Bei der Vorstellung der ersten iPad-Generation wurde das Tablet von vielen Kritikern als reines Konsum-Gerät eingestuft. Mehr als zwei Jahre später hat sich das Apple-Tablet zu einem veritablen Arbeitsgerät entwickelt. Dazu tragen vor allem die zahlreichen Apps bei, die aus dem iPad einen multifunktionalen, mobilen Computer machen, der den Laptop für viele Menschen – zumindest unterwegs – ersetzen kann. Da Textverarbeitung zu den zentralen Aufgaben eines solchen Computers gehört, darf ein vernünftiger Editor nicht fehlen. Wir haben uns das Apple eigene Pages für Sie näher angeschaut.
Wer bereits Keynote oder Numbers auf dem iPad verwendet, wird auch mit Pages problemlos zurecht kommen. Die Benutzeroberfläche und Bedienung ähnelt den anderen iWork-Applikationen stark und stellt auch für Erstbenutzer keine große Einstiegshürde dar. Einige Funktionen – beispielsweise die Erstellung einer Kopf- oder Fußzeile – sind zwar etwas versteckt, lassen sich durch das mitgelieferte Einführungsdokument – quasi das Handbuch zur App – oder durch unser Video-Tutorial jedoch schnell finden.
Einsatzgebiete
Mit einem Preis von 7,99 Euro ist die App – für iOS-App-Store-Verhältnisse – relativ teuer. Die wichtigste Frage lautet daher: Für welche Zwecke eignet sich Pages und wo liegen die Grenzen der Applikation? Für Briefe, einfache Rechnungen und kurze Texte eignet sich das Programm hervorragend. Auch längere Texte lassen sich komfortabel damit erstellen – eine externe Tastatur vorausgesetzt, denn das Tippen auf der virtuellen Bildschirm-Tastatur ist auf Dauer mühsam.
“Länger” ist jedoch nicht mit “komplex” gleichzusetzen. Denn für Texte mit zahlreichen Formatierungen, einem anspruchsvollen Layout oder ähnlichen Anforderungen ist Pages für iPad – leider – ungeeignet. Basics wie Fußnoten, Inhaltsverzeichnisse oder Hyperlinks innerhalb des Dokuments werden nicht oder nur unzureichend unterstützt. Für Geschäftsberichte oder wissenschaftliche Arbeiten taugt Pages auf dem iPad daher nicht. Wer sonst viel mit Microsoft Word oder Open Office arbeitet, kann eine unangenehme Überraschung erleben. Sowohl beim Im- als auch beim Export von Word-Dokumenten gehen zahlreiche Formatierungen verloren, Text verschiebt sich und Schriftarten werden ersetzt. Einfache Dokumente stellen kein Problem dar, etwas komplexere Texte sind dagegen fast unbrauchbar. Und Open-Office-Dokumente funktionieren überhaupt nicht. Zum Betrachten von komplexen Word-Dokumenten eignet sich Good Reader recht gut, optimale Ergebnisse bringt jedoch nur die Konvertierung in ein PDF-Dokument, denn dieses stellt das iPad problemlos dar.
Fazit
Für kurze Texte, Briefe, Entwürfe oder ähnliches ist Pages für iPad gut geeignet. Komplexe Dokumente – vor allem wenn sie in das Word-Format konvertiert werden – sollten jedoch vollwertigen Textverarbeitungsprogrammen wie Microsoft Word oder Open Office vorbehalten bleiben.
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