Studenten aller Studiengänge und Fachbereiche kennen die berühmt-berüchtigten Stellen für studentische Hilfskräfte. Unter Studenten genießen solche Jobs einen recht ambivalenten Ruf: Einerseits stellen sie eine verhältnismäßig angenehme Möglichkeit dar, ihr Einkommen aufzubessern, den Hochschulbetrieb besser kennen zu lernen und ihr Fachwissen zu vertiefen. Andererseits sind solche Stellen an vielen Hochschulen als Sackgassen verschrien und werden auch von manchem Personaler und Arbeitgeber so wahrgenommen. Doch das muss nicht so sein, denn als Student bestimmen Sie selbst darüber, ob Ihre Stelle als studentische Hilfskraft zur Sackgasse oder zum Karrieresprungbrett wird...

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Studentische Hilfskraft: Was ist das eigentlich?

Studentische Hilfskraft Gehalt Studentische Hilfskraft BewerbungEs gibt studentische Hilfskräfte und wissenschaftliche Hilfskräfte - beide werden oftmals als "Hiwi", Hilfswissenschaftler, abgekürzt.

Wer als studentische Hilfskraft arbeitet, ist ordentlich eingeschriebener Student, hat aber noch keinen Hochschulabschluss. Er verfügt allerdings bereits genügend Studienerfahrung und die wichtigsten Grundkenntnisse, um beispielsweise andere Studierende in Tutorien unterstützen zu können.

Wissenschaftliche Hilfskräfte hingegen haben bereits einen Hochschulabschluss und übernehmen im Wesentlichen die gleichen Aufgaben wie studentische Hilfskräfte. Wer als Studierender als Aufsicht in der Bibliothek, in der Verwaltung oder Technik arbeitet, wird als studentische Beschäftigter bezeichnet.

Als studentische Hilfskraft arbeiten Sie meist am Lehrstuhl eines Professoren, wobei Ihnen unterschiedliche Aufgaben übertragen werden können.

Zum gewöhnlichen Aufgabenbereich zählt etwa die Unterstützung bei der Vorbereitung und Organisation von Lehrveranstaltungen, aber auch bei der Forschung können Sie mithelfen. Häufig werden studentische Hilfskräfte mit der Recherchearbeit betraut.

Natürlich können auch unterstützende Bürotätigkeiten zu den Aufgaben einer studentischen Hilfskraft gehören, doch sind die Aufgaben meist deutlich umfangreicher und Interessenten sollten sich nicht davon abschrecken lassen.

Im Allgemeinen hat die Tätigkeit in vielen Bereichen direkt mit dem eigenen Studium zu tun, bereitet auf den Abschluss und die wissenschaftliche Laufbahn vor und bringt wichtige Einblicke in die praktische Anwendung des erlernten Wissens.

Wie hoch ist das Gehalt einer studentischen Hilfskraft?

Studentische Hilfskraft Gehalt studentische Hilfskraft BewerbungDas Gehalt eines studentischen Hilfskraft hängt sowohl vom Bundesland als auch von der jeweiligen Universität ab. Die Vergütung beträgt meist zwischen ungefähr 9 und 12 Euro pro Stunde.

Die Bezahlung ist dabei auch von der bisherigen Ausbildung abhängig. Wer bereits einen Abschluss gemacht hat, gilt als wissenschaftliche Hilfskraft und verdient mehr als studentische Hilfskräfte, die sich noch im Studium befinden. Da kann der Stundenlohn beispielsweise bei etwa 15 Euro liegen.

Auch die Arbeitszeit kann je nach Bundesland, aber auch individuell variieren. Das Hochschulgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen § 46 (Stand vom 9.6.2017) sieht vor, dass die Arbeitszeit weniger als die Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit eines Tarifbeschäftigten des Landes betragen muss.

Häufig wird diese Obergrenze jedoch nicht erreicht, da im Vertrag eine geringere wöchentliche Arbeitszeit vereinbart wird.

Studentische Hilfskraft: Wie bewirbt man sich?

Es gibt verschiedene Wege, um an eine Stelle als studentische Hilfskraft zu kommen. Die einfachste ist es natürlich, den Professor so sehr zu überzeugen, dass dieser Sie auf eine Mitarbeit anspricht. Leider handelt es sich dabei um die Ausnahme, weshalb Sie die Dinge lieber selbst in die Hand nehmen sollten.

Sprechen Sie Ihren Dozenten zum Beispiel direkt an: Das zeigt Ihr Interesse und Engagement. Sie bleiben so eher im Gedächtnis - das kann sich später zum Vorteil erweisen, wenn Sie Ihren Dozenten bereits besser kennen, beispielsweise wenn es um die Erörterung von Prüfungsthemen geht.

