FotogbloggerBilder können emotional bewegen, Menschen erreichen, Momente festhalten und Geschichten erzählen, für die sonst zahlreiche Worte notwendig wären. Eindrucksvolle Bilder vermitteln ihre Botschaft über Sprachgrenzen hinaus und können beim Betrachter eine nachhaltige Wirkung hinterlassen. Es überrascht daher nicht, dass die Zahl der Fotoblogger in den letzten Jahren zugenommen hat und weiter wächst. Dazu trägt natürlich auch die technische Entwicklung bei. Moderne Smartphones mit ihren immer besser werdenden Kameras sind für Fotoblogger wichtige Tools und ermöglich das direkte Teilen unmittelbar nach der Aufnahme. Auf was Fotoblogger achten sollten und wie sich optisch kommunizieren lässt, schauen wir uns heute genauer an.

Eines vorweg: Wer bisher wenig und/oder ohne Intention fotografiert hat, sollte sich davon nicht entmutigen lassen. Zwar ist nicht jeder zum Top-Fotograf geboren, doch der Blick für ein gutes und ausdruckstarkes Bild lässt sich im Lauf der Zeit lernen. Wie so oft gilt auch hier: Übung macht den Meister und wer bewusst viel fotografiert, wird darin auch besser. Eine gewisse Leidenschaft für die Fotografie oder doch zumindest eine Affinität zum optischen Storytelling sollten angehende Fotoblogger jedoch mitbringen.

Vorgehensweise und Publikation

Story und Nachbearbeitung

Der wichtigste Aspekt für ein ansprechendes und fesselndes Fotoblog: Erzählen Sie immer eine Story. damit das gelingt, ist es wichtig, dass Sie bereits vor dem eigentlichen Shooting den Roten Faden im Kopf haben und Ihre Fotos passend zu Ihrer Kernstory schießen. Natürlich können und sollen Sie auf Gelegenheiten auch spontan reagieren. Doch wer bereits mit einer Story rausgeht, kommt meist mit den besseren Bildern zurück.

Ob und wie stark Sie Ihre Bilder nachbearbeiten, hängt auch vom Anspruch und der Ausrichtung Ihres Fotoblogs ab. Wollen Sie Ereignisse und Themen möglichst sauber darstellen, sollten Sie die Nachbearbeitung auf ein Minimum beschränken. Haben Sie dagegen einen eher künstlerischen Anspruch, sind Ihrer Kreativität auch bei der Nachbearbeitung keine Grenzen gesetzt.

Zu Beginn steht – wie bei allen Formaten und Kommunikationsformen – eine Frage: Welche Erwartungen und Ziele setzen Sie in das Fotoblog? Soll es bestehende Kanäle ergänzen und in die Unternehmenskommunikation eingebunden werden? Ist es Teil einer Event-Berichterstattung oder die Erweiterung eines bestehenden Blogs? Läuft es als Hobbyprojekt oder steht dahinter ein (semi)professioneller Anspruch?

Diese Fragen und Zielsetzungen sollten vor dem Start beantwortet werden, denn wie bei jedem anderen Blog gilt auch hier: Ziel- und planloses Handeln kann zwar funktionieren, bringt oft jedoch mehr Probleme, als notwendig wären. In Verbindung mit dieser ohnehin notwendigen Planung sollte dann auch die Frage des passenden Netzwerks angegangen werden. Gerade für Unternehmen oder neue Fotoblogger ist die Versuchung groß, die eigenen Bilder zunächst nur in einem sozialen Netzwerk wie Google+, Facebook, Twitter, Instagram oder auf Plattformen wie beispielsweise Flickr zu veröffentlichen.

Der Vorteil: Je nach Plattform gibt es dort bereits große und aktive Foto-Communities, die für Bilder empfänglich sind und auch Tipps zur Produktion und Verbesserung geben können. So angenehm und einfach diese Methode auch sein mag, sie hat einen enormen Nachteil. Wie auch bei einem textbasierten Blog liegen die Inhalte auf der Infrastruktur von Anbietern, die sich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen teilweise weitgehende Rechte und Lizenzen an den hochgeladenen Bildern sichern.

Die sicherere Variante ist daher die Einrichtung eines eigenen Blogs, auf dem die selbstgeschossenen Bilder dann auch selbst verwaltet und publiziert werden. Natürlich können und sollen sie von dort aus in die Netzwerke geteilt werden, doch damit liegen sie eben auf einer Plattform, die der Fotoblogger selbst weitgehend kontrollieren kann.

Tools und rechtliche Aspekte

ArbeitsrechtUrteilGerichtDie Wahl der passenden Tools sollten Sie vor allem von Ihren Anforderungen abhängig machen. Wollen Sie die Bilder später auch für Printpublikationen und ähnliches verwenden, lohnt sich der Einsatz einer dezidierten Kamera. Die Bandbreite reicht hier von Point and Shoot bis hin zu Digitalen Spiegelreflexkamers. Einen Mittelweg stellen die so genannten Micro Thour Third oder Systemkamers dar. Sie sind spiegellos, verfügen jedoch über einen verhältnismäßig großen Sensor und können mit Wechselobjektiven genutzt werden.

Auch die neue Kategorie der Smart- oder Connected-Kameras – also Kameras, die mit Android betrieben werden und über eingebautes WLan oder UMTS verfügen, können sich für Fotoblogger anbieten. Die Bildqualität ist hier jedoch noch nicht überzeugend. Smartphones bieten sich dagegen als Tool an, wenn Ihr Schwerpunkt ohnehin auf der reinen Online-Publikation liegt und Sie Ihre Bilder schnell und unkompliziert nachbearbeiten und online stellen wollen.

So einfach Fotobloggen auf den ersten Blick auch sein mag, gilt es doch, einige rechtliche Hürden zu beachten. Wer das Fotobloggen ernsthaft angehen will, sollte sich hierzu ausführlich einlesen und kundig machen. Eine Rechtsberatung in diesem äußerst komplexen Themenfeld können und wollen wir hier weder ersetzen noch versuchen. Daher beschränken wir uns zum Abschluss auf die wichtigsten rechtlichen Grundlagen, die Fotoblogger beachten sollten. Eine Leseempfehlung zu den rechtlichen Aspekten ist ganz klar das Blog von Rechts- und Medienanwalt Thomas Schwenke.

  • Fotografieren Sie Menschen nur mit deren Einverständnis und holen Sie sich dieses für die Veröffentlichung gegebenenfalls schriftlich ein.
  • Auch die Abbildung von Kunstwerken kann dem Copyright unterliegen und ist ohne Genehmigung nicht immer zulässig.
  • Große Gruppen bei öffentlichen Veranstaltung können Sie in der Regel problemlos fotografieren.
  • Laden Sie immer nur eigene Bilder hoch, niemals die von anderen Fotografen.
  • Ein Wasserzeichen kann Ihnen dabei helfen, Kopien Ihrer Bilder im Netz zu finden.
  • Befassen Sie sich ausführlich mit den möglichen Lizenzen und entscheiden Sie sich dann für eine.