Was tun, wenn einen zum Beispiel auf Facebook die Freundschaftsanfrage des Chefs erreicht: sich geschmeichelt fühlen und annehmen oder lieber ablehnen? Für die Mehrheit der Arbeitnehmer – 56 Prozent – ist die Antwort klar: ablehnen. Nur 19 Prozent würden die Offerte mit Sicherheit annehmen, weitere 19 Prozent würden sie wahrscheinlich annehmen, so das Ergebnis einer Bitkom-Umfrage. Umgekehrt: Nur eine kleine Minderheit von zwei Prozent hat selbst dem Chef selbst mal eine Freundschaftsanfrage geschickt. Ob die angenommen wurde, ist allerdings unbekannt.

Bemerkenswert: Frauen sind bei der Ablehnung des Vorgesetzten deutlich rigoroser als Männer. 63 Prozent der Frauen würden ihren Chef abblitzen lassen, von den Männern sagen das lediglich 50 Prozent.

Ebenso scheinen die Ressentiments eine Generationsfrage zu sein. Jeder Zweite der 30- bis 49-Jährigen würde den Boss sicher oder ziemlich wahrscheinlich abblitzen lassen. Bei den übrigen Altersgruppen sind es etwas mehr: jeweils rund 60 Prozent.

Sicher ist dafür: Arbeitgeber müssen die Privatsphäre ihrer Mitarbeiter respektieren. Auch in der Online-Welt. Und die Umfrage zeigt: Die meisten Mitarbeiter empfinden solche Freundschaftsanfragen ihrer Vorgesetzten eher als Nötigung und weniger als Auszeichnung. Das sollte sich jeder Vorgesetzte bewusst machen, bevor er eine Freundschaftsanfrage stellt. Besser: Vorher persönlich und unter vier Augen anfragen – und bei Wohlwollen das Online-Angebot hinterher schicken.