Homeoffice-Tipps-Wunsch-Regelungen
Von Zuhause zu arbeiten klingt für viele Arbeitnehmer nach Freiheit, Selbstbestimmung und Entspannung. Es gibt keinen Chef, der einem im Nacken sitzt und keine nervigen Kollegen, die einen mit ihren Marotten in den Wahnsinn treiben. Doch was sich im ersten Moment nach paradiesischen Arbeitsbedingungen anhört, hat in Wahrheit auch seine Schattenseiten: keine geregelten Arbeitszeiten, kein Kontakt zu Kollegen, zahlreiche Ablenkungen... Die Arbeit im Home Office stellt viele Arbeitnehmer vor ungewohnte Herausforderungen. Einige wünschen sich nach kurzer Zeit die geordneten Verhältnisse im Büro zurück. Wie Sie die Vorteile der Heimarbeit nutzen...

Home-Office Bilanz: Schlecht für Einkommen und Karriere

Vorab gleich ein paar ernüchternde Zahlen: Wissenschaftler um Nicholas Bloom von der Stanford Universität haben das Arbeiten im Home-Office kürzlich genauer untersucht - schließlich arbeiten allein in den USA rund 10 Prozent der Beschäftigten regelmäßig von daheim. Also werteten die Forscher die Daten von 16.000 Betroffenen über einen Zeitraum von neun Monaten aus - und kamen zu einem erstaunlichen Ergebnis:

Zunächst hatte das Zuhause-Arbeiten positive Auswirkungen auf die Beschäftigten und das Unternehmen:

  • Die Heimarbeit steigerte die Leistung der Versuchsteilnehmer um stolze 13 Prozent.
  • 9 Prozent davon ergaben sich allein dadurch, dass die Heimarbeiter mehr Zeit (pro Schicht) arbeiteten als sie tatsächlich mussten. Sie machten weniger und kürzer Pausen und waren auch seltener krank.
  • 4 Prozent ergaben sich durch die gestiegene Konzentration - dank weniger Störquellen und -geräusche im Umfeld.
  • Zudem berichteten die Heimarbeiter einhellig, sie seien zufriedener mit ihrer Arbeit.

Aber lohnt sich Heimarbeit auch wirklich? Bei der Frage offenbarte sich dann allerdings der Haken an der Sache: Die Wissenschaftler untersuchten nämlich auch, ob und wie sie die ja eigentlich viel bessere Leistung im Home-Office auf die Karrieren und Einkommen ihrer Probanden auswirkte. Und siehe da: Gelohnt hat sich das nicht, im Gegenteil: Im Vergleich zu den anwesenden Kollegen im regulären Büro (Kontrollgruppe) nahmen die Chefs die deutlich bessere Leistung der Heimarbeiter gar nicht wahr. Obwohl jeder einzelne Heimarbeiter im Jahresschnitt rund 375 Dollar Mehrleistung brachte und dabei auch noch im Schnitt 1250 Dollar Bürokosten sparte (zusammen also mehr als 1600 Dollar Plus), gab es für die Betroffenen seltener Gehaltserhöhungen und weniger Beförderungen.

Die Arbeit im Home Office ist eine Umstellung

Heimbuero-Mutter-Kind-AblenkungWer es gewohnt ist, morgens zur Arbeit zu fahren, ist mit den Freiheiten des Home Office womöglich schon überfordert. Auf einmal fehlt die vorgegebene Tagesstruktur. Das führt nicht selten dazu, dass einige ihren Arbeitstag im Pyjama bestreiten, beim Mittagessen nebenher arbeiten oder zwischendurch Aufgaben im Haushalt erledigen. Das Berufs- und das Privatleben vermischen sich zunehmend. Heraus kommt dabei eine nicht zufriedenstellende und unproduktive Arbeitssituation.

Home Office bedeutet – zumindest als Arbeitnehmer – nicht, dass Sie völlig flexibel und nach Ihrem eigenen Rhythmus arbeiten können. Sie haben zwar sicher mehr Freiheiten als im Büro, doch grundsätzlich gibt nach wie vor Ihr Arbeitgeber die Zeiten vor, in denen Sie erreichbar sein müssen. Eine klare Regelung der Arbeitszeit ist daher auch im Home Office wichtig – und in Ihrem eigenen Interesse, denn ohne klare Grenzen haben Sie auch keinen echten Feierabend.

Fest vereinbarte Arbeitszeiten bedeuten allerdings auch: In diesem Zeitraum haben Sie keine Zeit für andere Aufgaben oder Ablenkungen. Vor allem Familie und Freunde werden das zu Beginn nicht verstehen, denn Sie sind ja zu Hause und für jeden erreichbar.

Die Verantwortung liegt bei Ihnen. Ihr Arbeitgeber wird die Arbeit im Home Office nur dann unterstützen, wenn Sie Ihre Aufgaben erfüllen und Ergebnisse liefern. Um das zu schaffen, müssen Sie sich selbst organisieren, eigene Zeitpläne erstellen und einhalten und den vielen Versuchungen und Ablenkungen, die in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus auf Sie warten, widerstehen.

Home-Office Selbsttest: Passt die Heimarbeit zu mir?

Check-Icon-TransparentAuch wenn viele davon schwärmen: Bevor Sie zum Chef gehen und fragen, ob Sie auch im Home-Office arbeiten können, prüfen Sie bitte, ob das selbstbestimmte und flexiblere Arbeiten für Sie auch das Richtige ist. Nicht jeder Arbeitnehmer ist dafür geeignet. Sollten Ihnen einzelne oder gar mehrere der folgenden Punkte bekannt vorkommen, sollten Sie das als Warnzeichen werten und womöglich von dem Schritt ins Home Office solange absehen, bis die Punkte und Fragen geklärt sind:

  1. Sie können sich selbst keine Grenzen setzen und machen daher nie wirklich Feierabend.
  2. Sie assoziieren Home Office in erster Linie mit freier Zeiteinteilung und vergessen dabei, dass oft das schlechte Gewissen zu viel längeren Arbeitszeiten führt.
  3. Sie neigen dazu, Arbeit mit nach Hause zu nehmen und werden im Home Office daher auch samstags - vielleicht sogar sonntags - arbeiten.
  4. Ihre Arbeits- und Zeitstruktur war bisher weitgehend von anderen vorgegeben und Sie fühlen sich mit dieser Arbeitsweise sehr wohl.
  5. Sie müssen im Home Office rund um die Uhr erreichbar sein.
  6. Die Trennung von Arbeit und Freizeit fällt Ihnen durch die räumliche Nähe schwer.
  7. Sie riskieren durch die Abwesenheit im Büro die Schwächung Ihrer Position im Unternehmen.

