Home Office: Regelung, Vorteile, Tipps

Das Home Office ist für viele ein Traum. Von zuhause arbeiten, nicht mehr Pendeln müssen, kein Stau, kein Lärm, kein Ärger – das klingt nach Freiheit, Selbstbestimmung und Entspannung. Noch besser im Home Office: Es gibt keinen Chef, der im Nacken sitzt und keine nervigen Kollegen, die mit ihren Marotten in den Wahnsinn treiben. Was sich nach paradiesischen Arbeitsbedingungen anhört, hat auch Schattenseiten: keine geregelten Arbeitszeiten, soziale Isolation und der ständige Verdacht, man würde zuhause im Pyjama heimlich vor der Glotze sitzen und faulenzen… Die Arbeit im Home Office stellt zudem viele Heimarbeiter vor ungewohnte Herausforderungen: Selbstorganisation, Selbstdisziplin und Selbstmarketing sind nur einige davon. In diesem umfangreichen Dossier erfahren Sie, alles, was Sie zum Home Office wissen müssen – inklusive Tipps und einem Test, ob Sie für das Home Office geeignet sind…

Home Office: Regelung, Vorteile, Tipps

Das Home Office ist eine große Umstellung

Das Home Office stellen sich viele Arbeitnehmer zunächst einmal als beruflichen Himmel auf Erden vor. Endlich so arbeiten, wie man es selbst kann und will. Nach dem eigenen Biorhythmus. Wer es aber gewohnt ist, regelmäßig und nach einem vorbestimmten Rhythmus zu arbeiten, ist mit den Freiheiten des Home Office womöglich schon bald überfordert.

Auf einmal fehlt die vorgegebene Tagesstruktur. Das führt nicht selten dazu, dass einige ihren Arbeitstag tatsächlich im Pyjama bestreiten, beim Mittagessen nebenher arbeiten oder zwischendurch Aufgaben im Haushalt erledigen. Alles läuft durcheinander, das Berufs- und Privatleben vermischen sich zunehmend. Heraus kommt dabei häufig eine nicht zufriedenstellende und unproduktive Arbeitssituation im Home Office.

Eine weitere Umstellung, gerade für Arbeitnehmer, die lange Zeit mit Kollegen im Büro gearbeitet haben: Im Home Office gibt es nur selten jemandem zum Quatschen. Klar, Sie können (und sollten) Kollegen anrufen. Aber der übliche (und durchaus kreative) Plausch in der Kantine oder Kaffeeküche von Angesicht zu Angesicht fehlt – und damit auch manch soziale Bindung. Gerade sogenannte „Schreibtischtäter“ leiden schnell an sozialer Isolation und den Tücken des Alleinseins im Home Office. Oder – dem anderen Extrem – einer zu flexiblen und mobilen Arbeit ohne klare Strukturen.

Problematisch sind zudem falsche Vorstellungen und Erwartungen. Home Office bedeutet – zumindest als Arbeitnehmer – eben nicht, dass Sie völlig flexibel und nach Ihrem eigenen Rhythmus arbeiten können. Sie haben zwar mehr Freiheiten als im Büro, grundsätzlich aber gibt nach wie vor Ihr Arbeitgeber die Zeiten vor, in denen Sie erreichbar sein müssen – was sich ändert, ist erst einmal lediglich der Arbeitsort. Eine klare Regelung der Arbeitszeit ist daher im Home Office wichtig – und in Ihrem eigenen Interesse.

Ohne klare Grenzen haben Sie schließlich auch keinen echten Feierabend.

Fest vereinbarte Arbeitszeiten bedeuten allerdings auch: In diesem Zeitraum haben Sie keine Zeit für andere Aufgaben oder Ablenkungen. Vor allem Familie und Freunde werden das zu Beginn nicht verstehen, denn Sie sind ja zuhause und für jeden erreichbar.