Ob aktuell Stellen an Ihrer Universität ausgeschrieben sind, erfahren Sie durch ausgehängte Informationen in der Universität, im Internet, in Jobbörsen oder an den Lehrstühlen selbst. Hier erfahren Sie auch gleich, welche Anforderungen Sie erfüllen müssen, welche Aufgaben auf Sie zukommen und wie Sie sich bewerben.

Haben Sie einen konkreten Wunsch und momentan wird nicht offen nach einer studentischen Hilfskraft gesucht, können Sie sich natürlich auch über eine Initiativbewerbung direkt an den Lehrstuhl wenden, bei dem Sie gerne arbeiten würden.

Ihren Chancen zuträglich ist es natürlich, wenn Sie bereits Veranstaltungen des Lehrstuhls besucht und erfolgreich abgeschlossen haben. Dies bildet auch eine gute Grundlage für eine schriftliche Bewerbung, um Ihr Interesse für die Arbeit als studentische Hilfskraft zu verdeutlichen und zu begründen.

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Diese Vorteile bietet Ihnen ein Job als studentische Hilfskraft

Die Position der studentischen Hilfskraft wird an vielen Hochschulen nicht so hoch geschätzt, wie sie es verdient hätte, doch das liegt nicht zuletzt auch den Studierenden selbst, die diese Einordnung und Beurteilung oft unreflektiert übernehmen.

Ein Blick auf die geleistete Arbeit zeigt jedoch, dass die erbrachte Leistung studentischer Hilfskräfte für den Hochschulbetrieb essentiell ist und einen deutlich höheren Stellenwert verdient hätte.

Das gilt jedoch nur, wenn diese ihre Aufgaben ernst nehmen und sich bei der Umsetzung engagieren. Wird nur Dienst nach Vorschrift geleistet, ist die fehlende Wertschätzung durchaus nachvollziehbar.

Als studentische Hilfskraft liegt es daher auch in Ihrer Hand, wie Sie sich bei Ihrer Aufgabe positionieren und diese ausfüllen. Um diese Stelle für Ihre Karriere nutzen zu können, sollten Sie...

  • den Kontext und die Bedeutung Ihrer Aufgaben verstehen.
  • bewusst den Austausch und Kontakt mit Ihrem Vorgesetzten - Professor, Doktor, Dozent, Labor- oder Fachbereichsleiter - suchen und Fragen klären.
  • für sich beantworten, warum Sie die Stelle - auch im Blick auf Ihre spätere Karriere - annehmen.
  • überlegen, welche Kontakte sich ergeben können und mit welchen interessanten Personen und Funktionsträgern Sie in Verbindung treten wollen.
  • sich die Verbindung Ihrer aktuellen Tätigkeit mit Ihren späteren Wunschaufgaben im Job bewusst machen.

Folgende Vorteile bietet Ihnen diese Stelle:

  • Sie haben Einkünfte.

    Der offensichtlichste Vorteil ist die Bezahlung. Das Studentenleben ist mitunter gar nicht so günstig, gerade wenn man das Pech hat, an einer begehrten Hochschule in einer Großstadt zu wohnen. Das zusätzliche Einkommen kann Garant für ein kleines Extra sein, wenn das Bafög nicht reicht.

  • Sie sammeln praktische Erfahrungen.

    Die Universität ist ein Ort der Lehre - und zwar häufig der theoretischen Lehre, da sie zumeist auch auf eine akademische Laufbahn vorbereitet. Mit einem Job als studentische Hilfskraft schnuppern Sie außerhalb des häufig als Elfenbeinturm verspotteten Bereichs in die reale universitäre Arbeitswelt hinein. Außerdem hat diese Arbeit im Gegensatz zu vielen anderen Studentenjobs einen klaren Bezug zum Studium.

  • Sie können Studium und Job vereinbaren.

    Ihr Arbeitsplatz ist auch gleichzeitig Ihr Lernort - sehr praktisch, denn so sparen Sie sich lange Anfahrtswege. Idealerweise können Sie Ihren Job als studentische Hilfskraft auch in den Pausen zwischen zwei Veranstaltungen erledigen oder umgekehrt: Zwischen zwei Arbeitseinheiten besuchen Sie fix eine Vorlesung.

  • Sie gewinnen Einblick in die Hochschule.

