Personal-Branding-Tipps-Storytelling
Personal Branding - für einige fügt sich dieser Begriff nahtlos in die Reihe der zahlreichen und überstrapazierten Buzzwords der letzten Jahre ein. Tatsächlich beschreibt er ein längst bekanntes Prinzip, das jedoch oft ignoriert oder falsch verstanden wird: Beim Personal Branding geht es darum, die eigene Persönlichkeit und fachlichen Kompetenzen darzustellen und die individuellen Anliegen sichtbar zu machen. Der Aufbau einer Eigenmarke und positiven Reputation steht im Zentrum dieser Brandingstrategie. Für Bewerber, Berufstätige und Freelancer erschließt sich der potentielle Nutzen daraus recht schnell: Sie werden im Netz gefunden, gelten bald als Fachkräfte oder gar Experten auf ihrem Gebiet - und bekommen Jobs oder Aufträge. Aber wie funktioniert das Personal Branding? Das zeigt das folgende Dossier...

Personal Branding Definition und Strategie

Personal Branding Definition und StrategiePersonal Branding ist die digitale Form der Marke Eigenbau. Dabei geht es um das gezielte Inszenieren und Steuern eines ebenso originellen wie möglichst positiv besetzten Profils (im Web).

Ein tadelloser Ruf ist wie Magie: Er ist in der Lage, den Geist anderer zu verzaubern oder gar zu vernebeln. Im Internet funktioniert das nicht anders: Eine gute Online-Reputation und Eigenmarke im Internet schützt vor Ruf-Attacken (vulgo: Shitstorms) genauso wie es dabei hilft, Headhunter und potenzielle Arbeitgeber auf sich aufmerksam zu machen. Für manche Berufe und Experten ist eine entsprechende Positionierung der Präsenz sogar so selbstverständlich wie für andere eine Visitenkarte.

Wir leben im Zeitalter der Inszenierung und der medialen Selbstdarstellung. In der Öffentlichkeit ein kompetentes Image und hohes soziales Ansehen zu genießen, ist ein wesentlicherer Bestandteil der öffentlichen Persönlichkeit und des beruflichen Erfolgs. Ob als Bewerber, Kollege, Chef oder potenzieller Geschäftspartner – wir alle werden längst gegoogelt und mithilfe unserer Referenzen im Internet beurteilt.

Gleich an mehreren neuralgischen Punkten einer Laufbahn nimmt unser Personal Branding daher Einfluss:

  • Bei der Bewerbungen
  • Bei der Beförderung
  • In Jobkrisen oder bei Jobverlust
  • Bei der Auftragsvergabe

Täglich wächst die Schar der Netzaktivisten, die die Gunst der Stunde nutzen, um sich gezielt einen Namen zu machen: erst im Internet, dann (hoffentlich) auch im realen Leben.

Was für manche wie eine Bedrohung klingt, eröffnet aber ebenso viele Chancen. Denn Sie können viele dieser einflussreichen Faktoren zu einem gewissen Grad selbst beeinflussen und so Ihre Online-Reputation gezielt verbessern.

Das Geflecht aus Xing-Profil, Twitter-Account und/oder eigenem Blog - es wirkt wie ein virtuelles Treibnetz. Einmal geknüpft und ausgeworfen lassen darin Aufmerksamkeit und Reichweite ebenso fangen wie Prestige oder Ruhm.

"Heute ist jedes Individuum eine Art Ich-AG", sagt zum Beispiel Reid Hoffman, Mitgründer von Linkedin.

Mit jedem Arbeitgeber und Kunden, für den man arbeitet, baut man sein Geschäft, seine Kontakte und Fähigkeiten aus. Selbst wenn man drei oder vier Jahre für einen Arbeitgeber tätig ist, identifiziert man sich nicht mehr so stark. Es ist wichtiger, die eigene Marke aufzubauen und zu pflegen.

Aus dem Bonmot "Es geht nicht darum, was du weißt, sondern wen du kennst" hat das Internet längst eine neue Ableitung geformt. Sie lautet jetzt:

"Es geht nicht darum, wen du kennst, sondern darum, wer dich kennt."