Die Verantwortung dafür liegt allerdings bei Ihnen. Ihr Arbeitgeber wird die Arbeit im Home Office nur dann unterstützen, wenn Sie Ihre Aufgaben erfüllen und Ergebnisse liefern. Um das zu schaffen, müssen Sie sich selbst organisieren, eigene Zeitpläne erstellen und einhalten und den vielen Versuchungen und Ablenkungen, die in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus auf Sie warten, widerstehen.

50 Home Office Tipps: So klappt es mit der Arbeit von Zuhause

Home Office Tipps Download PDFDie Arbeit im Home Office steckt voller Ablenkungen und Versuchungen: Einladungen von Freunden, Haushaltspflichten, Anliegen der Familie… Das Home Office kann nur zu einer dauerhaften Lösung werden, wenn Sie lernen, mit diesen umzugehen. Einigen fällt das leicht, andere stehen vor ernsthaften Schwierigkeiten.

Wir haben eine umfangreiche Liste mit 50 Tipps zusammengestellt, die Ihnen helfen, das Home Office zu meistern und die Vorteile voll auszukosten.

So überzeugen Sie den Chef vom Home Office

Der Wunsch nach Heimarbeit ist in Deutschland größer ausgeprägt als die Bereitschaft, ihn zu erfüllen. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) kam zu dem Ergebnis: 40 Prozent der Beschäftigten würden sich mehr Zeit im Home Office wünschen, die Zahl derer, die tatsächlich am heimischen Schreibtisch arbeiten können, liegt jedoch weit darunter. Dabei sollte die Digitalisierung doch eigentlich der Wegbereiter fürs Home Office-Paradies sein.

Haben Sie auch einen unerfüllten Home Office-Wunsch? Dann gibt es für Sie zwei Möglichkeiten: Sie können sich erstens mit Wonne über die vermeintlich blinden, sturköpfigen, altbackenen deutschen Unternehmen auslassen und noch ein beherztes „Typisch!“ hinterherwerfen. Oder Sie werden selbst aktiv, versuchen Ihren Chef davon zu überzeugen, dass Sie und Ihre Kollegen im Home Office gut aufgehoben sind.

Mit diesem Leitfaden in drei Schritten steigern Sie Ihre Chancen, den Chef vom Home Office zu überzeugen…

Schritt 1: Voraussetzungen schaffen

  • Reality Check

    Er steht am Anfang der Überlegungen. Ist es in Ihrem Unternehmen überhaupt praktisch möglich, die Maloche (teilweise) ins häusliche Arbeitszimmer zu verlagern? Oftmals kann die Antwort nur Nein lauten. Home Office ist kein Thema für Verkäufer im Einzelhandel, für Schichtarbeiter im Automobilwerk, für Gärtner, Metzger, Tischler. In anderen Branchen dagegen gibt es viel Luft nach oben, zum Beispiel in Agenturen, bei präsenzverliebten Mittelständlern, vor allem auch in Behörden. Ist Ihr Job mit viel Bildschirmarbeit oder Reiseaufwand verbunden? Dann ist er prädestiniert fürs Home Office. Für Vertriebler, IT-Entwickler oder Kreative ist (oder wäre) der tägliche Gang ins Büro nicht mehr als eine Verkomplizierung ihrer Arbeit.

  • Erreichbarkeit

    Muss gewährleistet sein, im Home Office noch mehr als im Einzelbüro. Fragen, die man vorsichtshalber vorab klärt: Wie schnell ist meine Internetverbindung zuhause? Komme ich über ein Virtual Private Network in unser Firmennetz? Bin ich über Skype erreichbar? Mit Chef und Kollegen über WhatsApp und Slack vernetzt?

  • Arbeitszimmer

    Auch das nicht vergessen: Nicht jede Wohnung bietet sich als beruflicher Rückzugsort an. Lässt Ihre Bleibe konzentriertes Schaffen überhaupt zu? Eine WG, die eher einem Taubenschlag gleicht, vermutlich nicht. Ein Häuschen im Grünen – ohne Straßenbahn vor der Tür – schon eher. Übrigens: Bis zu 1.250 Euro jährlich können Sie – sofern Sie einen Teil Ihrer Arbeit zuhause erledigen – für Ihr häusliches Arbeitszimmer von der Steuer absetzen.

