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Die Erkenntnis hat sich in allen Branchen durchgesetzt: Social Media sind kein vorübergehendes Phänomen sondern gehören zur täglichen Kommunikation tausender Menschen. Und egal ob für das Employer Branding, die Akquise neuer Kunden oder den Aufbau einer sichtbaren und bekannten Marke: Unternehmen sollten die sozialen Netzwerke für ihre Kommunikation und Darstellung nutzen. Dafür ist jedoch das passende Social Media Team nötig, das die Strategie nicht nur entwickelt, sondern auch umsetzt. Bei der Auswahl und Einstellung der Mitarbeiter tun sich viele Unternehmen allerdings schwer. Unser Social Media Team ABC hilft weiter.

Social Media Team: Definieren Sie zuerst Ziele

Vor der Auswahl der Mitarbeiter sollte in allen Unternehmen zunächst die Definition von Erwartungen und Zielen für die Social Media Kommunikation stehen. Nur wenn Sie als Führungskraft wissen, was Sie mit der Kommunikation erreichen wollen und wie wichtig Ihnen das Engagement ist, können Sie sinnvoll nach passenden Mitarbeitern suchen.

Von der Priorität und Erwartung hängen nicht zuletzt das Budget, die verfügbaren Ressourcen und die Positionierung des Teams im Unternehmen ab. Letzter ist für eine erfolgreiche Kommunikation entscheidend, denn nur wenn das Social Media Team aktiv eingeführt und mit anderen Abteilungen vernetzt wird, kann es seinen Job gut und dauerhaft erfolgreich machen.

Idealerweise gibt es in jeder Abteilungen ein oder zwei Ansprechpartner, die als Kontakt zum Social Media Team fungieren und wichtige Informationen zeitnah weitergeben. Da das Social Media Team die Schnittstelle zwischen Kunden und Unternehmen bildet, sollte es über aktuelle Entwicklungen informiert sein. Diese strukturelle Vorbereitung sollten Sie vor der Zusammenstellung des Teams vornehmen.

Social Media Teams: Erfolg durch interne Vernetzung

Monkey Business Images/shutterstock.comEiner der wichtigsten Faktoren für die erfolgreiche Arbeit von Social Media Teams beginnt bereits bei der Planung und Vorbereitung: Die interne Vernetzung des Teams. Diese hängt nicht nur von der Kommunikationsbereitschaft der Mitarbeiter mit den Kollegen anderer Abteilungen ab, sondern auch von der formalen Positionierung des Social Media Teams im Unternehmen.

Nur wenn es als Ergänzung zu den bestehenden Abteilungen und Teams angelegt und mit allen Unternehmensbereichen vernetzt wird, kann die Kommunikation und Arbeit des Teams erfolgreich sein. Arbeiten Social Media Teams jedoch einfach vor sich hin, ohne groß Kontakt zu anderen Abteilungen zu haben, werden sie nie ihr volles Potenzial ausschöpfen, geschweige denn die bestmögliche Kommunikation für das Unternehmen gewährleisten können.

A wie Ausbildung

Ausbildungen und Studiengänge zum Social Media und Community Manager sind noch vergleichsweise jung und müssen ihren Nutzen noch unter Beweis stellen. Absolventen mit solchen Abschlüssen können ein Social Media Team zwar verstärken, sollten jedoch die einzigen Teammitglieder sein. Auch Mitarbeiter mit journalistischer Ausbildung, einem PR- oder Medienbackground sollten Teil Ihres Social Media Teams werden. Je nach Aufgabenstellung ist auch die Einstellung von Mitarbeitern mit kreativen Berufen sinnvoll.

B wie Budget

Wie die Kommunikation in den Social Media sollte auch Ihr Social Media Team als langfristige Einrichtung angelegt und ausgerichtet sein. Daher ist nicht nur die materielle Ausstattung mit Computern, Räumen und ähnlichen wichtig, sondern auch ein ausreichend großes - und dauerhaft verfügbares - Budget. Bevor Sie Ihr Social Media Team zusammenstellen, sollten Sie dieses daher klären und sicherstellen, dass es nicht durch Kürzungen oder Begehrlichkeiten anderer Bereich in Gefahr gerät.

