ein Bild von Ihrem Homeoffice machen. Nur so kann er beurteilen, ob die oben genannten Voraussetzungen eingehalten werden und der Raum wirklich für die Arbeit geeignet ist. Allerdings darf Ihr Chef nicht einfach so bei Ihnen vor der Tür stehen und verlangen, dass Sie ihn in die Wohnung lassen. Es sollte deshalb eine Zutrittsberechtigung in der schriftlichen Homeoffice Regelung vereinbart werden.

    Hier kann auch festgehalten werden, wann und wie oft überprüft wird, ob die Vorgaben des Arbeitsschutzes eingehalten werden. Im Einzelfall sollten Sie frühzeitig mit Ihrem Chef sprechen und einen Termin finden.

  • Welche Arbeitszeit ist im Homeoffice vorgeschrieben?

    Ob Sie nun im Büro oder im Homeoffice arbeiten: Das Arbeitszeitgesetz gilt gleichermaßen für Sie und Ihre Tätigkeit. Grundsätzlich ist deshalb eine Arbeitszeit von acht Stunden pro Tag vorgesehen, außer die Auftragslage macht Überstunden erforderlich, dann darf die tägliche Arbeitszeit kurzfristig auf zehn Stunden erhöht werden. Voraussetzung ist jedoch, dass innerhalb eines halben Jahres ein entsprechender Ausgleich für die zusätzliche Arbeit gewährt wird.

    Mitarbeiter sollten außerdem daran denken, dass es zu ihren Aufgaben zählt, die Arbeitszeit im Homeoffice zu dokumentieren und diese Nachweise dem Chef zur Verfügung zu stellen. Dies kann beispielsweise in Form eines Stundenzettels geschehen.

  • Stehen mir im Homeoffice Pausen zu?

    Neben den Regelungen zur Arbeitszeit haben Mitarbeiter im Homeoffice natürlich auch Anspruch auf Pausen. Sie müssen nicht den gesamten Tag durchschuften, nur weil Sie von zuhause arbeiten. So steht Ihnen ab einer Arbeitszeit von sechs Stunden eine Pause von 30 Minuten zu, sollten Sie mehr als neun Stunden arbeiten, haben Sie Anspruch auf 45 Minuten Pause.

    Sollten Sie mehrere Tage hintereinander im Homeoffice arbeiten, sollten Sie zudem auf ausreichende Ruhezeiten zwischen den beiden Arbeitstagen achten. Manche Arbeitnehmer neigen dazu, zuhause bis spät abends zu arbeiten und am nächsten Morgen bereits deutlich früher als normal wieder anzufangen. Vorgeschrieben ist eine grundsätzliche Pause von 11 Stunden, bevor Sie am nächsten Tag wieder mit der Arbeit beginnen.

  • Wie ist die Haftung bei einem Unfall im Homeoffice?

    Bei einem Unfall am Arbeitsplatz sind Sie über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert, die beispielsweise auch greift, wenn Sie einen Unfall auf dem Weg zur Arbeit haben. Dies gilt grundsätzlich auch im Homeoffice, jedoch gibt es hier Besonderheiten und Einschränkungen. So gilt: Der Schutz der Unfallversicherung greift im Homeoffice nur, wenn der Unfall bei einer Tätigkeit geschieht, die wirklich zu Ihrer beruflichen Aufgaben zählt. Wenn Sie also während eines beruflichen Telefonats umknicken und sich einen Bänderriss zuziehen, sind Sie über die Unfallversicherung.

    Kochen Sie sich hingegen gerade in einen Tee und verbrühen sich die Hand mit heißem Wasser oder stürzen auf dem Weg zur Toilette, handelt es sich nicht um einen Arbeitsunfall und die Unfallversicherung greift nicht.

  • Muss ich im Homeoffice immer erreichbar sein?

    Mitarbeiter im Homeoffice haben oftmals das Gefühl, rund um die Uhr erreichbar sein zu müssen. Damit wollen Sie den Fakt ausgleichen, dass Sie nicht mit den Kollegen im Büro sitzen – damit erst gar keine Probleme mit der Kommunikation aufkommen können, sind sie deshalb ständig erreichbar, egal ob früh morgens oder noch spät abends. Dies ist jedoch absolut nicht notwendig und darf auch vom Chef nicht verlangt werden.

