Jobwechsel: Ja oder nein? 10 Gründe, Tipps + Checkliste

Jeder ist mit seinem Job mal unzufrieden. Wird das Gefühl jedoch zum Dauerzustand, kann es Zeit für einen Jobwechsel und eine berufliche Veränderung sein. Wir zeigen Ihnen typische Anzeichen, wann es Zeit wird zu gehen, sowie gute Gründe für einen Neustart ohne Reue – inklusive Tipps und Checkliste, was Sie bei einem Jobwechsel unbedingt beachten müssen…

Jobwechsel Anzeichen Gruende Tipps Checkliste

Anzeichen: Wann ist es Zeit für einen Jobwechsel?

Die Wechselbereitschaft liegt in Deutschland aktuell bei 34 % (Generation Z: 44 %). Rund 8 % der Arbeitnehmer planen noch dieses Jahr einen konkreten Jobwechsel, weitere 26 % sind auf dem Sprung und offen für neue Angebote. Natürlich ist nicht jeder schlechte Tag im Büro ein Grund zu kündigen. Wenn sich jedoch bestimmte Anzeichen über einen längeren Zeitraum häufen, kann ein Jobwechsel sinnvoll sein. Achten Sie auf folgende Warnzeichen:

  • Jobfrust
    Die Motivation fehlt dauerhaft, Aufgaben fühlen sich wie Pflicht an.
  • Stillstand
    Es gibt weder Herausforderungen noch Entwicklungsperspektiven.
  • Wertschätzung
    Ihre Leistungen werden kaum gesehen oder anerkannt.
  • Gehalt
    Die Vergütung entspricht nicht Ihrer Leistung oder dem Marktwert.
  • Erwartungen
    Ihre Aufgaben unterfordern oder überfordern Sie dauerhaft.
  • Dauerstress
    Die Arbeitsbelastung ist zu hoch, es gibt erste gesundheitliche Probleme.
  • Work-Life-Balance
    Berufliche Anforderungen und Familie lassen sich nicht vereinbaren.
  • Arbeitsklima
    Zunehmende Konflikte und ein toxisches Umfeld belasten den Arbeitsalltag.
  • Werte
    Die Unternehmenskultur oder -ziele passen nicht mehr zu Ihnen.

Ein Jobwechsel ist immer dann sinnvoll, wenn die Vorteile einer neuen Position die Nachteile eines Wechsels klar überwiegen und Sie dadurch Ihre beruflichen Ziele besser erreichen. Analysieren Sie unbedingt vorab diese Anzeichen sowie Ihre Wechselmotivation. Die Veränderung sollte immer ein echter Karriereschritt sein.

Jobsuche kann bis zu 6 Monate dauern

Aktuell dauern Jobsuche und Bewerbungsphase bis zu 6 Monate, bei Führungskräften und Bewerbern über 50 auch 12 Monate. Eine gründliche und frühzeitige Vorbereitung kann die Dauer verkürzen.

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Was sind gute Gründe für einen Jobwechsel?

Job wechseln – ja oder nein? Obwohl es zahlreiche Gründe für einen Jobwechsel gibt, sollte der Schritt immer gut überlegt sein – auch weil Sie diesen später vielleicht in der Bewerbung begründen müssen. Aus unserer Erfahrung gibt es vor allem diese guten und überzeugenden Gründe für einen Arbeitsplatzwechsel:

  1. Gesundheit

    Manche Jobs machen krank: Permastress, Mobbing, zu viele Überstunden. Geld mag wichtig sein – die Gesundheit ist wichtiger.

  2. Unterforderung

    Gemeint ist nicht das Phänomen Boreout, sondern dass der Job keinerlei Herausforderungen bietet und Sie dort nichts mehr dazulernen oder erreichen können.

  3. Überforderung

    Der umgekehrte Fall: Der Arbeitgeber stellt Ansprüche, die Sie nicht erfüllen können. Fühlen Sie sich ständig überfordert oder ausgenutzt, ist es Zeit für einen Jobwechsel.

