Mir ist natürlich klar, dass manche auf diesen Artikel sofort mit mahnendem Finger zeigen werden und vor der Datenkrake Google warnen, die ohnehin schon viel zu viel über uns alle weiß. Mag sein. Das muss letztlich jeder selbst für sich entscheiden. Ich persönlich weiß, was ich dem Netz anvertrauen kann und was nicht. Und nachdem ich einige Gratis-E-Mail-Dienste durchprobiert habe, muss ich feststellen: Gmail kommt meinen Bedürfnissen am nächsten. Insbesondere seit man die Benutzeroberfläche dort individuell um einige Funktionen erweitern kann.
Vor ein paar Tagen habe ich damit begonnen, meinen Gmail-Account mit sogenannten Gadgets aufzurüsten. Seit einiger Zeit bieten die Google-Labs einige Erweiterungen für den persönlichen Account an. Sie erreichen die entsprechende Seite oben rechts über den Button Einstellungen. Dort klicken Sie dann – ebenfalls oben rechts – auf Labs. Google schreibt an dieser Stelle selbst dazu:
Bei Labs handelt es sich um eine Art Versuchslabor für Funktionen in der Experimentierphase, die noch nicht ganz reif für ihren großen Auftritt sind. Sie können sich jederzeit ändern, funktionsunfähig werden oder verschwinden.
Gewiss, für einige Leser dürfte diese Nachricht kalter Kaffee sein (Dann interessieren Sie vielleicht stattdessen meine Liste der 100 Twitter-Tools und -Tipps, die ich vor einiger Zeit zusammengetragen habe). Für andere – wie für mich auch – ist es aber offenbar Neuland. Jedenfalls bekam ich als ich heute etwas darüber auf Twitter schrieb sofort zahlreiche Rückmeldungen von meinen Followern, dass auch sie das Thema interessiert und sie deshalb dazu gerne meinen Bericht lesen würden. Was soll ich sagen: Bei so viel Zuspruch darf man sich nicht verweigern. Hier also ist die Liste der von mir empfohlenen Gmail-Gadgets. Ich verwende nicht alle davon, das wäre auch mir zu viel. Aber das Gute daran ist: Man kann sie jederzeit Aktivieren oder Deaktivieren. Einfach entsprechenden Reiter anklicken und die Änderungen am Ende der Seite speichern. Danach lädt Gmail neu – und aktualisiert die Funktionen.
- Offline. Damit funktioniert Gmail auch ohne Internetzugang. Über den Browser lässt sich dann auch offline auf den Posteingang zugreifen, Mails lesen oder verfassen und später versenden, wenn man wieder online geht.
- Aufgaben. Der Aufgabenplaner ist ein kompaktes Werkzeug für einfache To-Do-Listen. Sobald die Funktion aktiviert wird, reiht er sich links über dem Chatfeld ein. Die Aufgabenliste selbst erscheint beim Anklicken auf der rechten Seite. Dort lassen sich dann neue Aufgaben eingeben oder abhaken, editieren oder löschen. Wer hingegen schon den webbasierten Listenplaner “Remember the Milk” nutzt, kann auch diesen über das RTM Gadget einbinden.
- Spezialmarkierungen. Diese Markierungssymbole sind enorm praktisch, um mehr Übersicht im Posteingang zu schaffen (vorausgesetzt, man setzt sie sparsam ein). Nachdem die Erweiterung aktiviert wurde, müssen Sie noch einmal zurück zur Einstellungsseite Allgemein und dort die Symbole per Drag & Drop auswählen, die Sie verwenden möchten. Änderungen speichern und später die Symbole durch Klicken auswählen. Mit jedem Mausklick folgt das nächste Symbol – in der Reihenfolge wie Sie sie vorher festgelegt haben.
- Kalender. Falls Sie den Google Kalender noch nicht nutzen: Hier können Sie sich anmelden und ihn obendrein in den Posteingang auf der linken Seite einbinden. Vorteil: Er speichert nicht nur Termine, sondern auch jährlich wiederkehrende Geburtstage (inklusive Details).
- Bilder im Chat. Zugegeben, das Tool erhöht zwar nicht gerade die Produktivität, macht aber Spaß: Wenn man schon mit Freunden chattet, sollte man auch deren Profilbilder sehen.
- Chat und Labels nach rechts. Sehr praktisch. Damit die linke Browserseite mit zunehmenden Erweiterungen nicht zumüllt, lassen sich ein paar davon nach rechts verschieben: das Chatfeld zum Beispiel – oder gleich darunter: die Labels. Sie wissen vielleicht: Bei Gmail kann man der Eingangspost individuell definierte Labels zuweisen, also etwa: “Freunde”, “Blog” oder “Leseranfragen”. Durch einen Klick auf das jeweilige Label werden dann nur noch diese angezeigt, was die Übersichtlichkeit und Auffindbarkeit enorm erhöht. Nicht empfehlen kann ich übrigens die Erweiterung, mit der man angeblich alle Gadgets per Drag & Drop verschieben kann, wohin man will. Sie funktioniert nur unzureichend.
- Labelfarben. Ganz wichtig: Wenn Sie schon mit Labels arbeiten, sollten Sie diese auch gleich mit eigenen Farben versehen, das fällt mehr auf. Sobald dieses Gadget aktiviert ist, können Sie jedem Label aus einem Dropdown-Menü benutzerdefinierte Farben zuweisen.
- Gadget per URL hinzufügen. Das ist die wohl wichtigste Funktion, die Sie aktivieren sollten. Denn erst damit können Sie auch externe Erweiterungen einbinden. In der Übersicht Einstellungen wird so eine Registerkarte Gadgets hinzugefügt. Dort können Sie über die Eingabe entsprechender URLs weitere Funktionen addieren. Diese folgen jetzt im zweiten Teil der Liste…