C wie Community Management

Viele Unternehmen konzentrieren sich bei der Zusammenstellung ihrer Social Media Teams darauf, die strategischen und kreativen Aspekte abzudecken. Folglich werden primär Social Media Manager, journalistisch vorgeprägte und kreativ veranlagte Mitarbeiter eingestellt. Das ist völlig in Ordnung - so lange Sie das Community Management dabei nicht vergessen. Gute Community Manager sind für die tägliche Arbeit und den langfristigen Erfolg der Kommunikation unverzichtbar und sollten auf jeden Fall zum Team gehören.

D wie Digital Natives

Sie sind jung, hip und praktisch mit Social Media aufgewachsen: Digital Natives. Mag alles stimmen, doch das macht sie nicht automatisch zu guten Mitarbeitern für Social Media Teams. Ja, es ist sinnvoll, einige Digital Natives im Team zu haben. Doch die sollten schon etwas mehr Qualifikationen oder Kompetenzen mitbringen und auf jeden Fall Affinität und Geschickt für gezielte Kommunikation zeigen. Wer soziale Netzwerke täglich nutzt, kann deshalb noch lange nicht für ein Unternehmen kommunizieren.

So nutzen Sie Social Media für Seminare und Teams

Gustavo Frazao by shutterstock.comMitarbeiter von Social Media Teams sollten nicht nur Social Media affin sein, sondern die Netzwerke auch selbst nutzen. Daher liegt es nahe, soziale Netzwerke auch für die Kommunikation und Themensammlung im Team zu nutzen.

Diese Ansätze bieten sich auch an, wenn Sie Kurse und Seminare - im Unternehmen oder extern - durchführen und ergänzen wollen. Gerade für die Kommunikation und Arbeit außerhalb des Kurses können Social Media helfen.

  1. Facebook-Gruppe als Diskussionsforum. Soziale Netzwerke können ideal als zusätzlicher Kommunikationskanal zu einem Kurs oder für ein Team fungieren - etwa zum Erfahrungsaustausch oder zum Nachbearbeiten von Gelerntem und Themen. Wichtig dafür ist aber ein geschützter Bereich, zu dem nur der Referent, Seminarteilnehmer und teammitglieder Zugang haben. Genau das bietet eine Facebook-Gruppe, die sie parallel zu ihrer Fanpage einrichten können.
  2. Hangouts als Sprechstunde. Die meisten Fragen zum Seminar fallen Teilnehmern oft hinterher ein. E-Mails sind zur Klärung eher suboptimal und machen viel Arbeit. Besser sind ein bis zwei feste Termine, an denen der Referent auf Google+ einen Hangout startet, also ein Video-Chat mit bis zu zehn Teilnehmern. Auch Links und Videos können dabei ausgetauscht werden. Das Ergebnis ist wie eine virtuelle Sprechstunde - nur lockerer. Ähnlich können auch Teams Hangouts nutzen, sollte es keine anderen, internen Kommunikationskanäle außer E-Mail geben.
  3. Twitter als Stoffsammlung. Oft finden Ihre Teilnehmer oder Sie als Referent zwischen zwei Seminareinheiten interessantes Material zum Thema im Internet. Legen Sie also vorher einen Twitter-Hashtag für das Seminar fest - ein Schlagwort, dem ein # vorangestellt wird. So werden die einzelnen Links zur Stoffsammlung, nach der jeder Teilnehmer direkt und leicht suchen kann. Nebeneffekt: Ihre Follower erfahren überdies, wie interessant Ihre Seminare sind. Wollen Sie den Ansatz für Teams umsetzen, können Sie interessante Tweets auch mit Evernote oder anderen Diensten sammeln. So entsteht ein Pool, auf den alle Mitarbeiter Zugriff haben und der die Themenfindung vereinfachen kann.