Schritt 2: Unternehmensbrille aufsetzen

Bedenken Sie bei Ihrer Argumentation unbedigt: Es geht um eine wirtschaftliche Entscheidung, nicht um persönliche Befindlichkeiten. Ihren Arbeitgeber interessiert es vermutlich nicht im Geringsten, ob Sie zuhause Ihren Goldfisch im Auge behalten wollen oder so wahnsinnig gerne mehr Zeit in Balkonien verbringen würden. Legen Sie Ihre eigene Brille ab und setzen die Ihres Vorgesetzten auf. Argumentieren Sie ausschließlich mit ökonomischer Vernunft. Welche Vorteile hat Ihr Arbeitgeber, wenn er Sie ins Home Office schickt?

Konkrete Vorteile, die Sie klar und deutlich benennen können, sind:

  • Zeitgewinn

    In Deutschland gibt es immer mehr Pendler, die immer längere Strecken zurücklegen und immer länger im Stau stehen. Trendwende nicht in Sicht. In Stuttgart beispielsweise steht jeder Pendler 80 Stunden pro Jahr im Stau – unrühmlicher Rekord. Pendeln kostet Zeit und Kraft – und ließe sich vermeiden.

  • Ausgeruhtheit

    Sie können länger schlafen, später aufstehen und sich auch mittags noch mal eine halbe Stunde auf dem Sofa lang machen. Der springende Punkt dabei: Das ist nicht nur schön für Sie, sondern erhöht auch Ihre Produktivität. Ein Powernap erhöht Konzentrationsfähigkeit, Erinnerungsvermögen, Energielevel – macht Sie fitter und leistungsfähiger, wodurch Sie bessere Leistungen bringen.

  • Kostenersparnis

    Money makes the world go round. Ergänzung: Und es dient Ihnen als unschlagbares Argument. Bieten Sie also an, Ihr eigenes Equipment im Home Office zu nutzen: PC, Laptop, Tablet, Smartphone. Für das Unternehmen sind damit weniger Kosten verbunden – übrigens auch für Strom, Wasser, Kaffee, Obst, Druckerpapier, Dienstwagen, Benzingutscheine, Parkplätze, öffentliche Verkehrsmittel… Es muss kein voller Arbeitsplatz für Sie eingerichtet und zur Verfügung gestellt werden, was langfristig Kosten sparen kann.

  • Erreichbarkeit

    Nichts fürchtet Ihr Chef mehr als Kontrollverlust. Wichtig daher, ihm die Angst davor zu nehmen. Zum Beispiel mit diesem Argument: Selbst im Büro spielt sich die Kommunikation weitgehend auf technologischer Ebene ab, via E-Mail, Messenger, Skype oder Telefon. Der Unterschied zum Home Office: Gar nicht so groß.

  • Arbeitgebermarke

    Auch Ihr Unternehmen will in der Talente-Schlacht nicht die weiße Fahne hissen. Wer Home Office-Regelungen implementiert, kann damit für sich werben – und Talente möglicherweise leichter locken und halten. Das betrifft nicht nur Sie, sondern die gesamte Belegschaft. Ein strategisch wichtiger Punkt, den Sie ruhig zur Sprache bringen dürfen.

  • Produktivität

    In einer Studie eines amerikanischen Softwareunternehmens sagten 91 Prozent der Befragten, dass sie zuhause produktiver arbeiten würden als im Büro. Mehr noch: Die Heimarbeiter waren im Vergleich glücklicher, fühlten sich eher wertgeschätzt als ihre Kollegen im Büro. Auch die Uni Stanford wies die Produktivitätszuwächse im Home Office bereits nach. Demnach machen Heimarbeiter weniger Pausen und melden sich seltener krank – wichtige Pluspunkte für Ihren Arbeitgeber.