Home Office Wunsch: So überzeugen Sie den Chef

Home Office WunschDer Wunsch nach Heimarbeit ist in Deutschland größer ausgeprägt als die Bereitschaft, ihn zu erfüllen. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) kam vor einigen Monaten zu dem Ergebnis: 40 Prozent der Beschäftigten würden sich mehr Zeit im Home Office wünschen. Dabei sollte die Digitalisierung doch eigentlich der Wegbereiter fürs Home Office-Paradies sein.

Haben Sie auch einen unerfüllten Home Office-Wunsch? Dann gibt es für Sie nun zwei Möglichkeiten: Sie können sich erstens mit Wonne über die vermeintlich blinden, sturköpfigen, altbackenen deutschen Unternehmen auslassen und noch ein beherztes "Typisch!" hinterherwerfen. Oder Sie werden selbst aktiv, versuchen Ihren Chef davon zu überzeugen, dass Sie und Ihre Kollegen im Home Office gut aufgehoben sind.

Mit diesem Leitfaden steigen Ihre Chancen...

Schritt 1: Voraussetzungen schaffen

  • Reality Check

    Er steht am Anfang der Überlegungen. Ist es in Ihrem Unternehmen überhaupt praktisch möglich, die Maloche (teilweise) ins häusliche Arbeitszimmer zu verlagern? Oftmals kann die Antwort nur Nein lauten. Home Office ist kein Thema für Verkäufer im Einzelhandel, für Schichtarbeiter im Automobilwerk, für Gärtner, Metzger, Tischler. In anderen Branchen dagegen gibt es viel Luft nach oben, zum Beispiel in Agenturen, bei präsenzverliebten Mittelständlern, vor allem auch in Behörden. Ist Ihr Job mit viel Bildschirmarbeit oder Reiseaufwand verbunden? Dann ist er prädestiniert fürs Home Office. Für Vertriebler, IT-Entwickler oder Kreative ist (oder wäre) der tägliche Gang ins Büro nicht mehr als eine Verkomplizierung ihrer Arbeit.

  • Erreichbarkeit

    Muss gewährleistet sein, im Home Office noch mehr als im Einzelbüro. Fragen, die man vorsichtshalber vorab klärt: Wie schnell ist meine Internetverbindung zuhause? Komme ich über ein Virtual Private Network in unser Firmennetz? Bin ich über Skype erreichbar? Mit Chef und Kollegen über WhatsApp und Slack vernetzt?

  • Arbeitszimmer

    Auch das nicht vergessen: Nicht jede Wohnung bietet sich als beruflicher Rückzugsort an. Lässt Ihre Bleibe konzentriertes Schaffen überhaupt zu? Eine WG, die eher einem Taubenschlag gleicht, vermutlich nicht. Ein Häuschen im Grünen - ohne Straßenbahn vor der Tür - schon eher. Übrigens: Bis zu 1.250 Euro jährlich können Sie - sofern Sie einen Teil Ihrer Arbeit zuhause erledigen - für Ihr häusliches Arbeitszimmer von der Steuer absetzen.

Schritt 2: Unternehmensbrille aufsetzen

Behalten Sie diese Weisheit unbedingt im Schädel: Es geht um eine wirtschaftliche Entscheidung, nicht um persönliche Befindlichkeiten. Ihren Arbeitgeber interessiert es nicht im Geringsten, ob Sie zuhause Ihren Goldfisch im Auge behalten wollen oder so wahnsinnig gerne mehr Zeit in Balkonien verbringen würden. Legen Sie Ihre eigene Brille ab und setzen die Ihres Vorgesetzten auf. Argumentieren Sie ausschließlich mit ökonomischer Vernunft. Welche Vorteile hat Ihr Arbeitgeber, wenn er Sie ins Home Office schickt?

Konkrete Vorteile, die Sie klar und deutlich benennen können, sind:

  1. Zeitgewinn

    In Deutschland gibt es immer mehr Pendler, die immer längere Strecken zurücklegen und immer länger im Stau stehen. Darauf wies eine DGB-Studie hin - Trendwende nicht in Sicht. In Stuttgart beispielsweise steht jeder Pendler 80 Stunden pro Jahr im Stau - unrühmlicher Rekord. Pendeln kostet Zeit und Kraft - und ließe sich vermeiden.

  2. Ausgeruhtheit

    Sie können länger schlafen, später aufstehen und sich auch mittags noch mal eine halbe Stunde auf dem Sofa lang machen. Der springende Punkt dabei: Das ist nicht nur schön für Sie, sondern erhöht auch Ihre Arbeits-Produktivität. Ein Powernap erhöht Konzentrationsfähigkeit, Erinnerungsvermögen, Energielevel - macht Sie fitter und leistungsfähiger.

  3. Kostenersparnis

    Money makes the world go round. Ergänzung: Und es dient Ihnen als unschlagbares Argument. Bieten Sie also an, Ihr eigenes Equipment im Home Office zu nutzen: PC, Laptop, Tablet, Smartphone. Für das Unternehmen sind damit weniger Kosten verbunden - übrigens auch für Strom, Wasser, Kaffee, Obst, Druckerpapier, Dienstwagen, Benzingutscheine, Parkplätze, öffentliche Verkehrsmittel usw.

  4. Erreichbarkeit

    Nichts fürchtet Ihr Chef mehr als Kontrollverlust. Wichtig daher, ihm die Angst davor zu nehmen. Zum Beispiel mit diesem Argument: Selbst im Büro spielt sich die Kommunikation weitgehend auf technologischer Ebene ab, via E-Mail, Messenger, Skype oder Telefon. Der Unterschied zum Home Office: Gar nicht so groß.