    Aus der Sicht eines Studierenden kennen Sie einige Bereiche bereits, nun werden Sie selbst ein Teil Ihrer Hochschule. So lernen Sie nicht nur organisatorische und Verwaltungsbereiche kennen, sondern erfahren auch, wie Dozenten und andere Hochschulmitarbeiter so ticken.

  • Sie erfahren von Forschungsprojekten.

    Das Studium vermittelt vor allem Grundlagenwissen, mit detaillierterem Fachwissen kommt man meist erst im Rahmen größerer Arbeiten in Kontakt. Als studentische Hilfskraft erfahren Sie mit als Erster von aktuellen Forschungsthemen. Das hilft Ihnen dabei, eine konkretere Vorstellung der Studieninhalte Ihres Faches zu entwickeln.

Für Studenten, die sich aktiv mit Ihren Zukunftsaussichten und ihrer Karriere befassen, mögen einige der genannten Punkt selbstverständlich und banal sein. Doch erstaunlich viele studentische Hilfskräfte sehen ihre Stelle schlicht als einen Job ohne weitere Perspektive oder Potenzial, doch genau das ist in großem Umfang vorhanden.

Studentische Hilfskraft: Potenzial durch Engagement

Studentische Hilfskraft Gehalt studentische Hilfskraft BewerbungAus den bisherigen Ausführungen dürfte klar geworden sein: Als studentische Hilfskraft haben Sie sehr wohl eine Menge Karrierepotenzial, doch liegt es an Ihnen, dieses auch zu nutzen und sich nicht einfach mit der Situation abzufinden.

Mit dieser Einstellung ändert sich die Perspektive vom Job ohne Aussicht zum möglichen Karrieresprungbrett. Um jedoch aktiv die richtigen Kontakte zu knüpfen, passende Chancen zu erkennen und die richtigen Gelegenheiten zu ergreifen, müssen Sie zuerst wissen, wo Sie hinwollen.

Dabei geht es gar nicht so sehr um die konkrete berufliche Ausrichtung - obwohl diese natürlich eine Rolle spielt - sondern viel mehr um die Entscheidung zwischen drei grundlegenden Karriereoptionen:

  • Karriere im Hochschulbereich

    Dieser Karriereweg ist der typische. Entscheiden Sie sich dafür, dann sollte Ihr Schwerpunkt auf der Netzwerkarbeit an der Bildungseinrichtung selbst liegen und Sie sollten sich aktiv mit Lehrkräften und Dozenten in Verbindung setzen. Ideal sind hier Stellen als studentisch Hilfskraft mit einem gewissen Lehr- oder Tutorenanteil, bei dem Sie Ihre didaktischen Fähigkeiten bereits erproben und entwickeln können. Seien Sie sich allerdings dessen bewusst, dass die Stellen oftmals auf maximal zwei Jahre befristet und/oder von Projektgeldern abhängig sind.

  • Karriere im wissenschaftlichen Bereich

    Wenn Sie damit liebäugeln, dann sollten Sie sich um Stellen bemühen, die mit konkreten Forschungsprojekten zu tun haben. Konzentrieren Sie sich bei Ihren Kontakten auf aktive Forscher oder Lehrkräfte, die in Verbindungen mit Ihrem angestrebten Forschungsbereich stehen.

  • Karriere in der freien Wirtschaft

    Viel Geld lockt vor allem in der Privatwirtschaft im Vergleich zu Hochschulen. Sind Sie daran interessiert, kommen für Sie vor allem Stellen bei Dozenten und Professoren mit guten Kontakten zu Unternehmen und potenziellen Arbeitgebern in Betracht. Die konkrete Tätigkeit als studentische Hilfskraft wird in der Regel nur wenig mit Ihrem späteren Job zu tun haben, doch durch gute Leistungen können Sie die Aufmerksamkeit des Projektleiters erregen und über diesen Kontakt zu Unternehmen aufnehmen.

Sie sehen, bereits die Auswahl der passenden Stelle kann große Auswirkungen auf die späteren Möglichkeiten und das Potenzial für Ihre weitere Karriere haben. Nehmen Sie sich im Vorfeld daher Zeit, um sich über die verschiedenen Fachbereichsleiter und Dozenten zu informieren und dann zu entscheiden, bei wem sich die Arbeit als studentische Hilfskraft lohnt.

Setzen Sie sich auf der richtigen Stelle aktiv ein, stehen Ihre Chancen gut, Kontakt zu Arbeitgebern aufzubauen und sich einen entsprechenden Ruf zu erarbeiten und nach der Tätigkeit als Hilfskraft auf dem Arbeitsmarkt einzusteigen und die beruflichen Ziele zu verwirklichen.

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