Lässt sich mit Blogs Geld verdienen? Sicher. Vielleicht nicht immer so viel, dass man davon leben könnte, aber zumindest so viel, um die Kosten zu decken und vielleicht ein kleines Taschengeld dazu zu verdienen.
Der wohl bekannteste und auch leichteste Weg dazu ist Adsense. Wer in das Programm aufgenommen wird, legt entsprechende Anzeigenblöcke an, baut die Java-Scripts in sein Blog ein – und schon erscheint im Blog Werbung. Zudem bietet Google zahlreiche Optionen, die Werbeflächen kontinuierlich zu verbessern, sodass mit etwas Experimentierfreude die Umsätze oft steigen.
Inzwischen gibt es eine ganze Reihe weiterer Angebote und Vermarktungsnetzwerke, die mal mehr mal weniger kompliziert sind und oftmals mehr versprechen (oder nehmen), als sie halten (und geben). Nun aber wurde ich auf ein anderes Tool aufmerksam gemacht (Danke Oliver!), das ich seit diesem Wochenende auch hier auf der Karrierebibel einsetze: AdTaily. Auch hier muss man sich zunächst anmelden, bekommt anschließend einen Java-Code ausgeliefert und baut diesen auf seiner Webseite oder seinem Blog ein (siehe hier links in der Sidebar).
Nun aber passiert das, was das Tool so interessant und auch anders macht: AdTaily ist keine Agentur und bucht – im Gegensatz zu Adsense – daher auch keine Banner in den freien Platz. Vielmehr ist es ein Tool, das Ihren Lesern ermöglicht – direkt über die Website -, Werbung in Ihrem Blog zu schalten. Und zwar zu einem Preis, den Sie selber vorher festgelegt haben.
Leser schalten Werbung selbst
So funktioniert AdTaily: Werbetreibende oder Leser müssen dazu nichts weiter tun, als auf das AdTaily-Symbol zu klicken. Danach öffnet sich ein Fenster, in dem der Nutzer selbst eingeben kann, zu welcher URL die spätere Anzeige verlinken, welchen Werbetext sie enthalten soll (Alternativ lässt sich auch ein Banner (JPG, PNG, GIF – aber nicht animiert!) in der Größe von 125 x 125 Pixeln hochladen) – und natürlich, wie lange die Anzeige geschaltet bleibt.
Zur Auswahl steht Interessierten derzeit die Mindestdauer von einem Tag bis zu maximal 60 Tagen, die die Textwerbung beziehungsweise das Banner online sind. Den (Dollar-)Preis dafür kann indes der Blogbetreiber vorher in seinem AdTaily-Account festlegen (andernfalls übernimmt das die Software automatisch anhand der Zugriffszahlen). Das so verdiente Geld wird übrigens später per Paypal ausgezahlt, ein entsprechendes Konto dort ist also Voraussetzung.
Das Procedere ist für beide Parteien wirklich denkbar einfach zu bedienen – Werbetreibende wie Blogbetreiber. Klar, wenn keiner eine solche Anzeige schaltet, lässt sich damit auch nichts verdienen. Aber spätestens hier kommt eine zweite Variante ins Spiel, die AdTaily bei seiner Konzeption vielleicht gar nicht im Sinn hatte…
Leser werden zu Sponsoren
Sie müssen den Preis für die Werbung auf Ihrer Seite ja nicht gleich in astronomische Höhen schrauben. Letztlich ist das eine Funktion aus Angebot und Nachfrage. Ich selbst habe zum Beispiel in der aktuellen Testphase – sozusagen als Einführungspreis – die Kosten für ein Banner, das eine Woche auf Karrierebibel.de zu sehen ist, auf 21 Euro festgelegt – beziehungsweise drei Euro pro Tag. Das ist für die rund 15.000 Augenpaare, die Sie hier täglich erreichen können, wahrlich nicht viel. Darum geht es mir aber auch gar nicht. Was ich damit vielmehr zeigen will, ist: drei Euro sind womöglich ein Betrag, den auch begeisterte Leser zu zahlen bereit sind, um ein Blog oder eine Webseite zu unterstützen und zu sponsern – so wie das heute beispielsweise schon über Flattr möglich ist.
So können Leser via AdTaily statt einer Textanzeige genauso gut ein Dankeschön oder Kompliment buchen – für einen Tag, zwei Tage oder gar eine ganze Woche – und so einen Kleinstbetrag indirekt spenden. Wer mag, kann das obendrein mit einem Link zu der Website einer gemeinnützigen Organisation verbinden oder sein eigenes Blog damit bewerben. Denkbar sind viele Alternativen. Nur verstehen Sie das jetzt bitte nicht als sublime Aufforderung! Das ist keine. Vielmehr ist es eine Idee, eine Anregung und Option, wie auch Sie dieses Tool für sich einsetzen und nutzen können, falls Sie ein Blog oder eine Website betreiben.