Die 3 wichtigsten Fragen, BEVOR Sie Ihre Eigenmarke bilden

  1. Wofür soll Ihre Marke stehen?

    Eine Marke wird dann stark, wenn sie sich von anderen unterscheidet und positiv abhebt. Konzentrieren Sie sich also nicht auf Breite, sondern auf das Besondere, auf Ihre individuellen Stärken (jeder hat welche!): Was können oder wissen Sie im Gegensatz zu anderen? Werden Sie hierfür zum Top-Experten und stellen Sie diese Expertise in den Vordergrund. Gerne belegt durch Fachartikel, Interviews, Referenzen, Kontakte.

  2. Wen wollen Sie erreichen?

    Im Marketingsprech könnte die Frage auch lauten: Wer ist Ihre Zielgruppe? Entscheidend ist, dass Sie sich klar machen, wonach Ihre Leser, Hörer, Zuschauer suchen. Betreiben Sie das Eigenmarketing etwa zur Jobsuche, dann sollte Ihre Online-Präsenz entweder Personaler im Allgemeinen oder spezifisch die Recruiter Ihres Zielunternehmens ansprechen und überzeugen. Egal, wonach diese auch suchen - Sie liefern die Antworten!

  3. Was ist die Hauptkeywords?

    Um bei dem Beispiel zu bleiben: Personaler suchen Kandidaten aufgrund spezifischer Kompetenzen und Qualifikationen: Zum Beispiel "Fachmann für..." Entsprechend sollten Ihr Xing- oder Linkedin-Profil, besser aber noch Ihr eigenes Blog entsprechende Suchbegriffe enthalten. Und nicht zu knapp. Das gelingt zum Beispiel besonders gut, indem Sie Fachaufsätze dazu publizieren oder aber solche kuratieren (sogenannter Curated Content), also verlinken, zitieren, kommentieren.

Warum überhaupt Personal Branding?

Personal Branding hat zahlreiche Vor- und Nachteile. Als erste Entscheidungshilfe dient Ihnen vielleicht das folgende Flussdiagramm, das verdeutlicht, warum Sie Ihre Eigenmarke im Netz mindestens pflegen sollten - bevor andere Ihren Ruf dort prägen. Nicht als aufgesetzten Fake, als Fassade mit etwas Ego-Schminke, sondern als Echo unserer Persönlichkeit, unseres Könnens und Wissens – wenngleich auch positiv beschienen. Denn genau darum geht es beim Personal Branding eben auch: agieren statt reagieren!

personal-branding-flussdiagramm

Die Vorteile der Eigenmarke im Netz

Vorteile Personal BrandingHandeln ist durchaus geboten. Der wachsenden Prozession der Selbstdarsteller wird sich künftig kaum einer entziehen können. Denn im Gegensatz zu den unendlichen Weiten des Webs sind die dortigen Markenplätze endlich und begrenzt: Die Domain ottonormal.de gibt es beispielsweise genau nur einmal. Und sollte Otto Normal der erste sein, der sie kauft und dazu alle Namensvariationen registriert, haben seine Namenszwillinge bereits erhebliche Nachteile, jemals vor ihm im Netz gefunden zu werden. "Wenn Sie heutzutage nicht über Google gefunden werden, ist es beinahe so, als existierten Sie nicht", sagt auch der Bestseller-Autor Jeff Jarvis.

Deshalb, daher und darum: Das sind die auf einen Nenner gebrachten Vorteile der Positionierung einer eigenen Marke im Netz:

  • Sie zeigen, was Sie wissen und können.
  • Sie schärfen Ihr fachliches und berufliches Profil.
  • Sie differenzieren sich.
  • Sie werden unverwechselbar.
  • Sie machen aus Ihren Interessen eine Markenprodukt.
  • Jetzt bestimmen vor allem Sie, was man über Sie im Netz liest.
  • Sie beweisen zugleich Engagement.
  • Sie schützen sich wirkungsvoll vor Rufschädigung.
  • Sie sammeln parallel neues Wissen.
  • Sie generieren aus Ihrem Wissen neue Ideen.
  • Sie entwickeln Fähigkeiten, von denen Sie bisher nichts ahnten.
  • Und mutieren mit der Zeit zum Experten.
  • Vielleicht sogar zum beachteten Trendsetter mit Ihrem Thema.
  • Sie finden bislang unbekannte Gleichgesinnte, andere Experten.
  • Sie bekommen Unterstützer.
  • Sie gewinnen ein wertvolles Netzwerk.
  • Sie inspirieren andere.
  • Sie bekommen ebenso Inspiration und Anregungen zurück.
  • Sie werden einflussreich.
  • Sie gewinnen Respekt und mediale Präsenz - etwa durch Interviews.
  • Sie werden unabhängiger.
  • Auch gegenüber Arbeitgebern.