  4. Stillstand

    Und zwar in jeder Hinsicht: Es fehlen sowohl Karriereperspektiven als auch finanzielle. Entwickelt sich nicht einmal mehr das Unternehmen weiter, ist der Job langfristig in Gefahr. Besser gehen, bevor das Schiff sinkt!

  5. Unsicherheit

    Zwar ist kein Job heute noch sicher. Wenn Sie aber in Dauerangst um Ihre berufliche Existenz leben, ist das enorm kräftezehrend – und macht auf Dauer krank.

  6. Vetternwirtschaft

    Geringschätzung wäre schon ein guter Grund, zu gehen. Kommt Günstlingswirtschaft dazu, ist das Maß voll.

  7. Lebensqualität

    Viele Berufspendler nehmen Arbeitswege von täglich 30-60 Minuten in Kauf – pro Strecke. Dabei verlieren Sie kostbare Lebens- und Freizeit. Liegt der neue Job näher am Wohnort, steigt die Lebensqualität erheblich.

  8. Umfeld

    Es kann enorm beflügeln, in einem inspirierenden Team zu arbeiten und neue Ideen zu entwickeln. Seine Kreativität stärker auszuleben und den geistigen Horizont zu erweitern, ist ebenfalls ein guter Jobwechsel-Grund.

  9. Ausland

    Manche Arbeitnehmer wechseln nicht nur den Job, sondern gleich das Land – um internationale Erfahrung zu sammeln und dem Beruf eine globale Richtung zu geben. Oder um die interkulturelle Kompetenz zu verbessern.

  10. Persönliche Gründe

    Manchmal verändert sich das Leben – und mit ihm der Job: Umzug in eine andere Stadt, Familiengründung, eine schwere Krankheit oder die Pflege von Angehörigen zwingen zu einem Wechsel im Privat- und Berufsleben.

Was ist die 3-5-7 Regel?

Laut 3-5-7 Regel kann es in bestimmten Karrierephasen sinnvoll sein, den Job nach 3, 5 oder 7 Jahren zu wechseln: nach 3 Jahren, weil man so lange braucht, um sich einzuarbeiten und erste Erfolge zu erzielen; nach 5 Jahren, wenn die aktuelle Position keine Herausforderungen und Entwicklung mehr bietet; nach 7 Jahren, weil dann meist die Karriere stagniert (siehe: Jobzyklus).

Entscheidungsmatrix zum Jobwechsel

Um Ihnen die Entscheidung für oder gegen einen Jobwechsel zu erleichtern, finden Sie hier eine einfache Entscheidungsmatrix, mit der Sie Ihre aktuelle Jobsituation bewerten können. Diese können Sie gleich online im Browser ausfüllen (einfach auf den Kasten klicken). Vergeben Sie für jeden Punkt eine Bewertung von 1 (trifft gar nicht zu) bis 5 (trifft voll zu):

Kriterium

Bewertung (1-5)

Ich gehe gerne zur Arbeit.
Meine Aufgaben sind abwechslungsreich und sinnvoll.
Ich kann mich fachlich und persönlich weiterentwickeln.
Ich fühle mich von Vorgesetzten und Kollegen wertgeschätzt.
Mein Gehalt ist angemessen.
Das Arbeitsklima ist positiv.
Meine Work-Life-Balance stimmt.
Ich sehe langfristige Perspektiven im Unternehmen.
Meine Werte passen zur Unternehmenskultur.
Meine Arbeit belastet mich nicht dauerhaft gesundheitlich.
Gesamtpunktzahl _

Auswertung

  • 10-20 Punkte
    Es bestehen deutliche Warnsignale. Ein Jobwechsel könnte die beste Option sein – insbesondere, wenn die Situation dauerhaft besteht.
  • 21-30 Punkte
    Mehrere wichtige Faktoren sind nicht erfüllt. Es lohnt sich, den Arbeitsmarkt zu beobachten und Alternativen zu prüfen.
  • 31-40 Punkte
    Es gibt einzelne Verbesserungsbereiche. Ein Gespräch mit der Führungskraft oder ein Arbeitswechsel innerhalb des Unternehmens können sinnvoll sein.
  • 41-50 Punkte
    Der Job passt insgesamt gut zu Ihren Erwartungen. Ein Jobwechsel ist nach Ihrer Einschätzung aktuell nicht notwendig.
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Wie gehe ich bei einem Jobwechsel vor?

