Die 10 wichtigsten Lebenslauf Arten im Überblick
In Deutschland kommen heute zahlreiche Lebenslauf Arten bei der Bewerbung zum Einsatz. Grundsätzlich gilt: Wird eine dieser Lebenslauf Arten explizit in der Stellenanzeige verlangt, sollten Sie Ihre Bewerbung auch genauso einreichen!
Heute werden mehrere Formen des Lebenslaufs verlangt, die sich in Aufbau, Reihenfolge und Aussagekraft unterscheiden. Welche Variante die beste ist, hängt von Berufserfahrung, Branche, Karriereziel und individueller Laufbahn ab. Die häufigsten und wichtigsten Lebenslauf Arten in der Übersicht:
1. Tabellarischer Lebenslauf
Der tabellarische Lebenslauf ist heute der Standard in Deutschland und eignet sich für fast jede Bewerbung. Er stellt den Werdegang lückenlos und in „antichronologischer“ Reihenfolge dar. Die jeweiligen Abschnitte werden hierfür „tabellarisch“ und zeitlich absteigend angeordnet: links die Zeitangaben, rechts der Text in Stichworten. Beispiele:
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2. Kurzlebenslauf
Der Kurzlebenslauf ist eine kompakte Version des tabellarischen CV und hat nur einen Umfang von maximal einer DIN A4 Seite. Der kurze Lebenslauf wird oft von Headhuntern verlangt oder auf Jobmessen eingesetzt und ermöglicht Personalern einen schnellen Überblick über die relevantesten Berufserfahrungen, Qualifikationen und Kenntnisse von Bewerbern. Hierfür reicht es jedoch nicht aus, den vorhandenen Lebenslauf einfach zu kürzen. Bewerber müssen nach Relevanz auswählen: In den kurzen Lebenslauf kommt nur, was für die angestrebte Stelle einen Mehrwert hat!
Merkmal |
Kurzvita |
Lebenslauf |
| Umfang | 1 Seite | 1-3 Seiten |
| Inhalt | nur zentrale Stationen | vollständig und lückenlos |
| Angaben | Präzise Informationen | Aussagekräftige Details |
| Fokus | Schlüsselqualifikationen | Erfahrungen, Kompetenzen, Interessen |
| Einsatz | Jobmessen, Minijobs | E-Mail-, Initiativbewerbung |
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3. Ausführlicher Lebenslauf
Ein ausführlicher Lebenslauf (auch: ausformulierter Lebenslauf) ist eine Sonderform und wird chronologisch sowie als Fließtext und in Ich-Form geschrieben. Ziel des ausführlichen Lebenslaufs ist, die Persönlichkeit und Sprachkompetenz eines Bewerbers zu testen. Der Lebenslauf in Aufsatzform wird zum Beispiel von der Bundespolizei oder bei der Einbürgerung verlangt.
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4. Funktionaler Lebenslauf
Der funktionale Lebenslauf enthält keine Zeitangaben mehr und ist auch nicht chronologisch aufgebaut. Er gliedert sich ausschließlich nach Funktionen, Kompetenzen oder Berufserfahrungen und ähnelt eher einer Profilseite. Sinn und Zweck ist, Personalern einen schnellen Überblick über relevante Qualifikationen und passende Kenntnisse zu geben.
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5. Handschriftlicher Lebenslauf
Ein handgeschriebener Lebenslauf wirkt wie aus der Zeit gefallen: Verlangt wird er teils, um den CV Graphologen für eine Schriftanalyse vorzulegen. Der zweite Grund: Ein handschriftlicher Lebenslauf ist nie Massenware, sondern immer individuell erstellt. Wer den Job will, muss sich also Mühe machen. Gefordert wird er z.B. von KMU, Behörden (Polizei, Zoll) oder Stiftungen bei der Bewerbung um ein Stipendium.
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6. Europass Lebenslauf
Der Europass Lebenslauf ist ein Instrument der EU, mit dem sich Arbeitnehmer innerhalb der EU und im Ausland leichter bewerben und den Job wechseln können sollen. Kompetenzen und Qualifikationen werden im sog. „Bildungsportfolio“ einheitlich und international vergleichbar zusammengefasst. Bewerber können den Service kostenlos nutzen. Die persönlichen Dokumente lassen sich – teils – bequem online erstellen.
Europass erstellen:
7. F-Muster-Lebenslauf
Der F-Muster Lebenslauf (auch: „F-Strategie“ oder „F-Pattern“) ist ein psychologischer Trick für das Lebenslauf-Layout. Der Aufbau orientiert sich an der Form des Buchstabens „F“, was dem natürlichen Leseverhalten von Menschen entspricht. Die F-Methode funktioniert wie ein sogenannter Elevator Pitch: Was wichtig ist, wird besonders betont und regt zum Weiterlesen an. Beispiel:
8. Moderner (ATS) Lebenslauf
Inhaltlich unterscheidet sich ein moderner Lebenslauf kaum von einem klassischen Lebenslauf. Allerdings ist sein Layout und Design stark vereinfacht, schlichter und ohne jeden optischen Firlefanz. Verzichtet wird im modernen Lebenslauf vor allem auf grafische Elemente wie Icons, Diagramme oder Symbole, die noch vor einiger Zeit en vogue waren. Gleichzeitig ist er nur noch einspaltig.
