Arbeiten von zuhause: Das sollten Sie beachten

Arbeiten von zuhause aus können sich viele Arbeitnehmer vorstellen. Die meisten verbinden damit einen entspannten Einstieg in den Arbeitstag: Länger schlafen können, weil man sich nicht durch den Berufsverkehr quälen muss, entspannt nebenher die Wäsche anstellen und dergleichen mehr. Wer sich gerade selbständig gemacht hat und noch keine Büroräumlichkeiten anmieten muss, weiß, was das bedeutet. Auch wenn der eigene Chef die Möglichkeit zum Homeoffice einräumt, sind die Rahmenbedingungen fürs Arbeiten von zuhause aus schnell klar. Unklar hingegen ist häufig, welche Jobs sich dafür eignen. Wir zeigen Ihnen, was Sie dazu wissen müssen und welche Vor- und Nachteile das Arbeiten von zuhause hat…

Arbeiten von zuhause: Das sollten Sie beachten

Arbeiten von zuhause: Unterschiedliche Formen der Arbeit

Wie eingangs angedeutet, gibt es unterschiedliche Formen der Arbeit von zuhause aus. Letztlich arbeiten Schüler und Studenten auch von zuhause aus, allerdings wird ihr Einsatz für bessere Noten in der Regel finanziell nicht vergütet.

Hier soll natürlich die Rede von Erwerbsarbeit sein. Zu unterscheiden sind zwei Formen:

  • Homeoffice

    Von Homeoffice wird meist bei einem Regelarbeitsverhältnis gesprochen. Ein abhängig beschäftigter Mitarbeiter hat (oft nur unter bestimmten Bedingungen, beispielsweise bei der Telearbeit, und zeitlichen Einschränkungen) die Möglichkeit, seine Arbeiten von zuhause aus zu erledigen. Es muss allerdings nicht von zuhause aus geschehen – theoretisch kann ein im Homeoffice Beschäftigter ebenso gut vom Café aus arbeiten. Synonym zu Homeoffice wird teilweise Telearbeit oder Heimarbeit gesagt, allerdings gibt es Unterschiede.

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  • Heimarbeit

    Was wie die Übersetzung des ersteren klingt, kann in Deutschland einen anderen Status haben. In beiden Fällen kann das Arbeiten von zuhause aus erfolgen. Im Unterschied zum Homeoffice ist die Beschäftigungsform jedoch meist eine andere. Das Heimarbeitsgesetz beschreibt in § 2 Absatz 1 als Heimarbeit die erwerbsmäßige Arbeit in eigener Wohnung oder gewählter Betriebsstätte. Dabei wird im Auftrag von Gewerbetreibenden gearbeitet, denen die Arbeitsergebnisse anschließend überlassen werden. Meist geschieht diese Arbeit auf Honorarbasis.

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Beiden Arbeitsformen gemeinsam ist, dass Sie dabei Arbeiten von zuhause aus erledigen können.

Jobs: Was kann man von zuhause arbeiten?

Das Internet ermöglicht den Zugang zu relevanten Informationen und die Übermittlung der Arbeitsergebnisse binnen kürzester Zeit. So können Sie in vielen Jobs bequem Arbeiten von zuhause aus erledigen, für die vor wenigen Jahrzehnten noch eine Anwesenheit im Unternehmen wichtig gewesen wäre.

Voraussetzung dafür ist in der Regel ein PC, Internetzugang und ein Telefon. Die Palette der Jobs reicht von solchen mit spezifischen Fachkenntnissen und solchen, für die eine kurze Einweisung oft ausreicht.

  • Redakteur

    Das Verfassen von Texten gehört zu den typischen Arbeiten von zuhause. Dabei gibt es verschiedene Ausprägungen dieses Jobs. Wer im Onlinebereich arbeitet, benötigt Kenntnisse in HTML und SEO, denn die Texte werden meist suchmaschinenopitimiert in Content-Management-Systemen wie WordPress, Joomla oder TYPO3 geschrieben.

    Des Weiteren sind eine gute Ausdrucksfähigkeit, Kreativität, Recherche und Selbstorganisation gefragt, denn Sie müssen nicht nur die Texte nach Vorgabe Ihres Arbeitgebers/Auftraggebers verfassen können, sondern mit engen Deadlines umgehen können.