Sobald Sie sich für eine berufliche Veränderung bzw. für eine berufliche Neuorientierung entschieden haben, teilen Sie die weiteren Schritte in Etappen auf. Für einen erfolgreichen Jobwechsel empfehlen wir folgende Vorgehensweise:

1. Ziele setzen

Am Anfang steht immer die ehrliche Selbstreflexion und die zentrale Frage: „Wohin will ich mich entwickeln?“ Nur wenn Sie Ihre beruflichen Ziele – für die kommenden 2 oder 5 Jahre – klar benennen und formulieren, können Sie auch passende Jobangebote und Arbeitgeber auswählen. Andernfalls bleibt die Jobwahl ein reines Glücksspiel. Stellen Sie sich hierzu folgende Fragen:

  • Was will ich mit dem Jobwechsel erreichen?
  • Welche Fähigkeiten möchte ich weiterentwickeln?
  • Welche Chancen habe ich aktuell auf dem Arbeitsmarkt?
  • Welche Berufsprofile passen zu mir?
  • Welche Werte sind mir im Berufsleben wichtig?
  • Was gefällt mir an meinem aktuellen Job – und was nicht?
  • Welche Arbeitsbedingungen brauche ich, um zufrieden zu sein?
  • Wie wichtig sind mir das Gehalt, Arbeitszeiten oder Homeoffice?
  • Welche Entwicklungsperspektiven wünsche ich mir?
  • Wie wichtig ist mir bezahlte Weiterbildung?
  • Welche Unternehmenskultur passt zu mir?
  • Möchte ich mich hierarchisch oder fachlich spezialisieren?
  • Welche Risiken bin ich bereit einzugehen – und welche nicht?
  • Unterstützt mich mein privates Umfeld – Familie, Freunde?
  • Habe ich ein finanzielles Polster für den Wechselwunsch?

Tipp: Nutzen Sie für diesen Vorabcheck auch die sog. 10-10-10-Methode, die Flaschengeist-Frage oder das Rad der Veränderung – alle drei sind bewährte Werkzeuge im Jobwechsel-Coaching.

2. Kriterien definieren

Definieren Sie anschließend klare Kriterien für Ihre Arbeitgeberwahl. Dadurch können Sie Stellenangebote sicher beurteilen oder sinnvolle Kompromisse eingehen. Für rund 76 % der Arbeitnehmer ist das Jobwechsel-Gehalt oft ausschlaggebend. Es gibt aber noch mehr Kriterien! Nutzen Sie hierzu unsere kostenlose Checkliste mit wichtigen Auswahlkriterien für die Arbeitgeberwahl (PDF).

3. Rückhalt sichern

Klären Sie vor einer Kündigung den Schritt mit Ihrem Partner und dem persönlichen Umfeld. Familie und Freunde sollten Sie bei der Entscheidung unterstützen und damit verbundene Konsequenzen mittragen. Ohne den Rückhalt wird der Stellenwechsel unnötig schwer.

4. Konsequenzen beachten

Bedenken Sie mögliche Risiken und finanzielle Folgen. Ein Jobwechsel bietet Chancen, kann aber genauso Nachteile haben oder länger dauern als geplant. Je besser Sie sich darauf vorbereiten und sich z.B. ein finanzielles Polster anlegen, desto geringer die Risiken.

5. Netzwerk aktivieren

Noch vor dem Wechsel sollten Sie Ihre Kontakte aktivieren. Selektiv und diskret. Netzwerke helfen primär bei der Jobsuche auf dem verdeckten Stellenmarkt.

