Eine Warnung gleich vorweg: Nehmen Sie das Ergebnis bitte nicht zu wörtlich, die Studie ist eher „ein wissenschaftlich fundiertes Gedankenexperiment“, sagt der Autor Christian Kroll selbst dazu. Trotzdem ist das Gedankenexperiment der Forscher der Jacobs Universität und dem Georgia Institute of Technology alles andere als uninteressant, denn es geht der Frage nach: Wie sieht er aus – der perfekte Tag?

Dazu analysierten Kroll und seine Kollegen, welche Aktivitäten Frauen für wie lange über den Tag verteilt ausüben müssen, um einen perfekten Tag zu erleben: Zusätzlich wurden die Daten des Nobelpreisgewinners Daniel Kahneman von über 900 befragten Frauen ausgewertet sowie Daten des American Time Use Survey.

Aber was ist jetzt dabei herausgekommen?

Zunächst wenig Überraschendes: Am wohlsten fühlten sich die Befragten, wenn sie Zeit mit ihrem Partner, mit Freunden oder mit Entspannung verbringen. Viel entscheidender aber war: Der perfekte Tag ist vor allem ein abwechslungsreicher Tag. Das Vergnügen in der ersten Stunde einer Aktivität war größer als nach drei Stunden. Ökonomen sprechen in dem Zusammenhang auch vom abnehmenden Grenznutzen. Folglich besteht der perfekte Tag aus möglichst vielen verschiedenen Aktivitäten, die im Schnitt kaum länger als eine Stunde dauern (siehe Grafik, Quelle: Jacobs Universität)

Aber zugegeben: Mit nur 36 Minuten Arbeit pro Tag, wird wohl kaum jemand seinen Lebensunterhalt bestreiten können. Daher – das räumen die Wissenschaftler selbst ein – ist der errechnete perfekte Tag eher an einem Sonntag realisierbar als an einem Montag. Und natürlich sollte man das oben abgebildete Schema auch nicht strikt mit der Stoppuhr befolgen. Das führt bestimmt nicht zu mehr Glück, sondern zu mehr Stress.