Praktikum: Tipps & Vorlagen für Schüler und Studenten

Das Praktikum ist für viele Schüler, Studenten und Absolventen der Einstieg ins Berufsleben. Hierbei haben Praktikanten zum ersten Mal Berührung mit der beruflichen Praxis in einem bestimmten Job oder einer speziellen Branche. Allerdings gibt es unterschiedliche Formen für ein Praktikum: freiwillige Praktika ebenso wie Pflichtpraktika (für Schüler und Studenten). Diese werden auch unterschiedlich bezahlt.

Falls Sie sich gerade für ein Praktikum interessieren oder nach passenden Stellen suchen: Hier erfahren Sie alles, was Sie über Praktika wissen müssen – Rechte, Pflichten, Bezahlung, Urlaub. Dazu gaben wir praktische Tipps und Vorlagen für die Bewerbung. Achja, freie Praktikumsplätze können Sie ebenfalls gleich hier finden…

Praktikum: Tipps & Vorlagen für Schüler und Studenten

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Was ist ein Praktikum?

Das Praktikum ist eine befristete Tätigkeit mit dem Ziel, theoretische Kenntnisse und Fähigkeiten durch praktische (berufliche) Erfahrungen zu vertiefen sowie für eine begrenzte Zeit in Berufe oder Branchen hinein zu schnuppern und das Arbeitsumfeld in der Praxis kennenzulernen.

Praktika werden überwiegend in der Schulzeit, während des Studiums oder kurz vor dem Berufseinstieg absolviert. Im Vordergrund steht dabei der Arbeitseinsatz in der Praxis, damit das Erlernte nicht nur Theorie bleibt. Praktikanten haben in Deutschland allerdings keinen Angestelltenstatus (in Österreich dagegen schon). Oftmals werden sie während des Praktikums gar nicht, nach Mindestlohn oder wie ungelernte Aushilfen bezahlt.

Trotzdem profitieren viele von einem Praktikum: Berufseinsteiger zum Beispiel, die bisher noch keine Berufserfahrungen sammeln konnten, haben es auf dem Arbeitsmarkt oft schwer. Ein Praktikum wertet den Lebenslauf und damit die spätere Bewerbung auf und erhöht somit die Jobchancen.

Genauso kann es sinnvoll sein, zwischen zwei Jobs oder bei einer länger dauernden Jobsuche, ein Praktikum zu machen. So wird die Lücke im Lebenslauf nicht zu groß. Bewerber können dadurch nachweisen, dass Sie in der Zeit aktiv waren und sich weiterentwickelt haben.

Die wichtigsten Praktika Arten

Insgesamt gibt es unterschiedliche Formen und Arten von Praktika. Unterschieden werden dabei:

Schülerpraktikum

Das Praktikum für Schüler findet während der Schulzeit – in der Regel zwischen der 8. und 11. Klasse – statt. Diese Praktika sind im Lehrplan festgeschrieben und dauern oft nicht länger als ein bis zwei Wochen. Ziel ist es, den Schülern durch das Schülerpraktikum ein Gefühl für die Arbeitswelt zu vermitteln und eine erste Berufsorientierung zu geben. Tipps zur Bewerbung für ein Schülerpraktikum finden Sie hier.

Praktikum Studenten

Hier muss man unterscheiden zwischen „freiwilligen Praktika“ und einem „Pflichtpraktikum“ – siehe die nächsten beiden Punkte. Studenten, die beispielsweise in den Semesterferien ein freiwilliges Praktikum absolvieren, werden bei Gehalt und Ansprüchen jedoch anders behandelt als Pflichtpraktikanten.

Pflichtpraktikum

Pflichtpraktika finden im Rahmen des Studiums statt. Manche dieser Praktika dienen sogar der Zulassungsvoraussetzung, wie etwa das „Vorpraktikum“ im Maschinenbau. Ablauf und Dauer dieser Pflichtpraktika sind in der Regel durch die Studienordnung vorgegeben. Meist sind es zwei Pflichtpraktika, die bis zum Master-Abschluss absolviert werden müssen. Für die Praktikanten besteht in dieser Zeit kein Urlaubsanspruch. Die Vergütung ist sozialversicherungsfrei und wird auf das BAföG angerechnet. Die Praktika dienen sowohl dem Erwerb erster berufsrelevanter Erfahrungen aber auch der Orientierung bei der späteren Berufswahl.