    Während der normalen Arbeitszeiten sollten Sie auch im Homeoffice erreichbar sein, doch alles, was darüberhinaus geht, ist Ihre Freizeit und Sie müssen – wenn keine anderen Regelungen getroffen wurden – nicht mehr erreichbar sein. Außerdem ist es kein Problem, wenn Sie im Homeoffice mal nicht ans Telefon gehen können oder innerhalb von 30 Sekunden auf eine Mail antworten.

  • Wird der Arbeitsvertrag für die Homeoffice Regelung verändert?

    Eine schriftliche Regelung über das Homeoffice ist empfehlenswert, zwar können auch mündliche Absprachen getroffen werden, doch fehlt Ihnen eine Möglichkeit, diese nachzuweisen und so kann eine mündliche Zusage meist widerrufen werden. Typischerweise wird ein Zusatz zum Arbeitsvertrag verfasst, der die Absprachen, Vereinbarungen und Regelungen zum Homeoffice beinhaltet.

    Wichtige Punkte sind beispielsweise der zeitliche Rahmen, also wie viel Arbeitszeit im Homeoffice verbracht wird, welche Arbeitszeiten im Homeoffice gelten und am besten auch, zu welchen Kernzeiten ein Mitarbeiter unbedingt erreichbar sein sollte. Wenn Arbeitsmittel zur Verfügung gestellt werden, kann zusätzlich geregelt sein, dass diese nicht für den privaten Verbrauch vorgesehen sind.

Das Home-Office ist eine große Umstellung

Das Homeoffice stellen sich viele Arbeitnehmer zunächst einmal als beruflichen Himmel auf Erden vor. Endlich so arbeiten, wie man es selbst kann und will. Nach dem eigenen Biorhythmus. Wer es aber gewohnt ist, regelmäßig und nach einem vorbestimmten Rhythmus zu arbeiten, ist mit den Freiheiten des Home-Office womöglich schon bald überfordert.

  • Auf einmal fehlt die vorgegebene Tagesstruktur. Das führt nicht selten dazu, dass einige ihren Arbeitstag tatsächlich im Pyjama bestreiten, beim Mittagessen nebenher arbeiten oder zwischendurch Aufgaben im Haushalt erledigen.
  • Alles läuft durcheinander, das Berufs- und Privatleben vermischen sich zunehmend.

Heraus kommt dabei häufig eine nicht zufriedenstellende und unproduktive Arbeitssituation im Homeoffice.

Eine weitere Umstellung, gerade für Arbeitnehmer, die lange Zeit mit Kollegen im Büro gearbeitet haben: Im Homeoffice gibt es nur selten jemanden zum Quatschen.

Klar, Sie können (und sollten) Kollegen anrufen. Aber der übliche (und durchaus kreative) Plausch in der Kantine oder Kaffeeküche von Angesicht zu Angesicht fehlt – und damit auch manch soziale Bindung. Gerade sogenannte „Schreibtischtäter“ leiden schnell an sozialer Isolation und den Tücken des Alleinseins im Homeoffice. Oder – dem anderen Extrem – einer zu flexiblen und mobilen Arbeit ohne klare Strukturen.

Problematisch sind zudem falsche Vorstellungen und Erwartungen.

Homeoffice bedeutet – zumindest als Arbeitnehmer – eben nicht, dass Sie völlig flexibel und nach Ihrem eigenen Rhythmus arbeiten können. Sie haben zwar mehr Freiheiten als im Büro, grundsätzlich aber gibt nach wie vor Ihr Arbeitgeber die Zeiten vor, in denen Sie erreichbar sein müssen – was sich ändert, ist erst einmal lediglich der Arbeitsort.

Eine klare Regelung der Arbeitszeit ist daher im Homeoffice wichtig – und in Ihrem eigenen Interesse. Ohne klare Grenzen haben Sie schließlich auch keinen echten Feierabend.

Fest vereinbarte Arbeitszeiten bedeuten allerdings auch: In diesem Zeitraum haben Sie keine Zeit für andere Aufgaben oder Ablenkungen. Vor allem Familie und Freunde werden das zu Beginn nicht verstehen, denn Sie sind ja zuhause und für jeden erreichbar.

