Video-Produktion-Unternehmen
Videos haben einen immer größeren Stellenwert in sozialen Netzwerken und in der Online-Kommunikation. Es ist das am schnellsten wachsende Medium, dass in manchen Themenbereichen sogar Textblogs und Beiträge überflügelt. Daraus ergibt sich eine Konsequenz: Corporate Videos sind für Unternehmen perspektivisch unverzichtbar...

Corporate Video: Strategisch integrieren

Corporate Video - also die Nutzung von Video-Formaten für die Unternehmenskommunikation - scheint auf den ersten Blick weitgehend selbsterklärend und einfach zu sein. Schließlich gibt es dutzende Videos und Kanäle auf von Unternehmen auf Youtube und den sozialen Netzwerken. Deren Ansätze können einfach kopiert und adaptiert und dann für die individuellen Themen genutzt werden.

Theoretisch kein Problem. In der Praxis ist es jedoch nicht ganz so einfach. Denn viele der Unternehmensvideos verfehlen ihre Wirkung und entwicklen sich zu Fehlschlägen. Der häufigste Grund: Videos werden als eigenständige Formate gesehen und geplant.

Der sinnvolle und erfolgreiche Einsatz hängt jedoch entscheidend davon ab, dass Videos gezielt in die Kommunikationsstrategie des Unternehmens integriert werden und diese mit Mehrwert ergänzen. Corporate Video sollte...

  • bestehende Themen weiterführen und aus neuen Perspektiven aufgreifen.
  • Artikel und Beiträge ergänzen.
  • echten Mehrwert bieten und die Vorteile des Mediums tatsächlich nutzen.

Hier sollten Unternehmen vor allem bedenken, dass Video nicht in allen Fällen und Themen das richtige Medium ist. Komplizierte Sachverhalte, die sich nur schwer visualisieren lassen, werden oft besser durch Texte erklärt.

Konkrete Bedienungs-Tipps oder Tutorials zu Produkten lassen sich dagegen hervorragend durch Videos abbilden. Corporate Video ist kein Allheilmittel, bietet bei bestimmten Themen jedoch Potenzial. Dieses sollten Sie gezielt nutzen.

Mobile Videoproduktion

Eine der häufigsten Fragen beim Thema Corporate Video lautet: "Mit welchem Equipment sollen wir unsere Videos denn produzieren?" Eine überraschend einfach Antwort: Für viele Formate reichen aktuelle Smartphones und etwas Zubehör völlig aus. Da wir uns in verschiedenen Artikeln bereits umfassend mit der mobilen Videoproduktion befasst haben, verweisen wir an dieser Stelle auf die dafür relevanten Artikel:

Corporate Video: Formate für Unternehmensvideos

Die grundlegenden - und häufig in der Kommunikation verwendeten - Videoformate sollten Unternehmen fürher oder später selbst konzipieren und produzieren können. Zu diesen Formaten zählen:

  • Video-Interviews
  • Aufzeichnung von Diskussionsrunden
  • Videoblog-Beiträge und Video-Tagebücher
  • A day in the life Formate, auch als Blick über die Schulter bekannt
  • Videos von Events und Messen
  • Team- und Mitarbeitervorstellungen

Wem diese Formate zu primitiv oder einfach vorkommen: In der Praxis können Konzeption, Umsetzung und Produktion solcher Videos bereits viel Zeit in Anspruch nehmen und beträchtlichen Arbeitsaufwand mit sich bringen. Ja, die beschriebenen Formate gehören zu den Standards und Basics. Einfach oder gar leicht sind sie dennoch nicht umzusetzen.

Promovideos und Unternehmensporträts mit Unterstützung

Geht es um Unternehmensporträts, umfangreiche Reportagen, Promovideos oder gar Musikvideos, sollten Unternehmen allerdings externe Unterstützung dazu holen. Das muss nicht bedeuten, dass das gesamte Video von einem externen Film-Team erstellt wird. Doch bei größeren Projekten gibt es immer wieder Szenen und Einstellungen, die ohne das entsprechende Equipment und vor allem die notwendige Erfahrung nicht oder nur in schlechter Qualität umsetzbar sind.

Um Kosten zu sparen und das gesamte Projekt schneller und effizienter abwickeln zu können, ist es sinnvoll...