Freiwilliges Praktikum

Darüber hinaus kann sich jeder freiwillig für ein Praktikum bewerben und so neben Berufserfahrungen auch Kontakte in ein Unternehmen oder eine Branche gewinnen. Oft werden freiwillige Praktika dazu genutzt, sogenannte Soft Skills zu trainieren beziehungsweise im Lebenslauf nachzuweisen. Also beispielsweise das Arbeiten in Projekten und Teams. Passende Praktikumsstellen finden sich in nahezu in jedem Berufsfeld. Beliebt sind insbesondere Praktika in der Industrie, in der Informatik aber auch bei der Bundeswehr.

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Praktikum finden

Bevor Sie eine Praktikumsstelle suchen beziehungsweise ein Praktikum finden, machen Sie sich bitte zuerst Gedanken über Ihren Berufswunsch und die möglichen Berufsbilder, die Sie kennenlernen möchten. Danach sollten Sie folgende Fragen klären:

Dauer: Wann haben Sie Zeit für das Praktikum, und wie lange sollte das Praktikum dauern?

Finanzierung: Wird das Praktikum bezahlt oder ist es ein Pflichtpraktikum? Sind Ihre laufenden Kosten zwischenzeitlich gedeckt?

Recherche: Telefonieren Sie rechtzeitig mit den infrage kommenden Unternehmen oder Organisationen. Schielen Sie dabei nicht nur auf die großen Firmen. Gerade in kleinen Unternehmen ist die Betreuung während des Praktikums oft persönlicher und engmaschiger.

Fristen: Bewerben Sie sich rechtzeitig. Oft werden freie Praktikantenplätze mit einem Vorlauf von einem halben bis ganzen Jahr ausgeschrieben. Die beliebten Stellen sind entsprechend schnell besetzt.

Für die Recherche nach vakanten Praktikumsplätzen können Sie klassische Jobbörsen nutzen. Auch in unserer eigenen Online-Jobbörse Karrieresprung werden Sie sicher fündig:

Zur Jobbörse


Berufsbilder: Einstieg, Karriere & kostenlose Vorlagen

Berufe Rubrik: In der Übersicht der wichtigste Berufsbilder und Jobprofile finden Sie alles zur Ausbildung, Studium, Karriere- und Gehaltsaussichten sowie berufsspezifische Tipps und kostenlose Bewerbungsvorlagen mit Beispieltexten.

Krankenschwester
Sozialpädagogen
Kommissionierer
Ingenieure
Schauspieler
Heilpraktiker
Lokführer
Architekten
Zimmermann
Informatiker



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Praktikumsbewerbung: Muster & Vorlagen

Ob Sie eine Festanstellung oder einen Praktikumsplatz suchen – an einer Bewerbung kommen Sie nicht vorbei. Allerdings kann diese bei einem Praktikumsplatz oft knapper ausfallen. Nicht selten verlangen Arbeitgeber hierbei nur eine sogenannte Kurzbewerbung: Sie besteht lediglich aus Anschreiben und Lebenslauf. Etwaige Zeugnisse werden dann – auf Wunsch – zum Vorstellungsgespräch mitgebracht beziehungsweise nachgereicht.

Tipps für das Anschreiben

Wer sich für ein Praktikum bewirbt, besitzt in der Regel keine oder nur wenige einschlägige Berufserfahrungen. Folglich können Bewerber im Bewerbungsschreiben nicht mit bisherigen Erfolgen, Kompetenzen oder Erfahrungen argumentieren. Was bleibt, ist allein Ihre Motivation.

Im Anschreiben für ein Praktikum muss daher deutlich werden, WARUM Sie sich (ausgerechnet) für diese Stelle bewerben, was Sie sich davon erhoffen und warum Sie an diesem Unternehmen interessiert sind. Ein Musteranschreiben könnte beispielsweise so formuliert sein:

Praktikumsbewerbung: Beispiel für ein Musteranschreiben


Sehr geehrte Frau ______________,

seit ich mit dem Bloggen begonnen habe, fasziniert mich der Beruf des Mediengestalters. Ich habe auf Ihrer Website gesehen, dass Sie genau in diesem Bereich einen Praktikanten ab dem MM.JJJJ suchen. Dafür möchte ich mich hiermit bewerben.

Ich verfolge Ihre Online-Aktivitäten schon seit einiger Zeit und bin begeistert davon, was Sie alles realisiert haben – auf Twitter, Facebook, Instagram – und Ihrer Karriereseite. Nur zu gerne würde ich meine bisherigen Erfahrungen als Blogger bei Ihnen einbringen. Mehr aber noch erhoffe ich mir, Einblicke in das Jobprofil und den Arbeitsalltag in Ihrem Unternehmen zu gewinnen. Neben dem hervorragenden Ruf Ihres Unternehmens sprechen mich vor allem die zahlreichen Arbeitsbereiche und verschiedenen Aufgaben an. Sie sind da wirklich einzigartig, finde ich!