  5. Arbeitgebermarke

    Auch Ihr Unternehmen will in der Talente-Schlacht nicht die weiße Fahne hissen. Wer Home Office-Regelungen implementiert, kann damit für sich werben - und Talente möglicherweise leichter locken und halten. Das betrifft nicht nur Sie, sondern die gesamte Belegschaft. Ein strategisch wichtiger Punkt, den Sie ruhig zur Sprache bringen dürfen.

  6. Produktivität

    In einer Studie eines amerikanischen Softwareunternehmens sagten 91 Prozent der Befragten, dass sie zuhause produktiver arbeiten würden als im Büro. Mehr noch: Die Heimarbeiter waren im Vergleich glücklicher, fühlten sich eher wertgeschätzt als ihre Kollegen im Büro. Auch die Uni Stanford wies die Produktivitätszuwächse im Home Office bereits nach. Demnach machen Heimarbeiter weniger Pausen und melden sich seltener krank.

    Heimarbeiter arbeiten 2,5 Stunden länger

    Extra-Tipp-IconVon wegen Faulenzen im Home-Office! Wer zuhause im Heimbüro sitzt, arbeitet im Schnitt 2,5 Stunden pro Woche mehr als die Kollegen im regulären Büro. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie (PDF) der Baseler Wirtschaftswissenschaftler Michael Beckmann und Kira Rupietta. Mehr noch: Wer ausschließlich im Home-Office schafft (also nie ins Büro muss), kommt sogar auf sechs Überstunden pro Woche - natürlich unentgeldlich. Bestätigt wird das auch durch andere Untersuchungen - etwa vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (PDF). Danach kommen Heimarbeiter auf knapp doppelt so viele Überstunden wie ihre Kollegen im Büro.

  7. Testlauf

    In manchen Firmen plätschert der Freitag nur so dahin, die Woche ist im Grunde schon abgehakt. Warum also nicht den Freitag für einen Probelauf nehmen? Schlagen Sie Ihrem Chef vor, das Home Office probeweise zu testen. Ein gleitender Übergang ist besser als ein harter Cut. Einmal pro Woche oder im Monat remote - und die Ergebnisse hinterher evaluieren. Wichtig: Sie müssen ihre Ergebnisse so genau wie möglich dokumentieren, um ihn oder sie endgültig vom Nutzen der Heimarbeit zu überzeugen.

Schritt 3: Timing finden

Wann trage ich dem Chef mein Anliegen vor? Das richtige Timing entscheidet - wie so oft im Leben - über Erfolg oder Misserfolg. Entscheidend sind diese beiden Punkte:

  • Leistung

    Der gesunde Menschenverstand sagt: Frage nicht schon in den ersten Wochen und Monaten im Unternehmen nach einer herzhaften Extrawurst. Wer den eigenen Wert für die Firma noch nicht nachgewiesen hat, sollte mit Forderungen grundsätzlich zurückhaltend sein. Hier hilft der meritokratische Ansatz: Ich habe x und y geleistet und mir z redlich verdient. Wichtig nur: Argumentieren Sie nicht ausschließlich mit Ihren Verdiensten, sondern nur in Verbindung mit erwartbaren Vorteilen für die Firma.

  • Arbeitsethos

    Wahr ist auch: Wer nicht jede Abkürzung geht, vor Überstunden nicht zurückschreckt wie der Veganer vorm Bratwurststand, hält bessere Karten in der Hand. Eine starke Arbeitsethik - altdeutsch: Fleiß und Tüchtigkeit - helfen Ihrem Plädoyer. Auch das kann man nicht nach zwei Wochen, sondern muss man über Monate und Jahre nachweisen. Und was Sie auch unter Beweis stellen sollten, BEVOR Sie fragen: Selbstdisziplin, Zeitmanagement und die Fähigkeit zu selbstständigem Arbeiten.

Mehr Gehalt trotz Home-Office

Extra-Tipp-IconMit den folgenden drei Tipps lassen sich die Chancen auf eine Gehaltserhöhung verbessern. Im Kern laufen sie allerdings immer auf dasselbe hinaus: Bleiben Sie sichtbar und fallen Sie auf! Idealerweise so...

  1. Bürotage nutzen.

    Kaum ein Heimarbeiter hockt wirklich fünf Tage die Woche, 20 Tage im Monat allein daheim. In den meisten Jobs sind sogenannte Präsenztage unverzichtbar, weil sich dann die Projektteams zusammenfinden und weitere wichtige Schritte planen oder über erreichte Meilensteile berichten. Für Heimarbeiter sind das Schlüsseltage: Hier sollten Sie besonders auffallen. Weniger durch eine schöne Gesichtsbräune (fatal!), dafür umso mehr durch exzellente Vorbereitung, sorgfältig aufbereitete Unterlagen - und gute Hintergrundinformationen, die zeigen, dass Sie permanent wissen, was in der Firma passiert.

    Tipp: Pflegen Sie vitale Netzwerke an diesen Präsenztagen und telefonieren Sie ein paar dieser Kollegen am Vortag ab, um auf dem neusten Stand zu sein. Und machen Sie an diesen Tagen bitte nie früh Feierabend, sondern gehen Sie am besten erst nach dem Chef. Womöglich ist es das einzige Bild von Ihnen, dass sich bei ihm einprägt.

  2. Präsenz dokumentieren.

    Den größten Fehler, den ein Mitarbeiter im Home-Office machen kann, ist, nicht erreichbar zu sein. Da sieht jeder Chef sofort Rot, denn natürlich sieht der dann nicht den engagierten Kollegen vor seinem geistigen Auge, sondern den Drückeberger, der während der Arbeitszeit einkaufen geht, Spaziergänge macht oder faul am See liegt. Der Psycho-Effekt lässt sich aber natürlich auch positiv nutzen. Konkret: Beantworten Sie E-Mails von Kollegen oder vom Chef so schnell wie möglich und gehen Sie immer sofort ans Telefon, wenn es klingelt. Kurz: Dokumentieren Sie permanente virtuelle Anwesenheit.