Typische Merkmale eines modernen Lebenslaufs:
- Länge: 1-3 DIN A4 Seiten
- Struktur: 1-spaltig
- Gestaltung: nur Fettschrift, Linien
- Schriftarten: max. 2 (z.B. Helvetica, Georgia)
- Schriftgrößen: max 3 (Titel, Überschriften, Text)
- Zeilenabstand: 1,2 – 1,5-zeilig
- Grafische Elemente: keine
- Farben: max. 1 Schmuckfarbe
Der Grund hierfür ist der zunehmende Einsatz von KI im Bewerbungsprozess. In Deutschland wird mehr als jede zweite Stelle mithilfe von E-Mail-Bewerbung oder Online-Bewerbung besetzt. Hierbei setzen bereits mehr als 70 Prozent der Unternehmen sogenannte Applicant Tracking Systeme (ATS) und KI zur Vorselektion ein. ATS-Freundlichkeit und -Lesbarkeit wird damit zur alles entscheidenden Bewerberhürde. Können die Algorithmen und Software den Lebenslauf nicht richtig verstehen oder interpretieren, folgt meist eine automatische Absage.
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9. Patchwork Lebenslauf
Bei einem Patchwork-Lebenslauf handelt es sich um eine Vita deren Berufslaufbahn einem Flickenteppich gleicht: Unterschiedliche Jobs und Orientierungsphasen wechseln sich mit Lücken und Brüchen im Lebenslauf ab. Ein geradliniger, roter Faden ist nicht erkennbar. Typische Merkmale sind:
- Viele unterschiedliche Jobs
- Häufige Branchenwechsel
- Kurze Beschäftigungsverhältnisse
- Längere Lücken und Auszeiten
- Kein roter Faden erkennbar
Sogenannte Patchwork-Jobs nehmen seit Jahren zu. Karrieren verlaufen heute nicht mehr linear und über Jahrzehnte bei ein und demselben Arbeitgeber. Die Lebensläufe werden bunter, vielfältiger, brüchiger. Das kann Bewerber mit einer sogenannten Mosaik-Karriere aber genauso spannend machen!
10. Lebenslauf für Quereinsteiger
Die Zahl der Quereinsteiger wächst seit Jahren. Das Besondere an einem Quereinsteiger Lebenslauf ist, dass er per Definition eigentlich nicht zur angestrebten Stelle passt – sonst wäre es auch kein Quereinstieg. Umso wichtiger ist dann, dass Bewerberinnen und Bewerber die fehlende Branchen- und Berufserfahrung ausgleichen.
Das gelingt zum Beispiel mit einem Kurzprofil gleich am Anfang sowie relevanten Skills im Abschnitt „Besondere Kenntnisse“. Unverzichtbar für Quereinsteiger ist aber – zusätzlich zum Lebenslauf – ein aussagekräftiges Bewerbungsschreiben.
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Wie wird ein Lebenslauf aufgebaut?
Der Aufbau eines Lebenslaufs ist in Deutschland weitgehend standardisiert und folgt einer festen Reihenfolge nach diesem Muster:
- Titel und Überschrift (z.B. „Lebenslauf“) – Pflicht
- Persönliche Daten – Pflicht
- Bewerbungsfoto – optional
- Kurzprofil – optional
- Beruflicher Werdegang – Pflicht
- Bildungsweg – Pflicht
- Besondere Kenntnisse – empfohlen
- Interessen und Hobbys – optional
- Ort, Datum und Unterschrift – empfohlen
Was sind wichtige Lebenslauf Formen und Unterschiede?