Was ich mitbringe? Eine schnelle Auffassungsgabe, Zuverlässigkeit, hohe Sorgfalt und viel Kreativität. Ich bin bestimmt nicht der Praktikant, der nur dasitzt und auf Impulse wartet. Von mir dürfen Sie ordentlich Elan und Verve erwarten. Das habe ich schon in den Praktika während meiner Schulzeit unter Beweis gestellt.

Falls ich Ihr Interesse geweckt habe, freue ich mich, alle noch offenen Fragen zu beantworten – am besten in einem persönlichen Gespräch. Auf eine entsprechende Einladung freue ich mich und verbleibe bis dahin

mit freundlichen Grüßen
Unterschrift Lebenslauf Bewerbung Beispiel



Um Ihnen die Bewerbung für ein Praktikum zu erleichtern, haben wir für Sie zudem drei kostenlose Muster und Vorlagen (als Word-Datei zum Bearbeiten) erstellt. Diese können Sie sich gerne herunterladen und privat immer wieder nutzen:

Anschreiben Praktikum Vorlage #1 (.docx)

Anschreiben Praktikum Vorlage #2 (.docx)

Anschreiben Praktikum Vorlage #3 (.docx)

Tipps für den Lebenslauf

Mit dem Lebenslauf beschreiben Sie Ihren bisherigen Werdegang. Er ist das Herzstück jeder Bewerbung. Idealerweise listen Sie hier in Tabellenform auf, welche Schulen Sie bisher besucht haben, welchen Abschluss Sie anstreben oder bereits gemacht haben, welche besonderen Kenntnisse und welche Hobbys Sie haben.

Gibt es eine konkrete Ausschreibung für das Praktikum, sollten Sie genau darauf eingehen und wichtige Schlüsselbegriffe exakt im Lebenslauf wiedergeben. Fachleute unterscheiden hier zwischen sogenannten Muss-Anforderungen und Kann-Anforderungen.

Wird in der Stellenanzeige beispielsweise ausdrücklich erwähnt, dass der Praktikant einen „Führerschein“ besitzen oder „fließend Englisch“ können muss, brauchen Sie sich gar nicht erst ohne zu bewerben. Finden sich dagegen im Stellenangebot weiche Formulierungen, wie „wünschenswert wäre“ oder „idealerweise bringen Sie auch … mit“, handelt es sich um Kann-Anforderungen, die Ihre Chancen verbessern, je mehr Sie davon bieten. Fehlen sie, ist das aber kein K.O.-Kriterium.

Den Lebenslauf können Sie entweder chronologisch, also beginnend mit der Grundschule, oder in umgekehrter Reihenfolge, also mit der aktuellen Schule, die Sie besucht haben, aufbauen. Standard ist heute ein tabellarischer Lebenslauf in „antichronologischer“ Form. Die Inhalte des Lebenslaufs werden dabei in Abschnitte gegliedert und nach Überschriften geordnet. So entsteht eine übersichtliche Struktur.

Die Sortierung erfolgt in abnehmender Wichtigkeit – beginnend mit Pflicht-Bestandteilen. Danach folgen die optionalen Bestandteile:

Pflichtangaben

① Persönliche Daten
② (Angestrebte Position)
③ Berufliche Erfahrung (lückenlos)
④ Ausbildung / Studium (höchster Abschluss)
⑤ Besondere Kenntnisse (relevante!)
⑥ Ort, Datum / Unterschrift

Freiwillige Angaben

➠ Staatsangehörigkeit
➠ Familienstand
➠ Konfession
➠ Bewerbungsfoto
➠ Praktika
➠ Zertifikate / Auszeichnungen
➠ Auslandserfahrung(en)
➠ Fremdsprachen
➠ Interessen & Hobbys
➠ Referenzen

Was bei Bewerbern für ein Praktikum fast immer Pluspunkte bringt, sind eigene Projekte oder ehrenamtliche Erfahrungen sowie weitere Praktika. Also unbedingt erwähnen, falls Sie…

  • schon andere, ähnliche Praktika absolviert haben.
  • sich in einer Studenteninitiative engagieren.
  • an Fachveranstaltungen teilnehmen oder diese gar mitorganisieren.
  • im Verein besondere und passende Fähigkeiten erwerben konnten.
  • über zusätzlich oder gar außergewöhnliche Spachkenntnisse verfügen.