    Tipp: Da E-Mails auch immer Datum und Sendezeit speichern, können Sie diese wunderbar als virtuelle Stechuhr nutzen. Gewöhnen Sie sich an, über den Tag verteilt immer wieder mal mit Kollegen aus de Büro zu korrespondieren. Möglichst früh am Morgen, aber gerne auch mal spät am Abend. Die Botschaft kommt an und lässt sich so auch später noch nachweisen: "Ich bin schon da. / Ich arbeite noch."

  3. Meetings organisieren.

    Sie können natürlich warten, bis man Sie anschreibt oder anruft, um dann zu beweisen, wie präsent Sie sind. Oder aber Sie helfen ein wenig nach. Natürlich liegt gerade der Vorteil der Heimarbeit darin, nicht ständig von hereinstürmenden Kollegen oder Perma-Meetings unterbrochen zu werden. Ganz ohne regelmäßige Lebenszeichen kommen Sie aber auch nicht aus. Besonders gut dafür geeignet sind virtuelle Meetings, sei es in Form von Telefon- oder Videokonferenzen. Egal, welches Tool Sie am Ende nutzen: Das Ziel ist, dass man Sie trotzdem im Büro sieht und hört - und sei es nur auf dem Bildschirm.

    Tipp: Auch hierbei lässt sich die Wirkung noch einmal verstärken, indem Sie solche Webkonferenzen und Telefonmeetings daheim von sich aus und selbstständig organisieren, vielleicht sogar leiten und moderieren. Ganz wichtig dabei: Achten Sie auf die Hintergrundkulisse - optisch und akustisch. Alles sollte so aussehen und klingen, als seien Sie voll bei der Arbeit.

Bonustipp

Eben weil Ihren Fleiß und Ihr Engagement daheim keiner sieht, sollten Sie vorab mit Ihrem Chef messbare Ziele (modern: KPI) definieren. Das können Deadlines sein, bis wann Sie was oder wie viel Prozent davon erledigt haben sollten oder wie viele Projekte Sie am Tag, in der Woche bearbeiten. Achten Sie darauf, dass diese Ziele realistisch und auch erreichbar sind - und dann übertreffen Sie diese ein paar Mal. Danach kommen allenfalls noch notorische Verschwörungstheoretiker auf die Idee, dass Sie Ihr Geld nicht wert sind.

50 Home-Office-Tipps: So klappt es mit der Arbeit von Zuhause

Home-Office-TippsDie Arbeit im Home Office steckt voller Ablenkungen und Versuchungen: Einladungen von Freunden, Haushaltspflichten, Anliegen der Familie... Das Home Office kann nur zu einer dauerhaften Lösung werden, wenn Sie lernen, mit diesen umzugehen. Hier einige Anregungen:

    Tipps für die Ausstattung

  1. Separieren Sie die Zimmer.

    Es sollte eine deutliche Grenze zwischen Ihrem Arbeitszimmer und dem Rest der Wohnung geben. Etwa eine Tür, die Sie auch schließen können, wenn Sie nicht gestört werden wollen. Nur so wird für Sie psychologisch, aber auch für den Rest der Familie sichtbar, dass Sie ab sofort "auf der Arbeit" sind.

  2. Wählen Sie einen ruhigen Raum.

    Klar, nicht jeder kann in seiner Wohnung das Arbeitszimmer frei wählen. Wer es aber kann, sollte einen ruhigen Raum wählen. Also nicht unbedingt angrenzend zu dem Nachbarn mit Heavy-Metal-Vorliebe und nicht unmittelbar zur stark befahrenen Straße hin.

  3. Investieren Sie in die Ausstattung.

    Es mag banal klingen, aber sparen Sie nicht am technischen Arbeitsgerät. Ein schneller Internetzugang, ein großer Bildschirm, eine leise Tastatur, ein gutes Telefon mit starkem Akku, vernünftige Kopfhörer sowie ein professionelles Headset sind das Minimum. Kaufen Sie aber nicht jeden Schnickschnack – das Equipment soll Ihren Job erleichtern und Sie nicht ablenken. Die Qualität ist entscheidend: Geräte, die nicht zuverlässig arbeiten, zehren an nur an Ihren Nerven und minimieren die Arbeitslust.

  4. Kaufen Sie in einen guten Stuhl.

    Das Geld ist hier definitiv nicht falsch angelegt. Sie sitzen schließlich jeden Tag gut acht Stunden darauf. Der Bürostuhl sollte Ihren Rücken schonen und Sie in Ihren Arbeitsabläufen möglich nirgendwo behindern – etwa, weil die Armlehnen so hoch sind, dass Sie kaum an den Schreibtisch passen. Eine hohe Rückenlehne erlaubt wiederum, sich auch einmal zurückzulehnen, um zu entspannen und nachzudenken.

  5. Beseitigen Sie Alltagsmöbel.

    Nicht nur aus steuerlichen Gründen sollte Ihr Homeoffice den Charakter einer Arbeitsstätte und nicht eines Hobbyraums haben. Auch psychologisch wirkt es sich leistungssteigernd aus, wenn Sie nicht ständig Ihr Bett, den Kleiderschrank oder Umzugskartons vor Augen haben. Deswegen müssen Sie sich ja auch nicht gleich in Isolationshaft nehmen.

  6. Schaffen Sie sich eine Denknische.

    Falls Sie den Platz dazu haben, richten Sie sich eine Ecke fernab des Schreibtisches ein, in die Sie sich zum Denken und Inspirieren lassen zurückziehen. Das können ein Sofa, ein Ohrensessel oder ein Stapel mit vielen großen, bunten, gemütlichen Kissen sein. Die Ecke eignet sich natürlich auch für gelegentliche Kaffeepausen.

  7. Setzen Sie sich nie mit dem Rücken zur Tür.

    Das klingt nach Feng-Shui und gilt dort auch, hat aber einen sinnvollen Grund: Wenn Sie die Tür im Auge behalten, können Sie a) nicht hinterrücks überrascht werden, was beruhigt und b) bekommt Ihr Arbeitsraum gleich etwas offizielles wie bei einem Empfang, was der Sache Nachdruck verleiht.