6. Bewerbungsunterlagen aktualisieren

Parallel dazu bringen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen bitte auf den aktuellen Stand: Bewerbungsschreiben und Lebenslauf sollten immer zur angestrebten Stelle passen, individuell formuliert sein und moderne Anforderungen erfüllen – siehe unsere Bewerbungstrends.

7. Arbeitgeber recherchieren

Erst jetzt beginnen Sie mit der Recherche nach konkreten Arbeitgebern. Warum? Weil erst jetzt alle Kriterien und Voraussetzungen erfüllt sind, um eine klare Bewerbungsstrategie umzusetzen. Und die ist eine wichtige Grundlage für den Jobwechsel-Erfolg.

8. Kündigung planen

Achten Sie darauf, die Kündigung vorzubereiten. Das beginnt bei der Formulierung des Kündigungsschreibens und reicht bis zum Inhalt des Kündigungsgesprächs. Auch den Abschluss Ihrer Projekte und die professionelle Übergabe sollten Sie beachten und planen.

Immer Zwischenzeugnis verlangen!

Lassen Sie sich unbedingt und in regelmäßigen Abständen ein Zwischenzeugnis ausstellen. Damit können Sie sich jederzeit diskret bewerben, ohne dass der aktuelle Arbeitgeber gleich Wind von Ihrer Wechselmotivation bekommt.

9. Timing optimieren

Wann den Job wechseln? – Der richtige Zeitpunkt hängt einerseits von Ihrer Kündigungsfrist ab, teils aber auch vom Arbeitsmarkt. Beachten Sie, dass die Bundesagentur für Arbeit bei einer Eigenkündigung eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld von bis zu 12 Wochen verhängt.

Endlich den Job finden, der perfekt passt?

Nutzen Sie zusätzlich unser bewährtes Jobcoaching zum erfolgreichen Jobwechsel und Neustart: Wir begleiten Sie systematisch auf dem Weg zum Wunschjob, der wirklich zu Ihnen passt:

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Was muss ich bei einem Jobwechsel beachten?

Ein Jobwechsel bedeutet immer auch, dass Sie einen bestehenden Vertrag kündigen, das bisherige Arbeitsverhältnis professionell beenden und ein neues eingehen. Deshalb sind mit dem Jobwechsel stets auch einige arbeitsrechtliche Vorgaben zu beachten. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

Wann sollte ich den neuen Arbeitsvertrag unterschreiben?

Bevor Sie Ihren aktuellen Job kündigen, sollten Sie möglichst den neuen Arbeitsvertrag unterschrieben haben. Das ist rechtlich problemlos möglich, auch wenn Ihr aktuelles Arbeitsverhältnis noch besteht. Der bisherige Arbeitsvertrag bleibt bis zur wirksamen Kündigung und dem Ablauf der Kündigungsfrist unverändert bestehen. Diese Reihenfolge bietet Ihnen aber eine finanzielle und berufliche Sicherheit und verhindert, dass Sie am Ende ohne Job dastehen.

Wann muss ich meinen Arbeitgeber informieren?

Über Ihren geplanten Jobwechsel sollten Sie Ihren Arbeitgeber erst informieren, wenn der neue Arbeitsvertrag unterschrieben ist. So vermeiden Sie unnötige Risiken, falls der neue Vertrag doch noch nicht zustande kommt. Warten Sie aber nicht zu lange: Reichen Sie Ihre Kündigung rechtzeitig ein und achten Sie darauf, dass Ihre vertragliche oder gesetzliche Kündigungsfrist eingehalten wird. Nur so können Sie Ihre neue Stelle zum vereinbarten Termin antreten.

Wie kann ich das Arbeitsverhältnis sauber beenden?

