Ein Gastbeitrag von der Autorin Nicole Sehl
Kennen Sie das? Sie kommen morgens ins Büro und gehen schon beim Öffnen der Türe innerlich in die Knie. Überall stapelt sich Papier und der erste Stress nistet sich direkt zwischen Ihren Schulterblättern ein. Die meisten Menschen reagieren auf Stapel mit Stress. Das Verhängnis: Sie reagieren auch auf Stress mit Stapeln. Hier ein Häufchen für heute, dort eines für morgen. Links am Schreibtischrand der Haufen für die Ablage, rechts neben der Türe der Stapel für den Müllcontainer unten im Keller. Die Werkzeuge aus den Schubladen finden dort schon lange keinen Platz mehr, bieten sich diese doch praktischerweise für weitere Papierablagen an – und wenn sie sich nicht mehr schließen lassen, bleiben sie eben offen…
Spart ja auch Zeit, alles ist vermeintlich griffbereit zur Hand und seien Sie doch ehrlich: Man darf ruhig auch sehen, dass Sie wirklich viel zu tun haben! Glaubt Ihnen sonst sowieso keiner, vor allem der Chef würde womöglich noch öfter fragen, ob Sie nicht noch ein Projekt übernehmen könnten. Nicht vorzustellen, was ihm alles einfallen würde, wenn der Schreibtisch leer wäre!
Abends geht man dann nach Hause und denkt sich „Wieso gelingt es allen anderen, ihren inneren Schweinehund zu überwinden und mir nicht? Wieso nur fällt es mir so schwer, disziplinierter für Ordnung zu sorgen?“.
Die meisten Menschen glauben, „dümmer“, „schlechter“, „chaotischer“ oder schlicht „unfähiger“ zu sein als der Rest der Menschheit. Dabei haben sie einfach nur andere Talente. Nicht vielen fällt es wirklich leicht, dauerhaft für Ordnung zu sorgen, die meisten müssen sich dafür anstrengen und selbst daran scheitern viele. Es gibt einige Rezepte, wie Sie ohne große Anstrengung ordentlich und effizient arbeiten können. Aber Achtung: Sie sind zum Teil recht unbequem und nicht immer leicht zu akzeptieren.
Lieben Sie, was Sie tun
Wenn Sie ihre Arbeit nicht mögen, können Sie direkt mit dem Lesen aufhören und sich zuerst um einen Job kümmern, den Sie wirklich gerne machen. Unordnung und die daraus resultierenden Probleme hängen in hohem Maße damit zusammen, das man das, was vor der eigenen Nase liegt einfach nicht machen will.
Wer in seiner Arbeit aufgeht, wer sich morgens freut, ins Büro zu kommen, wer nicht merkt, wie die Zeit vergeht hat es sehr viel leichter, Ordnung zu halten. Denn dann ist die äußere Struktur eine willkommene Hilfe bei der Bewältigung der eigentlichen Aufgaben.
Selbst wenn Sie lieben, was Sie tun kann es trotzdem sein, dass es Phasen großer Unordnung gibt. Nämlich dann, wenn Sie es versäumen, für den nötigen Ausgleich zu sorgen. Wer die eigenen körperlichen und geistigen Bedürfnisse nach Ruhephasen vor lauter Hingabe vergisst, schaufelt sich oft zu viele Aufgaben auf den Tisch und auch hier leidet irgendwann die Ordnung darunter.
Es hilft, das Nein-Sagen zu lernen und die eigene Erholung zu einem weiteren Projekt zu machen, das mit genauso viel Leidenschaft betrieben wird wie alle anderen.
Schluss mit dem Schweinehund
Vergessen Sie den Kampf mit dem inneren Schweinehund. Gegen sich selbst und die eigenen Bedürfnisse zu kämpfen produziert nur Druck, der mit Gegendruck beantwortet wird. Und schon sind Sie mitten in einem Kreislauf aus schlechtem Gewissen, Frustration und Abwehr mittels Verdrängung. Sorgen Sie einfach gut für sich, leben Sie achtsam und präsent, arbeiten Sie mit Spaß und organisieren Sie ihre Papiere effizient. Es gibt gute Lösungen für die Organisation der Arbeit, des Informationsflusses und der Ablage, die Ihnen erlauben, sich voll und ganz auf Ihre Kernkompetenzen konzentrieren zu können, ohne sich um ein System Gedanken machen zu müssen.
Keiner weiß es besser als Sie!
Ja, wirklich. Wenn Sie ihren Job gerne machen und innerlich beteiligt sind, wenn Sie Herausforderungen und Aufgaben annehmen können und mit einem Ziel vor Augen arbeiten, dann sind Sie der Einzige und der Beste dafür. Dann werden Sie sich in einem ständigen Prozess der Weiterentwicklung befinden und alle Abläufe, Prozesse und Vorgänge möglichst effizient gestalten. Natürlich kann man sich für die Prozessoptimierung Hilfe holen, kluge Bücher lesen und sich mit den Kollegen austauschen. Auch die passende Software ist sicher von Vorteil, aber in erster Linie sind Sie es, der tief genug im Geschehen steckt, so dass Effektivität und Effizienz sich im Alltag entwickeln können.
