Medienkompetenz heißt, zu unterscheiden zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit. Und man kann es gar nicht oft genug sagen: Blogs sind Öffentlichkeit. Das ganze Internet ist ein globaler, öffener Raum! Auch wer daheim im warmen Wohnzimmer mit dem Laptop auf dem Schoß auf seiner Couch kuschelt: De facto sieht ihm dabei die Welt zu. Vor allem, wenn derjenige unter Klarnamen ein Blog schreibt. Jeder, wirklich jeder, sollte sich genau überlegen, was er da öffentlich unter seinem Namen publiziert – und zwar bevor er oder sie das online stellt.

Klingt asbach? Denkste! Jessica Zenner (alias Jessica Carr) hat das nicht gemacht. Und reiht sich nun ein in die Riege derer, die aufgrund ihres Blogs den Job verloren haben. Die 23-jährige Ex-Nintendo-Mitarbeiterin hatte offenbar nicht gerade nett über ihre Kollegen geschrieben (“Mein Bauch sagt mir, diese Frau hat seit Jahren nicht gef**kt”), allerdings ohne deren Namen zu nennen. Ebenso ist nicht klar, ob sie das während der Arbeit tat oder nach Feierabend. Es war aber schlicht irrelevant. Oder wie Perrin Kaplin, eine Nintendo-Sprecherin das begründet: [Zenner] “was expressly discouraged from doing what she did. I’ve seen everything that she’s written and it’s really not work appropriate.”

Jessica ist nun auf Jobsuche und bloggt derweil weiter. Das mag zwar sinnvoll sein, wenn sie den zu erwartenen Klickboom ausschöpfen will. Ob es für ihren Lebenslauf klug ist, steht auf einem andern Blatt – oder vielleicht bald in einem anderen Blog. Wer weiß…

Apropos Lebenslauf: Bryan Person ein Mitarbeiter der Jobbörse Monster postuliert gerade das Ende desselben unter dem Titel “Die, resume! Die! Die! Die!“. Stattdessen plädiert er für ein selbstgebautes Social Media Resume – eine Art Mix aus Foto, Online-Profilen, Social Bookmarks, Blog und Podcasts. Nicht zu vergessen die sämtlichen 2.0-Accounts bei Flickr, Twitter, Facebook, Del.icio.us, Youtube, Linkedin, iPing, iPeng und iPong… Irgendwie erinnert mich das sehr an Reputation 2.0 und meine Vermutung, dass der Ruf, den wir im Netz besitzen, schon sehr bald unseren beruflichen Erfolg massiv beeinflussen wird. Mehr dazu demnächst…

Vorher aber noch Legendenbildung in eigener Sache: Burkhard Schneider vom Best-Practice-Blog war so frech, mir ein paar Fragen zu stellen… Aber Frechheit siegt ja bekanntlich.