E wie Erfahrung

Eines der wichtigsten Kriterien überhaupt sollte die Erfahrung der künftigen Teammitglieder sein. Nicht alle müssen bereits in einem Unternehmenskontext kommuniziert haben, doch ein Teil des Teams sollte über diese Erfahrung verfügen. Entscheidend ist dann, dass die Teammitglieder voneinander lernen, sich gegenseitig unterstützen und die Erfahrungen aller Beteiligten in die Arbeit einfließen lassen. Im Zweifel sollten Sie die angegebenen Referenzen der Bewerber sehr gründlich studieren und prüfen.

F wie Freiheit

Unternehmenskommunikation in de Social Media braucht natürlich gewisse Vorgaben und Guidelines. Doch Ihr Social Media Team braucht - soll es effizient und erfolgreich kommunizieren - noch zwei weitere Dinge, die in Unternehmen schwierig werden können: Freiheit und Rückhalt. Guidelines sind wichtig, doch deren Umsetzung sollten die Teammitglieder frei gestalten können. Dafür brauchen sie dann jedoch den entsprechenden Rückhalt der Geschäftsführung und Vorgesetzten. Nur wenn sie sich darauf verlassen können, nicht für jeden Fehler sofort Ärger zu bekommen, können die Teammitglieder kreativ und frei arbeiten.

G wie Guidelines

Eine gewisse Orientierung und Richtung ist jedoch auch für Mitarbeiter von Social Media Teams wichtig. Die bestehenden Kommunikationsguidelines des Unternehmens bieten hier eine gute Ausgangsbasis, sollten jedoch auf die Anforderungen der sozialen Netzwerke angepasst werden. Idealerweise binden Sie für diese Anpassung das Social Media Team gleich mit ein. So können die Mitarbeiter sich auch gleich in Strategie und Konzept einarbeiten.

H wie Hilfsbereitschaft

Zumindest für die Mitarbeiter im Community Management ist Hilfsbereitschaft - und damit verbunden die notwendige Geduld für Erklärungen - essentiell. Egal wie Ihr Recruiting- und Auswahlprozess sonst aussieht, diese Eigenschaft sollten Sie auf jeden Fall durch entsprechende Testfragen und hypothetische Szenarien abfragen. Auch Teammitglieder, die nicht im Community Management arbeiten, sollten diese Eigenschaft bis zu einem gewissen Grad mitbringen - und dann im Team ihren Kollegen gegenüber einsetzen.

Social Media Team: Tipps für die Personalauswahl

Andrey_Popov/shutterstock.comBei der Suche nach und der Auswahl passender Mitarbeiter für Ihr Social Media Team spielen natürlich zahlreiche Faktoren eine Rolle. Die im Artikel mehrfache erwähnte Affinität für soziale Netzwerke setzen wir an dieser Stelle voraus.

Ergänzend sollten Personaler und Unternehmen jedoch auch auf Aspekte Wert legen, die oft ignoriert oder unterschätzt werden. Die folgenden Fragen machen deutlich, worauf es ankommt:

  • Haben die Bewerber Unternehmenserfahrung? Kennen Sie Unternehmensstrukturen und -prozesse?
  • Falls sie keine Unternehmenserfahrung vorweisen können: Sind die Bewerber in der Lage, sich in die Arbeitsweise einzudenken?
  • Verstehen die Bewerber die Anforderungen, Ausrichtung und Philosophie des Unternehmens?
  • Können sich Bewerber mit den Werten und der Ausrichtung des Unternehmens identifizieren?
  • Werden die vorhandenen Ressourcen von den Bewerbern erkannt? Sind ihre Erwartungen und Vorschläge für das Unternehmen realistisch?
  • Sind die Bewerber bereit, sich als Unternehmensbotschafter zu positionieren?
  • Können sich die Bewerber auf einzelne Themen und Aufgaben fokussieren?
  • Sind Bewerber in der Lage, im Team zu arbeiten und sich mit ihren Kollegen abzustimmen?