    Wer als Werbetexter arbeitet, braucht zudem noch Ahnung von Online-Marketing. Das Arbeiten von zuhause ist auch bei Journalisten und Autoren weit verbreitet. Wer auf freiberuflicher Basis arbeitet, generiert Aufträge meist von entsprechenden Contentplattformen wie Textbroker, GreatContent oder Textox. Die Verdienstmöglichkeiten sind allerdings sehr unterschiedlich: Zwischen Festpreisen für den gesamten Text und Centbeträgen für einzelne Wörter ist alles drin.

  • Übersetzer

    Das Übersetzen von Texten oder Videospielen gehört ebenfalls zu den Arbeiten von zuhause aus. Das setzt nicht nur voraus, dass Sie sehr bewandert in der jeweiligen Sprache sind. Meist werden Nachweise in Form eines Studiums, einer Ausbildung oder entsprechende Referenzen als Beleg für Ihre Fachkenntnis erwartet werden.

    Die Bezahlung richtet sich ähnlich wie beim Job als Redakteur nach dem Umfang Ihrer Arbeit und dem Schwierigkeitsgrad: Fachtexte werden meist höher bezahlt, auch spielt eine Rolle, ob Sie dafür Sprachkenntnisse in einer gängigen europäischen Sprache wie Englisch und Französisch haben müssen oder beispielsweise auf Arabisch, Chinesisch oder Russisch übersetzen beziehungsweise aus diesen Sprachen übersetzen müssen.

  • Lektor

    Ebenfalls textbasierte Arbeit leistet der Lektor beziehungsweise Korrektor. Werden lediglich Grammatik und Rechtschreibung korrigiert, handelt es sich um Korrektorat. Das Korrekturlesen erfordert absolute Sicherheit im Umgang mit der (meist) deutschen Sprache, da nicht nur Groß- und Kleinschreibung, sondern auch Kommasetzung beherrscht werden müssen. Geht es in den stilistischen und inhaltlichen Bereich, spricht man von Lektorat.

    Nun werden sprachliche Mittel stärker berücksichtigt, Satzbau und Ausdrucksweise verfeinert. Neben fundierten sprachwissenschaftlichen Kenntnissen wie sie ein Germanistikstudium vermittelt, ist solides Fachwissen im behandelten Thema von Vorteil, da sich so inhaltliche Widersprüche leichter entdecken und korrigieren lassen. Die Entlohnung erfolgt pro Seite.

  • Programmierer

    Ganz gleich, ob Sie eine Software, eine App oder eine Website entwickeln – das Arbeiten von zuhause bietet die nötige Ruhe dazu. Als Programmierer entwickeln Sie nicht nur nach den Wünschen des Kunden, sondern beheben in Testläufen auftretende Fehler (Bugs). Dazu bedienen Sie sich einer Programmiersprache, die anhand eines Compilers in eine maschinenlesbare Sprache transformiert wird.

    Informatik oder ein informationstechnisches Studium sind eine gute Voraussetzung für eine spätere Tätigkeit als Programmierer. Je nach Interesse haben Sie die Möglichkeit, den Schwerpunkt entsprechend auf einen bestimmten Bereich auszurichten und beispielsweise Geoinformatik, Energieinformatik, Medizininformatik oder Medieninformatik zu studieren.

    Bis auf die östlichen Bundesländer (beispielsweise monatlich 1.800 Euro in Sachsen-Anhalt) ist der Verdienst mit mehreren tausend Euro pro Monat vergleichsweise hoch – bis zu 6.000 Euro sind keine Seltenheit, wenngleich der Durchschnitt eher bei 3.500 Euro anzusiedeln ist.

  • Usabilitytester

    Der Usabilitytester ist im Prinzip auch nichts anderes als ein Produkttester. Während letzterer meist Alltagsprodukte wie Kosmetik, Lebensmittel, Haushaltsgeräte und Babyprodukte testet, um beispielsweise auf Amazon eine für den Verkäufer wichtige Produktbeschreibung zu verfassen, geht es bei Usabilitytestern meist um die Produkte, die von Programmierern erschaffen wurden, also Apps, Software und Websites. Sie werden auf ihre Anwenderfreundlichkeit getestet: Sind sie optisch ansprechend? Sind die Arbeitsschritte intuitiv beziehungsweise nach kurzen Hinweisen leicht zu befolgen? Laufen die Programme schnell und reibungslos? Meist brauchen Sie als Usabilitytester keine großen Vorkenntnisse. Einige bekannte Plattformen dafür sind:

    Dieser Job lässt sich meist nach Ihren persönlichen Möglichkeiten in den Alltag einbauen, weshalb er besonders gut für Studierende oder Arbeitnehmer in Elternzeit geeignet ist.