Zählen Sie solche Erfahrungen und Fertigkeiten aber bitte nie listenhaft auf. Wählen Sie diese gezielt aus: In die Bewerbung kommt nur, was für die Praktikantenstelle relevant ist.


WORD Download Icon

Bewerbungsvorlagen:
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Zum Download der Vorlagen


Auslandspraktikum finden

Ein Auslandspraktikum (während des Studiums) gehört inzwischen zum guten Ton. Geeignete Praktikumsplätze dafür zu finden, ist gar nicht so schwer. Hier ein paar Tipps:

Karriereseiten der Unternehmen
In den Stellenbörsen vieler Unternehmen sind auch Praktika im Ausland ausgeschrieben. Auf diese können Sie sich direkt bewerben.

Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
Falls Sie während des Praktikums Projekte in einem Entwicklungsland unterstützen möchten, sollten Sie die Jobbörse der GIZ aufsuchen. Dort werden bezahlte Praktika für einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten angeboten. Weil die Praktika beliebt sind, sind die Anforderung an Praktikanten allerdings hoch.

Länderbüros politischer Stiftungen
Auch in den Auslandsbüros politischer Stiftungen wie beispielsweise der Friedrich-Ebert-Stiftung oder der Konrad-Adenauer-Stiftung können Sie ein Praktikum absolvieren. Hierfür sollten Sie allerdings gute Sprachkenntnisse mitbringen. Diese Praktika werden aber nicht bezahlt.

Goethe-Institute im Ausland
In den 140 Goethe-Instituten im In- und Ausland können Sie ebenfalls ein Praktikum absolvieren. Diese sind, wie bei den politischen Stiftungen, unbezahlt. Sie können zwischen einem Praktikum im Verwaltungsbereich, in der Programmarbeit oder in der Sprach- und Bildungskooperation wählen.

Max-Weber-Stiftung
Das Programm der Max-Weber-Stiftung richtet sich an Studierende geisteswissenschaftlicher Studiengänge, die schon einen akademischen Abschluss erworben haben. Die Stiftung hat Institute in London, Paris, Moskau, Tokyo, Beirut, Istanbul, Rom, Warschau und Washington. Es können Praktika im wissenschaftlichen, im administrativen sowie im Bibliotheksbereich absolviert werden.

Vermittlungsagenturen
Diese Praktikumsbörsen unterstützen Sie bei der Suche nach einem Praktikumplatz und der Planung des Auslandsaufenthaltes. Vermittlungsagenturen bieten ein breites Angebot an Praktika. Studenten aller Fachrichtungen, von angehenden Ingenieuren bis zu Rechtswissenschaftlern, werden hier fündig. Für die Vermittlung zahlen Bewerber allerdings eine Vermittlungsgebühr.

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Praktikum Tipps

Zu Beginn des Praktikums steht oft nur grob fest, was der oder die Praktikantin zu tun hat. Die Beschreibung in der Stellenanzeige spiegelt nicht zwingend das tatsächliche Spektrum oder die Realität wider. Auch das obligatorische „Kaffee kochen“ und „Kopieren“ gehören mitunter zu den Tätigkeiten, die man Praktikanten auferlegt. Seien Sie bitte für nichts zu schade. Nutzen Sie die Chance vielmehr dazu, vage Arbeitsinhalte zu präzisieren. Mit den folgenden Tipps holen Sie aus dem Praktikum mehr heraus:

Initiative zeigen: Gehen Sie produktiv mit Leerlauf um: Überlegen Sie, an welcher Stelle gerade jemand gebraucht wird und bieten Sie Ihre Hilfe an. Niemals abwarten und passiv rumsitzen! Fragen Sie lieber nach, wer Hilfe braucht. Den Kollegen und Ihrem Chef wird es positiv auffallen, dass Sie selbst Vorschläge machen und Eigeninitiative zeigen. Und wenn partout nichts zu tun ist, fragen Sie wenigstens, ob Sie in der Zeit Ihren Praktikumsbericht vorbereiten oder Fachzeitschriften lesen dürfen.

Praktikum mitgestalten: Warten Sie nicht darauf, dass einer der Kollegen Sie an die Hand nimmt und in sein Projekt einbezieht. Interessieren Sie sich besonders für einen bestimmten Bereich oder ein Projekt? Dann sprechen Sie den entsprechenden Kollegen an und bieten Sie ihm Ihre Unterstützung an. Auch auf diese Weise können Sie mitbestimmen, wie Ihr Praktikum verläuft.