Die Liste der relevanten Fragen lässt sich noch weiterführen, doch das Prinzip wird deutlich: Social Media Affinität und auch eine Ausbildung zum Social Media Manager sind hilfreich, jedoch nicht ausreichend. Es kommt darauf, dass sich Bewerber auf Unternehmen und ihre Anforderungen einlassen und in diesem Rahmen arbeiten können.

I wie intrinsische Motivation

Es sollte selbstverständlich sein, ist es jedoch leider nicht: Die Mitarbeiter Ihres Social Media Teams sollten Spaß an der Kommunikation in den sozialen Netzwerken haben und wirklich für das Unternehmen arbeiten wollen. Nur intrinsisch motivierte Mitarbeiter entwickeln kreative Ideen, bringen sich ganz in ihren Job ein und können das Unternehmen glaubwürdig und überzeugend nach außen vertreten. Machen Sie sich bitte klar, dass die Mitarbeiter Ihres Social Media Teams bis zu einem gewissen Grad Botschafter für Ihr Unternehmen sind. Als solche sollten Sie motiviert und begeistert auftreten.

J wie Ja-Sager

Hier machen wir es kurz: Ja-Sager können Sie in Ihrem Social Media Team nicht gebrauchen. Sicher, solche Mitarbeiter sind im ersten Moment angenehm, verursachen keine Konflikte und setzen Anweisungen problemlos und zügig um. Doch sie machen eben auch nicht auf mögliche Fehlentscheidungen aufmerksam, warnen nicht vor nahenden Problemen und werden sich mit konstruktiver Kritik zurückhalten. Genau diese ist jedoch entscheidend für eine dauerhaft erfolgreiche Kommunikation und eine aktiv weiterentwickelte Strategie.

K wie Kreativität

Wenig überraschend: Für Ihr Social Media Team brauchen Sie kreative Mitarbeiter. Doch Kreativität ist nur die halbe Miete, Ihre künftigen Mitarbeiter sollten auch in der Lage sein, die Kreativität im Rahmen der Unternehmensvorgaben und -interessen einzusetzen und aus etwas verrückten kreativen Ideen konkret umsetzbare Konzepte und Kampagnen zu machen. Diese Fähigkeit müssen dabei nicht einzelne Mitarbeiter mitbringen, es reicht, wenn das Team das gemeinsam schafft. Daher sollten Sie auf eine gute Mischung aus kreativen und praxisorientierten Mitarbeitern achten.

L wie Leidenschaft

Leidenschaft für Kommunikation und Social Media spielt bei Social Media Teams eine ganz entscheidende Rolle. Mehr noch als in vielen anderen Jobs und Aufgaben repräsentieren die Mitarbeiter des Teams - entweder persönlich oder durch ihre Arbeit - Ihr Unternehmen und stellen die Schnittstelle zwischen Unternehmen und Kunden dar. Das kann auf Dauer nur gelingen, wenn die Mitarbeite leidenschaftlich hinter ihrer Arbeit stehen, den Job wirklich gern machen und das Unternehmen überzeugt repräsentieren.

M wie Markenbewusstsein

Ein wichtiger Aspekt, der leider viel zu oft vergessen wird: Können sich die Mitarbeiter Ihres Social Media Teams mit Ihrem Unternehmen und/oder Ihrer Marke identifizieren? Natürlich müssen Sie nicht völlig in der Marke aufgehen - eine zu starke Identifikation macht einen kritischen Blick unmöglich - doch sie sollten die Eigenheiten der Marke verstehen und ein ausgeprägtes Markenbewusstsein entwickeln. Nur dann ist eine glaubwürdige und auf das Unternehmen zugeschnittene Kommunikation und Strategie dauerhaft möglich.

N wie Neugier

Auch wenn es manchem Vorgesetzten die Haare zu Berge stehen lässt: Die Mitarbeiter Ihres Social Media Teams sollten neugierig und offen für neue Ansätze sein. Ja, das kann und wird zu Konflikten mit etablierten Abteilungen führen, wenn das Social Media Team beispielsweise Konzepte und Formate ausprobieren will, die bisher im Unternehmen verpönt waren. Doch Experimente sind - wenn Sie durchdacht werden - notwendig, um die Kommunikation in den sozialen Netzwerken lebendig zu halten und ansprechend zu gestalten. Einige interne Konflikte sollten Sie dafür in Kauf nehmen.

