„Imperator im Damensattel – Trübe Tage bringen den Geist auf Trab“ auf karrierebibel.de – Jeden Tag mehr Erfolg!
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3 von Jochen Mai am 1. November 2009 → Artikel in Kreativität
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Imperator im Damensattel – Trübe Tage bringen den Geist auf Trab

briefEntweder dies ist eine der originellsten Anmachen, die ich in der jüngsten Zeit kennengelernt habe, oder aber ein außergewöhnlicher Weg zu netzwerken. Auf jeden Fall ist es ein ebenso inspirierender wie verlockender Brief:

    Sehr geehrte Frau Stegmann*,

    ab Freitag kommender Woche sitze ich zwei Wochen lang, jeden Abend ab 19.30 Uhr, in der Lounge der Cromwell Bar und unterhalte mich mit eingeladenen Gästen aus der regionalen Wirtschaft. Thema: Am besten, Sie bringen Ihr eigenes mit. Ich höre nämlich sehr gerne zu.

    Da ich jeweils maximal drei Personen einlade, können Gedanken und Ideen in aller Ruhe formuliert werden. Sie werden Antworten mit nach Hause nehmen, das verspreche ich.

    Am liebsten unterhalte ich mich über Dritte. Zum Beispel über Ihre potenziellen Kunden und darüber, wie man sich für sie hübsch macht. Das ist nämlich mein Spezialgebiet. Wir können aber auch über etwas ganz anderes reden, Sie haben Ihre Themen ja dabei. Es wird also nicht langweilig.

    Ich freue mich, Sie persönlich kennenzulernen.

    Mit freundlichen Grüßen

    XXX

    P.S. Wer die anderen Gäste sein werden, verrate ich übriegens nicht. Der Reiz der Sache liegt im Unbekannten. Und sollten wir dort nur zu zweit sein, ist das auch nicht tragisch. Um so mehr Zeit habe ich für Sie. Die Drinks zahle natürlich ich.

* Name frei erfunden

ImperatorDie Zeilen stammen übrigens aus dem Buch von Volker Remy: Der Imperator im Damensattel – eine wirklich interessante Neuerscheinung, die mir der Autor netterweise vorab zugeschickt hat.

In das Buch muss man sich allerdings erst einmal einlesen. Das wirklich ansprechende und abwechslungsreiche Layout kann nämlich über einen gravierenden Mangel der Lektüre nicht so recht hinweg helfen: Man weiß eigentlich nie, warum man das Buch lesen soll und was seine Kernbotschaft ist. Vielmehr sind die 110 Seiten eine Art Sammelsurium bunter Anedoten, Gedankenschnipsel und Lehrsätze. Was zunächst eher abschreckend klingt, entpuppt sich aber mit dem Lesen als kurzweilige Entdeckungsreise, die einen mal mehr mal weniger auf neue Gedanken bringt. Also die ideale Sonntags-Couch-Potatoe-Lektüre – erst recht, wenn die eigene Stimmung gerade viel mit dem trüben Wetter draußen gemein hat.

Oder hätten Sie gewusst, dass übellaunige Menschen ein schärferes Gedächtnis haben? Oder dass man sich bei bewölktem Himmel Dinge besser merken kann? Das fanden Psychologen der Universität von New South Wales heraus. Ihre Probanden könnten sich bei leicht mieser Stimmung und mäßigem bis miesem Wetter dreimal öfter an Informationen erinnern als jene, die gut gelaunt und bei Sonnenschein büffeln. Die waren nämlich weniger konzentriert und machten häufiger Fehler. Oder wie es die Forscher formulierten: “Unser Gedächtnis ist an trüben Tagen weitaus schärfer eingestellt.” Beziehungsweise:

Being happy tends to promote a thinking style that is less focused on our surroundings. In a positive mood we are more likely to make more snap judgments about people we meet. We are more forgetful and yet we are paradoxically far more likely to be overconfident that our recall is correct. Mild negative mood, in turn, tends to increase attention to our surroundings and produce a more careful, thorough thinking style.


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