Schritt 3: Timing finden

Wann trage ich dem Chef mein Home Office Anliegen vor? Das richtige Timing entscheidet – wie so oft im Leben – über Erfolg oder Misserfolg. Entscheidend sind diese beiden Punkte:

  • Leistung

    Der gesunde Menschenverstand sagt: Frage nicht schon in den ersten Wochen und Monaten im Unternehmen nach einer herzhaften Extrawurst. Wer den eigenen Wert für die Firma noch nicht nachgewiesen hat, sollte mit Forderungen grundsätzlich zurückhaltend sein. Hier hilft der meritokratische Ansatz: Ich habe x und y geleistet und mir z redlich verdient. Wichtig nur: Argumentieren Sie nicht ausschließlich mit Ihren Verdiensten, sondern nur in Verbindung mit den oben genannten erwartbaren Vorteilen für die Firma.

  • Arbeitsethos

    Wahr ist auch: Wer nicht jede Abkürzung geht, vor Überstunden nicht zurückschreckt wie der Veganer vorm Bratwurststand, hält bessere Karten in der Hand. Eine starke Arbeitsethik – altdeutsch: Fleiß und Tüchtigkeit – helfen Ihrem Plädoyer. Auch das kann man nicht nach zwei Wochen, sondern muss man über Monate und Jahre nachweisen. Und was Sie auch unter Beweis stellen sollten, BEVOR Sie fragen: Selbstdisziplin, Zeitmanagement und die Fähigkeit zu selbstständigem Arbeiten.

Auf der anderen Seite muss allerdings auch Ihr Arbeitgeber auf einige Dinge achten, insbesondere was das Arbeitsrecht im Home Office (PDF) angeht. Für Ihre Argumentation kann es hilfreich sein, sich im Vorfeld bereits einmal damit auseinandergesetzt zu haben.

Vor- und Nachteile: So wirkt das Home Office auf Job und Karriere

Die Vor- und Nachteile im Home Office lassen sich aus verschiedenen Perspektiven betrachten. So ist es natürlich positiv, dass Sie sich den Weg ins Büro sparen, seltener von Kollegen genervt werden und sich nicht vom Chef kontrolliert fühlen. Neben diesen individuellen Vorteilen geht es vor allem darum, wie Job und Karriere allgemein von der Arbeit im Home Office beeinflusst werden.

Auf der einen Seite sind dabei starke Pluspunkte zu nennen: Laut einer Studie um Nicholas Bloom an der Standford Universität (PDF) steigt die Produktivität im Home Office enorm. Resultat der Auswertungen: Wer zuhause im Home Office tätig ist, arbeitete freiwillig länger, war weniger abgelenkt, konzentrierter und insgesamt produktiver. Mehr noch: Die Home Office Regelung senkte sogar die Fehlzeiten, weil sich die Kollegen untereinander nicht mehr ansteckten.

Oder zusammengefasst:

  • Die Heimarbeit steigerte die Leistung der Mitarbeiter um stolze 13 Prozent.
  • 9 Prozent davon ergaben sich allein dadurch, dass die Heimarbeiter mehr Zeit (pro Schicht) arbeiteten als sie tatsächlich mussten. Sie machten weniger und kürzer Pausen und waren auch seltener krank.
  • 4 Prozent ergaben sich durch die gestiegene Konzentration – dank weniger Störquellen und -geräusche im Umfeld.
  • Zudem berichteten die Heimarbeiter einhellig, sie seien zufriedener mit ihrer Arbeit.

Gerade der letzte Punkt wird häufig als größter Vorteil einer Home Office Regelung genannt. Mitarbeiter, denen die Option gegeben wird, sind glücklicher im Job, haben eine größere Motivation und sind langfristig loyaler dem Arbeitgeber gegenüber – wovon gleichermaßen das Unternehmen profitiert, weil Angestellte sich stärker einbringen und zum Unternehmenserfolg beitragen.

