Vergangene Woche berichtete das JOBlog über eine neue Facebook-App, die Ihnen bei der Jobsuche behilflich sein kann: BranchOut. In den USA ist bereits ein Hype um die Anwendung entbrannt, die auch als eine Art LinkedIn light bezeichnet wird. Jedoch ist die Verwendung vor allem für Freunde des Datenschutzes nicht vorbehaltlos zu empfehlen. Wir stellen Ihnen daher die wichtigsten Funktionen des Programms vor und verraten Ihnen, welche Daten Sie preisgeben müssen, um es zu benutzen.

Wie funktioniert BranchOut?

Die Funktionsweise von BranchOut ist schnell erklärt: Facebook-User können in Ihren Profilen Angaben zu bisherigen und jetzigen Arbeitgebern machen. BranchOut greift mit Ihrer Erlaubnis auf diese Daten zu und zeigt auf Wunsch alle Freunde an, die bei einem bestimmten Unternehmen arbeiten. Mit der Erlaubnis Ihrer Bekannten greifen Sie auch auf die Daten von „Freundesfreunden“ zu. Auf diese Weise haben Sie schnell ein beachtliches Jobnetzwerk mit direkten Firmenkontakten aufgebaut – eine Art Linkedin in persönlichem statt professionellem Umfeld; wobei Linkedin nur etwa ein Siebtel der Userzahlen von Facebook erreicht. Als Bonus können Arbeitgeber für 30 Dollar Stellengesuche aufgeben, die Sie wiederum durchstöbern und mit Ihren Freunden teilen können.

Welche Daten verwertet BranchOut?

Für Datensensible ist BranchOut nur bedingt geeignet. Mit der Verwendung erteilen Sie der App über Facebook von Beginn an die Genehmigung…

  • …auf Ihre allgemeinen Daten (Name, Profilbild, Geschlecht, Netzwerke, Freundesliste…) zuzugreifen
  • …Ihnen E-Mails zukommen zu lassen
  • …Statusmeldungen, Notizen, Fotos und Videos an Ihre Pinnwand posten
  • …auch außerhalb der Verwendung auf Ihre Daten zuzugreifen
  • …Profilinformationen, insbesondere über Ausbildung und bisherige Arbeitgeber, einzusehen und auszuwerten
  • …die Daten Ihrer Freunde (Städte, Ausbildung und bisherige Arbeitgeber) auszuwerten

Einige dieser Punkte lassen sich zwar über die Facebook-Anwendungseinstellungen wieder deaktivieren, doch dann ist keine volle Funktionalität des Programmes mehr gewährleistet.

Fazit: Empfehlenswert – mit Einschränkungen

BranchOut ist derzeit noch in der Beta-Phase. Die Funktionalität wird sich mit steigender Userzahl noch deutlich erhöhen; dennoch ist das Konzept bereits im jetzigen Stadium interessant. Wenn Sie keine Bedenken um Ihre persönlichen Daten haben, dann probieren Sie die App ruhig aus und laden Sie Ihre Freunde ein. Ansonsten können Sie den Hype auch erstmal aus der Ferne beobachten und auf Wunsch später einsteigen – die verpassten Gelegenheiten dürften sich bis auf Weiteres in Grenzen halten. Über die bewährten Online-Jobbörsen kommen Sie schließlich auch (weitgehend) anonym an passende Stellenausschreibungen.