  8. Überfrachten Sie Ihre Büro nicht.

    Möbel, Bilder und Accessoires sollten den Raum nicht zupflastern, das drückt nur auf die Stimmung, macht nervös und Sie fühlen sich bald eingeengt. Weniger ist mehr. Viel freier Raum gibt auch Ihren Gedanken den nötigen Platz.

  9. Sorgen Sie für ausreichend Licht.

    Am besten ist natürlich viel Tageslicht – also bitte nicht mit dunklen Gardinen zuhängen! Bei Kunstlicht eignet sich vor allem indirekte Beleuchtung, idealerweise durch Tageslichtlampen. Strahler werfen immer hässliche Schatten. Sie können aber auch mit Farblicht experimentieren und so Ihre Stimmung positiv beeinflussen: Blaulicht zum Beispiel belebt und inspiriert, gelb-orange wiederum entspannt. Ganz wichtig: Achten Sie darauf, dass Lampen oder Sonne nie direkt auf Ihren Bildschirm scheinen, Sie aber auch nicht im Gegenlicht sitzen. Der Kontrast ist sonst zu hoch, und Ihre Augen ermüden zu schnell.

  10. Integrieren Sie Pflanzen.

    Pflanzen verbessern nicht nur das Raumklima, sie heben auch die Stimmung. Frische Schnittblumen zum Beispiel sorgen mit ihren Farben und Düften unmittelbar für eine einladende Atmosphäre. Aber auch sonst schadet es nicht, mit etwas anderem Lebendigem den Raum zu teilen.

  11. Experimentieren Sie mit Düften.

    Gerüche zielen direkt auf unser Gehirn. Über das Limbische System, der Schaltzentrale des Gehirns, können Aromen Instinkte wie Hunger oder Müdigkeit genauso beeinflussen wie das Sexualverhalten oder Sympathie – noch bevor wir einen Duft überhaupt bewusst wahrnehmen. Selbst das Gedächtnis wird von Düften geleitet: Ein leichter Hauch von Gewürzbonbons oder Glühwein und schon denken wir an Weihnachten. Von anderen Odeurs weiß man, dass sie die Leistungsfähigkeit beeinflussen: Zitronenaroma etwa fördert die Konzentration, Lavendel hilft, mathematische Aufgaben schneller und Fehler freier zu lösen, Vanille oder Ylang-Ylang können Stress abbauen, Pfefferminze soll den Geist beleben und Jasminduft angeblich besser schlafen lassen.

  12. Rearrangieren Sie die Einrichtung.

    Sie haben richtig gelesen: Sie sollten Ihrem Heimbüro ab und an einen kleinen Tapetenwechsel verpassen und Schreibtisch oder Sideboards einfach mal umstellen. Im Firmenbüro ist das in der Regel unmöglich. Es wäre aber von Vorteil, weil die räumliche Veränderung uns psychologisch aus Ritualen herausreißt und oft mit neuen Ideen und Impulsen belohnt wird. Nutzen Sie diese Chance wenigstens zuhause.

  13. Inspirierende Heimbüros

    Home-Office-Beispiele-01Heimbüros sind oft Nischen zwischen Tür und Angel. Buchstäblich. Hässlich müssen sie aber dennoch nicht sein, wie die folgende Bildergalerie beweist, im Gegenteil: Auch kleine lauschige Ecken lassen sich mit ein paar Tricks in Inspirationsquellen verwandeln. Hier sehen Sie wie.

    Mehr Produktivität im Heimbüro

  14. Gehen Sie auch mental auf die Arbeit.

    Kleiden Sie sich auch zuhause wie fürs Büro: kein Pyjama, geduscht, rasiert, frisiert – und ziehen Sie Schuhe an.

  15. Unterscheiden Sie Ihre Aufgaben.

    Trennen Sie stets Privates von Beruflichem, sprich: Erledigen Sie im Heimbüro nicht ständig Privatkram, wie etwa Freunde anrufen oder im Internet herumsurfen. Die Gefahr: Viele weiten entweder diese Auszeiten immer weiter aus und hintergehen damit Ihren Arbeitgeber – oder Sie schaffen kaum noch "nach der Arbeit" abzuschalten, weil die Grenzen verschwimmen.

  16. Legen Sie gleich los.

    Sobald Sie im heimischen Büro angekommen sind, sollten Sie mit dem Tagwerk beginnen und nicht erst noch aufräumen oder Zeitung lesen. Die 72-Stunden-Regel etwa sagt: Wer sich etwas vornimmt, muss innerhalb von 72 Stunden den ersten Schritt machen, sonst sinkt die Chance, dass er das Projekt jemals beginnt, auf ein Prozent.

  17. Konzentrieren Sie Ihre Kräfte.

    Fokussieren Sie sich auf das Wesentliche: Nur eine Sache zur selben Zeit. Bloß kein Multitasking! Erstens, weil das sowieso nicht funktioniert und zweitens, weil das alles nur komplizierter macht. Wer damit Probleme hat, kann auch eine To-Do-Liste erstellen.

  18. Nutzen Sie Ihre Hochphasen.

    Bei jedem Menschen gibt es innerhalb eines Tages unterschiedliche Leistungsphasen. Entscheidend dafür ist die sogenannte Chronobiologie. Der Organismus, also Stoffwechsel, Organtätigkeit, Konzentrationsfähigkeit – alles schwankt innerhalb eines Tages erheblich. Dabei unterscheiden sich vor allem die Frühaufsteher (auch Lerchen genannt. Sie stehen schon früh morgens auf und sind sofort topfit). Und die Langschläfer (auch Eulen genannt), die auch abends noch hell wach sind und sich gut konzentrieren können. Diese Typen sind unabhängig von der Schlafmenge, die der Einzelne braucht. Ihre individuellen Leistungsphasen liegen stark zeitversetzt. Wer seinen eigenen Typ kennt und dies im Alltag berücksichtigt, kann seine Leistung, Kreativität und Produktivität deutlich verbessern. Schwierige Aufgaben legt möglichst in die Hochphasen, den lästigen Kleinkram in die Durchhängerphasen. Nutzen Sie also den Heimvorteil: Suchen Sie für den Tag Ihren individuellen Arbeitsrhythmus, der nahe an ihrem biologischen Rhythmus liegt und damit Ihre Leistungskraft enorm steigern kann.