Dass das Home Office trotzdem nicht nur Vorteile hat, zeigen allerdings ein paar ernüchternde Zahlen, die Bloom und seine Kollegen ebenfalls ermitteln konnten. Die Wissenschaftler untersuchten nämlich, ob und wie sich die bessere Leistung im Home Office auf die Karrieren und Einkommen ihrer Probanden auswirkte.

Und siehe da: Gelohnt hatte sich das Arbeiten von zuhause nicht, im Gegenteil: Im Vergleich zu den anwesenden Kollegen im regulären Büro (Kontrollgruppe) nahmen die Chefs die deutlich bessere Leistung der Heimarbeiter gar nicht wahr.

Obwohl jeder einzelne Mitarbeiter im Home Office im Jahresschnitt rund 375 Dollar Mehrleistung brachte und dabei auch noch im Schnitt 1250 Dollar Bürokosten sparte (zusammen also mehr als 1600 Dollar Plus), gab es für die Betroffenen seltener Gehaltserhöhungen und weniger Beförderungen.

Zugespitzt lässt sich somit sagen, dass das Home Office kurzfristig viele Vorteile bietet und die Leistung verbessert wird, wer langfristig Karriere machen und aufsteigen möchte, könnte allerdings Probleme bekommen, wenn es ihm nicht gelingt, seine Leistungen und Erfolge sichtbar zu machen.

Um möglichen Nachteilen entgegenzuwirken, haben wir in diesem kostenlosen PDF einige Tipps für Sie zusammen gestellt, wie Sie sich im Home Office für Gehaltserhöhungen qualifizieren und so Ihre Karriere von zuhause nach nach vorne bringen.

Home Office Regelung: Darauf sollten Sie achten

Die oben angesprochene Überzeugungsarbeit in Kombination mit den genannten Vorteilen ist in der Regel nötig, denn wer mit seinem Chef über das Home Office spricht, stößt leider in vielen Fällen immer noch auf taube Ohren oder offene Ablehnung. Trends und Zukunftsprognosen weisen zwar eindeutig in diese Richtung, Anwesenheitspflicht und feste Arbeitsplätze im Büro treten in den Hintergrund, bisher tun sich viele Unternehmen jedoch schwer, dies in der Praxis umzusetzen.

Als Arbeitnehmer haben Sie zunächst keinen Anspruch auf die Arbeit im Home Office, sollte dies im Arbeitsvertrag nichts geregelt sein. Wenn Sie Ihren Chef von den Vorteilen überzeugen können, kann eine solche Home Office Regelung aber jederzeit mit dem Arbeitgeber geschlossen werden.

Dabei müssen Sie einiges beachten, da es einige Fallstricke gibt, die Sie unbedingt vermeiden sollten. IEine solche Home-Office-Regelung kann jedoch einige Fallstricke haben, die Sie unbedingt vermeiden sollten:

  1. Halten Sie die Regelungen immer schriftlich fest

    Auch bei einem guten Verhältnis zwischen Ihnen und ihrem Chef sind solche Regelungen immer in einer schriftlichen Vereinbarung festzuhalten. Nur so wird die Home Office Regelung wirklich wirksam und Sie haben etwas in der Hand, um die Absprache nachzuweisen. Mündliche Verträge sind zwar gültig und für beide Seiten bindend, wirklich darauf verlassen können Sie sich allerdings nicht, da Sie im Zweifelsfall nicht belegen können, dass es eine mündliche Home Office Regelung gibt. Hier gilt: Gehen Sie den sicheren Weg und halten Sie alles schriftlich fest. Im Zweifel hilft auch der Betriebsrat.

  2. Machen Sie konkrete Angaben

    Normalerweise umfassen Home Office Regelungen genaue Tage, an denen der Mitarbeiter von zu Hause aus arbeitet. Je nach Situation kann beispielsweise vereinbart werden, dass Sie 2 oder auch 3 Tage pro Woche aus dem Home Office agieren. Welche Tage das sind, sollte genau festgehalten werden, um sich darauf einstellen zu können und klare Absprachen zu haben.

