Auf Jobmessen, auf Kogressen, im Smalltalk – überall plaudern Mitarbeiter schon mal über ihren Arbeitgeber, IHR Unternehmen oder DIE Firma. Und dabei offenbaren sie zwischen den Zeilen vielleicht mehr, als sie ahnen: je nachdem ob sie von “dem Unternehmen”, “unserem Unternehmen” oder “meinem Unternehmen” sprechen. Davon ist jedenfalls James W. Pennebaker überzeugt, der diese These in seinem Buch “The Secret Life of Pronouns” aufstellt und über die es sich lohnt, nachzudenken.
Pennebaker glaubt den Code dieser unterschwelligen Botschaften über den Zustand und das Klima eines Unternehmens dechiffriert zu haben. Wenn Mitarbeiter demnach über “mein Büro”, “mein Unternehmen” sprechen, sei alles im grünen Bereich. Arbeitsatmosphäre gut. Die Menschen in diesem Betrieb sind zufrieden, aber identifizieren sich nicht sonderlich mit dem Unternehmen. Besser ist es deshalb, wenn sie von “unserem Büro”, “unserer Firma” sprechen: Stimmung super, Identifikation hoch. Ein Alarmzeichen hingegen sei, sobald Mitarbeiter und Angestellte von “der Firma”, “dem Unternehmen” oder gar in der dritten Person “bei XY” sprechen: Hier herrscht bereits der Zustand innerer Kündigung. Meist sind diese Beschäftigten unglücklich in ihrem Job oder schon auf dem Sprung.
Wie gesagt, das ist zunächst einmal nur eine These. Aber eine, die, wie ich finden, recht plausibel klingt. Was zugleich nur eine Meinung ist. Deshalb sind nun Sie gefragt: Wie denken Sie darüber?




jd
ja, ich stimme dem aus eigener erfahrung und aus eigenen beobachtungen zu!
S.Bauer
Interessant, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Bisher hatte ich für 4 Unternehmen gearbeitet, wovon 2 die Hölle waren und für 2 das Arbeiten Spass gemacht hat. Selbstverständlich bezeichne ich die 2 guten Unternehmen als “meine” oder “unsere” Firma, bei den 2 Alptraumfirmen würde ich das niemals machen.
Als Ergänzung: Das ganze erinnert mich auch an folgenden Artikel aus dem US-amerikanischen Wirtschaftsblog “Freakonomics”, wo einem Consultant, der mit etlichen Unternehmen zu tun hatte, eine auffällige Korrelation aufgefallen ist zwischen dem Betriebsklima und der Richtung in der die Autos auf dem Mitarbeiterparkplatz geparkt sind.
Falls die Autos vorwiegend rückwärts in die Parklücken eingeparkt sind, denken die Mitarbeiter offensichtlich schon am Morgen an das Wegfahren am Feierabend, sind also schon zum Arbeitsbeginn mental schon auf den Feierabend eingestellt. Kein gutes Zeichen für das Betriebsklima. Umgekehrt wenn die Autos vorwärts eingeparkt sind, ein gutes Zeichen dafür daß die Mitarbeiter beim Einparken eher den Arbeitstag im Sinn haben:
http://www.freakonomics.com/2011/12/30/can-parking-direction-tell-us-anything-about-company-morale/
torsten
“unser” kann auch bedeuten “du machst die arbeit ich bekomme das lob”. ansonsten stimmt das mit meinen erfahrungen überein.
Christian
Hm, funktioniert das auch im größerem Stil: Mein Land, Unser Land, das Land? – grübel…
@S.Bauer : Hölle und Spass muss ja kein Gegensatz sein…
Markus Väth
Ich wundere mich, wie man daraus ein ganzes Buch machen kann.