  • Tagesmutter

    Wer gerne mit (Klein-)Kindern und Babys arbeitet, wird derzeit sehr gute Aussichten als Tagesmutter haben. Vom Gesetzgeber gewünscht und mit Anspruch auf Kitaplätze gefördert ist die Kinderbetreuung – leider nicht immer zur Zufriedenheit der Eltern. Während einerseits ein Rechtsanspruch besteht, fehlen auf der anderen Seite genügend Betreuer und Kitaplätze. Das wiederum bringt mitunter Arbeitgeber in die Bredouille, denn der Fachkräftemangel in einigen Branchen erschwert ohnehin die Besetzung freier Arbeitsplätze. Der Verdienst kann gut und gerne bei 20 Euro die Stunde liegen. Da die Kleinen meist in der Frühe gebracht werden und noch viel schlafen, gibt Ihnen das die Möglichkeit, nebenbei andere Jobs oder Tätigkeiten zu erledigen – beispielsweise als Produkttester oder Korrekturleser.

  • Videoproduzent

    Als Videoproduzent erstellen Sie Video und kleinere Filmbeiträge. Werbespots oder Imagefilme für Ihre Auftraggeber müssen dafür gefilmt und geschnitten werden. Tonbearbeitung und die Arbeit mit Effekten kommen noch als zusätzlicher Arbeitsaufwand dazu. Ganz ähnlich (teilweise weniger professionell) arbeiten Youtuber.

    Im Unterschied zu Videoproduzenten haben Sie keinen Auftraggeber, sondern stellen ihre eigenen Inhalte beziehungsweise das vor, wovon sie glauben, dass es einen Interessentenkreis dafür gibt. Im Gegensatz zum Videoproduzenten sind Youtuber allerdings in einem hohen Maß von ihren Followern abhängig, weshalb in regelmäßigen Abständen (und je nach Zielgruppe liegen diese kurz hintereinander) Content produziert werden muss. Geld wird hier vor allem durch das Schalten von Werbeanzeigen, Affiliate-Links in der Videobeschreibung und Product-Placement generiert. Die Summen hängen im Wesentlichen von der Reichweite ab.

Nebenjob zuhause verpacken: Vorsicht!

Nebenjob zuhause verpackenAbsolute Vorsicht ist geboten bei Nebenjobs, bei denen Sie Dinge zuhause verpacken sollen – die Klassiker: Wundertüten befüllen, Kugelschreiber zusammenbauen oder gar Briefmarken sortieren. Dazu ist Folgendes zu sagen:

  • In den allermeisten Fällen wird diese Arbeit entweder deutlich günstiger im Ausland erledigt oder ist bereits automatisiert, so dass es für das beauftragende Unternehmen wirtschaftlich völlig unrentabel wäre, Arbeitnehmer in Deutschland zu beschäftigen.
  • Finger weg auch, wenn Sie in Vorkasse gehen sollen! Solche Jobs fallen in die Kategorie Nepper, Schlepper, Bauernfänger, denn ihr vermeintlicher Auftraggeber verdient an Ihnen, indem Sie zu meist überteuerten Preisen Produkte von minderer Qualität erstehen müssen, die sich später nicht oder nur schwer absetzen lassen.
  • Oft ist kein Impressum angegeben oder nur nach mühevoller Suche zu finden. Obskure Adressen im Ausland (gerne auch bei Briefkastenfirmen) sind ein Zeichen, dass sich eine Person einer möglichen Haftbarkeit entziehen möchte. Fehlen Telefonnummer und Sitz, spricht dies ebenfalls gegen die Seriosität des Betreibers.

Vor- und Nachteile bei Arbeiten von zuhause

Das schnelle Geld bequem von zuhause aus verdienen – das ist die Idealvorstellung vieler. Und es stimmt, das arbeiten von zuhause aus hat einige Vorteile, allerdings nicht ausschließlich. Im Einzelnen:

Vorteile

Arbeiten von zuhause Vorteile

  • Sie sparen Fahrtwege.

    Das schont die Nerven, das Auto und das Portemonnaie, denn Benzin ist teuer und die Straßen überfüllt.

  • Sie haben Ihre Ruhe.