  3. Listen Sie die Arbeitszeiten auf

    Arbeitgeber kritisieren häufig, dass Sie die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter im Home Office nicht kontrollieren können. Dem lässt sich entgegenwirken, indem der Arbeitnehmer seine Arbeitszeiten im Home Office festhält und am besten mit einer kurzen Notiz ergänzt, woran er in dieser Zeit gearbeitet hat. Auf diese Weise kann der Chef nicht nur nachvollziehen, wann der Mitarbeiter gearbeitet hat, sondern sieht gleichzeitig, welche Projekte dabei bearbeitet wurden und auf welchem Stand diese sich befinden. Diese Vereinbarung kann in der Home Office Regelung beschlossen werden.

  4. Vereinbaren Sie eine regelmäßige Kommunikation

    Während der Arbeit im Home Office kann es sinnvoll sein, einen Termin mit dem Vorgesetzten zu vereinbaren, um beispielsweise kurz zu telefonieren. So kann auf der einen Seite der Mitarbeiter auf den neuesten Stand gebracht werden und gleichzeitig kann der Chef über die letzten Ergebnisse unterrichtet werden. Da jedoch sowohl Vorgesetzte als auch Mitarbeiter meist sehr beschäftigt sind, lässt sich eine solche Regelung nicht immer umsetzen und bedarf guter Organisation.

Checkliste für das Home Office

Home Office Checkliste Voraussetzungen Bedeutung Vor- und NachteileUm das Home Office erfolgreich zu nutzen, gibt es eine ganze Menge zu beachten. In dieser kurzen und übersichtlichen Checkliste haben wir noch einmal die wichtigsten Aspekte für Sie zusammengefasst, damit Sie bei Planung und Umsetzung nichts vergessen:

  • Eignung prüfen. Finden Sie (mit dem folgenden Test) heraus, ob Sie wirklich für das Home Office geeignet sind oder besser in festen Strukturen arbeiten.
  • Regelung fixieren. Wenn Sie remote von zuhause aus arbeiten, treffen Sie mit dem Chef eine klare und schriftliche Vereinbarung über Arbeitszeiten, Aufgaben und Messbarkeiten.
  • Ziele vereinbaren. Legen Sie vorab fest, was wann und wie erledigt sein muss. Dann haben Sie auch selbst ein Ziel und eine Deadline vor Augen.
  • Voraussetzungen schaffen. Richten Sie Ihren Arbeitsplatz im Home Office ein und schaffen Sie optimale Voraussetzungen, um in den eigenen vier Wänden zu arbeiten. Dazu zählt die richtige Ausstattung, um alle Aufgaben erledigen zu können, aber auch Zugriff auf Datenbanken, Dokumente und Tools.
  • Erreichbar sein. Beantworten Sie E-Mails stets zügig und gehen Sie sofort ans Telefon. Alles andere wirkt immer verdächtig nach heimlicher Freizeit.
  • Sichtbar bleiben. Arbeiten Sie dem Klischee, Sie würden daheim nur Netflix gucken oder Shoppen gehen, aktiv entgegen: Kontaktieren sie Kollegen morgens wie abends und melden Sie sich auch zwischendurch – etwa mit Zwischenberichten, Telefonaten und E-Mails.
  • Selbstdisziplin lernen. Produktivität ist vor allem eine Frage der richtigen Prioritäten und der Konsequenz. Wer keine direkten Anweisungen erhält, muss sich umso mehr selbst beherrschen können und darf nicht dem Lustprinzip folgen.
  • Nach Feierabend abschalten. Klingt leicht, fällt aber vielen Heimarbeitern -aufgrund eines schlechten Gewissens – schwer: richtig abschalten. Irgendwann ist einfach Feierabend. Sie haben ein Recht darauf. Nehmen Sie es auch wahr!

Test: Sind Sie ein Home Office Typ?

Home Office Test Vorteile RegelungVom Home Office zu träumen, bedeutet noch nicht, dass dies die richtige Arbeitsweise für Sie ist. Nicht jeder Mensch ist für die Arbeit im Home Office gemacht. Manche brauchen den täglichen Kontakt zu den Kollegen im Büro, andere schaffen es nicht, sich selbst zu organisieren.