  19. Etablieren Sie für sich eine Kernarbeitszeit.

    So wie Sie das auch im Büro machen würden. So wissen Ihre Kollegen genau, wann sie Sie erreichen können.

  20. Setzen Sie Prioritäten.

    Entscheiden Sie, was wirklich wichtig und dringend ist und was noch Zeit hat oder delegiert werden kann. Die Eisenhower-Methode eignet sich dafür besonders gut. Aber auch die ABC-Technik.

  21. Vermeiden Sie Unterbrechungen.

    Stellen Sie beispielsweise sicher, dass Sie während Ihrer Kreativ-Phasen nicht von den Kindern oder Freunden gestört werden und lassen Sie auch nicht nebenbei den Fernseher laufen. Wissenschaftler der Universität Kalifornien haben herausgefunden, dass ein Büromensch sich gerade elf Minuten einer Aufgabe widmen kann, bevor er unterbrochen wird. Was noch schlimmer ist: Nach der unfreiwilligen Pause dauert es teils bis zu 25 Minuten, bis man den Faden wieder aufgenommen hat. Diese ununterbrochenen Unterbrechungen sollten Sie nicht mit nach Hause nehmen.

  22. Essen sie regelmäßig zu Mittag.

    Die Versuchung im Heimbüro ist groß, den kleinen Hunger mit Snacks zu besänftigen und immer weiter durchzuarbeiten. Gefährlich! Erstens, ist das in der Regel schlecht für die Figur. Zweitens, fördert das den Stress. Drittens, vereinsamen Sie so erst recht. Nutzen Sie lieber regelmäßige Mittagspausen für ein gemeinsames Lunch mit Bekannten, Geschäftspartnern oder neuen Kontakten aus Ihrem Netzwerk.

  23. Machen Sie Pausen.

    Immer nur Vollgas geben – das verträgt selbst der stärkste Motor nicht. Das Burnout-Syndrom – der rapide Verlust von Freude und Antriebskraft – kann sonst die Folge sein. Ab und an ausklinken, zur Ruhe kommen, aufstehen, strecken, ein paar Schritte an der frischen Luft gehen, Wasser trinken, Kraft tanken, motiviert mehr. Und: Zuhause können Sie sogar ein kurzes Nickerchen etwa nach dem Mittagessen machen, um wieder zu neuen Kräften zu gelangen. Nutzen Sie solche Pausen aber wirklich nur produktiv, nie zum Trödeln!

  24. Bemühen Sie sich um Routinen.

    Wer sich um einen geregelten Tagesablauf bemüht oder bestimmte Aufgaben immer wieder zur selben Zeit erledigt, sorgt zwar für Eintönigkeit und Langeweile, er verringert aber auch die Nischen, in denen er etwas verschieben könnte.

  25. Bleiben Sie organisiert.

    Aufgaben zu zerlegen, sich einen Überblick zu verschaffen – vielleicht sogar mitilfe von To-Do-Listen oder Mindmaps – ist eine Sache. Konservieren Sie diesen Zustand aber auch. Sonst oszillieren Sie nur zwischen Chaos - Liste - Map - Chaos.

  26. Loben Sie sich.

    Gerade einsame Heimarbeiter, denen der Zuspruch durch Kollegen fehlt, leiden unter mangelndem Lob. Fehlen solche positiven Rückmeldungen, tendieren Menschen dazu, aufzugeben. Umgekehrt wirkt Wertschätzung enorm positiv, wie etwa Albert Bandura, Psychologie-Professor an der Stanford-Universität, nachwies: Gelobte sind motivierter, stecken sich höhere Ziele, fühlen sich diesen stärker verpflichtet, teilweise unterstellen sie sich sogar bessere Fähigkeiten, was wiederum ihre Leistungskraft verbessert.

  27. Beginnen Sie mit dem Unangenehmsten.

    Packen Sie den Stier bei den Hörnern: In der Regel wird es die unangenehmste Aufgabe sein, die Sie die ganze Zeit vor sich herschieben. Warum nicht sofort morgens hinter sich bringen, wenn man noch frisch ist? Der Rest des Tages wird Ihnen umso leichter von den Hand gehen.

  28. Definieren Sie Ziele.

    Die große Gefahr für Heimarbeiter ist, dass sie zuhause vor sich hin wurschteln ohne genau zu wissen, was Sie genau bis wann und wie zu erledigen haben. Gerade Menschen, die sich selbst nicht ganz so gut organisieren und motivieren können, sollten unbedingt mit ihrem Chef vorab genaue Ziele festlegen und ihren Tag oder ihre Woche im voraus durchplanen: Welche Unterlagen brauchen Sie dafür aus dem Firmenoffice? Was ist bis wann zu erledigen? Wen müssen Sie anrufen und wo finden Sie die Nummern? Und so weiter.

  29. Teilen Sie Ihre Ziele aber auch mit.

    Erzählen Sie anderen, was Sie vorhaben und bis wann Sie das erreichen wollen. Effekt: Sie fühlen sich der Sache automatisch mehr verbunden und setzen unbewusst mehr Energien für das Gelingen ein.

  30. Arbeiten Sie weiter.

    Auch wenn Sie partout keine Lust dazu haben, die guten Ideen ausbleiben und die Produktivität zu wünschen übrig lässt – bleiben Sie diszipliniert bei der Sache. Freiheiten, die Sie sich autonom gönnen ("Das hab ich mir verdient", "Ist doch nicht so schlimm.", "Merkt ja keiner."), haben die Eigenschaft sich zu verselbstständigen. Und bald verdienen Sie nur noch eines: einen Anschiss.

  31. Erstellen Sie 3x3-Listen.

    Das ist ein Trick aus der Getting-Things-Done-Schule. Machen Sie am Vorabend drei To-Do-Listen mit je drei Punkten: Auf der ersten stehen jene Dinge, die Sie am nächsten Tag unbedingt erledigen müssen. Auf der zweiten stehen die Projekte, die Sie gerne realisieren würden, die aber Zeit haben. Auf der dritten Liste stehen die Aufgaben, die bald mal in Angriff genommen werden sollten.

