Neues Fachwissen, Gespräche mit kompetenten Bildungsarbeitern, Kontakt zu anderen Studenten und mehrere Vorträge mit hochkarätigen Dozenten – Fachtage sind für Studenten auf mehreren Ebene attraktiv. Leider beschränkt sich die Vorbereitung vieler Studenten auf die Inhalte eines Fachtages. Das Knüpfen neuer Kontakte spielt dabei oft eine untergeordnete Rolle. Dabei ist ein stabiles und gut ausgebautes Netzwerk – auf mittlere und lange Sicht – mindesten ebenso wichtig wie fundiertes Fachwissen. Daher sollten sich Studenten auf alle Aspekte eines Fachtages vorbereiten.
Die entsprechende Planung erfordert etwas Zeit und Arbeit, zahlt sich jedoch in mehrfacher Hinsicht aus. Denn neben aktuellem Fachwissen und Kompetenzen bieten Fachtage auch zahlreiche Möglichkeiten, neue Kontakte zu knüpfen. Ihr so erweitertes Netzwerk kann Ihnen nicht nur für die spätere Jobsuche, sondern auch im Studium von Nutzen sein. Die Suche nach qualifizierten Interview-Partnern für empirische Untersuchungen gestaltet sich durch ein gut ausgebautes Netzwerk beispielsweise einfacher als ohne die entsprechenden Kontakte.
Setzen Sie klare Ziele
Ohne klare Ziele können Sie einen Fachtag nicht sinnvoll nutzen. Sicherlich kann es angenehm sein, sich einfach durch eine solche Veranstaltung treiben und die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Doch um wirklich Wissen aufnehmen und neue Kontakt knüpfen zu können, müssen Sie im Vorfeld wissen, was Sie auf der Veranstaltung erreichen wollen.
Beschränken Sie sich dabei bitte auf wenige, dafür klar definierte Ziele. Diese sollten Sie schriftlich fixieren und dann als Ausgangspunkt für Ihre Planung nutzen. Dafür empfehle ich Ihnen die klassische Ziel-Start-Planung. Dabei gehen Sie von Ihren Zielen aus Schritt für Schritt bis zum Ausgangspunkt zurück. Für einen Fachtag könnte das folgendermaßen aussehen:
Sie wollen drei Vorträge besuchen und ein persönliches Gespräch mit einem der Referenten führen. Ihr Ausgangspunkt ist der Zustand, in dem Sie alle vier Ziele erreicht haben. Jetzt gehen Sie zurück und planen beispielsweise, welcher Vortrag wann und in welchem Saal stattfindet. Wenn diese Termine in Ihrer Planung fixiert sind, kennen Sie auch die Pausenzeiten, die Sie dazwischen haben. Von diesen ziehen Sie dann die notwendigen Wegzeiten ab. Bei Vorträgen, die voraussichtlich gut besucht sein werden, erscheinen Sie 10 bis 15 Minuten vor Beginn, um sicher einen Sitzplatz zu bekommen.
Damit sind Ihre wichtigen Termine fixiert und Sie können sich dem Gesprächstermin widmen. Viele Fachtage bieten inzwischen die Möglichkeit, Termine mit einzelnen Referenten im Vorfeld der Veranstaltung zu vereinbaren. Haben Sie diese Möglichkeit nicht, sollten Sie vorab Kontakt mit dem Veranstalter aufnehmen und klären, ob und wie Gesprächstermine möglich sind.
Um Ihre Chancen auf neue Kontakte zu erhöhen, sollten Sie vor Ort Ihre Pausen in den belebten Bereichen verbringen. Scheuen Sie sich bitte nicht, andere Besucher anzusprechen oder mit den Mitarbeitern an Ständen ins Gespräch zu gehen. Visitenkarten wirken bei Studenten in der Regel übertrieben, es sei denn, Sie können darauf auf ein aktiv gepflegtes Blog oder eine freiberufliche Tätigkeit verweisen. Ansonsten sollten Sie zumindest Ihre elektronische Visitenkarte vorbereiten, die Sie dann per Bluetooth, NFC oder E-Mail weitergeben können.
Sollten Sie gezielt Interview-Partner für Untersuchungen oder Unterstützung für bestimmte Projekte suchen, sieht die Vorbereitung etwas anders aus. In diesem Fall müssen Sie eine kurze Beschreibung des Projektes oder ein Exzerpt der wissenschaftlichen Arbeit in gedruckter Form dabei haben.
Wichtig ist auch die Nachbereitung: Nehmen Sie sich abends die Zeit, das erworbene Wissen und die neuen Kontakte zu sortieren und strukturiert zu archivieren. Pflegen Sie die Kontakte bitte und melden Sie sich – je nach Absprache – bei Ihren Gesprächspartnern. Nur dann können Sie den maximalen Nutzen aus einem Fachtag ziehen.
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