Wer dennoch im Home Office arbeitet, wird dabei nicht glücklich, sondern frustriert. Wir haben einen kleinen Test zum Home Office für Sie zusammengestellt, der Ihnen bei einer realistischen Selbsteinschätzung helfen soll und bei der Entscheidung hilft, ob das Home Office wirklich zu Ihnen passt.

Schauen Sie sich in Ruhe die folgenden Aussagen in den unterschiedlichen Bereichen an und beantworten Sie entweder mit Ich stimme zu oder Ich stimme nicht zu. Am Ende des Tests addieren Sie einfach die Anzahl der Fragen, bei denen Sie zugestimmt haben.

    Persönlichkeit und Motivation

  • Ich bin flexibel und anpassungsfähig.
  • Ich bin diszipliniert und pflichtbewusst.
  • Ich würde mich als Menschen beschreiben, der seine Freiräume braucht.
  • Ich brauche nicht den täglichen Austausch mit meinen Kollegen, mir genügen regelmäßige Video- oder Telefonkonferenzen.
  • Mir ist die Trennung von Arbeit und Privatleben nicht so wichtig.
  • Ich kann mich selbst motivieren – ohne Druck von außen.
  • Ich bin verantwortungsbewusst und weiß, dass ich auch im Home Office viel leisten muss.
  • Auch wenn ich von zuhause arbeite, fühle ich mich als Teil des Teams und nicht außen vor.
  • Ich kann mich dazu motivieren morgens früh aufzustehen, auch wenn ich nicht um 9:00 Uhr im Büro sein muss.
  • Mir ist eine gute Vereinbarkeit von Familie und Job wichtig.
  • Arbeitsweise und Selbstmanagement

  • Ich brauche eine ruhige Umgebung, um mich auf meine Arbeit konzentrieren zu können.
  • Ich kann mir selbst Grenzen setzen und weiß, wann Zeit für Feierabend ist.
  • Ich arbeite gerne selbstbestimmt und kann mir meine Zeit gut einteilen.
  • Ich kann gut mit Ablenkungen wie Haushalt, Fernseher oder das freie Surfen im Internet umgehen und diese ausblenden.
  • Ich möchte selbst bestimmen, wie ich arbeite, beispielsweise im Hintergrund Musik hören.
  • Ich brauche keine Büro-Atmosphäre, um produktiv zu sein.
  • Ich bin gut darin meine Arbeit zu organisieren.
  • Ich brauche niemanden, der mich an meine Deadlines und Aufgaben erinnert.
  • Ich bringe viel Erfahrung im Job mit und brauche keine Anleitung mehr.
  • Ich bin technikaffin und kann mir vorstellen die Kommunikation mit den Kollegen auf Skype, Hangouts und weitere Tools zu verlagern.
  • Privates Umfeld und externe Faktoren

  • Ich könnte meiner Familie und meinen Freunden klar machen, dass ich arbeiten muss, auch wenn ich zuhause bin.
  • Ich weiß, dass es nicht leicht sein wird meinen Chef zu überzeugen und dass ich gute Argumente brauche.
  • Die Skepsis meines Chefs gegenüber der Arbeit im Home Office könnte ich akzeptieren.
  • Ich habe bereits mit meinen Kollegen gesprochen und diese haben Verständnis für meinen Wunsch.
  • Ich habe mir Gedanken über die Umsetzung gemacht und kann mir vorstellen zuhause einen Arbeitsplatz einzurichten.

Auflösung zum Home Office Test

Home Office Test Auflösung Vorteile Nachteile BedeutungHaben Sie sich gemerkt, wie oft Sie zugestimmt haben? Dann finden Sie hier die Auflösungen zu unserem kleinen Selbsttest als PDF:

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[Bildnachweis: bikeriderlondon Shutterstock.com]
5. Dezember 2018 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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