5 überraschende Aspekte von Social Media Teams

Beim Aufbau eines professionellen Social Media Teams sind so viele Faktoren zu berücksichtigen, dass selbst wichtige Punkte untergehen oder in den Hintergrund treten können. Die folgenden fünf Tipps haben sich in der Praxis als wichtig erwiesen, werden jedoch viel zu oft vernachlässigt.

Aus jedem der folgenden Punkte können Sie konkrete Handlungen für Ihr Unternehmen und Ihr Social Media Team ableiten - oder sich darüber freuen, dass Sie bereits alles richtig machen. Wir wünschen Ihnen in jedem Fall viel Erfolg beim Aufbau Ihres Social Media Teams.

  1. Kreativität braucht Struktur

    Strukturen und Prozesse werden gerne mal als Feind der Kreativität gesehen. In der Praxis ist jedoch das Gegenteil der Fall. Werden Social Media Teams komplett sich selbst überlassen, gibt es keine Vorgaben und Richtlinien, tun sich viele Mitarbeiter schwer und die Kommunikation geht nur schleppend voran. Ohne Orientierung kann es schlicht nicht funktionieren und so einengend Vorgaben und Prozesse auch sein mögen, bilden sie doch die Grundlage der täglichen Arbeit. Nach anfänglichem Widerstand sind viele Mitarbeiter von Social Media Teams über klare Richtlinien - die ihnen noch Gestaltungsspielraum lassen - sogar froh.

  2. Ohne Vertrauen geht es nicht

    Erinnern Sie sich noch an den legendären Dialog zwischen einer Bahnkundin und dem Social Media Team der Deutschen Bahn? Er war nicht nur wochenlang Thema in Blogs und Netzwerken, sondern möbelte auch das Ansehen des Unternehmens deutlich auf. Plötzlich wirkte die Deutsche Bahn ein wenig sympathisch, zeigte Persönlichkeit, ja, menschliche Züge. Das war jedoch nur möglich, weil der Mitarbeiter spontan und kreativ reagierte. Das wiederum war nicht nur das Ergebnis seiner Fähigkeiten und Kompetenz, sondern auch des in ihn gesetzten Vertrauens. Nur wenn Mitarbeiter von Social Media Teams den Rückhalt ihrer Vorgesetzten spüren, können sie frei kommunizieren und auch mal spontan antworten. Hier sind Geschäftsführung und Vorgesetzte gefragt, um ihren Mitarbeitern die notwendige Sicherheit zu vermitteln.

  3. Mitarbeiter sollten sichtbar werden

    Das inzwischen recht bekannte Corporate Blog von Krones macht es vor: Dort werden die Autoren mit Bild und Kurzbeschreibung vorgestellt. Auch andere Unternehmen lassen ihre Mitarbeiter in der Kommunikation durch gebrandete Profile oder zumindest Kürzel sichtbar werden. Dennoch gibt es noch viel zu viele Unternehmen, völlig anonym kommunizieren. Das macht nicht nur den Beziehungsaufbau zu Kunden und Fans etwas schwieriger, es kann auch die Motivation des Social Media Teams dämpfen. Können die einzelnen Mitarbeiter bis zu einem gewissen Grad sichtbar werden, kann das ihr Motivation und Identifikation mit und für ihre Arbeit deutlich steigern.