Das Beschäftigungsverhältnis endet zwar erst mit dem letzten Arbeitstag, einige Verpflichtungen bleiben jedoch bestehen: Dazu gehört die Rückgabe sämtlicher Arbeitsmittel wie Laptop, Smartphone, Schlüssel, Zugangskarten oder Dienstwagen. Diese Gegenstände bleiben Eigentum des Arbeitgebers und müssen vollständig zurückgegeben werden. Ebenso dürfen Sie keine Kundendaten, internen Dokumente oder digitalen Dateien mitnehmen – auch dann nicht, wenn diese für Ihre neue Tätigkeit hilfreich wären.

Welche Verschwiegenheitspflichten gelten weiterhin?

Auch nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen sind Sie verpflichtet, Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse vertraulich zu behandeln. Dazu gehören interne Unternehmensdaten, Kundenlisten, Kalkulationen, Einkaufspreise oder andere sensible Informationen. Diese nachvertragliche Verschwiegenheitspflicht gilt unabhängig davon, bei welchem Arbeitgeber Sie künftig tätig sind.

Gilt immer ein Wettbewerbsverbot?

Ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot besteht nur, wenn es ausdrücklich und wirksam vereinbart wurde. Unabhängig davon dürfen ehemalige Beschäftigte ihrem früheren Arbeitgeber nicht durch die unzulässige Nutzung vertraulicher Informationen oder die missbräuchliche Abwerbung von Kunden schaden. Wer gegen diese Pflichten verstößt, muss unter Umständen mit Schadensersatzforderungen rechnen. In besonders schweren Fällen – etwa bei der Weitergabe von Betriebsgeheimnissen – können sogar strafrechtliche Konsequenzen drohen.

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Was sind häufige Jobwechsel-Fehler?

Leider werden auch bei einem Berufswechsel immer wieder dieselben Jobwechsel-Fehler gemacht. Diese besonders häufigen sollten Sie vermeiden:

  • Aus Frust kündigen

    Emotionen sind schlechte Karriereberater. Wer im Ärger geht, wechselt oft zu schnell oder zum falschen Arbeitgeber.

  • Ohne Plan wechseln

    „Hauptsache weg“ ist keine Strategie! Ohne Ziel landen Sie schnell in der nächsten Karriere-Sackgasse.

  • Zu früh kündigen

    Suchen Sie ohne Druck und kündigen Sie erst, wenn der neue Arbeitsvertrag unterschrieben ist. Alles andere ist unnötiges Risiko.

  • Wechselgrund schlecht erklären

    Über Ex-Chefs, Kollegen oder Arbeitgeber zu lästern, ist absolut tabu und wirkt immer unprofessionell – obendrein alarmiert es Recruiter.

  • Geld über alles stellen

    Mehr Gehalt hilft wenig, wenn Aufgaben, Kultur oder Arbeitszeiten nicht passen. Das geht höchstens 2 Jahre lang gut.

  • Arbeitszeugnis vergessen

    Zusammen mit dem Kündigungsschreiben sollten Sie unbedingt um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis bitten. Arbeitnehmer haben darauf einen Rechtsanspruch – und Sie brauchen es in der Bewerbung.

  • Zu häufig wechseln

    Jobhopping ohne rote Linie lässt Sie sprunghaft und orientierungslos wirken. Personaler fragen hierbei immer kritisch nach einer plausiblen Begründung.

  • Unternehmen nicht recherchieren

    Fehlende Vorbereitung und eine Bewerbung oder ein konkreter Unternehmensbezug fallen im Gespräch immer negativ auf – und rächen sich nach dem Start.

  • Vertrag nicht gründlich lesen

    Probezeit, Überstunden, Urlaub, Aufgaben, Corporate Benefits — oft entscheidet das Kleingedruckte.

  • Brücken abbrechen

    Die Arbeitswelt ist klein. Man begegnet sich meist zweimal. Ein sauberer Abschied zahlt sich daher immer langfristig aus und stärkt die Reputation im Markt.

  • Onboarding unterschätzen

    Ein neuer Job bedeutet, erstmal zuhören, lernen, nicht sofort alles besser wissen. Lassen Sie sich für Ankommen und Einarbeitung Zeit.