  • das externe Team bereits bei Planung und Konzeption einzubinden.
  • die Erfahrung und Kreativität des Teams für die Gestaltung des Videos zu nutzen.
  • gemeinsam im Vorfeld festzulegen, welche Szenen und Einstellungen von Mitarbeitern des Unternehmens und welche vom externen Film-Team gedreht werden können/sollen.
  • den Zeit- und Drehplan exakt vorzubereiten.
  • die verwendete Technik und die Dateiformate abzustimmen.
  • die Nachbearbeitung im Vorfeld zu besprechen und zu planen.

Nicht alle Videostudios oder Film-Teams sind allerdings bereit, mit unternehmenseigenen Teams zusammenzuarbeiten. Gerade bei Promovideos kann es sinnvoll sein, die Videoproduktion vollständig dem externen Team zu überlassen.

Und bevor sich jetzt der eine oder andere auf den Schlips getreten fühlt: Natürlich gibt es Unternehmen und Social Media Teams, die auch anspruchsvolle Video-Projekte sinnvoll umsetzen können und hervorragende Ergebnisse erzielen.

Auch wenn einige Formate vermutlich nie vollständig inhouse produziert werden können, ist es sinnvoll, die dafür notwendige Kompetenz soweit wie möglich im Unternehmen aufzubauen. Je mehr Know How und Können Ihre Mitarbeiter mitbringen, desto autonomer können Sie Ihre Corporate Videos produzieren und die Angebote und Vorschläge externer Dienstleister beurteilen.

Corporate Video FAQ

Falls Sie noch Fragen zum Thema Corporate Video haben, hilft Ihnen möglicherweise auch die folgende FAQ-Liste weiter: Hier beantworten wir die häufigsten Fragen zum Thema.

  1. Ist Video als Medium für uns überhaupt geeignet?

    Das kommt in erster Linie auf die Inhalte an, und ob sich dieser durch Bewegtbilder vermitteln lassen. Sie haben im Schnitt zwei Minuten dafür Zeit. Länger dauern die meisten Standard-Videos nicht. Der zweite Faktor ist das Budget: Videos sind nicht billig. Profis rechnen im Schnitt mit 1000 Euro pro Sendeminute. die Frage, die sich dann stellt: Rechtfertigen potenzielle Reichweite und das Format den betriebenen Aufwand? Manche Themen lassen sich per Video einfach schwerer vermitteln als andere.

  2. Bei uns gibt es nichts Spannendes zu sehen. Werden unsere Videos dann nicht langweilig?

    Bitte unterschätzen Sie niemals, wie spannend scheinbar alltägliche Abläufe sein können. Es gibt auf Youtube zahlreiche Unternehmen die unter anderem ihre Produktion filmen. Und diese Videos kommen sogar gut an. Natürlich macht es am Ende stets die Umsetzung und das Storytelling.

  3. Wir sind schon lange in den Social Media. Brauchen wir unbedingt Videos?

    Nein. "Unbedingt" wäre übertrieben. Aber Videos könnten in den nächsten Jahren das dominante Medium im Internet werden. Sie vergeben also vielleicht Potenzial und Chancen, wenn Sie dieses Thema heute ignorieren.

  4. Manche Youtuber nehmen ihre Videos mit dem Smartphone auf. Können wir das nicht auch?

    Ja, können Sie. Die Bildqualität reicht dafür sogar oft aus. Gute Videos hängen nicht allein von der Kamera, sondern viel öfter vom Können hinter der Kamera ab.

  5. Unsere Mitarbeiter wollen aber nicht vor die Kamera. Sind Videos trotzdem möglich?

    Natürlich. Viele erfolgreiche Video-Formate kommen ganz ohne Akteure vor der Kamera aus. Sogenannte Erklär-Videos zum Beispiel nutzen stattdessen Zeichnungen oder Slideshows mit Audio-Kommentar. Und wenn diese Videos erst einmal online gut ankommen, ändert sich oft auch die Einstellung der Mitarbeiter.

  6. Können Mitarbeiter die Videos selber drehen?

    Klar. Gerade Mitarbeiter-Interviews, Azubi-Vlogs, Einblicke ins Unternehmen, Tutorials sind Formate, die sich dafür bestens eignen. Allerdings sollten Sie nicht einfach drauflos drehen, sondern vorab schon ein wenig üben und sich eine technische Grundausstattung zulegen. Auch mit externer Unterstützung fällt Ihnen der Einstieg leichter.