Die Nachteile der Eigenmarke im Netz

Nachteile Personal BrandingEine Marke prägt. Sie entwickelt Leuchtkraft und bildet so ihr eigenes Gravitationszentrum. Das soll sie ja auch. Aber - und das ist ihr größter Nachteil - sie legt damit zugleich auch fest.

Angenommen Sie positionieren sich in jungen Jahren als Experte für Social Media und die Digitalisierung und das gelingt Ihnen auch, dann können Sie zunächst all die oben beschriebenen Vorteile ausschöpfen. Aber weiter angenommen nach zehn oder 15 Jahren wollen Sie sich beruflich völlig neu erfinden und streben dazu einen Berufs- und Branchenwechsel an, dann haben Sie womöglich ein Problem: Eingestellt, gefördert und befördert werden nunmal meist Spezialisten und nicht Generalisten. Sie aber sind allen vor allem als Experte für Social Media und die Digitalisierung bekannt - nicht für Ihr neues Ding. Die etablierte Marke - sie wird jetzt zum Bremsklotz und Handicap, egal wie positiv sie besetzt ist (siehe Kasten unten zum Personal Rebranding).

Auch lassen sich beim Aufbau der Marke selbst einige Fehler machen:

  • Manche wählen Ihre Themen und Schwerpunkte nicht mit Bedacht aus und positionieren sich so zu Themen, bei denen Sie vielleicht gar nicht (so) kompetent sind, die nur geringe Sichtbarkeit ermöglichen oder schlimmer: kaum Zukunftspotenzial haben. So sind sie dann festgelegt auf Inhalte, die morgen keinen mehr interessieren.
  • Andere entscheiden sich für die falschen Kanäle. Die entsprechen dann zwar vielleicht den eigenen Vorlieben und Gepflogenheiten, nicht aber denen der Zielgruppe. Oder anders formuliert: Sie publizieren an Ihrer Zielgruppe vorbei. Das Personal Branding bleibt ohne Wirkung.
  • Eine Marke verpflichtet. Kontinuierliche Kommunikation ist entscheidend für den Reputationsaufbau. Wer schwach anfängt und dann auch noch stark nachlässt, schadet seiner Marke langfristig mehr als hätte er oder sie gar nichts unternommen. Wer aus Zeitgründen nur wenig machen kann, sollte lieber mit einer geringen Frequenz starten, die aber durchhalten.
  • Andere lassen die Arbeit von einer Personal Branding Agentur übernehmen. Keine Frage, das spart Zeit, kostet aber. Und: Wer hier nicht genau brieft und auswählt, landet schnell bei irgendwelchen Billigheimer, die zwar viel versprechen, aber letztlich nur seelenlose und austauschbare SEO-Artikel liefern. Das hilft vielleicht, um bei Google gefunden zu werden, ab da aber dann müssen Sie Ihre Leser überzeugen. Und wenn die nach der Lektüre das Gefühl haben, der Sums stammt weder von Ihnen, noch spiegelt er echte Leidenschaft und Kompetenz, dann ist der Ruf bald ein anderer als der geplante. Lassen Sie sich also immer auch Beispiele zeigen - und lesen Sie sich die Artikel genau durch: Wie wirken diese auf Sie? Würden Sie so auch positionieren lassen wollen?

Personal Rebranding: In drei Schritten zum neuen Online-Image

  1. Definieren.

    Für Jobwechsel kann die Online-Marke zur Belastung werden. Das Internet vergisst eben nichts. Und Suchmaschinen orientieren sich bei Ihren Trefferlisten nicht nach der aktuellen Markenpositionierung, sondern nach der Relevanz der Fundstellen. Heißt: Wer sich neu erfindet und sein altes Leben hinter sich lassen möchte, braucht ein Personal Rebranding. Der erste Schritt dazu: Definieren Sie Ihre neue Marke. Nutzen Sie die erste Zeit in der Versenkung zur Standortbestimmung und Selbstanalyse.