Die Sache mit den Werkzeugen
Würden Sie von sich selbst und anderen erwarten, Bilder an einer Wand aufzuhängen oder einen Schrank zu montieren, wenn weder Hammer, Meterstab noch Schraubendreher vorhanden sind? Würden Sie von einem Feuerwehrmann erwarten, einen Brand zu löschen, wenn er zwar Wasser hat, aber kein Gefäß, um es zu transportieren? Nein?
Wieso erwarten dann die meisten Menschen von Büroarbeitern, die Papiere gut zu organisieren, wenn kein Werkzeug, kein System und kein Know-How vorhanden ist? In keiner Ausbildung – selbst bei den Bürokaufleuten – wird Methodenkompetenz vermittelt, wenn es darum geht, die Arbeit, die Zeit und das Papier zu organisieren. Es werden immer nur Fragmente behandelt, z.B. „Dies ist eine Registratur, Sie können Sie in dem einen Fall auf eine bestimmte Weise nutzen und in einem anderen Fall ganz anders.“.
Wenn Sie ihre Ausbildung dann beendet haben und an Ihren ersten Arbeitsplatz kommen, sind Sie komplett damit alleine gelassen, was Sie nun organisatorisch zu tun haben. Wenn Sie Glück haben, gab es einen Vorgänger auf dem Posten, dessen System Sie zwangsläufig übernehmen. Und da der Mensch ein Gewohnheitstier ist, gewöhnen Sie sich daran und behalten es vermutlich lange bei. Es gibt Strukturen in Büros, die an das 16. Jahrhundert erinnern. Wie sieht es damit bei Ihnen aus? Ein ausgesprochen einfaches und zugleich hocheffizientes Werkzeug für die Büroorganisation erhalten Sie im Buch „Nie wieder Stapel“.
Über die Autorin
Nicole Sehl ist Büroexpertin mit ihrer eigenen Methode DynaLine, die sie gemeinsam mit ihren Lizenzpartnern seit über 16 Jahren erfolgreich an ihre Kunden vermittelt.
Als Trainerin und Beraterin sorgt sie für mehr Effizienz, Transparenz und Entspannung bei der Schreibtischarbeit und als Autorin hat sie ihre Methode in dem Buch „Nie wieder Stapel“ beschrieben. Nicole Sehl leitet den Leser an, Seite für Seite und Schritt für Schritt den eigenen Arbeitsplatz durchzuarbeiten und das Werkzeug zu installieren. Weitere Informationen zum Buch finden Sie hier.
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Nicole Sehl
Hallo zusammen!
Wenn Euch das Thema interessiert, schaut doch einfach mal auf meine Facebook-Seite: http://www.facebook.com/DynaLine
Übrigens gibt es dort auch zur Zeit ein Buch-Gewinnspiel.
Liebe Grüße,
Nicole Sehl
Sven Ticks
Liebes Karrierebibel-Team,
an sich ein spannendes Thema. Ich bin der typische Kandidat für Papierstapel auf dem Schreibtisch – zuhause, wie im Büro. Umso mehr habe ich mich auf den Artikel gestürzt. Der allerdings – im Gegensatz zu den meisten Artikeln hier bei Euch – in erster Linie heiße Luft enthält und als Werbeträger für die Webseite der Autorin dient, welche (die Webseite) wiederum ’0′ konkrete Info oder Erklärungen zur Methode enthält, sondern als Werbeträger für das Buch und die Seminare dient.
Alles in allem versteckte Werbung. Schade, dass ist eine verpasste Gelegenheit! Wenn es eine gute Methode ist (aber wie soll ich das merken?), könnte die Entwicklerin auch ein paar Häppchen davon preisgeben. Oder?
Jochen Mai
@Sven Ticks: Den Vorwurf der “versteckten Werbung” weisen wir aber ausdrücklich zurück. Dass die Autorin des Arikels hier Auszüge aus Ihrem Buch veröffentlicht und damit natürlich auch für ihre Ideen wirbt, ist im Kasten klar kenntlich gemacht und auch legitim. Die Tatsache, dass du die Seite der Autorin geklickt und gelesen hast, beweist ja denn auch, dass es kenntlich war. Man klickt da ja nicht “aus Versehen” drauf.
Dass dir der Artikel nicht zusagt oder deiner Meinung nach nur “heiße Luft” enthält, ist eben deine Meinung. Dafür sind wir aber der falsche Adressat. Es handelt sich hierbei um einen Gastbeitrag, der nicht zwingend unsere Meinung wiedergeben muss, sondern eben durchaus auch mal andere, über die dann die Leser gerne debattieren können. Vor allem aber mit dem Autoren.