Fragen stellen: Es gibt kaum dumme Fragen, aber zu späte. Gerade am Anfang des Praktikums gesteht man Ihnen Rückfragen eher zu, als wenn Sie schon einige Erfahrungen gemacht haben – und sich immer noch nach den Basics erkundigen. Das wirft ein schlechtes Licht auf Ihre bisherige Arbeit und Lernfähigkeit. Deshalb: Gerade am Anfang viele Fragen stellen, Notizen machen, lernen, umsetzen…

Interesse zeigen: Erledigen Sie auch offensichtliche Sisyphus-Arbeiten oder einfachste Tätigkeiten wie die Spülmaschine ausleeren mit Interesse und Engagement. Das betont Ihren Teamgeist und statusfreies Denken. Diven und Superstars dagegen kann keiner leiden. Je aktiver Sie sich einbringen, desto weniger wird man Sie für den Krimskrams nutzen.

Praktikum Fehler

Es gibt allerdings auch ein paar Gefahren und Stolperfallen, die im Praktikum lauern. „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“, heißt es zurecht. Als Praktikant stehen Sie (im Gegensatz zu Auszubildenden) zwar oft außerhalb der Hierarchie, dennoch sollten Sie zunächst bescheiden auftreten und keine Bugwelle erzeugen, als seien Sie der Christus der Branche. Mit ein wenig Empathie, Diplomatie und Fingerspitzengefühl lassen sich die meisten Klippen umschiffen. Folgende Fettnäpfe und Fehler im Praktikum sollten Sie vermeiden:

Zu spät kommen: Wiederholt zu spät zu kommen oder ohne Absprache früher zu gehen, ist ein absolutes No-Go. Arztbesuche sollten Sie in den ersten Wochen ebenfalls vermeiden, ansonsten bitte rechtzeitig ankündigen und Bereitschaft signalisieren, den Termin zu verschieben. Termine wie Familiengeburtstage klären Sie bitte ebenfalls vorher ab.

Arbeitscomputer privat nutzen: Auch wenn man Ihnen einen Computer mit Internetzugang zuteilt – klären Sie unbedingt vorher, ob Sie damit auch mal privat surfen dürfen. Selbst wenn es erlaubt sein sollte: Seien Sie zurückhaltend mit Besuchen auf Facebook oder Instagram. Wenn das Interesse hierfür größer ist, wirft das ein schlechtes Licht auf Sie.

Am Flurfunk beteiligen: Halten Sie sich mit Klatsch und Tratsch zurück. Schon gar nicht dürfen Sie mitlästern. Bleiben Sie unbedingt neutral. IMMER! Was allein erlaubt ist: Nutzen Sie den Flurfunk, um sich ein besseres Bild vom Unternehmen zu machen. Fragen Sie sich, ob Sie in dieser Atmosphäre langfristig wohlfühlen.

Als Besserwisser auftreten: Sie stecken voller Motivation und in Ihrem Kopf schwirren etliche Ideen, was man im Unternehmen verbessern könnte. Grundsätzlich gut. Aber sagen sollten das Praktikanten nie so. Verpacken Sie Ihre Vorschläge besser in unschuldige Fragen: Wie wäre es, wenn wir…? Pluspunkte sammelt, wer es schafft, den Kollegen das Gefühl zu geben, sie seien selbst auf die Idee gekommen.

Keine Kritik annehmen: Praktikanten lernen noch. Deshalb ist Kritik an Ihrer Arbeit völlig normal. Nehmen Sie diese nie persönlich. Danken Sie vielmehr für das Feedback. Danach sollten Sie versuchen, die Kritik umzusetzen und es beim nächsten Mal besser zu machen. So wachsen nicht nur Sie selbst – Sie signalisieren auch Lernwillen und -fähigkeit.

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Praktikum Bezahlung

Für ein freiwilliges Praktikum muss ein Gehalt gezahlt werden. Schüler- und Pflichtpraktika müssen dagegen nicht bezahlt werden. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass Sie im Praktikum auch nicht als billige Arbeitskraft ausgenutzt werden. Erst recht, wenn dadurch auch noch Reise- oder Wohnungskosten entstehen.