  4. Einzelkämpfer gehen unter

    Verschiedene Studien - die unter Beteiligung des Bundesverband Community Management e.V. und der BITKOM durchgeführt wurden - zeigen, dass in 33 Prozent der befragten Unternehmen abteilungsübergreifende Social Media Teams existieren. Kleinere Betriebe können dafür jedoch nur träumen, hier sind oft einzelne Mitarbeiter für die Kommunikation zuständig. Ein solches Konstrukt kann für den Einstieg ausreichen, auf Dauer gehen Einzelkämpfer jedoch unter oder können die gewünschte Qualität nicht halten. Das liegt nicht an der Kompetenz der Mitarbeiter, sondern schlicht an der Vielzahl der Aufgaben und Anforderungen. Unternehmen sollten den Begriff des Social Media Teams daher ernst nehmen und mehrere Mitarbeiter dafür einsetzen.

  5. Zu viel Kreativität schadet

    Maximal 45 bis 55 Prozent eines Sport-Teams sollten aus außergewöhnlichen Talenten bestehen. Sind es mehr, lässt die Leistung der Mannschaft nach. Dieses Ergebnis lässt sich recht gut auf Social Media Teams übertragen. Kreative Mitarbeiter mit etwas verrückten Ideen, ungewöhnlichen Ansätzen und dem gewissen Etwas sind wichtig. Doch sie sollten durch strukturiert und systematisch arbeitende Mitarbeiter ergänzt und ausgeglichen werden. Erst die Mischung aus kreativen, experimentierfreudigen Mitarbeitern und pragmatisch-realistisch denkenden Teammitgliedern ergibt eine effiziente und produktive Kombination.

O wie Online Präsenz

Ein guter Indikator für die Kompetenz und Affinität Ihrer künftige Social Media Mitarbeiter ist deren eigene Online Präsenz. Zwar muss nicht jeder auf allen Kanälen aktiv sein und sich ganz prominent als Personenmarke präsentieren. Doch die Profile und Auftritte sollten ein Mindestmaß an Professionalität und Qualität aufweisen. Aus der Kommunikation sollte schon hervorgehen, dass die Mitarbeiter wissen was sie da tun. Auch die Leidenschaft und Begeisterung für Social Media sollte durch die Online Präsenz erkennbar sein.

P wie Prioritäten

Bei aller Kreativität und Leidenschaft sollten Ihre künftigen Social Media Mitarbeiter auch in der Lage sein, klar Prioritäten zu setzen. Konkret sollten sie klar erkennen und abwägen können, ob ein neues Format oder ein bestimmter Kommentar den Interessen des Unternehmens dient oder nicht. Im Zweifel müssen die Mitarbeiter ihren Geschmack und ihre eigenen Ansichten zurückstellen und die Interessen des Unternehmens vertreten. Ob die Mitarbeiter dazu in der Lage sind, sollten Sie spätestens im Vorstellungsgespräch abfragen.

Q wie Querdenker

Ja, wir wissen, dass der Begriff Querdenker viel zu häufig und unpassend verwendet wird. Doch beim Social Media Team ist er durchaus angebracht. Ein oder zwei Mitarbeiter, die in völlig neue Richtungen denken, auch mal mit verrückten Ideen und Ansätzen daher kommen und sich nicht an Konventionen halten, tun Ihrem Social Media Team auf Dauer gut. Sicher werden die Vorschläge nicht eins zu eins umgesetzt - die dafür nötige Frustrationstoleranz müssen die entsprechenden Mitarbeiter mitbringen - doch sie können neue Formate, Kampagnen und Ansätze initiieren und Ihr Kommunikation immer wieder neu beleben.

R wie Reputation

Ähnlich wie bei der Online Präsenz gilt auch hier: Nicht jeder künftige Social Media Mitarbeiter muss sich eine weithin sichtbare Reputation erarbeitet haben. Doch die Qualität der Reputation sollte stimmen und wenn Sie Mitarbeiter mit hoher Reputation und Bekanntheit einstellen, sollten Sie im Vorfeld klären, wie weit er oder sie diese für das Unternehmen einsetzen will, kann und soll. Stars können Social Media Teams entweder bereichern oder stören. Hier kommt es auf die aktive Vorbereitung und klare Abstimmung im Vorfeld der Einstellung an.