Strategien und Themen: Entwickeln Sie Video-Serien

Wollen Sie Corporate Video dauerhaft in Ihre Kommunikation integrieren und die Wirkung maximieren, sollten Sie Serien-Formate entwickeln. Die Vorteile solcher Video-Serien werden beispielsweise am Strom-Duell von Yello Strom deutlich. Die zehnteilige Video-Serie erreichte nicht nur zahlreiche Zuschauer, es bildete sich vor allem eine feste Zuschauerschaft, die das Format und die jeweiligen Videos teilten, kommentierten und die Serie an sich weiterempfahlen.

Die aus unserer Sicht wichtigsten Erfolgsfaktoren und Aspekte für gute Video-Serien - wohlgemerkt im Unternehmenskontext - finden sich im Stromduell wieder:

  • Es gibt eine übergeordnete Storyline, in die sich die einzelnen Folgen einfügen und die Zuschauern einen Rahmen bietet.
  • Jede Folge behandelt einen anderen Aspekt des Meta-Themas und funktioniert auch als eigenständiges Video.
  • Dennoch wird dem Zuschauer durch die übergeordnete Story - und einen Teaser zur nächsten Ausgabe - Lust auf die gesamte Serie gemacht.
  • Das Thema hat zwar mit dem Unternehmen zu tun, bietet jedoch hohen Unterhaltungs- und/oder Nutzwert für die Zuschauer.
  • Die Videos sind von Länge und Aufmachung her für das Medium - konkret: Youtube - und die Zielgruppe angepasst.
  • Es gibt eine durchgehende Botschaft, die jedoch nie offensiv, sondern immer subtil und durch die Story kommuniziert wird und zum Unternehmen passt.
  • Die Serie - und jedes einzelne Video - ist im Corporate Branding gehalten, ohne die Zuschauer dadurch zu nerven.

Bei der Themenwahl für Video-Serien sollten Sie das Prinzip der Nutzerrelevanz berücksichtigen. Entscheidend: Bei Video-Serien ist die Nutzerrelevanz nicht nur auf den praktischen Nutzen der Informationen, sondern auch auf deren Unterhaltungswert bezogen. Sicher sollte ein gewisser Informationsgehalt gegeben sein, doch je nach Unternehmensreputation und Ausrichtung ist ein hoher Unterhaltungswert durchaus sinnvoll und angemessen. Die infrage kommenden Themen sollten dabei an einigen Kriterien messen:

  • Bietet das Themen genug Nutz-/Unterhaltungswert für mehrere Ausgaben?
  • Passt das Thema auch zu den Unternehmenswerten und dem Unternehmenskern?
  • Können Sie von Beginn an genug Ideen für die ersten fünf oder mehr Ausgaben der Serie entwickeln?
  • Lassen sich daraus eigenständige und dennoch in gewisser Weise zusammenhängende Themen und Facetten herausarbeiten?
  • Ist die übergreifende Story interessant genug, um Zuschauer über mehrere Folgen zu binden?
  • Lässt sich das Thema auch auf anderen Kanälen parallel und ergänzend verarbeiten und kommunizieren?

Corporate Video Trend: Nutzen Sie Mini-Videos

Neben Youtube und Vimeo sollten Unternehmen auch die Mini-Video-Netzwerke Vine und Instagram im Auge behalten. Diese können die großen Videoplattformen zwar nicht ersetzten, diese jedoch hervorragend ergänzen. Instagram-Videos lassen sich beispielsweise als Teaser und Ankündigung für längere Videos einsetzen, wie es unter anderem die BBC praktiziert. Sie stellt auf Instagram Kurzzusammenfassungen und Previews längerer Reportage ein und nutzt das Netzwerk dazu, ihre Produktionen zu bewerben.

Außerdem können Unternehmen Instagram und Vine für Behind the scenes oder Making of Szenen nutzen und Mini-Videos gezielt für die sozialen Netzwerke produzieren. Unserer Meinung nach sind Mini-Videos jedoch nur als Ergänzung einer umfassenden Videostrategie für Unternehmen wirklich sinnvoll. Eine rein auf Mini-Videos basierende Kommunikation oder Strategie dürfte es - zumindest im deutschsprachigen Raum - dagegen schwer haben.

[Bildnachweis: J. Henning Buchholz, ollyy by Shutterstock.com]