  2. Konstruieren.

    Für den Imagewechsel ebenfalls wichtig: eine gute und glaubhafte Geschichte. Diese Art Selbsterklärung sollte aber nie Rechtfertigung klingen, sondern nach einem geplanten Aufbruch. Es muss ein roter Faden entstehen, der die Flicken zusammenhält. Gut, wenn zudem zwischen dem Beenden und Beginnen Zeit vergeht. Eine Phase der Besinnung verleiht dem Imagewechsel Bedeutungsschwere. Und damit Legendenbildung vollends wirkt, sollten Sie schon etwas Konkretes in petto haben. Also vorher im Verborgenen neue Online-Profile und -Präsenzen aufbauen.

  3. Präsentieren.

    Jetzt kommt der Überraschungseffekt. Sie sind wieder da – mit neuem Image, neuem Berufsprofil und neuen Online-Präsenzen. Kommunizieren Sie auf allen alten und neuen Online-Kanälen die neue Position und verlinken Sie diese. Passen Sie den Lebenslauf an, die Kontaktdaten und verändern Sie auch optisch etwas: Tauschen Sie Ihr Porträtfoto auf Xing, geben Sie Ihrer Facebookseite ein neues Design, Ihrem Twitter-Profil einen neuen Hintergrund, Ihrem Blog einen neuen Look. Und erwarten Sie nicht zu viel: Bis so ein Rebranding durch ist, können sechs bis zwölf Monate vergehen.

Checkliste Personal Branding: Die Do's and Don'ts

    Allgemeines

  • Machen Sie sich klar, wofür Sie stehen wollen: Was ist Ihre Botschaft? Was ist Ihre Expertise?
  • Entwickeln Sie einen passenden Markennamen - oder nutzen Sie Ihren Vor- und Nachnamen.
  • Registrieren Sie Ihren eigenen Namen als URL. Falls das nicht mehr möglich ist, prüfen Sie zumindest Variationen oder die Verbindung mit Ihrem Markennamen.
  • Schauen Sie beim DENIC nach, ob die entsprechende URL Ihres Markentitels noch frei ist, registrieren Sie auch diese und eröffnen Sie dort ein Blog oder eine Webseite. Nur nichts Statisches: Die Menschen müssen dort mit Ihnen kommunizieren können. Reine Showseiten sind Konzepte von gestern.
  • Entwickeln Sie ein einheitliches Design-Konzept für Ihren Namenszug und alle Markenbestandteile. Sie müssen sich in der URL Ihrer Webseite, in Ihrer E-Mail-Adresse und anderen Erscheinungsorten spiegeln.
  • Entwickeln Sie gegebenenfalls einen persönlichen Claim, ein Motto, was auf Ihrer Webseite sowie in der Signatur Ihrer E-Mail erscheint.
  • Vergessen Sie auch nicht die Signaturen in Foren oder Sozialen Netzwerken.
  • Gestalten Sie ein eigenes Logo mit Wiedererkennungswert.
  • Machen Sie ein professionelles Foto von sich und fertigen Sie daraus einen generellen Avartar, einen sogenannte Gravatar für das Internet.
  • Schauen Sie sich um, wer in Ihrem Marken-Markt noch aktiv ist. Nehmen Sie Kontakt zu den Besten (und Sympathischsten) auf.
  • Versuchen Sie Ihre Botschaft auf mehreren Kanälen zu distribuieren: Schreiben Sie nicht nur ein Blog, sondern produzieren Sie auch Videos oder Podcasts und streuen Sie diese auf Facebook, Twitter, Google+, Instagram, Pinterest und so weiter - wo es Ihre Zielgruppe erreicht.
  • Sorgen Sie dafür, dass man Sie leicht erreichen kann: per E-Mail, per Skype, per Kontaktformular im Blog oder per Handy.
  • Soziale Netzwerke

  • Legen Sie einen Account in Business-Netzen wie Xing oder Linkedin an. Reichweitenstarkt sind auch Facebook und Twitter, neuerdings auch Instagram (vorausgesetzt, Sie machen viele gute Bilder). Melden Sie ruhig Profile in mehreren Netzen an. Achten Sie aber auf einen einheitlichen, mindestens verwandten Auftritt: gleicher Name, selbes Profilbild.
  • Verlinken Sie die Seiten untereinander und geben Sie die Links dazu ebenso überall an, mindestens aber in Ihrer E-Mail-Signatur an.
  • Wer will und schon etwas Reichweite hat, kann zudem ein eigenes Soziales Netzwerk für Gleichgesinnte eröffnen. Kostenlos und kinderleicht geht das zum Beispiel bei Tixxt oder Ning.
  • Marketing