Warum fällt ein Jobwechsel oft schwer?

Ein Jobwechsel ist weit mehr als eine berufliche Entscheidung – er bedeutet häufig auch einen großen persönlichen Schritt. Auch wenn die Unzufriedenheit groß ist, fällt es vielen Menschen schwer, die gewohnte Umgebung zu verlassen. Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  • Angst vor Veränderungen: Der Wechsel in ein neues Unternehmen bringt Unsicherheit mit sich. Neue Aufgaben, Kollegen und Abläufe können verunsichern.
  • Verlassen der Komfortzone: Auch ein unzufriedenstellender Job bietet Vertrautheit und Routine. Diese Sicherheit aufzugeben, kostet Überwindung.
  • Sorge vor einer falschen Entscheidung: Viele fragen sich, ob der neue Arbeitgeber wirklich besser ist oder ob sie ihre Situation im Nachhinein bereuen könnten.
  • Finanzielle Unsicherheit: Ein Jobwechsel kann Auswirkungen auf Gehalt, Bonuszahlungen, betriebliche Altersvorsorge oder andere Zusatzleistungen haben.
  • Angst vor dem Scheitern: Die Sorge, den Erwartungen im neuen Job nicht gerecht zu werden oder die Probezeit nicht zu bestehen, hält viele von einem Wechsel ab.
  • Selbstzweifel: Manche unterschätzen ihre Fähigkeiten und fragen sich, ob sie den Anforderungen einer neuen Position überhaupt gewachsen sind.
  • Bequemlichkeit: Der Aufwand für Bewerbungen, Vorstellungsgespräche und die Einarbeitung wirkt häufig größer als der Wunsch nach Veränderung.
  • Persönliche Verpflichtungen: Familie, Wohnort, Pendelzeit oder andere private Faktoren können einen Jobwechsel zusätzlich erschweren.

Tipp: Veränderungen sind immer mit Unsicherheit verbunden. Das verstehen wir. Indem Sie sich aber Ihre beruflichen Ziele bewusst machen, Chancen und Risiken realistisch abwägen und den Wechsel gut vorbereiten, überwinden Sie diese Hürden deutlich leichter.

Was tun, wenn es im neuen Job nicht klappt?

Eine häufige Sorge ist, dass Sie vom Regen in die Traufe kommen oder die Probezeit nicht überstehen. Statistisch gelingen 50 % der Jobwechsel erst im zweiten Anlauf. Lassen Sie sich davon aber nicht abschrecken: Zu bleiben und noch unglücklicher oder krank zu werden, ist keine Alternative. Wenn Sie gute Gründe für den Wechsel haben, können Sie nur gewinnen. Falls es dennoch nicht klappt, finden Sie hier noch einen passenden Ratgeber.

Jobwechsel-Checkliste: An alles gedacht?

Mit unserer ausführlichen Jobwechsel-Checkliste behalten Sie alle wichtigen Punkte im Blick. Auch diese können Sie gleich online abhaken:

    1. Entscheidung treffen

  • Ich habe meine Gründe für den Jobwechsel klar definiert.
  • Ich weiß, welche Ziele ich mit dem neuen Job erreichen möchte.
  • Ich kenne meine wichtigsten Prioritäten (Gehalt, Arbeitszeit, Homeoffice).
  • Ich habe die Vor- und Nachteile des Wechsels sorgfältig abgewogen.
  • 2. Standortbestimmung

  • Ich kenne meine fachlichen Stärken.
  • Ich weiß, welche Tätigkeiten mir Freude bereiten.
  • Ich weiß, welche Aufgaben ich künftig vermeiden möchte.
  • Ich kenne meinen Marktwert.
  • 3. Bewerbungsunterlagen

  • Ich habe meinen Lebenslauf aktualisiert.
  • Ich habe mein Anschreiben vorbereitet.
  • Ich habe wichtige Zeugnisse digital verfügbar.
  • Ich habe relevante Zertifikate zusammengestellt.
  • Ich habe mein Bewerbungsfoto aktualisiert.
  • Ich habe mein Linkedin-Profil aktualisiert.
  • 4. Stellensuche