Die Verantwortung dafür liegt allerdings bei Ihnen. Ihr Arbeitgeber wird die Arbeit im Home-Office nur dann unterstützen, wenn Sie Ihre Aufgaben erfüllen und Ergebnisse liefern. Um das zu schaffen, müssen Sie sich selbst organisieren, eigene Zeitpläne erstellen und einhalten und den vielen Versuchungen und Ablenkungen, die in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus auf Sie warten, widerstehen.

Test: Sind Sie ein Homeoffice-Typ?

Home Office Test Vorteile RegelungVom Homeoffice zu träumen, bedeutet noch nicht, dass dies die richtige Arbeitsweise für Sie ist. Nicht jeder Mensch ist für die Arbeit im Homeoffice gemacht. Manche brauchen den täglichen Kontakt zu den Kollegen im Büro, andere schaffen es nicht, sich selbst zu organisieren.

Wer dennoch im Homeoffice arbeitet, wird dabei nicht glücklich, sondern frustriert. Wir haben einen kleinen Test zum Homeoffice für Sie zusammengestellt, der Ihnen bei einer realistischen Selbsteinschätzung helfen soll und bei der Entscheidung hilft, ob das Homeoffice wirklich zu Ihnen passt.

Schauen Sie sich in Ruhe die folgenden Aussagen in den unterschiedlichen Bereichen an und beantworten Sie entweder mit Ich stimme zu oder Ich stimme nicht zu. Am Ende des Tests addieren Sie einfach die Anzahl der Fragen, bei denen Sie zugestimmt haben.

    Persönlichkeit und Motivation

  • Ich bin flexibel und anpassungsfähig.
  • Ich bin diszipliniert und pflichtbewusst.
  • Ich würde mich als Menschen beschreiben, der seine Freiräume braucht.
  • Ich brauche nicht den täglichen Austausch mit meinen Kollegen, mir genügen regelmäßige Video- oder Telefonkonferenzen.
  • Mir ist die Trennung von Arbeit und Privatleben nicht so wichtig.
  • Ich kann mich selbst motivieren – ohne Druck von außen.
  • Ich bin verantwortungsbewusst und weiß, dass ich auch im Homeoffice viel leisten muss.
  • Auch wenn ich von zuhause arbeite, fühle ich mich als Teil des Teams und nicht außen vor.
  • Ich kann mich dazu motivieren morgens früh aufzustehen, auch wenn ich nicht um 9:00 Uhr im Büro sein muss.
  • Mir ist eine gute Vereinbarkeit von Familie und Job wichtig.
  • Arbeitsweise und Selbstmanagement

  • Ich brauche eine ruhige Umgebung, um mich auf meine Arbeit konzentrieren zu können.
  • Ich kann mir selbst Grenzen setzen und weiß, wann Zeit für Feierabend ist.
  • Ich arbeite gerne selbstbestimmt und kann mir meine Zeit gut einteilen.
  • Ich kann gut mit Ablenkungen wie Haushalt, Fernseher oder das freie Surfen im Internet umgehen und diese ausblenden.
  • Ich möchte selbst bestimmen, wie ich arbeite, beispielsweise im Hintergrund Musik hören.
  • Ich brauche keine Büro-Atmosphäre, um produktiv zu sein.
  • Ich bin gut darin meine Arbeit zu organisieren.
  • Ich brauche niemanden, der mich an meine Deadlines und Aufgaben erinnert.
  • Ich bringe viel Erfahrung im Job mit und brauche keine Anleitung mehr.
  • Ich bin technikaffin und kann mir vorstellen, die Kommunikation mit den Kollegen auf Skype, Hangouts und weitere Tools zu verlagern.
  • Privates Umfeld und externe Faktoren

  • Ich könnte meiner Familie und meinen Freunden klar machen, dass ich arbeiten muss, auch wenn ich zuhause bin.
  • Ich weiß, dass es nicht leicht sein wird meinen Chef zu überzeugen und dass ich gute Argumente brauche.
  • Die Skepsis meines Chefs gegenüber der Arbeit im Homeoffice könnte ich akzeptieren.
  • Ich habe bereits mit meinen Kollegen gesprochen und diese haben Verständnis für meinen Wunsch.
  • Ich habe mir Gedanken über die Umsetzung gemacht und kann mir vorstellen zuhause einen Arbeitsplatz einzurichten.