Die gute Nachricht ist: Für ein bezahltes Praktikum steigen die Praktikumsgehälter. Studien liegt die durchschnittliche Bezahlung von Praktikanten aktuell bei 1.240,18 Euro im Monat. Die Bezahlung variiert allerdings von Branche zu Branche. Hier eine kompakte Übersicht:

  • Unternehmensberatung, Wirtschaftsprüfung & Recht: 1.382,90 Euro
  • Personaldienstleistungen: 1.334,05 Euro
  • Finanzen, Banken & Versicherungen: 1.259,73 Euro
  • Maschinen- & Anlagenbau: 1.156,90 Euro
  • Freizeit, Touristik, Kultur & Sport: 1.150 Euro
  • Bildung & Training: 1.080,75 Euro
  • Vereine & NGOs: 700 Euro

Für freiwillige Praktika besteht laut § 26 des Berufsbildungsgesetz (BBiG) unter Umständen auch eine Sozialversicherungspflicht:

  • Dauert das Praktikum weniger als drei Monate und erhält der Praktikant monatlich weniger als 450 Euro, besteht keine Sozialversicherungspflicht.
  • Dauert das Praktikum länger als drei Monate, handelt es sich nicht mehr um eine um eine geringfügige Beschäftigung. In dem Fall muss der Arbeitgeber einen Beitrag zu Kranken- und Rentenversicherung zahlen. Dafür entfällt der Arbeitnehmeranteil. Einen BAföG-Anspruch haben diese Praktikanten nur bei Teilzeit-Praktika oder wenn das Praktikum in der vorlesungsfreien Zeit stattfindet.
  • Dauert das Praktikum länger als drei Monate und übersteigt die Bezahlung 450 Euro im Monat, besteht eine Sozialversicherungspflicht wie für einen Arbeitnehmer und der BAföG-Anspruch geht verloren. Immerhin besteht dafür ein anteiliger Urlaubsanspruch laut Bundesurlaubsgesetz von rund 2 Tagen pro Monat. Darüber hinaus fällt beim Überschreiten der Einkommensgrenze von monatlich 450 Euro die kostenlose Familienversicherung weg, sodass Krankenversicherungsbeiträge gezahlt werden müssen.

Anspruch auf Mindestlohn im Praktikum

Praktikanten haben gemäß § 22 Abs. 1 Satz 2 Mindeslohngesetz Anspruch auf den Mindestlohn, sofern sie länger als drei Monate im Betrieb sind oder ihr Studium bereits abgeschlossen haben. Um hierbei jedoch keine bösen Überraschungen zu erleben, sollten Praktikanten in spe, das Thema ansprechen, bevor Sie einen Arbeits- oder Praktikumsvertrag unterschreiben.

Aktuell liegt der Mindestlohn bei 9,35 Euro pro Stunde. Bis zum Jahr 2022 soll er auf 10,45 Euro angehoben werden.

Von der Mindestlohnpflicht ausgenommen sind Schüler- und Pflichtpraktikanten. Ebenso alle Praktika, die weniger als drei Monate dauern. Das gilt auch für…

  • Pflichtpraktika im Rahmen von Schule, Ausbildung oder Studium
  • Freiwillige Praktika begleitend zu Studium oder Ausbildung bis zu drei Monaten
  • Freiwillige Praktika bis zu drei Monaten, die zur Orientierung bei der Berufs- oder Studienwahl dienen
  • Einstiegsqualifizierungen nach § 54 a des Dritten Sozialgesetzbuches
  • Praktika zur Berufsausbildungsvorbereitung nach §§ 68–70 Berufsbildungsgesetz (BBiG)
  • Praxisphasen während eines dualen Studiums, generell bei ausbildungsintegrierten Studiengängen, sowie praxisintegrierten Studiengängen bei denen praktische Tätigkeiten regelmäßig innerhalb des Studiengangs verpflichtend sind.

BAföG und Finanzierungshilfen

Tatsächlich kann man sich während des Praktukums finanziell unterstützen und fördern lassen – nicht nur von den Eltern. Zum Beispiel durch BAföG oder staatliche Hilfen. Wie viel BAföG ein Praktikant erhält, hängt allerdings davon ab, wann das Praktikum absolviert wird und ob es sich um ein freiwilliges oder ein Pflichtpraktikum handelt.

Handelt es sich beispielsweise um ein Pflichtpraktikum, das nach der Studienordnung zwingend erforderlich ist, wird dies in der Regel gefördert. Allerdings wird die Praktikumsvergütung in voller Höhe auf das BAföG angerechnet, sodass sich dieses um den entsprechenden Betrag vermindert.