S wie Stressresistenz

Eine grundlegende und unabdingbare Eigenschaft aller Mitarbeiter des Social Media Teams ist eine hohe Stressresistenz. In Zeiten mit hohem Kommunikationsaufkommen, zahlreichen Kommentaren oder der Einführung neuer Produkte werden die 40 Stunden pro Woche schnell überschritten und reguläre Arbeitszeiten sind nicht unbedingt realisierbar. Das sollte Ihren Mitarbeitern klar sein und kein Problem darstellen. Dass Sie dann von Unternehmensseite her in ruhigen Zeiten für Ausgleich sorgen, versteht sich von selbst.

T wie Teamfähigkeit

Es klingt banal, ist in einem so kreativen Arbeitsbereich jedoch wichtig: Achten Sie bei der Einstellung auf Teamfähigkeit. Oft sind die kreativen und im Grunde hervorragenden Mitarbeiter waschechte Diven und/oder Einzelkämpfer, die sich in der Zusammenarbeit mit anderen schwer tun. Solche Mitarbeiter können Sie ruhig einstellen - wenn Sie zu Beginn dafür sorgen, dass sich das Team kennenlernt und zusammenarbeitet. Die entsprechenden Maßnahmen und Aktivitäten sollten Sie unbedingt einplanen.

Die besten Tipps für Social Media Teams

dinozzz/123rfUnser ABC bildet alle wichtigen Themen und Aspekt für die Planung und den langfristigen Einsatz eines Social Media Teams im Unternehmen ab. Wollen Sie jedoch noch tiefer gehen und sich intensiv an die Vorbereitung Ihres Social Media Teams machen, haben wir etwas für Sie: 101 praxiserprobte Tipps für Social Media Teams.

Naturgemäß finden Sie in diesen 101 Tipps auch die hier im Social Media Team ABC bereits erwähnten Aspekte wieder. Darüber hinaus haben wir jedoch auch Details und Hinweise integriert, die in der täglichen Arbeit wichtig sind, jedoch oft vergessen oder übersehen werden. Die 101 Tipps können Sie als PDF herunterladen.

U wie Unberechenbar

Wie bei allen kreativen Mitarbeiter gilt: Sie können nie ganz sicher sein, mit welchen Ideen und Ansätzen Ihr Social Media Team Sie überrascht. Eine gewisse Unberechenbarkeit - die auch zu internen Konflikten führen kann - sollten Sie daher einplanen und bewusst in Kauf nehmen. Werden die Ideen und Aktionen zu verrückt, müssen Sie sich rechtzeitig einschalten und bremsen.

V wie Vielfalt

Dieser Punkt spiegelt sich in den bisher genannten Aspekten wieder: Achten Sie bei der Zusammenstellung Ihres Social Media Teams darauf, verschiedene Professionen zusammenzubringen. Ein facettenreich und vielfältig zusammengestelltes Team bringt oft die besten Ergebnisse und Strategien hervor. Diese Vielfalt kann natürlich auch mit etwas Arbeit verbunden sein. Die zusätzliche Arbeit lohnt sich jedoch.

W wie Weiterbildung

So gut Ihre Mitarbeiter auch sein mögen, um dauerhaft mit den rasanten Veränderungen der Social Media Schritt zu halten, sind regelmäßige Weiterbildungen Pflicht. Diese sollten Sie daher von Anfang an einkalkulieren und auch in den Vorstellungsgesprächen ansprechen. Die Bereitschaft, Mitarbeiter bei ihrer professionellen Entwicklung zu unterstützen, kann für Bewerber ein Argument für das Unternehmen sein.

X wie Xtreme

Ja, Sie können und sollten bei der Zusammenstellung Ihres Social Media Teams auch die eine oder andere extreme Persönlichkeit in Betracht ziehen. Sie können das Team bereichern - wenn es ausreichend viele ausgleichende Teammitglieder gibt, die den Gegenpol bilden. Bei der Zusammenstellung sind dann logischerweise Fingerspitzengefühl und Menschenkenntnis gefragt.

