Minijob-bis-450-Euro
Bei vielen Arbeitnehmern reicht heute der Erstjob zum Lebensunterhalt nicht aus und Sie verdienen sich mit einem Minijob etwas dazu - als Servicemitarbeiter in der Gastronomie, Nachhilfelehrer, Bürokraft oder in anderen Aushilfsjobs. Doch auch für einen 450-Euro-Job, wie die Minijobs auch heißen, muss man sich bewerben. Wie das geht, wie Anschreiben und Lebenslauf aufgebaut werden, worauf Sie bei den Formulierungen achten müssen sowie Tipps und Beispiele zur Bewerbung für einen 450-Euro-Job finden Sie im folgenden Dossier...

Ab wann gilt ein Job als Minijob?

Jobsuche-400-Euro-JobVon einem Minijob oder einer geringfügigen Beschäftigung ist die Rede, wenn Sie monatlich nicht mehr als 450 Euro verdienen. Seit dem 1. Januar 2013 wurde die Verdienstgrenze von ursprünglich 400 Euro auf 450 Euro angehoben. Für diese Einnahmen müssen Sie keine Steuern abführen und keine Sozialabgaben, außer der Rentenversicherung, zahlen.

Mit der Erhöhung wurde auch beschlossen, dass der Arbeitnehmer einen Eigenanteil von 3,9 Prozent zur Rentenversicherung zahlen soll. Davon können Sie sich auf schriftlichen Antrag hin befreien lassen.

Wie bewerbe ich mich für einen Minijob?

Auch wenn es sich nur um eine Aushilfsstelle handelt, sollten Sie sich Zeit für die Bewerbung nehmen und diese sorgfältig verfassen. Denn wer bei seiner Bewerbung keinen Wert auf Sorgfalt legt, dem wird auch unterstellt, dass er seine Arbeit ebenso erledigt. Damit nehmen Sie sich nur selbst die Chance eingestellt zu werden.

Folgende Unterlagen sollte Ihre Bewerbung enthalten:

Je nachdem für welche Stelle Sie sich bewerben, müssen Sie jedoch keine umfangreichen Anlagen mitschicken. Schicken Sie nur jene Zertifikate und Bescheinigungen besonderer Qualifikationen mit, die auch relevant für die Stelle sind. Ansonsten blähen Sie Ihre Unterlagen unnötig auf. Falls aber doch vollständige Bewerbungsunterlagen verlangt sind, werden diese so aufgebaut:

Vollständige-Bewerbungsmappe-Bewerbungsunterlagen-Muster

Checkliste: Was gehört in ein Anschreiben?

Wie wird das Anschreiben aufgebaut?

Ein Anschreiben besteht im Wesentlichen aus vier Teilen:

  1. Die Einleitung beginnt mit einem Knall – Ihrer Motivation, Ihrem stärksten Argument. Lassen Sie dabei einfließen, dass Sie sich mit dem Unternehmen bereits intensiv beschäftigt haben.
  2. Der zweite Teil ist die Selbstdarstellung. Hier machen Sie als Bewerber klar, welche Stärken und Erfahrungen Sie mitbringen.
  3. Im dritten Teil wird eine Verbindung zum Unternehmen hergestellt: Warum bewerben Sie sich ausgerechnet hier? Jetzt geht es darum, einen Bezug zwischen Ihnen und dem Unternehmen herzustellen. Diesen Teil können Sie auch mit dem zweiten verweben oder gar zum Einstieg machen. Die Reihenfolge dieser ersten drei Punkte ist nicht fix.
  4. Am Ende bedanken Sie sich für das Interesse, stellen heraus, dass Sie sich über einen Vorstellungstermin freuen und garnieren das Ganze mit herzlichen Grüßen.

Das Ergebnis könnte dann zum Beispiel so aussehen:

Aufbau-Bewerbungsanschreiben-Beispiel-Schema

Wichtig ist natürlich, dass Ihr Anschreiben keine Rechtschreibfehler enthält und speziell auf dieses Zielunternehmen zugeschnitten wurde. Massenschreiben wirken immer so, als hätten Sie sich keine Mühe bei der Formulierung gegeben und werden meist aussortiert.

Tipp: Bitten Sie eine Freundin oder einen Bekannten darum, noch einmal einen Blick auf das Anschreiben zu werfen und es auf Fehler zu überprüfen.

Mustervorlage für Anschreiben

Diese Bewerbungsmuster können Ihnen als Anregung für Ihr eigenes Anschreiben dienen


Bewerbungsmuster-Bewerbungsanschreiben-Aushilfe-VorschauBewerbungsmuster-Vorlage-Minijob-Vorschau

Checkliste: Was gehört in den Lebenslauf?

Folgende Angaben interessieren Personaler und gehören dazu:

  • Persönliche Daten (Name, Geburtstag/-ort, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail)
  • Familienstand und Staatsangehörigkeit
  • Beruflicher Werdegang (amerikanisch: aktuelle Position zuerst)
  • Schul- und Ausbildung (auch Wehr- oder Ersatzdienst)
  • Praktika
  • Besondere Qualifikationen (Weiterbildung, Zertifikate, Sprachen)
  • Interessen (Mitgliedschaften, soziales Engagement, Hobbys)
  • Ort, Datum, Unterschrift

Das Ergebnis könnte zum Beispiel so aufgebaut sein:

Lebenslaufaufbau-Grafik

Was nicht in den Lebenslauf gehört:

  • Angaben zu Eltern oder Angehörigen
  • Beruf der Eltern

450-Euro-Job: Wie stelle ich eine unverbindliche Anfrage?