Absolvieren Studenten hingegen ein freiwilliges Praktikum, wird eine Bezahlung von bis zu 450 Euro monatlich nicht auf das BAföG angerechnet. Weiterhin gibt es Freibeträge auf das Einkommen. Übersteigt das Praktikantengehalt 450 Euro im Monat, wird die staatliche Unterstützung anteilsmäßig vermindert.

Außerdem wird das Praktikum nur während der Semesterferien gefördert, nicht vor oder nach dem Studium. Auch während der Vorlesungszeit können Sie ein gefördertes Praktikum machen. Allerdings sollte es sich dabei um ein Teilzeitpraktikum handeln. Der Arbeitsschwerpunkt muss auf dem Studium liegen, damit der Anspruch auf Förderung bestehen bleibt.

Darüberhinaus können Sie sich vom Jobcenter unterstützen lassen – zum Beispiel wenn das Praktikum der sogenannten „Eignungsfeststellung“ oder dem Erwerb neuer Fähigkeiten dient. Das Jobcenter fördert allerdings oft nur 2-wöchige Praktika. Dauert das Praktikum länger, sollten Sie vorab mit Ihrem Sachbearbeiter klären, ob und wie viel finanzielle Unterstützung vom Arbeitsamt kommt.

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Praktikanten Rechte & Pflichten

Praktikanten haben nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte. Viele Praktikanten trauen sich allerdings nicht, sich zum Beispiel über anspruchslose Aufgaben oder schlechte Bezahlung zu beschweren. Zum Teil auch, weil sie gar nicht wissen, was ihnen zusteht. Hier ein Überblick aus dem Arbeitsrecht:

Arbeitszeit

In der Regel entsprechen die Arbeitszeiten von Praktikanten denen der angestellten Arbeitnehmer. Wie lange und von wann bis wann ein Praktikant in der Woche arbeitet, wird im Praktikumsvertrag schriftlich festgehalten.

Bei freiwilligen Praktika besteht überdies ein Anspruch auf Ausgleich von Überstunden und für Tätigkeiten an Sonn- beziehungsweise Feiertagen. Dieser ergibt sich aus dem Berufsbildungsgesetz und gilt nicht für Pflichtpraktika.

Urlaub

Beim Urlaubsanspruch gelten unterschiedliche Regelungen. Bei Pflichtpraktika unterliegen Studenten keinem arbeitsrechtlichen Schutz und haben auch keinen Anspruch auf Urlaub. Bei einem freiwilligen Praktikum gelten indes die gleichen Rechte wie bei Angestellten. Bedeutet: Sie haben Anspruch auf mindestens 24 Tage im Jahr, also umgerechnet 2 Tage pro Monat.

Kündigung

Wurde im Vorfeld keine Kündigungsfrist vereinbart, können Sie jederzeit gehen und das Praktikum abbrechen. Sollte das Praktikum ganz und gar nicht Ihren Vorstellungen entsprechen, und Sie haben das Gefühl, nichts zu lernen, dürfen Sie also jederzeit die Notbremse ziehen.

Ausführliche Informationen zu Rechten und Pflichten finden Praktikanten in unserem ausführlichen Artikel zum Thema Rechte von Praktikanten.

Praktikumszeugnis

Da Praktikanten zugleich „Arbeitnehmer“ sind, steht ihnen nach § 109 der Gewerbeordnung am Ende des Praktikums ein schriftliches Praktikumszeugnis zu. Dieses muss zwingend in gedruckter Form (auf Firmenpapier) und handschriftlich unterschrieben ausgestellt werden. Ein Zeugnis als PDF oder per Mail ist unzulässig.

Unterschieden wird dabei zwischen einem „einfachen“ Praktikumszeugnis (es enthält nur einen Nachweis darüber, wann und wo Sie für welche Zeit beschäftigt waren) und einem „qualifizierten“ Praktikumszeugnis (es enthält neben der Tätigkeitsbeschreibung immer eine Bewertung der Leistungen und des Sozialverhaltens). Sie sollten immer letzteres verlangen, es hat bei der Bewerbung den höheren Stellenwert.

Nach § 109 GewO muss das Zeugnis zwar „wahr“ und „wohlwollend“ formuliert sein. Dennoch hat sich hierbei in den vergangenen Jahren eine Art Zeugnissprache samt Geheimcodes in den Formulierungen etabliert. Diese klingen zwar auf den ersten Blick nett, bedeuten aber meist das genaue Gegenteil. Achten Sie bei Ihrem Zeugnis daher unbedingt auf versteckte Botschaften im Subtext, die Ihnen später schaden könnten.

