Jetzt mal ehrlich: Wie lange sind Sie nach Feierabend noch für den Chef, Kollegen, Kunden erreichbar? Dank Smartphones, Tablet-PCs und Mobile Internet findet längst eine zunehmende Entgrenzung von Arbeitsort und -zeit statt. Das stellt nicht nur neue Anforderungen an jeden einzelnen Arbeitnehmer – sondern auch an das Personalmanagement und rechtliche Regeln. Die Deutsche Gesellschaft für Personalführung (DGFP) hat dazu kürzlich dazu eine Umfrage unter 279 Personalmanagern gestartet, deren Ergebnisse uns exklusiv vorab vorliegen. Tenor: Es sollte dazu mehr Regeln geben – aber bitte nicht bei uns!

Gut ein Drittel der Personalmanager (35 Prozent) findet, dass es dem einzelnen Mitarbeiter überlassen bleiben sollte, wann er erreichbar sein möchte. Die Mehrheit jedoch (61 Prozent) plädiert für explizite Regeln. 34 Prozent dieser Befragten meinen, das müsse das Unternehmen regeln, 16 Prozent sprechen sich für individuelle Absprachen mit dem Vorgesetzten aus, der Rest ist für Überbetriebliche Regeln in Form von Gesetzen.

Burnout-Gefahr erkannt, aber nicht gebannt

Wie groß die Unsicherheit bei dem Thema ist, wird allerdings an anderer Stelle deutlich: So sind 49 Prozent der Personalmanager überzeugt, wer immer erreichbar ist, der leistet sich zugleich einen sicheren Beitrag zur Entstehung eines Burnout-Syndroms. Lediglich 15 Prozent bezweifeln, dass hierbei ein Zusammenhang besteht.

Aber welche Konsequenzen ziehen sie daraus? Antwort: keine.

Jedenfalls nicht die Mehrzahl. Auf die Frage, ob es denn in ihrem Unternehmen schon Regeln oder Maßnahmen gebe, die die Erreichbarkeit der Mitarbeiter einschränken, antwortete nur ein Drittel mit “Ja, haben wir oder es ist geplant.” Der Rest beschränkt sich auf Appelle an Führungskräfte und Mitarbeiter für einen mehr eigenverantwortlichen Umgang. Immerhin: 22 Prozent planen solche Appelle an Führungskräfte oder Mitarbeiter auszugeben. Aber nur nur sechs Prozent haben diese schon ausgesprochen.

Gerade einmal zwei Prozent der befragten Unternehmen unterbinden die Weiterleitung von E-Mails an mobile Endgeräte außerhalb der Dienstzeit, sechs Prozent planen zumindest einen solchen Schritt (siehe auch Grafik):