  32. Vorsicht mit Musik.

    Musik transportiert viele Stimmungen und wirkt deshalb unmittelbar auf die eigene. Deshalb kann loungige Hintergrundmusik etwa bei hohem Stress herrlich entspannen. Sie kann aber auch enorm ablenken. Ich persönlich kann zum Beispiel beim Schreiben keine deutschsprachige Musik hören, weil ich dann viel zu sehr auf die Texte achte. Klassische oder Instrumentalmusik ist daher meist meine erste Wahl.

  33. Deklarieren Sie spezielle Tage.

    Um Ihrer freien Zeiteinteilung mehr Struktur zu verleihen, können Sie bestimmte Wochentage speziellen Aufgaben widmen, etwa: dienstags immer wichtige Kunden anrufen, mittwochs mit Kollegen essen gehen, freitags die Ablage ausmisten. Das Prinzip lässt sich auch auf angenehme Aufgaben übertragen. So haben Sie jeden Tag etwas, auf das Sie sich freuen können.

  34. Führen Sie einen Tageskalender.

    Schon allein um im Streit mit Ihrem Arbeitgeber nachweisen zu können, was Sie den ganzen Tag über gemacht haben, sollten Sie ein Tagebuch führen. Listen Sie dort die genauen Stundenblöcke auf, von wann bis wann Sie was erledigt haben. Und falls Sie gerade mal einen Durchhänger haben, können Sie darin ebenso wunderbar nachschlagen, wie produktiv Sie schon waren. Das baut auf.

  35. Seien Sie dankbar.

    Machen Sie sich immer wieder klar, dass es ein Vorzug ist, von zuhause arbeiten zu können (falls das tatsächlich Ihr Wunsch war) – und nicht in einer engen Arbeitswabe zu malochen. Dankbarkeit erhöht nachweislich die Motivation. Sie schützt aber auch vor Prahlerei gegenüber missgünstigen Kollegen.

  36. Hören Sie auf, wenn Sie fertig sind.

    Das bedeutet: Machen Sie einen echten Feierabend. Wenn Sie Ihr Tagwerk vollbracht haben, räumen Sie den Schreibtisch auf, schalten Sie die Geräte aus und machen Sie Schluss. So richtig. Das heißt auch, dass Sie nicht eine Stunde später wieder mit der Arbeit anfangen, nur weil Ihnen gerade nichts besseres einfällt.

  37. Bilden Sie sich weiter.

    Eine große Gefahr des Heimbüros ist, dass man sich nicht mehr weiterentwickelt. Irgendwann haben Sie Ihre Routinen gefunden, alle Abläufe optimiert, Ihre Leistung effizienter und effektiver gemacht. Den Job beherrschen Sie nun aus dem Eff-Eff. Und nun? Sie bleiben stehen, weil es keine Kollegen gibt, die Sie herausfordern und Sie kaum noch Projekte im Unternehmen kennen, in denen Sie sich zusätzlich engagieren könnten. Tappen Sie nicht in diese Falle. Suchen Sie sich dennoch Herausforderungen. Lesen Sie Bücher, bilden Sie sich weiter, stoßen Sie neue Projekte an. Egal, was. Nur geben Sie sich nicht mit dem status quo zufrieden.

    Apropos...

  38. Besser Netzwerken im Heimbüro

    • Ziel bestimmen. Was erwarte ich von den Kontakten? Was will ich damit erreichen? Nur wer seine Ziele definiert, behält den Blick fürs Wesentliche und kann das auch anderen vermitteln.
    • Klasse statt Masse. Ein Netzwerk ist nur so wertvoll wie seine Mitglieder. Wen man in seinen privaten Zirkel aufnimmt, sollte von den Zielen abhängen, nicht von der Statistik.
    • Erst geben, dann nehmen. Der beste Einstieg sind berufliche Gemeinsamkeiten und der Austausch von Wissen. Und zwar ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Auch mit Ratschlägen sollten andere nur versorgt werden, wenn sie fragen.
    • Am Ball bleiben. Ist die Verbindung herstellt, sollte sie vertieft werden – durch virtuellen Gedankenaustausch und (!) persönliche Treffen. Kontakte müssen gepflegt werden.

    Wege aus der Einsamkeit

  39. Gehen Sie einmal am Tag raus.

    Etwa morgens, um Brötchen oder Kuchen für den Nachmittag zu holen oder um mit einem Laufpartner joggen zu gehen. Egal, ob Sie das nach dem Mittagessen oder nach dem offiziellen Feierabend machen – drehen Sie mindestens einmal am Tag eine Runde um den Block, treffen Sie Nachbarn, schnacken Sie ein wenig mit der Bäckereiverkäuferin oder gehen Sie regelmäßig mit Geschäftspartnern lunchen. Hauptsache, Sie kommen raus an die frische Luft und unter Leute.

  40. Ziehen Sie in eine Bürogemeinschaft.

    Wer sagt denn, dass ein Homeoffice tatsächlich zuhause sein muss?! Gerade Bürogemeinschaften haben den Vorteil, dass Sie manches Equipment teilen und so Kosten sparen können, dass Sie sich gegenseitig vertreten oder vielleicht sogar eine gemeinsame Sekretärin leisten können. Vor allem aber können Sie zwischendurch mal einen Plausch mit Kollegen bei einer Tasse Kaffee halten.

  41. Verlegen Sie das Büro ins Café.

    Verbinden Sie das Angenehme mit dem Nützlichen: Kaufen Sie sich gleich eine Laptop mit W-LAN und ziehen Sie nachmittags für ein paar Stunden ins Café. Viele Kaffeehausketten bieten bereits Hotspots und damit kostenlosen Internetzugang an. Bei Latte Macchiato arbeitet es sich nicht nur angenehmer, Sie lernen dort vielleicht auch interessante Menschen kennen. Und wenn Sie es lieber ruhiger haben, können Sie ja genauso in die Uni-Bibliothek ziehen.