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Vorteile & Nachteile: So wirkt das Homeoffice auf Job und Karriere

Die Vor- und Nachteile im Homeoffice lassen sich aus verschiedenen Perspektiven betrachten. So ist es natürlich positiv, dass Sie sich den Weg ins Büro sparen, seltener von Kollegen genervt werden und sich nicht vom Chef kontrolliert fühlen. Neben diesen individuellen Vorteilen geht es vor allem darum, wie Job und Karriere allgemein von der Arbeit im Homeoffice beeinflusst werden.

Auf der einen Seite sind dabei starke Pluspunkte zu nennen: Laut einer Studie (PDF) um Nicholas Bloom an der Standford Universität steigt die Produktivität im Homeoffice enorm.

Resultat der Auswertungen:

Wer zuhause im Homeoffice tätig ist, arbeitete freiwillig länger, war weniger abgelenkt, konzentrierter und insgesamt produktiver. Mehr noch: Die Homeoffice Regelung senkte sogar die Fehlzeiten, weil sich die Kollegen untereinander nicht mehr ansteckten.

Oder zusammengefasst:

  • Die Heimarbeit steigerte die Leistung der Mitarbeiter um stolze 13 Prozent.
  • 9 Prozent davon ergaben sich allein dadurch, dass die Heimarbeiter mehr Zeit (pro Schicht) arbeiteten als sie tatsächlich mussten. Sie machten weniger und kürzer Pausen und waren auch seltener krank.
  • 4 Prozent ergaben sich durch die gestiegene Konzentration – dank weniger Störquellen und -geräusche im Umfeld.
  • Zudem berichteten die Heimarbeiter einhellig, sie seien zufriedener mit ihrer Arbeit.

Gerade der letzte Punkt wird häufig als größter Vorteil einer Homeoffice Regelung genannt. Mitarbeiter, denen die Option gegeben wird, sind glücklicher im Job, haben eine größere Motivation und sind langfristig loyaler dem Arbeitgeber gegenüber – wovon gleichermaßen das Unternehmen profitiert, weil Angestellte sich stärker einbringen und zum Unternehmenserfolg beitragen.

Dass das Homeoffice trotzdem nicht nur Vorteile hat, zeigen allerdings ein paar ernüchternde Zahlen, die Bloom und seine Kollegen ebenfalls ermitteln konnten. Die Wissenschaftler untersuchten nämlich, ob und wie sich die bessere Leistung im Homeoffice auf die Karrieren und Einkommen ihrer Probanden auswirkte.

Und siehe da: Gelohnt hatte sich das Arbeiten von zuhause nicht, im Gegenteil: Im Vergleich zu den anwesenden Kollegen im regulären Büro (Kontrollgruppe) nahmen die Chefs die deutlich bessere Leistung der Heimarbeiter gar nicht wahr.

Obwohl jeder einzelne Mitarbeiter im Homeoffice im Jahresschnitt rund 375 Dollar Mehrleistung brachte und dabei auch noch im Schnitt 1250 Dollar Bürokosten sparte (zusammen also mehr als 1600 Dollar Plus), gab es für die Betroffenen seltener Gehaltserhöhungen und weniger Beförderungen.

Zugespitzt lässt sich somit sagen, dass das Home-Office kurzfristig viele Vorteile bietet und die Leistung verbessert wird. Wer langfristig Karriere machen und aufsteigen möchte, könnte allerdings Probleme bekommen, wenn es ihm nicht gelingt, seine Leistungen und Erfolge sichtbar zu machen.

Um möglichen Nachteilen entgegenzuwirken, haben wir in diesem kostenlosen PDF einige Tipps für Sie zusammen gestellt, wie Sie sich im Homeoffice für Gehaltserhöhungen qualifizieren und so Ihre Karriere von zuhause nach nach vorne bringen.

50 Tipps: So klappt es mit der Arbeit von Zuhause

Home Office Tipps Download PDFDie Arbeit im Homeoffice steckt voller Ablenkungen und Versuchungen: Einladungen von Freunden, Haushaltspflichten, Anliegen der Familie… Das Homeoffice kann nur zu einer dauerhaften Lösung werden, wenn Sie lernen, mit diesen umzugehen. Einigen fällt das leicht, andere stehen vor ernsthaften Schwierigkeiten.

Wir haben eine umfangreiche Liste mit 50 Tipps zusammengestellt, die Ihnen helfen, das Homeoffice zu meistern und die Vorteile voll auszukosten.

