Rund 16 Prozent der Personaler nutzen bereits Twitter zur Kandidatensuche, so eine US-Umfrage, die bereits drüben im JoBlog eifrig diskutiert wird. Was ich dort kommentiert habe, sage ich aber gerne auch hier noch einmal:
Sicher hängt das Interesse an Twitter mit dem aktuellen Hype um den Microblogging-Dienst zusammen. Das ist normal und ebbt auch wieder ab. Gleichwohl hat Twitter durchaus das Potenzial zum Personal Branding und ist damit ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Eigenmarketingstratgie, die wiederum darauf abzielt, gefunden zu werden. Es ist daher nur konsequent, wenn auch die Arbeitgeber beziehungsweise Personaler nachsehen, wer und was dort gefunden werden kann.
Hinzu kommt: Stellenbörsen werden im Bereich Recruiting zunehmend unattraktiver. Das bestätigen mir zumindest die Personaler. Stattdessen setzen die Unternehmen derzeit verstärkt auf eigene, aktive Recruiting-Strategien. erst recht in der Krise: Es gibt weniger Jobs zu vergeben, also wird mehr gesiebt. Über die großen Karriereportale kommen aber meist nur Massenbewerbungen. Das ist nicht das, was derzeit gefragt ist. Entsprechend suchen die Personaler auf neuen Kanälen nach Talenten.
Der dritte Grund: Kommunikationsstärken werden im Job immer wichtiger. Sei es im Umgang mit Kunden oder Kollegen, beim Präsentieren oder Diskutieren. Dass der Bewerber diese Stärke besitzt, schreibt zwar jeder in sein Anschreiben, aber stimmt das auch? Erfolgreiche Twitterer indes haben den Beweis dazu längst erbracht. Obendrein beweisen sie auch noch, dass sie mit modernen Kommunikationsmedien umgehen können.
Per Twitter zum Job ist also durchaus konsequent. Andere Meinungen?
1. Kommentar
Stefan
23.06.09 um 12:09 Uhr
Bisher wurde ich noch von keinem Recruiter via Twitter gefunden.
Aber ich denke die USA sind uns dort wieder einmal etwas voraus.
—
http://twitter.com/stelten
2. Kommentar
Johannes Lenz
29.06.09 um 10:26 Uhr
Hallo,
@stelten: Da hast du auf jeden Fall recht. Nicht zuletzt stellt die USA auch den größten Anteil an Twitter-Nutzern…Aber recruiting ist dort m.E. eine Spur mehr internetbasiert, als es etwa in Deutschland schon der Fall ist, da sich hier ja sowohl Kandidaten als auch Unternehmen im Internet immer stärker präsentieren.
Künftig werden in Deutschland bei Recruitern wie auch bei Bewerbern die Themen Personal Branding, Online Reputation sowie Online-Affinität (insb. Socvial Media) eine immer größere Rolle spielen. Themen, die Herr Mai uvm. immer wieder ansprechen und das zu recht.
Twitter und andere Social Media kommen in dieser Hinsicht immer mehr im “realen” Leben an, wie ich bei Freunden und Bekannten feststeleen kann, die mich vermehrt fragen, was es damit eigentlich auf sich hat. Subjektiver Eindruck, der aber nicht mit den Fakten übereinstimmen muß…
Mit besten Grüßen aus Stuttgart
Johannes Lenz
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