- Twitter. Der Siegeszug des Mikrobloggingdienstes ist derzeit nicht zu bremsen. Deshalb gibt es natürlich auch schon ein Twitter Gadget für Gmail. Es enthält alle wichtigen Funktionen: Eingabefeld, eingehende Tweets, Replies, Direct Message, Favoriten und mehr. Natürlich gibt es schönere Tools für Twitter (Tweetdeck zum Beispiel). Aber das hier erfüllt zumindest einen Kernzweck – etwa, wenn man gerade an einem fremden Rechner arbeitet und trotzdem twittern will.
URL: http://www.twittergadget.com/gadget_gmail.xml
- Facebook. Wer von seinem Sozialen Netzwerk einfach nicht genug kriegen kann, baut es eben auch in seine Postzentrale ein. Das Facebook Gadget zeigt alle Neuerungen, listet die Updates der Freunde, zeigt Fotos und erlaubt sogar die Suche auf Facebook.
URL: http://www.brianngo.net/ig/facebook.xml
- Friendfeed. Ist so ein Mittelweg zwischen Twitter und Facebook und lässt sich ebenfalls in Gmail einbinden – mit dem Friendfeed Gadget.
URL: http://friendfeed.com/embed/googlegadget/spec
- Del.icio.us. Wer den Bookmark-Dienst regelmäßig nutzt, kann seine zuletzt bearbeiteten Favoriten mit diesem Delicious Gadget einbinden und von dort aus direkt anklicken oder bearbeiten.
URL: http://www.labpixies.com/campaigns/delicious/delicious.xml
- Übersetzungen. Mit dem Translate Gadget bekommt man ein schnelles internationales Wörterbuch. Noch komfortabler ist allerdings Ask a Word: Hier gibts neben dem Wörterbuch auch noch einen Thesaurus sowie Zugriff auf eine Enzyklopädie.
URL: http://www.google.com/ig/modules/dictionary.xml
http://www.openinventions.com/spellcheck/openinventions_spellcheck.xml
- Wikipedia. Wenn Sie ohnehin schon dabei sind, regelmäßig Wissen nachzuschlagen, dann greifen Sie doch direkt via Gmail auf Wikipedia zu und schlagen Sie dort den passenden Artikel mit der Wikipedia Suche nach.
URL: http://www.google.com/ig/modules/wikipedia.xml
- MySpace. Sie haben einen MySpace-Account? Dann binden Sie ihn mit dem Myspace Gadget ein.
URL: http://hosting.gmodules.com/ig/gadgets/file/100080069921643878012/myspace.xml
- Flickr. Nobel: Nicht nur die privaten Bilderdatenbanken des Google eigenen Bilderdienstes Picassa lassen sich im Posteingang verwalten, sondern auch die vom Wettbewerber Yahoo, beziehungsweise die von Flickr.
URL: http://hosting.gmodules.com/ig/gadgets/file/100080069921643878012/flickr.xml
- Rechnen. Hier gibt es gleich zwei nützliche Werkzeuge: Der Google Calculator rechnet bloß in den üblichen Taschenrechner-Grundfunktionen; der Currency Converter hilft dabei, Währungen umzurechnen, etwa Dollar in Euro oder umgekehrt. Sehr nützlich für Vielreisende.
URL: http://calebegg.com/calc.xml
http://www.ac-markets.com/forex/currencyconverter.xml
- Weltuhr. Apropos Vielreisende: Wer stets im Auge haben will, wie viel Uhr es womöglich gerade bei seinem Mail-Empfänger ist – Motto: Ich hoffe, ich störe Sie nicht um 11 Uhr abends… – der kann sich mit dem World Clock Gadget die diversen Ortszeiten seiner Kumpels einblenden lassen.
URL: http://gad.getpla.net/poly/clock.xml
Google eigene Erweiterungen




Externe Gadgets
Bei aller Liebe zu den Erweiterungen: Man kann nicht immer einen Blick auf sein Gmail-Fenster haben. Deshalb darf in dieser Liste ein weiteres Tool nicht fehlen, das aber aus der Systematik fällt: Gmail-Notifier ist eine Erweiterung für den Firefox-Browser. Sie erzeugt am rechten unteren Browser-Rand ein Gmail-Symbol. Der Notifier meldet sich bei jedem Start automatisch bei Gmail an und fragt nach einem individuell festgelegten Rhythmus den Posteingang ab. Neue Post quittiert er wahlweise mit einem Ton und zeigt auch gleich dazu die Anzahl der eingegangenen Mails an.







Ingo
Gmail ist wirklich klasse. Allein die Suchfunktion ist Gold wert. Es gibt kaum eine Mail, die man damit nicht wiederfindet, wenn man Gmail, wie ich, als Backupsystem verwendet. Für mich mittlerweile ebenfalls unverzichtbar ist das Firefox-Addon “Google Mail Manager”.
http://www.erweiterungen.de/detail/Google_Mail_Manager/
Thomas
Wir sind aktuell komplett von Microsoft und Outlook weg, da wir mit unserem enormen Anstum an Usern/ mails öfters Ausfälle hatten! Mit Gmail funktioniert das prima und die Suche ist ganz klasse :-)
Pingback: Pot(t)pourri (88) » Pottblog
Pingback: „Newsletter vom 18. Mai: Jobsuche, Nebenjobs, Größenvorteil“ auf karrierebibel.de – Jeden Tag mehr Erfolg!
Pingback: „Schlussbemerkung – Regeln für die E-Mail-Signatur“ auf karrierebibel.de – Jeden Tag mehr Erfolg!