80 Prozent! Es gibt Studien, die zeigen, das 80 Prozent der Menschen frustriert sind mit ihrem Job. Das entspräche allein in Deutschland rund 35 Millionen Menschen. Die Gründe hierfür sind Legion: Die Leute sind unzufrieden mit ihrem Gehalt, sie ärgern sich über fehlende Anerkennung, über die Ödnis anhaltender Routine und ewig gleicher Handgriffe. Und natürlich sind alle Menschen um sie herum – Kollegen, Chefs, Kunden – schwer geisteskrank, mindestens aber sozial deformiert.

Nun kann man über die Alle-sind-doof-außer-mir-Perspektive lange philosophieren. Schließlich begegnen wir alle im Berufsleben immer wieder Menschen, die Murks machen, Macken haben und Mundgeruch. Womöglich ist das sogar der Chef. Aber darum geht es heute nicht. Heute geht es um eine andere Frage, auf die mich mein 10-jähriger Sohn gerade brachte, als ich mich mit ihm über das Thema unterhielt. Der stellte – wie das Kinder gerne tun – eine Frage, die ich gar nicht sofort beantworten konnte: Was ist schlimmer – trotz netten Kollegen einen miesen Job machen zu müssen oder trotz Traumjob mit niederträchtigen Kollegen gestraft zu sein?

Es ist die Wahl zwischen Pest oder Cholera, ich weiß. Und sollte eines der theoretischen Extreme jemals zutreffen, gibt es auf die Frage wohl nur eine vernünftige Antwort: Egal, aber kündige noch heute und such dir einen besseren Job mit netteren Kollegen!

Trotzdem ist die Frage klasse, denn Sie zwingt einen darüber nachzudenken, worin der vielbeschworene Traumjob tatsächlich besteht: in anregenden wie herausfordernden Inhalten oder in einem angenehmen sozialen Umfeld? Und natürlich auch darin, welcher Punkt so schwer wiegt, dass er die Defizite des jeweils anderen ausgleichen kann. Da ich darauf selber noch keine abschließende Antwort habe (womöglich ist das auch Typfrage), gebe ich die Frage an Sie, liebe Leser, weiter. Ich würde mich freuen, wenn Sie dazu an der folgenden Umfrage teilnehmen und durch Kommentare ergänzen. Also: Was wäre für Sie schlimmer – trotz netten Kollegen einen miesen Job machen zu müssen oder trotz Traumjob mit niederträchtigen Kollegen gestraft zu sein?