Wichtige Einstellungen
Bevor Sie aber beginnen, AdTaily einzubauen, möchte ich Sie noch auf ein paar Punkte hinweisen, die Sie in Ihrem Account einstellen können (und sollten):
- Konto und Social Media Unter My Account (oben rechts) und dem Reiter Services sollten Sie zunächst Ihr Paypal-Konto verknüpfen. Sonst nutzt Ihnen das Tool wenig. Ebenso können Sie dort Ihr Facebook- und Twitter-Profil assoziieren, wovon ich allerdings abrate: Die so verbreiteten Meldungen erinnern gefährlich an Spam. Zuletzt haben Sie noch die Option, GoogleAnalytics zu integrieren und die damit generierten Zugriffszahlen Ihrer Webseite später Werbeinteressierten offenzulegen. Muss man nicht, schaden kann das aber auch nicht.
Widget gestalten Über den Reiter Websites gelangen Sie zu den Einstellungen des AdTaily-Widgets. Wenn Sie rechts auf den grauen Button “Edit Widget” klicken, gelangen Sie zu einem Menü (siehe auch Abbildung – zum Vergrößern bitte anklicken), in dem Sie dessen Aussehen (Von Button-Stil, Hintergrundfarbe bis Rahmen) sowie den Ansprachetext einstellen können. Veränderungen dieser Einstellungen sind darüber übrigens auch später noch möglich, wenn das Widget schon in Ihrem Blog online ist.- Preis festlegen Ebenfalls über den Reiter Websites gelangen Sie zu dem Menüpunkt “Edit Website”.
Hier sollten Sie nicht nur eine kurze Seitenbeschreibung und passende Suchbegriffe einfügen. Unter “Price Settings” können und sollten Sie hier auch mittels eines Schiebereglers den Anzeigenpreis für eine Woche festlegen. Wohlgemerkt: für eine Woche! Alle anderen Preise errechnet das System davon ausgehend automatisch. - Extras In den Extra Features, die sich ebenfalls in dem Menüpunkt “Edit Website” befinden, sollten Sie dann noch einstellen, ob eingehende Anzeigen von Ihnen moderiert werden (empfohlen!) oder direkt online gehen sowie, ob Sie Ihre Blogstatistiken potenziellen Kunden offenlegen oder nicht.
Nach jedem einzelnen Schritt (!) sollten Sie nicht vergessen, Ihre Einstellungen unbedingt zu speichern, sonst gehen sie verloren (ist mir ein paar Mal passiert). Mehr ist dann aber auch wirklich nicht zu tun, um mit dem Tool zu arbeiten. Übrigens: In der Abwicklung der Werbeeinnahmen scheint AdTaily durchaus fair zu sein: Der Service kassiert bisher keinerlei Provisionen. Was Werbtreibende bezahlen, landet 1:1 beim Blogger.
AdTaily ist freilich kein flammneuer Service, das Angebot gibt es schon eine ganze Weile (siehe auch TechCrunch-Artikel dazu). Deshalb wäre meine Frage an Sie: Haben Sie damit schon Erfahrungen gemacht?
Falls ja, dann schreiben Sie uns dazu bitte einen Kommentar… aber keine Anzeige!







Vincent
Hört sich nach einer guten Alternative an. Werde es sobald ich Werbeflächen in meinen Blog integriere mal ausprobieren. Danke für den Tipp!
Anna Rys
Thanks for writing about AdTaily and explaining so many things about how to use it and how to get the best out of it. It’s definitely a great guide that we will recommend to our German publishers!
vera
Feines tool, habe nur Positives darüber gehört. Würde es auch benutzen, aber leider: Alles JavaScript. Nix für WordPress.com. :(
Jochen Mai
Mein Blog basiert auch auf WordPress – ich hoste es aber selbst. Das erlaubt deutlich mehr Freiheiten. Kann ich daher nur empfehlen.
Anna Rys
Vera,
You may want to try this plugin for WP: http://ageno.pl/wordpress/adtaily-widget-light . It’s for the Polish version of our widget but I’ve checked and it works just as well with the international version. All you need is the AdTaily widget code. We are actually using this plugin on our blog: http://blog.adtaily.com/ .
Nico Lindner
Hallo, Danke auch für diesen Tipp. Ich habe das Modul nun eingebaut. Simpler geht es im Grunde nicht. Ich bin nun gespannt, wie die Reaktionen ausfallen. Für Tipps, wie ich diesen Button schmackhaft gestalten kann, wäre ich allerdings weiterhin sehr dankbar. Das gilt auch für Blogwerbung im Allgemeinen. Beste Gröten, Nico Lindner