  42. Nehmen Sie stets genug Visitenkarten mit.

    Erstens, weil die erfahrungsgemäß schneller ausgehen als man meint, und zweitens, weil man fast immer neue Leute kennenlernt. Blöd, wenn dann die Karten alle sind. Wichtig hierbei: Visitenkarten nie verteilen wie ordinäre Spielkarten, sondern mit gebührender Selbstachtung. Nur so wird man Ihnen auch entsprechende Wertschätzung spiegeln.

  43. Bleiben Sie mit den Kollegen in Kontakt.

    Schon im eigenen Interesse sollten Sie den Anschluss an den Informationsfluss sowie den Flurfunk (!) im Unternehmen behalten. So bekommen Sie schwerwiegende Umstrukturierungen rechtzeitig mit, hören aber auch früh von ausgeschriebenen Topjobs. Zudem sollten Sie für Ihre Vorgesetzten sichtbar bleiben und damit aktiv gegen das Vorurteil ankämpfen, dass Sie sich daheim den Lenz machen, während alle anderen schuften. Vereinbaren Sie deshalb mindestens einmal pro Woche ein festes Lunch mit einem Kollegen oder Ihrem Chef und nehmen Sie auch an wichtigen Meetings im Büro teil. Und ganz wichtig: Schwärmen Sie nicht zu laut, wie gut es Ihnen daheim geht. Das schürt nur Neid!

  44. Lesen Sie dieses Blog regelmäßig.

    Schließlich finden Sie dort nicht nur Tipps für mehr Erfolg im Homeoffice, sondern definitiv alles, was Sie für den beruflichen Erfolg brauchen. Und Sie finden unter den Kommentatoren Gleichgesinnte. Wer weiß, vielleicht verabreden Sie sich ja hier (oder im Forum) auch gleich zum Essen?!

  45. Drei kleine Entspannungsübungen

    • Atem zählen. Setzen Sie sich aufrecht hin, lockern Sie sich etwas, atmen sie langsam tief ein und aus und zählen Sie die Atemstöße: ein, aus, 1, ein, aus, 2, ein, aus…
    • Durchstrecken. Aufstehen, Beine ausschütteln, tief durchatmen, Arme in die Luft strecken und sich recken und dehnen. Studien haben gezeigt, dass 5 Minuten ausgiebiges Strecken bis zu eine Stunde Schlaf ersetzen kann. Natürlich ist dieser Effekt nicht addierbar, Motto 40 Minuten strecken – nie mehr schlafen.
    • Lachen. Es baut Stress ab, stärkt Abwehrkräfte, hebt die Stimmung (weil der Körper vermehrt Glückshormone ausschüttet), senkt den Blutdruck und lindert Schmerzen. Lachen fördert sogar berufliches Fortkommen, so Lachforscher: Heitere Belegschaften sind gesünder, daher produktiver und nachweislich kreativer.

    Echte Pausen

  46. Wechseln Sie den Ort.

    Entfernen Sie sich ganz bewusst von Ihrem Arbeitsplatz und nehmen Sie Ihr Mittagessen oder einen Snack bewusst an einem Ort ein, an dem Sie sonst nicht arbeiten.

  47. Etablieren Sie Rituale.

    Frischgebackene Heimarbeiter können dem Drang, sofort nach jeder Benachrichtigung zu schauen und ständig erreichbar sein zu müssen, oft nur schwer widerstehen. Erkennen Sie sich darin wieder, sollten Sie einen klaren Tagesplan mit festen Pausenzeiten aufstellen und Stück für Stück zur Gewohnheit werden lassen. Geht dieser Rhythmus erst in Fleisch und Blut über, sind Pausen kein echtes Problem mehr.

  48. Schalten Sie mal ab.

    Liegt Ihr Problem eher in zu vielen Ablenkungen und Störungen begründet, hilft möglicherweise nur konsequente Abschottung. In diesem Fall sollten Sie alle Kommunikationskanäle kappen und sich ganz in Ruhe zu Ihrer Pause zurückziehen. Wenn Sie Ihre Mailbox danach abhören, entgeht Ihnen kein wichtiges Telefonat und die wenigsten Projekte sind so zeitkritisch, dass eine Stunde Mittagspause einen echten Unterschied macht.

  49. Richten Sie Pausenzeiten ein.

    Noch ein Weg, sich zu Pausen zu zwingen: Legen Sie offizielle Pausenzeiten fest und kommunizieren Sie diese klar an Kunden und Kollegen. So bleiben Sie in diesen Zeiten weitgehend ungestört und können sich wirklich erholen.

  50. Machen Sie einen Powernap.

    Ein kurzer Mittagsschlaf – die moderne Version nennt sich Powernap – kann Ihnen bei Regenration und Erholung helfen. Der Vorteil: Sie erholen sich wirklich und lassen sich nicht von E-Mails und Co. stören. Eine echte Pause.

  51. Sorgen Sie für Bewegung.

    Pausen können Sie natürlich auch für Ihr tägliches Sportprogramm nutzen. Dabei muss es sich gar nicht um ernsthaftes Lauftraining oder ähnliches handeln. Oft reicht bereits ein 15-minütiger Spaziergang, um den Kopf freizubekommen und sich gedanklich von der Arbeit zu lösen.

  52. Gönnen Sie sich Lesezeit.

    Ruhige Pausen ohne große Aktivität sind nicht Ihr Fall? Dann nutzen Sie Ihre Pausen als Lesezeit oder hören Sie Hörbücher. Wenn Sie dafür spannende oder für Sie hoch interessante Bücher wählen, werden Sie die Pausen garantiert einhalten und Störungen ganz automatisch ausschalten. Nur auf einen Timer sollten Sie dann achten, damit Sie auch das Ende Ihrer Pause mitbekommen.

  53. Hören Sie Musik.

    Sie wollen sich in Ihren Pausen zwar beschäftigen, jedoch nicht lesen oder sich mit anderen Themen befassen? Dann genießen Sie Ihre Lieblingsmusik oder nutzen Sie die Zeit, um neue Künstler und Alben zu entdecken. So können Sie wunderbar abschalten und echte Pausen machen.

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