    Nervige Kollegen, der Chef, der ständig über die Schulter blickt und deutlich mehr Ablenkung sind mögliche Störfaktoren, wenn Sie im Büro arbeiten. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass Arbeitnehmer im Homeoffice deutlich produktiver weil konzentrierter sind.

  • Sie werden seltener krank.

    Durch den Kontakt mit vielen Menschen – sei es im Büro oder im Bus auf dem Weg zur Arbeit – übertragen sich Keime und Krankheitserreger schneller. Wer von zuhause aus arbeitet, ist solchen seltener ausgesetzt.

Nachteile

Arbeiten von zuhause Nachteile

  • Sie benötigen Selbstdisziplin.

    Allerdings wird ein höheres Maß an Selbstdisziplin von Ihnen erforderlich, denn das heimische Arbeitsumfeld hält ebenfalls einige Verlockungen bereit. Pünktlich am Schreibtisch zu sitzen, nicht nebenbei Bingewatching der Lieblingsserie zu betreiben fällt einiges schwerer, wenn man sich seine Arbeitszeiten selbst einteilt.

  • Sie haben keine unmittelbaren Kontakte.

    Manch einer vereinsamt am Schreibtisch, da die typischen Plaudereien in der Teeküche fehlen. Da hilft nur eins: Regelmäßigen Austausch per Skype oder Telefon und ein funktionierendes soziales Umfeld.

  • Sie müssen für Büromöbel aufkommen.

    Das kann ein Vor-, aber auch Nachteil sein. Denn ergonomische Büromöbel sind gar nicht so günstig. Wer aber wenigstens acht Stunden am Tag von zuhause aus arbeitet, sollte vernünftige Arbeitsmaterialien haben, um seinen Job gut erledigen zu können.

50 Tipps: So klappt es mit der Arbeit von zuhause

Home Office Tipps Download PDFDie Arbeit von zuhause steckt voller Ablenkungen und Versuchungen: Einladungen von Freunden, Haushaltspflichten, Anliegen der Familie… Heimarbeit kann nur zu einer dauerhaften Lösung werden, wenn Sie lernen, mit diesen umzugehen. Einigen fällt das leicht, andere stehen vor ernsthaften Schwierigkeiten.

Wir haben eine umfangreiche Liste mit 50 Tipps zusammengestellt, die Ihnen helfen, das Arbeiten von zuhause zu meistern und die Vorteile voll auszukosten. Hier ein paar Auszüge (Die vollständige Liste können Sie sich kostenlos als PDF herunterladen – dazu einfach auf das Vorschaubild klicken):

  • Richten Sie einen eigenen Raum als Home-Office ein

    Sollte es die räumliche Aufteilung bei Ihnen Zuhause ermöglichen, sollten Sie ein eigenes Büro als Home-Office einrichten und nutzen. Das macht die Trennung zwischen Privatleben und Arbeit leichter und ermöglicht Ihnen eine größere Konzentration. Sollte es keinen eigenen Raum geben, empfiehlt sich zumindest ein fester Arbeitsplatz in einem anderen Raum.

  • Gehen Sie auch mental zur Arbeit

    Für viele beginnt der Arbeitstag mit der Fahrt ins Büro. Im Heimbüro müssen Sie nur eine Tür weiter gehen, was die Einstellung negativ beeinflussen kann. Auch wenn Sie zuhause sind, sollten Sie sich mental auf die Arbeit einstellen – rasieren und frisieren Sie sich, wählen Sie ein passendes Outfit und stellen Sie sich auf einen normalen Arbeitstag ein.

  • Nutzen Sie die Kommunikationsmöglichkeiten

    Zuhause muss der Austausch mit Kollegen nicht zum Erliegen kommen. Digitalisierung und moderne Technik machen es Ihnen leicht, die Kommunikation aufrecht zu erhalten. Schalten Sie sich per Video- oder Telefonkonferenz zu Meetings zu, vereinbaren Sie Zeiten für Telefonate oder arbeiten Sie gemeinsam an einem Online-Dokument.

  • Machen Sie Feierabend

    Auch im Homeoffice sollten Sie feste Zeiten einführen, zu denen Sie Feierabend machen. Nur weil die Arbeit bei Ihnen zuhause stattfindet, müssen Sie nicht den gesamten Tag damit verbringen. Wenn Sie im Büro um 18 Uhr Feierabend machen, sollten Sie dies auch im heimischen Büro beibehalten.

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[Bildnachweis: taramara78 by Shutterstock.com]
30. April 2019 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.



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