  • Ich habe Suchkriterien für passende Stellen definiert.
  • Ich habe Suchagenten eingerichtet.
  • Ich beobachte interessante Unternehmen.
  • Ich nutze mein berufliches Netzwerk.
  • Ich prüfe Bewertungen und Erfahrungsberichte.
  • 5. Bewerbungsphase

  • Ich passe jede Bewerbung individuell an.
  • Ich dokumentiere meine Bewerbungen.
  • Ich notiere Fristen und Rückmeldetermine.
  • Ich bereite mich auf Rückfragen vor.
  • 6. Vorstellungsgespräch

  • Ich habe Informationen über das Unternehmen recherchiert.
  • Ich kenne die Stellenbeschreibung genau.
  • Ich kann meinen beruflichen Werdegang überzeugend darstellen.
  • Ich kann meinen Wechselwunsch positiv begründen.
  • Ich habe Antworten auf typische Interviewfragen.
  • Ich habe eigene Fragen an das Unternehmen vorbereitet.
  • Ich kenne meine Gehaltsvorstellung.
  • 7. Vertragsprüfung

  • Ich habe den Arbeitsvertrag vollständig gelesen.
  • Ich habe das Gehalt geprüft.
  • Ich habe die Arbeitszeit geprüft.
  • Ich habe den Urlaubsanspruch geprüft.
  • Ich habe die Probezeit geprüft.
  • Ich habe die Kündigungsfrist geprüft.
  • Ich habe Homeoffice-Regelungen geprüft.
  • Ich habe offene Fragen geklärt.
  • 8. Kündigung beim bisherigen Arbeitgeber

  • Ich kenne meine Kündigungsfrist.
  • Ich habe meine Kündigung schriftlich vorbereitet.
  • Ich habe den richtigen Kündigungstermin berechnet.
  • Ich habe ein persönliches Gespräch geplant.
  • Ich bleibe während der Kündigung respektvoll und professionell.
  • Ich habe mir den Erhalt der Kündigung bestätigen lassen.
  • 9. Übergabe

  • Ich habe eine vollständige Übergabedokumentation erstellt.
  • Ich habe offene Aufgaben dokumentiert.
  • Ich habe Passwörter und Zugänge ordnungsgemäß übergeben.
  • Ich habe meinen Nachfolger eingearbeitet.
  • Ich habe alle Firmengeräte zurückgegeben.
  • Ich habe private Daten von Firmengeräten entfernt.
  • Ich habe meine persönlichen Unterlagen gesichert.
  • 10. Organisatorisches

  • Ich kenne meinen ersten Arbeitstag.
  • Ich kenne die Arbeitszeiten.
  • Ich habe meinen Arbeitsweg geplant.
  • Ich habe die Kinderbetreuung organisiert.
  • Ich habe meinen Urlaub abgestimmt.
  • Ich habe notwendige Versicherungen überprüft.
  • Ich habe meine Bankverbindung und Steuerdaten bereit.
  • 11. Finanzen

  • Ich habe mögliche Übergangszeiten finanziell eingeplant.
  • Ich habe Rücklagen für unerwartete Ausgaben.
  • Ich habe laufende Verträge überprüft.
  • Ich habe meine Altersvorsorge berücksichtigt.
  • 12. Erster Arbeitstag

  • Ich erscheine pünktlich.
  • Ich habe alle erforderlichen Unterlagen dabei.
  • Ich stelle mich aktiv meinen Kollegen vor.
  • Ich mache mir Notizen.
  • Ich stelle Fragen, wenn etwas unklar ist.
  • Ich nehme mir Zeit zum Einarbeiten.
  • Ich vereinbare regelmäßige Feedbackgespräche.
  • Ich dokumentiere wichtige Prozesse.
  • Ich baue Beziehungen zu meinem Team auf.
  • Ich lerne die Unternehmenskultur kennen.
  • Ich setze mir Ziele für die Probezeit.
  • Abschließender Check

  • Ich habe alle wichtigen Unterlagen geordnet.
  • Ich habe alle Fristen eingehalten.
  • Ich habe keine offenen Verpflichtungen beim alten Arbeitgeber.
  • Ich starte motiviert und gut vorbereitet in meinen neuen Job.