  • Melden Sie sich in branchenrelevanten Foren oder Sozialen-Netzwerk-Gruppen an und steuern Sie dort hilfreiche Informationen bei. Liefern Sie Denkanstöße und bleiben Sie immer freundlich. Denken Sie stets daran: erst geben, dann nehmen!
  • Kommentieren Sie Artikel in relevanten Blogs. Nur bitte kein Blabla! Das ist der Lackmustest Ihrer Kompetenz. Wenn Sie dort wiederholt als hilfsbereiter und informierter Experte auftauchen, kommen die Leute später von alleine zu Ihnen.
  • Beteiligen Sie sich an Initiativen, die Ihr Thema behandeln und in Ihrem Interesse sind – auch wenn andere Ihnen mit der Idee zuvorkamen. Arbeiten Sie nie gegen Wettbewerber im Netz, sondern mit Ihnen. Der Viraleffekt ist so größer.
  • Starten Sie einen Newsletter über Ihre Themen.
  • Schreiben Sie ein Buch – oder ein eBook, dass Sie auf Ihrer Webseite kostenlos zum Herunterladen anbieten. Erzählen Sie ruhig von dessen Erscheinung – via Twitter, Blog oder Pressemitteilung.
  • Überlegen Sie, wie Sie Ihr Wissen mit anderen teilen können. Starten Sie etwa auf Ihrer Webseite ein Diskussionsforum zu Ihren Themen.
  • Weisen Sie Ihre Leser auf empfehlenswerte Produkte oder Webseiten von Kollegen hin. Die werden sich darüber freuen – und sich vielleicht revanchieren. Rechnen Sie aber nie damit.
  • Medieneinsatz

  • Erstellen Sie Studien, Umfragen oder andere nachrichtenträchtigen Ergebnisse und geben Sie diese an die Presse und befreundete Mitstreiter.
  • Geben Sie Interviews. Bieten Sie ebenso relevante wie amüsante Themen an.
  • Schreiben Sie Gastbeiträge in prominenten Blogs mit Multiplikatorenwirkung (das müssen nicht immer die Ranglisten-Besten sein).
  • Starten und moderieren Sie Experten-Chats zu Ihrem Thema. Versuchen Sie damit in erster Linie anderen zu helfen oder brennende Fragen zu beantworten.
  • Führen Sie Interviews mit prominenten Vertretern, Trendsettern, Zelebritäten aus Ihrer Branche und publizieren Sie diese über Ihre Kanäle.
  • Besuchen Sie einschlägige Messen, Kongresse, Barcamps – und berichten Sie darüber (per Artikel, Interview, Podcast, auf Video).
  • Geben Sie anderen Menschen aus Ihrer Branche einen Grund über Sie etwas Positives zu berichten. Der beste Grund ist: Sie helfen wirklich.

Das ABC des Personal Branding: eBook als Gratis-Download

Personal-Branding-ABC-Ebook-CoverNatürlich gehen wir gleich mit gutem Beispiel voran: Neben der obigen Checkliste haben wir für Sie ein umfangreiches und zugleich kompaktes ABC zum Personal Branding zusammengestellt, dass Sie HIER als PDF kostenlos herunterladen können.

Darin finden Sie in alphabetischer Reihenfolge zahlreiche Tipps und Tricks sowie wertvolle Beispiele zum Aufbau Ihrer Eigenmarke.

Don'ts: Die 11 Todsünden des Personal Brandings

Personal Branding basiert auf nachhaltiger und solider Netzwerkarbeit und einer Kommunikation mit hoher Nutzerrelevanz. Anders formuliert: Es geht darum, tragfähige Beziehungen aufzubauen und sich klar mit bestimmten Themen zu positionieren. Wer diese Prozess mit Werbung verwechselt und entsprechend angeht, wird in kürzester Zeit scheitern. Viele der 11 Todsünden haben deshalb ihre Wurzeln in genau dieser Haltung sowie in mangelndem Fingerspitzengefühl: Manche vergessen, dass sie auch in sozialen Netzwerken mit Menschen kommunizieren, die Respekt und Wertschätzung oder doch zumindest Höflichkeit verdienen. Wer Manieren in den Social Media vermissen lässt, darf sich über fehlende Reichweite und eine negative Reputation nicht wundern.