Sven Ticks
@Jochen – Danke für Deine Stellungnahme. Ich möchte hier jetzt auch keine Diskussion auslösen, aber muss noch kurz meine Anmerkung loswerden.
‘Versteckte Werbung’ habe ich EUCH ja gar nicht vorgeworfen. Obwohl es – natürlich meiner Meinung nach – eine ebensolche ist. Meiner Meinung nach leider kein konkreter Nutzwert für den Leser (hier: mich), und das bin ich nicht von der Karrierebibel gewohnt.
Klar ist das ein ‘Gastbeitrag’ – aber auch für solche wäre natürlich ein Hinweis an die Autoren nützlich (zumindest in meinen Augen), dass der Gastbeitrag auch Nutzwert bieten sollte.
Angefüttert hat mich die Autorin. Aber weder im Artikel bei Euch, noch auf der Seite der Autorin habe ich dann ‘Futter’ gefunden. Schade eben, und deswegen meine Kommentare (die ich jetzt aber auch beende). Und wenn ich selbst irgendwo ‘versteckte Werbung’ platzieren wollte und würde, dann sähe das genau so aus…
Jochen Mai
@Sven: Ich muss sagen, irgendwie erscheint mir das nicht schlüssig: Du sagst zwar, du wirfst uns keine “versteckte” Werbung vor – dann entspricht esaber genau deiner Meinung, dass es eine solche ist. Ja was jetzt? Und “versteckt” kann sie eigentlich gar nicht sein, weil du eigentlich so argumentierst, dass der Artikel sehr werblich ist – nur das Werbeversprechen – aus deiner Sicht – nicht eingelöst wird. Damit ist die Werbung aber eben nicht mehr versteckt, sondern mehr als offensichtlich.
Zudem sagst du, das bist du von der Karrierebibel “nicht gewohnt”. Aber es ist ja auch nicht von uns, der Artikel erscheint nur bei uns. Und das finde ich völlig in Ordnung, dass hier auch andere zu Wort kommen. Schon allein wegen der Abwechslung. Klar, riskiert man dabei, dass Leser, die unsere Artikel gewohnt sind, die anderen Texte nicht goutieren. Dafür gibt es aber neue oder andere Leser, die genau die Andersartigkeit begrüßen.
Ich möchte dazu aber noch anmerken, dass ich grundsätzlich ein Problem mit Kommentaren von Typ: “Das war schlecht recherchierte heiße Luft, stand nix drin usw.” habe. Denn das ist eine Pauschalkritik, die niemandem hilft. Konstruktiver wird es erst, wenn du auch schreibst, was du konkret erwartet hättest (dann können wir das vielleicht in einem späteren Artikel aufgreifen) oder wo du genau anderer Meinung bist. Ja, du wirst dadurch selber angreifbar, weil du dann natürlich deinen Standpunkt belegen musst. Aber genau das ist der Punkt: Einem anderen vorzuwerfen, er verbreite heiße Luft, ist billig und kann jeder. Dann aber selbst mit Substanz dagegen zu halten, erzeugt erst Mehrwert und ist auch das, was wir unter konstruktiver Kritik verstehen und hier pflegen möchten.
Nicole Sehl
@ Sven – danke für Deine Anmerkungen!
Tatsächlich war es nicht einfach, Inhalte für einen recht kurzen Blogbeitrag auszuwählen und ich kann nachvollziehen, was Du bemängelst. Das Werkzeug, das ich anspreche füllt aber einfach 7 intensive Stunden meines Tagesseminars und 284 Seiten meines Buches. Es ist halt eine geschlossene Methode und keine Sammlung vieler verschiedener Tipps. Hier einige einzelne Punkte zu veröffentlichen hilft niemanden und das wäre es gewesen, was ICH dann als “anfüttern” bezeichnen würde. Und das wollte ich auf keinen Fall. So bin ich konsequent auf der Ebene dessen geblieben, was der Einzelne schnell und sofort erfassen und umsetzen kann.
Und wieso ich keine Methodeninhalte auf meiner Website einstelle? Ganz einfach: Ich verdiene damit mein Geld und ganz ehrlich Sven: 16,95€ für das Buch auszugeben ist doch echt nicht viel. Und hier findest Du dann die gesamte Methode und alle Erfahrung aus 16 Jahren Praxis in einer Form, wie Du sie Seite für Seite selbst anwenden und umsetzen kannst.
Du kannst Dich auch sehr gerne für meinen kostenlosen monatlichen Newsletter anmelden, in dem ich immer einzelne Inhalte behandle und der bis auf Termine meiner Vorträge und Seminare keinerlei Werbung beinhaltet.
Wenn Du ganz konkrete Fragen hast, schreibe sie mir einfach, ich sehe dann, ob ich sie in der Kürze eines Blog-Kommentars beantworten kann.
Ich habe gelernt, dass man es nie jedem recht machen kann. Ich freue mich aber sehr, dass Du so offen warst, Deine Kritik zu äußern. Danke dafür.
Liebe Grüße, Nicole Sehl