Minijob-400-EuroEinen Minijob können Sie sich auch suchen, indem Sie in Betrieben vor Ort unverbindlich nachfragen, ob aktuell Mitarbeiter gesucht werden. Beispielsweise in Restaurants, Geschäften oder Einkaufszentren in der Innenstadt stehen Ihre Chancen gut. So werden Sie unter Umständen auf Stellen aufmerksam, die noch gar nicht ausgeschrieben sind.

Wenn Sie sich persönlich vorstellen, sollten Sie daran denken, Ihre Bewerbungsunterlagen immer mitzubringen.

Für diesen Zweck eignet sich die Kurzbewerbung - sie besteht nur aus einem Lebenslauf und einem Anschreiben.

Kurzbewerbung-Aufbau-Grafik

Die Kurzbewerbung dient als Auftakt: Der Personaler bekommt so einen ersten Eindruck von Ihnen, Ihrer Motivation und Eignung. Besteht Interesse, kann er Sie sofort kontaktieren oder weitere Unterlagen anfordern.

Wo finde ich einen Minijob?

Mehr als sieben Millionen Minijober gibt es in Deutschland. Die so genannten geringfügig Beschäftigten sind aus manchen Branchen nicht mehr weg zu denken. Sowohl die Gastronomie als auch Hotels, Events, Gebäudereinigung und der soziale Bereich sind ohne Minijober in Deutschland heute nicht mehr funktionsfähig.

Sogenannte 450-Euro-Jobs finden sich in zahlreichen Branchen:

  • Einzelhandel
  • Gastronomie
  • Hotellerie
  • Privathaushalte (Haushaltshilfe, Putzkraft)
  • Büro
  • Veranstaltungen (Messen, Märkte, Konzerte)
  • Soziale und medizinische Einrichtungen (Krankenhäuser, Pflegeheime)

Das ist nur eine kleine Auswahl. Viele Stellen werden Sie in der Tageszeitung oder online finden.

Hier eine Übersicht mit Stellenbörsen:

  • Gelegenheitsjobs ist auf die Vermittlung von Saisonarbeit ausgelegt, bietet aber auch Studentenjobs an.
  • Hostessenjob bietet Jobs in den Bereichen Promotion, Beauty und Messe.
  • JackTiger ist auf die Vermittlung von Messe-, Catering- und Gastronomie-Personal spezialisiert.
  • Jobs 3000 ist eine Stellenbörse für Schüler und Studenten, die sogar Au-Pair-Stellen auflistet.
  • Jobanzeiger ist auf die Vermittlung von Promotionjobs, Gastrojobs und Messejobs spezialisiert.
  • JobMensa ist als Stellenbörse auf Studentenjobs spezialisiert.
  • JobPiraten listet neben klassischen Minijobs auch Teilzeitjobs auf.
  • Jobsuma listet über die PLZ-Begrenzung zuverlässig und sehr aktuelle Angebote auf.
  • Monster-Studenten ist der Ableger der bekannten Jobsuchmaschine Monster, in dieser Version speziell für Studenten.
  • Myjobnextdoor ist auf die PLZ-Suche spezialisiert und liefert vor allem auch Anzeigen von kleineren Unternehmen.
  • NachhilfeNet ist eine Datenbank für Nachhilfelehrer und Nachhilfe-Institute, die Nachhilfegesuche auflistet.
  • Nebenjob bietet neben Informationen zum Nebenjob auch eine Stellenbörse an.
  • Promotionbasis ist auf die Vermittlung von Personal für Promotion-Aktionen und Event-Personal ausgelegt.
  • Studentenjob bietet Nebenjobs und Praktika nach Bundesländern sortiert.
  • Studentenjobs24 listet über die Suchfunktion neben Teil- und Vollzeitjobs auch Praktika.
  • Jobberbee Hier lassen sich über die Fähigkeiten, die zeitliche Verfügbarkeit und die gewünschte Entfernung zum Arbeitsplatz Stellen finden.


Ihre Rechte als Minijober

Auch für geringfügige Beschäftigungen gelten arbeitsrechtlich bestimmte Regeln. Die wichtigsten haben wir für Sie zusammengefasst:

  • Urlaub.

    Auch bei einem Minijob haben Sie Anspruch auf bezahlten Urlaub. Der gesetzliche Urlaubsanspruch beträgt 24 Tage im Jahr bei einer 6-Tage-Woche. Ihr Urlaubsanspruch wird auf die Anzahl der Tage, die Sie arbeiten, umgerechnet.

  • Krankheitsausfälle.

    Auch im Krankheitsfall werden Sie weiterhin bezahlt. Ihr Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, Ihnen im Krankheitsfall bis zu sechs Wochen weiterhin Lohn zu zahlen. Allerdings müssen Sie sich ab dem dritten Fehltag eine Bescheinigung vom Arzt ausstellen lassen.

  • Kündigung.

    Als Minijober haben Sie in der Regel eine Kündigungsfrist von vier Wochen zum Ende des Kalendermonats oder zum 15. eines Monats. Davon ausgenommen ist die fristlose Kündigung.

[Bildnachweis: Edyta Pawlowska, Antonio Guillem, wavebreakmedia by Shutterstock.com]

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