  1. Sie kommunizieren egozentrisch, in Ihren Beiträgen dreht sich alles nur um Ihre Person. Können Sie natürlich machen, doch wundern Sie sich bitte nicht, wenn potenzielle Kontaktpartner und Arbeitgeber den Ego-Trip wenig spannend finden.
  2. Ihre Beiträge sind spannend, informativ und lesenswert - finden Sie. Ihre Kontaktpartnern geben Ihnen da jedoch eine andere Rückmeldung, die Sie geflissentlich ignorieren. Wer so mit Feedback umgeht, hat an echter Reputationsarbeit kein Interesse.
  3. Sie nutzen ausschließlich die Kanäle, die Ihnen liegen. Das muss kein Problem sein - wenn Ihre Zielgruppe dort auch unterwegs ist. Ist das jedoch nicht der Fall, sollten Sie Gedanken über Ihre Kanalwahl machen.
  4. Andere Blogger oder Fachkräfte Ihres Themenbereiches betrachten Sie als Konkurrenten. Folglich teilen Sie deren Inhalte niemals, verlinken kommt auf gar keinen Fall infrage. Dass Sie sich so selbst isolieren, sollte Ihnen aber bewusst sein.
  5. Sie bauen Ihr Netzwerk gezielt aus und sammeln fleißig neue Kontakte? Sehr gut, doch mit dem Sammeln sollten Sie vorsichtig sein: Oft werde einmal geknüpfte Kontakte vergessen und Beziehungen nicht weiter gepflegt. Für einen erfolgreichen Reputationsaufbau ist das ein absolutes Tabu, von der darin liegenden Respektlosigkeit ganz zu schweigen.
  6. Sie teilen Inhalte anderer Blogs und Experten Ihres Themenbereiches - allerdings ohne jeden Kommentar. Gut: Das Teilen ist ein erster Schritt. Doch aktives Kuratieren basiert darauf, dass Sie die geteilten Inhalte auch einordnen. Und diese Einordnung ist es auch, die zum Reputationsaufbau beiträgt.
  7. Beziehungsarbeit und Netzwerkpflege basieren nicht zuletzt auf einem ausgewogenen Nutzen für beide Seiten. Wenn Sie immer nur von Beziehungen profitieren, sich jedoch nie bei Ihren Netzwerkpartnern revanchieren, dürfen Sie sich nicht wundern, wenn Ihre Kontakte nach und nach weg brechen.
  8. Hervorragende Kommunikation ist ein wichtiger Teil Ihres Personal Brandings, doch vergessen Sie dabei nicht, dass Sie diese auch durch konkrete Leistung unterfüttern und zeigen müssen, dass Sie Ihre Themen und Ihre Arbeit beherrschen. Ohne Leistung können Sie nicht dauerhaft überzeugend kommunizieren.
  9. Empfehlungen basieren grundsätzlich auf Vertrauen und der Überzeugung, dass der Empfohlene die in ihn gesetzten Erwartungen auch erfüllt. Daher sollten Sie erst dann um Empfehlungen bitten, wenn die Beziehung bereits etabliert ist. Ohne eine gesunde Basis ist die Bitte um Empfehlung im besten Fall irritieren, im schlechtesten Fall unverschämt.
  10. Sie scheuen Konflikte und wollen es möglichst allen recht machen? Das ist menschlich, hilft aber nicht beim Personal Branding. Denn so können Sie kein klares, trennscharfes Profil entwickeln und sich nicht von anderen abgrenzen und abheben.
  11. Gespräche unter vier Augen sind vertraulich. Das gilt auch dann, wenn die Konversation via Chat oder in einem sozialen Netzwerk per Direktnachricht geführt wird. Veröffentlichen Sie ohne Rücksprache Details aus solchen Gesprächen, verlieren Sie schnell jegliche Vertrauenswürdigkeit.

Buzz-Verstärker: Wie spricht man über Sie?

Mundpropaganda ist vielleicht die mächtigste Kommunikationsform in der Geschäftswelt. Was man sich über uns erzählt, prägt unseren guten – oder schlechten – Ruf:

  • Kann man dem vertrauen?
  • Ist er kompetent, hilfsbereit, ein netter Kerl?
  • Werde ich von ihm profitieren?
  • Oder wird er mir schaden?