Der Lebenslauf ist das zentrale Element der Bewerbung. Geübte Personaler erkennen auf den ersten Blick, ob es sich um einen individuellen Lebenslauf oder Massenware handelt. Letztere sortieren sie sofort aus. Ihr professioneller Lebenslauf ist daher immer auch eine erste Arbeitsprobe! An der Sorgfalt und Individualität lesen Personaler das wahre Interesse an der Stelle sowie Ihren Einsatz- und Leistungswillen ab. Daher hier noch ein paar Tipps für besondere Bewerbersituationen:
Lebenslauf für Schüler und Praktikum
Schüler haben noch keine Berufserfahrungen oder einschlägige Qualifikationen. Entsprechend kurz ist der Lebenslauf für Schüler. Er passt oft auf eine halbe bis ganze DIN A4-Seite. Falls Sie sich in der Klasse 9 oder 10 für ein Schülerpraktikum bewerben, sollten Sie im Schülerlebenslauf mit der bisherigen Schullaufbahn beginnen. Werden Sie hierbei ruhig ausführlich: Erwähnen Sie Kurse, Lieblingsfächer, Noten sowie außerschulisches Engagement (Projekte, Interessen, Hobbys). Bei Schülern zählen zudem soziale Kompetenzen und Aktivitäten mehr als Qualifikationen. Wer sich als Klassensprecher oder Mitglied einer AG engagiert, sollte das in seinen Lebenslauf schreiben. Ebenso besondere Sprachkenntnisse oder IT-Kenntnisse. Viele Schüler nennen in ihrem CV zu wenige Details. So bleibt der Schülerlebenslauf zu oberflächlich und zu kurz. Beschreiben Sie Projektarbeiten oder Kenntnisse, Interessen und Hobbys ruhig ein bisschen ausführlicher. Ganz besonders gilt das für bisherige Ferienjobs und Schülerjobs. Ein paar Stichworte mehr helfen schon, um die Chancen auf ein Bewerbungsgespräch zu erhöhen.
Lebenslauf für Ausbildung oder Studium
Schulabgänger, die sich für eine Ausbildung oder ein Studium bewerben, punkten vor allem mit Sozialkompetenzen, eigenen Projekten und Ehrenämtern in Vereinen oder Organisationen im Lebenslauf. Ebenso mit Praktika. Diese sollten aber zur geplanten Berufsausbildung oder zum Studiengang passen. Nennen Sie im vollständigen Lebenslauf alle relevanten Stationen und Jobs sowie wieder Ihre Lieblingsfächer oder Leistungskurse (mit Noten!). Nennen Sie aber nur Durchschnitts- oder Abschlussnoten, wenn die das insgesamt positive Gesamtbild Ihrer Bewerbung verstärken. Schlechte Noten erwähnen Sie natürlich nur auf Nachfrage. Dafür kann die Mitgliedschaft in (Sport-)Vereinen Vorteile bringen.
Lebenslauf auf Englisch
Wer sich international bewirbt, braucht meist einen englischen Lebenslauf. Beachten Sie, ob ein „Curriculum Vitae“ (Großbritannien) oder ein „Resume“ (USA) verlangt wird. Es gibt Unterschiede! Bei CV und Resume gibt es weder Bewerbungsfoto, noch Angaben zu Alter, Geschlecht, Herkunft, Religion oder Familie. Beim CV fehlen noch Datum und Unterschrift. Dafür sind beim Resume die Referenzen wichtiger.
Lebenslauf auf Linkedin oder Xing
Auf den Karrierenetzwerken Xing oder Linkedin können Sie ebenfalls eine Art Lebenslauf anlegen (oder als Datei hochladen. Teils finden Sie dort in einem Lebenslauf-Editor eine Lebenslauf Vorlage zum Ausfüllen. Das hat vor allem Vorteile bei der One-Click-Bewerbung: Manche Unternehmen, Jobbörsen oder Metasuchmaschinen ermöglichen Ihnen, sich mit nur einem Klick auf eine freie Stelle zu bewerben, indem Sie dazu Ihr Xing-Profil oder Linked-Profil verknüpfen. Achtung: Bevor Sie sich so bewerben, checken Sie unbedingt Ihr Profil, die Werdegang-Angaben, die Referenzen, Kontakt und „Über mich“-Seiten! Widersprüche führen ebenfalls oft zu einer Absage.
Hier weiterlesen: Lebenslauf Beispiele und mehr Lebenslauf Formen.
Welche Lebenslauf Art ist die richtige?
Die Wahl der passenden Lebenslauf-Art ist keine Geschmacksfrage, sondern eine strategische Entscheidung. Wer einen geradlinigen Karriereweg vorweisen kann, fährt mit einem antichronologischen, tabellarischen Lebenslauf am besten. Bei Brüchen, beruflicher Neuorientierung oder einem besonderen Kompetenzprofil kann ein funktionaler oder moderner Lebenslauf Vorteile bringen. Wichtig ist, dass der Lebenslauf immer individuell erstellt wird und perfekt zur angestrebten Stelle, zur Branche und zur eigenen Biografie passt.
Es gibt leider nicht den einen perfekten Lebenslauf – sondern nur den passenden. Indem Sie die verschiedenen Lebenslauf Arten kennen und gezielt einsetzen, heben Sie sich bereits von Mitbewerbern ab und erhöhen Ihre Chancen auf den Traumjob merklich. Wir wünschen dabei: viel Erfolg!
PS: Nutzen Sie für Ihre Bewerbung immer auch unsere kostenlose Lebenslauf Checkliste, um nichts Wichtiges zu vergessen!
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