“Spielen soziale Netzwerke bei der Jobsuche eine signifikante Rolle?” – Die Antwort auf diese Frage lautet im Jahr 2012 ganz eindeutig ja. Diesen Eindruck bestätigt auch die aktuelle Social Jobseeker Studie, in deren Rahmen the pollling company mehr als 2.000 US-Bürger zu ihren Ansichten und Strategien bezüglich der Jobsuche befragt hat. Kritiker können jetzt natürlich – zu recht – anmerken, dass sich die Umfrage und die so erhobenen Zahlen nur auf die USA beschränken. Das ist zwar korrekt, doch die ermittelten Trends sind auch hier zu Lande – in abgeschwächter Form – sichtbar.

Der Anteil der wechselwilligen Arbeitnehmer hat sich beispielsweise im Vergleich zu 2011 deutlich erhöht, während die Zahl der aktiv Jobsuchenden zurückgegangen ist. Die Gruppe der Jobsuchenden setzt sich sowohl aus Arbeitnehmern als auch aus Menschen ohne Job zusammen. 86 Prozent der aktiv suchenden Arbeitnehmer sind dabei Mitglied mindestens eines sozialen Netzwerkes.

Knapp die Hälfte – 44 Prozent – aller Befragten haben Accounts bei allen drei abgefragten Netzwerken, wobei Facebook hier mit 85 Prozent klar dominiert. Dieses Bild lässt sich auch auf Deutschland übertragen, die starke Linkedin-Nutzung dürfte jedoch eine amerikanische Besonderheit sein, da das Netzwerk in Deutschland längst nicht so bekannt ist.

Prioritäten und Zusammensetzung

Spielen soziale Netzwerke also die größte Rolle bei der Jobsuche? Ganz und gar nicht, auch in den USA wird die Liste unangefochten von Freunden und Familien als primärer Quelle für die Jobvermittlung angegeben. Doch Facebook folgt – mit 15 Prozent – bereits auf Platz 4 und überholt damit Twitter und Linkedin – 8 respektive 6 Prozent – deutlich.

Die Demografie, Bildungs- und Einkommenssituation der Jobsuchenden auf Facebook zeigt: Hier dominiert eine jüngere Altersgruppe mit mittlerem Bildungs- und Einkommensniveau. Die Geschlechterverteilung fällt deutlich aus: 70 Prozent der befragten Facebook-Nutzer sind männlich.

Die Zusammensetzung der befragten Twitter-Nutzer sieht dagegen etwas anders aus. Die Altersgruppen sind hier ausgewogener verteilt, während ein höheres Bildungs- und Einkommensniveau mit jeweils 28 Prozent das Bild prägen. Die Geschlechterverteilung ist jedoch ähnlich ernüchternd: Nur 33 Prozent der befragten Twitterer sind weiblich.

Fazit

Die Jobseeker Studie 2012 zeigt: Social Media hat dem persönlichen Netzwerk bei der Jobsuche zwar noch nicht den Rang abgelaufen, gewinnt allerdings zusehends an Bedeutung. Dies betrifft jedoch hauptsächlich gut qualifizierte Arbeitnehmer, während solche mit einem geringeren Ausbildungsniveau von sozialen Netzwerken weniger profitieren. Diese Zahlen sind zwar nicht eins zu eins auf Deutschland übertragbar, die grundlegende Entwicklung lässt sich jedoch durchaus beobachten.

Alle Grafiken stammen aus der Social Job Seeker Studie 2012, die Sie – nach einer kurzen Registrierung – hier herunterladen können.