Fehler passieren jedem irgendwann mal und sind grundsätzlich auch gar nicht so schlimm – so lange man daraus lernt und es beim nächsten Mal besser macht. Diese Einstellung ist prinzipiell zwar korrekt und sinnvoll, kann im Bewerbungsprozess – und besonders im Bewerbungsgespräch – jedoch ein zweischneidiges Schwert sein. Sicher können Sie auch aus Ihren in einem Bewerbungsgespräch gemachten Fehlern lernen – nur hilft Ihnen dieser Lernerfahrung für die konkrete Stelle dann leider nicht weiter. Trial and error sind in diesem Bereich – wenn Sie den Job wirklich wollen – daher keine echte Option. Glücklicherweise müssen Sie jedoch nicht alle Fehler ausprobieren und selbst machen. Wir haben heute 15 Fehler zusammengestellt, die Sie kennen und vermeiden sollten.

Beachten Sie bitte, dass wir auf die absoluten Klassiker wie Unpünktlichkeit und Unhöflichkeit bewusst verzichten. Erstens finden Sie zu diesen ganz grundlegenden Fehlern bereits Artikel auf der Karrierebibel und zweitens gehen wir davon aus, dass Sie diese als Stammleser ohnehin vermeiden. Am Ende des Artikels finden Sie außerdem eine Infografik von Classes and Careers, die häufige Fehler – auch einige Klassiker – optisch ansprechend aufbereitet.

  1. Im Bewerbungsgespräch müssen Sie Ihre Stärken und Erfahrung natürlich betonen. Doch wenn Sie dabei übertreiben, wird aus Selbstbewusstsein schnell Arroganz.
  2. Berufserfahrung und Qualifikation spielen eine wichtige Rolle bei der Bewerbung. Stellen Sie diese jedoch ohne Beispiele dar, wirkt das wenig glaubwürdig.
  3. Abfällig sollten Sie sich über Ihren alten Arbeitgeber nicht äußern. Schwärmen Sie jedoch in den höchsten Tönen von der Arbeit dort, stellt sich schon die Frage, warum Sie überhaupt gegangen sind.
  4. Sie sind in vielen Bereichen fit und qualifiziert? Glückwunsch, doch im Bewerbungsgespräch sollten Sie sich auf den konkreten Themenbereich konzentrieren. Sonst gelten Sie schnell als überqualifiziert.
  5. Auch wenn Sie bei Ihrer Recherche noch so viel Verbesserungspotenzial in Ihrem Wunsch-Unternehmen gefunden haben: Sprechen Sie dieses nicht von sich aus an. Nicht jedes Unternehmen sieht darin eine Hilfe.
  6. So manche Bewerbung kommt erst auf Empfehlung aus dem Freundes- und Familienkreis zu Stande. Wenn Sie jedoch nicht wissen, wie gut derjenige im Unternehmen angesehen ist, sollten Sie sich auch nicht auf ihn berufen. Ein schlechter Ruf fällt im Zweifelsfall auch auf Sie zurück.
  7. Ihre Meinung überzeugend vertreten zu können, ist eine wichtige Eigenschaft. Im Bewerbungsgespräch sollten Sie mit dem Personaler jedoch nicht diskutieren. Zumindest nicht über reine Geschmacksfragen.
  8. Wenn Sie sich aufgrund des guten Rufs bei einem Unternehmen bewerben, sollten Sie diesen auch an konkreten Beispielen festmachen können. Sonst ist es nur ein allgemeiner Platzhalter ohne Aussagekraft.
  9. Gerade hoch qualifizierte Fachkräfte dürfen sich bei der Frage nach der Gehaltsvorstellung nicht unter Wert verkaufen. Das wirkt sonst unsicher oder verzweifelt.
  10. Sie können sich überzeugend präsentieren und sich von anderen Bewerbern abheben? Sehr gut, doch wenn Sie für die konkrete Stelle im Bewerbungsgespräch zu wenig Interesse zeigen, wird Ihnen das nicht helfen.
  11. Rückfragen können und sollten Sie als Bewerber im Gespräch stellen. Handelt es sich dabei jedoch um Fragen, die Sie durch eine Recherche im Vorfeld hätten klären können, disqualifizieren Sie sich damit selbst.
  12. Sie wollen langfristig im Unternehmen arbeiten und Karriere machen? Grundsätzlich positiv, doch wenn Sie sich zu sehr auf die langfristige Perspektive konzentrieren, sind Sie für die konkret ausgeschriebene Stelle für das Unternehmen uninteressant.
  13. Die Antworten auf manche Fragen stehen vermutlich in Ihrem Lebenslauf. Beantworten sollten Sie diese Fragen dennoch. Denn ein Verweis auf den Lebenslauf wirkt unhöflich und ist ein klarer Minuspunkt.
  14. Der Personaler ist Ihnen unsympathisch? Das ist kein Problem, denn in der Regel müssen Sie nicht mit ihm zusammenarbeiten. Wenn Sie ihn Ihre Abneigung jedoch spüren lassen, können Sie das Gespräch auch gleich beenden.
  15. Wer sich am Ende des Gesprächs nicht danach erkundigt, wie es weiter geht und bis wann mit Rückmeldung zu rechnen ist, brauch sich über eine Absage nicht zu wundern.

Die passenden Stellenangebote für Ihre Jobsuche finden Sie übrigens in unserer Jobbörse.