  • Richten Sie einen eigenen Raum als Homeoffice ein

    Sollte es die räumliche Aufteilung bei Ihnen Zuhause ermöglichen, sollten Sie ein eigenes Büro als Homeoffice einrichten und nutzen. Das macht die Trennung zwischen Privatleben und Arbeit leichter und ermöglicht Ihnen eine größere Konzentration. Sollte es keinen eigenen Raum geben, empfiehlt sich zumindest ein fester Arbeitsplatz in einem anderen Raum.

  • Gehen Sie auch mental zur Arbeit

    Für viele beginnt der Arbeitstag mit der Fahrt ins Büro. Im Homeoffice müssen Sie nur eine Tür weiter gehen, was die Einstellung negativ beeinflussen kann. Auch wenn Sie im Homeoffice sind, sollten Sie sich mental auf die Arbeit einstellen – rasieren und frisieren Sie sich, wählen Sie ein passendes Outfit und stellen Sie sich auf einen normalen Arbeitstag ein.

  • Entfernen Sie mögliche Ablenkungen

    Eine der größten Herausforderungen im Homeoffice sind die unzähligen Ablenkungen. Noch schnell was erledigen, den Einkauf zwischendurch machen, schnell Staubsaugen und schon ist der halbe Tag um. Arbeitszeit ist auch im Homeoffice Arbeitszeit. Eliminieren Sie alle Ablenkungen und bringen Sie die nötige Selbstdisziplin auf.

  • Nutzen Sie die Kommunikationsmöglichkeiten

    Im Homeoffice muss der Austausch mit Kollegen nicht zum Erliegen kommen. Digitalisierung und moderne Technik machen es Ihnen leicht, die Kommunikation aufrecht zu erhalten. Schalten Sie sich per Video- oder Telefonkonferenz zu Meetings zu, vereinbaren Sie Zeiten für Telefonate oder arbeiten Sie gemeinsam an einem Online-Dokument.

  • Machen Sie Feierabend

    Auch im Homeoffice sollten Sie feste Zeiten einführen, zu denen Sie Feierabend machen. Nur weil die Arbeit bei Ihnen zuhause stattfindet, müssen Sie nicht den gesamten Tag damit verbringen. Wenn Sie im Büro um 18 Uhr Feierabend machen, sollten Sie dies auch im heimischen Büro beibehalten.

Hier finden Sie die vollständige Liste mit insgesamt 50 Tipps zum Home-Office (PDF).

So überzeugen Sie Ihren Chef von der Heimarbeit

Viele wollen, wenige können – so lässt sich das Verhältnis von Arbeitnehmern zum Homeoffice laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsfortschung (DIW) zusammenfassen. Fast die Hälfte aller Beschäftigten wünscht sich mehr Zeit im Homeoffice, aber nur ein deutlich geringerer Anteil hat die Möglichkeit dazu.

Was fehlt, ist die Zustimmung vom Chef – zumindest bis es ein Recht auf Homeoffice gibt liegt es in der Hand von Mitarbeitern, den Chef zu überzeugen. Damit das klappt, braucht es vor allem gute Argumente aus Sicht des Unternehmens. Für Sie mag es sehr praktisch sein, von zuhause arbeiten zu können, wollen Sie den Arbeitgeber überzeugen, müssen Sie jedoch darauf eingehen, wie auch das Unternehmen profitiert.

Zudem geht es darum, Zweifel zu entkräften und dem Chef klar zu machen, dass Leistungen und Ergebnisse nicht leiden, sondern im Gegenteil sogar verbessert werden können, wenn Sie im Homeoffice arbeiten. Viele Führungskräfte befürchten, dass Mitarbeiter zuhause nur halb so viel arbeiten und am Ende die Produktivität leidet. Liefern Sie Argumente, warum gerade das nicht passiert. In jedem Fall gilt: Ärgern Sie sich nicht darüber, dass es keine Homeoffice Regelung gibt, sondern werden Sie aktiv, um etwas daran zu ändern.

Einen Leitfaden in drei Schritten, wie Sie Ihren Chef vom Homeoffice überzeugen, finden Sie in diesem kostenlosen PDF.

[Bildnachweis: bikeriderlondon Shutterstock.com]

8. April 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.



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