Formulierungen: Mehr als 200 Codes entschlüsselt

Wir haben eine umfangreiche Übersicht zusammengestellt mit mehr als 200 Arbeitszeugnis-Formulierungen und Geheimcodes in der Zeugnissprache – samt Erklärung, Bedeutung und Notenentsprechung. So können Sie sofort entschlüsseln, ob Ihr Zeugnis „sehr gut“, „befriedigend“ oder gar „mangelhaft“ ist.

Das eBook können Sie sich als PDF gleich hier kostenlos herunterladen, ausdrucken und als Nachschlagewerk verwenden. Achten Sie beim Praktikumszeugnis aber bitte nicht nur darauf, was drinsteckt, sondern auch was NICHT drinsteht. Auch das Weglassen von Standard-Formulierungen kann ein geheimes Signal für eine schlechte Note sein.

Praktikumsbescheinigung

Die Praktikumsbescheinigung ist vergleichbar mit dem „einfachen Praktikumszeugnis“. Egal, ob Sie ein Pflichtpraktikum, ein freiwilliges Praktikum oder ein Schülerpraktikum absolviert haben: einen gesetzlichen Anspruch auf eine Praktikumsbescheinigung haben Sie immer.

Die Praktikumsbescheinigung (auch „Praktikumsnachweis“ genannt) umfasst in der Regel nicht mehr als eine DIN-A4-Seite und enthält überwiegend Fakten zum Praktikum (Zeitraum, Aufgaben, Tätigkeiten), seltener Wertungen. Sie dient vor allem als Nachweis darüber, dass Sie das Praktikum wirklich (bis zu dessen Ende) gemacht haben.

Die Praktikumsbescheinigung sollte enthalten:

➠ Vor- und Nachname des Praktikanten
➠ (Geburtsdatum des Praktikanten)
➠ Namen des Unternehmens
➠ Anschrift des Unternehmens
➠ Praktikum-Zeitraum
➠ Namen des Betreuers
➠ Aufgaben während des Praktikums
➠ Tätigkeitsbereiche
➠ Einsatzgebiete
➠ Ort, Datum und Unterschrift

Ein kostenloses Muster einer Praktikumsbescheinigung finden Sie bei der IHK, HIER (PDF).

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Berufseinstieg nach dem Praktikum: 3 Tipps

Insbesondere abschlussnahe Studenten können über ein Praktikum schneller den Berufseinstieg finden. Das setzt voraus, dass Sie während des Praktikums mit guter Leistung, Verlässlichkeit und Engagement geglänzt haben. Um Ihre Chancen zu maximieren, sollten Sie rechtzeitig aktiv werden und den Übergang vom Praktikum in einen möglichen Job vorbereiten. Die folgenden drei Schritte helfen dabei:

  1. Bitten Sie um ein Abschlussgespräch
    Vereinbaren Sie einen Termin gegen Ende des Praktikums, an dem Sie das Praktikum mit Ihren Vorgesetzten Revue passieren lassen und sich Feedback einholen. Ein solches Gespräch bietet Ihnen die Gelegenheit, über eine weitere Zusammenarbeit zu sprechen. Nutzen Sie das, und schämen Sie sich nicht, danach zu fragen.
  2. Erkundigen Sie sich nach einem Job
    Vielleicht haben Sie Ihr Studium noch gar nicht abgeschlossen, sodass ein nahtloser Übergang in die Festanstellung unmöglich ist. Dann bleiben immer noch eine Tätigkeit als Werkstudent oder ein Studentenjob. Beides hält den Kontakt aufrecht – und eingearbeitet sind Sie auch schon. Fragen Sie nach, ob und wie viele Stunden Sie später pro Woche für das Unternehmen arbeiten könnten – und zu welchem Stundenlohn.
  3. Nutzen Sie den kleinen Dienstweg
    Falls der Jobeinstieg bald ansteht, suchen Sie gezielt die Kollegen in der Personalabteilung auf und fragen Sie diese nach freien Stellen. Solange das Praktikum läuft, haben Sie hier gleich drei Vorteile: einen physischen Zugang zu den Personalern; kurze Wege und Fürsprecher im Unternehmen (zum Beispiel den direkten Vorgesetzten sowie einflussreiche Kollegen). Eine Bewerbung über den „kleinen Dienstweg“ hat zudem größere Aussichten, als wenn Sie es später als externer Kandidat versuchen.

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[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]
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31. Juli 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.


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