Häufige Fragen zum Jobwechsel

Wann sollte ich meinen Job wechseln?

Idealerweise wechseln Sie den Job erst, wenn Sie schon den neuen Arbeitsvertrag unterschrieben haben. Bewerben Sie sich möglichst immer aus einer ungekündigten Position und „Position der Stärke“. Den perfekten Zeitpunkt für einen Jobwechsel gibt es zwar nicht, aber je früher Sie den Schritt planen und vorbereiten, desto besser gelingt er.

Sollte ich einen sicheren Job aufgeben?

Viele wagen den Neuanfang nicht, weil Sie sich in einem sicheren Job wähnen. Achtung: Das ist eine Illusion! Gerade ältere Arbeitnehmer erfahren immer wieder, dass Sie – trotz jahrelanger Loyalität – plötzlich abserviert werden. Endgültige Sicherheit gibt es nicht. Aber Sie können selber aktiv bleiben, die berufliche Entwicklung gestalten – und so flexibel auf dem Arbeitsmarkt bleiben.

Wie einen Jobwechsel nach kurzer Zeit begründen?

Berufsanfängern werden viele Jobwechsel noch verziehen. Sie zählen als Orientierungsphase. Spätestens nach 5-7 Jahren ist der Welpenschutz aber vorbei. Dann müssen Sie den neuen Arbeitgeber davon überzeugen, dass Sie inzwischen wissen, wohin Sie möchten und warum Sie bei dieser Stelle bleiben werden.

Wie viele Arbeitgeber im Lebenslauf?

Faustregel: Wer alle 1-2 Jahre den Job wechselt, gilt schnell als Jobhopper. Mehr als 3 Jobs innerhalb der vergangenen 10 Jahre sind eigentlich schon zu viel im Lebenslauf. Dann brauchen Sie im Anschreiben eine gute Begründung und Motivation, warum Sie diesmal loyaler bleiben.

Alternativen: Was tun, wenn Sie im Job bleiben?

Nach reiflicher Überlegung sind Sie zu dem Schluss gekommen, dass der Jobwechsel aktuell keine Option ist? Kein Problem: Trotzdem können Sie auch jetzt etwas verändern und Ihre Lage verbessern. Zum Beispiel so:

  • Machen Sie eine Weiterbildung
    Investieren Sie in Ihre Zukunft und starten Sie eine Weiterbildung in Ihrem Bereich. Die steigert nicht nur Ihren Marktwert, sondern macht Sie gleichzeitig attraktiver auf dem Arbeitsmark und öffnet Ihnen Türen in der Zukunft.
  • Suchen Sie einen Zweitjob
    Wenn es Sie in eine andere Branche zieht oder falls Sie mit der Selbstständigkeit liebäugeln, können Sie mit einer Nebentätigkeit einen ersten Test wagen. Dabei können sich ausprobieren und ein zweites Standbein aufbauen. Vergessen Sie aber nicht, den Nebenjob beim Chef anzumelden und genehmigen zu lassen! Sonst droht eine Abmahnung.
  • Üben Sie ein Ehrenamt aus
    Fehlt Ihrem Job der Sinn? Dann können Sie sich im ersten Schritt sozial engagieren. Ein Ehrenamt kann einen wunderbaren Ausgleich zum Job schaffen und zugleich neue Perspektiven geben.
  • Widmen Sie sich einem Hobby
    Eine neue Sportart, ein neues Instrument, ein bestimmtes Wissensgebiet, die Arbeit im Garten – Hobbys bringen uns auf neue Gedanken und trainieren unsere Stärken. Das hilft wieder später im Job.

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