Im Englischen heißt solches Gerede kurz Buzz und hat zwei Funktionen:

  • Es transportiert Informationen (Hast du schon gehört ...?).
  • Es bewertet diese (Das ist großartig!).

Damit hilft es in einer immer komplexeren Informationswelt, sich mit relativ geringem Aufwand schnell zurechtzufinden und bessere Entscheidungen zu treffen – über Produkte oder Menschen. Solches Gerede hört sich oft hohl an, dahinter aber stecken enormes Potenzial und große Gefahren.

Der amerikanische Buzz-Experte und Buchautor Jerry R. Wilson hat einmal branchenübergreifend untersucht, wie sich gute oder auch schlechte Kundenerlebnisse verbreiten. Ergebnis:

  • Positive Erlebnisse werden bis zu drei Mal weitererzählt.
  • Schlechte Erlebnisse jedoch bis zu 33 Mal.

Wenn man also jemanden vergrätzt, ist die Chance groß, dass er das elf Mal häufiger weiter tratscht als der Mensch, zu dem man gerade nett war. Was für ein Verhältnis!

Das lässt sich allerdings auch nutzen: In einem Nordstrom-Kaufhaus in Seattle, USA, brachte einmal eine völlig aufgebrachte Frau einen Satz Reifen zurück und verlangte die Erstattung ihres Geldes. Sie war wirklich sehr wütend über diese Reifen, die in ihren Augen Minderware darstellten. Das Kaufhaus fackelte nicht lange und zahlte der Frau den vollen Kaufpreis. Völlig normal, denken Sie. Nur: Nordstrom verkauft gar keine Reifen! Die Kundin hatte sich in ihrer Wut schlicht beim Händler vertan. Um aber negative Propaganda abzuwenden, entschied sich die Kaufhausleitung lieber für ein Minusgeschäft und eine zufriedene Kundin. Mit Erfolg: Die Aktion sprach sich herum, später berichtete sogar das Wall Street Journal darüber. Und Nordstrom heimste jede Menge Sympathie- und Vertrauenspunkte ein.

Gerüchte, Klatsch und Tratsch sind eine Art Darwinismus für Informationen: Nur die Starken überleben. Wenn Sie vorhaben, eine Marke aufzubauen oder selbst eine zu werden, ist solcher Gesprächsstoff enorm wichtig. Vertrauen spielt im Geschäftsleben eine enorme Rolle. Üblicherweise basiert es auf gewachsenen Beziehungen. Doch dazu ist in unserer schnelllebigen Welt kaum noch Zeit. Also müssen wir es den Leuten, mit denen wir arbeiten oder Geschäfte machen wollen, schenken. Und das Einzige, womit wir uns dabei kurzfristig absichern können, ist deren Ruf, Reputation, kurz: deren Personal Branding.

Die nachfolgende Grafik zeigt - stark vereinfacht - drei grundsätzliche Typen, über die geredet wird. In der Mitte der Langeweiler. Über den kann man nicht viele Worte machen...

Buzzer

  • Typ A: Er fasziniert, weckt unsere Bewunderung, ist kreativ und schafft etwas völlig Neues. Vielleicht ist es auch eine ganz simple Sache, eine, auf die jeder andere hätte auch kommen können. Aber er hat es gemacht. Chapeau! Darüber redet man.
  • Typ B: Er ist weniger kreativ. Seine Innovation ist nicht neu, aber besser, schneller oder billiger. Auch gut. Allerdings kann sich dieser Weg sehr schnell als Marketinggag entpuppen. Oder aber die Nummer verpufft, weil ein Dritter es noch schneller, besser, billiger hinbekommt. Im schlimmsten Fall ist es nichts davon, sondern nur eine grauslige Marktneuheit. Totaler Murks. Darüber redet man auch. Schadenfroh. Und elf Mal häufiger, Sie erinnern sich?!

Beide Wege funktionieren, beide führen zu Gerede. Typ B ist nur mit mehr Risiken behaftet. Achten Sie also auf das, was man sich über Sie erzählt, steuern Sie es mit Ihrem Personal Branding. Einmal gefestigt, schützt die Marke Sie vor übler Nachrede, schüchtert Neider ein und öffnet Türen, die sonst vielleicht verschlossen blieben.

Das sollten Sie auch noch lesen:

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]