Y wie Youtube

Youtube steht hier stellvertretend für das Medium Video. Damit sollte sich zumindest ein Teil Ihrer Mitarbeiter im Social Media Team auskennen. Sie müssen es nicht selbst produzieren können - wobei das für einfach Formate in der Regel kein Problem ist - sollten sich jedoch mit den entsprechenden Netzwerken und Plattformen auskennen und das Medium sinnvoll in die Strategie integrieren können.

Z wie Ziele

Zu guter Letzt: Geben Sie Ihrem Social Media Team zu Beginn einige klare Ziele vor, die mit der Kommunikation erreicht werden sollen. Bieten Sie gleichzeitig jedoch genug Flexibilität, damit die Mitarbeiter sich an der Gestaltung weiterer Ziele beteiligen können. Auch konstruktive Kritik an den vorgegebenen Ziele sollten Sie zulassen und nutzen, um die Ziele realistischer zu gestalten und anzupassen.

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Persönlichkeitstypen: Tipps für die Personalauswahl

Kommunikative Fähigkeiten spielen bei der Auswahl von Mitarbeitern, nicht nur für Social Media Teams, eine wichtige Rolle. Da überrascht es nicht, dass in den letzten Jahren immer wieder Studien durchgeführt werden, die die Aktivität in den Social Media mit verschiedenen Persönlichkeitsmerkmalen oder -Typen in Verbindung bringen wollen. Eine beachtenswerte Studie aus diesem Themenbereich stammt vom US-amerikanischen Unternehmen CPP, das unter anderem für den Myers Briggs Typen Indikator (MTBI) bekannt ist, auf dem die aktuelle Studie auch basiert. Die in einer Infografik zusammengefassten Ergebnisse können bei der Personalauswahl helfen.

Myers Briggs: Persönlichkeitstypen mit vier Dimensionen

Zu Beginn eine kurze Einführung in den Myers Briggs Indikator. Das Konzept basiert auf den Beobachtungen und Methoden von Katherine Briggs und ihrer Tochter Isabel Briggs. Sie kategorisierten Persönlichkeitstypen im Blick auf vier verschiedene Dimensionen:

  • Extraversion (E) - Introversion (I): Hier wird betrachtet, ob die Motivation einer Person primär von innen oder von außen kommt.
  • Sensitivität (S) - Intuition (N): S-Typen nehmen vor allem Fakten und Details wahr, während N-Typen eher die Zusammenhänge zwischen den Fakten und die möglichen Assoziationen sehen.
  • Denken (T) - Fühlen (F): T-Typen entscheiden eher rational und logisch, während F-Typen ihre Entscheidungen primär auf emotionaler Basis fällen.
  • Beurteilen (J) - Anpassendes Wahrnehmen (P): J-Typen bevorzugen strukturierte und berechenbare Umgebungen, während P-Typen offene Umgebungen, die sie zu spontanen Reaktionen anhalten, präferieren.

Vorweg sei gesagt, dass es sich bei CPP um den Lizenzgeber für die Methode des Myers Briggs Typen Indikator handelt. Die Studie und die im Folgenden besprochenen Ergebnisse dienen daher logischerweise als Werbung für die eigene Methode. Dennoch sind die Ergebnisse - nicht nur für Arbeitgeber und Unternehmen - durchaus interessant. Gefunden haben wir die Infografik bei den Kollegen vom metaHR Blog.

Welche Persönlichkeitstypen bevorzugen welche Netzwerk?

In der Studie hat CPP vor allem ermittelt, welche Persönlichkeitstypen in welchen Netzwerken aktiv sind. Unternehmen, Arbeitgeber und Kommunikatoren könnten solche Ergebnisse zumindest als Indikator für die Positionierung von Stellenausschreibungen, Artikeln oder anderen Inhalten nutzen. Für Recruiter könnten solche Ergebnisse - neben vielen weiteren Studien und eigenen Erfahrungswerten - bei der Personalauswahl interessant sein. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • 69 Prozent der E-Typen und 68 Prozent der befragten N-Typen nutzen Facebook aktiv. Der Durchschnitt liegt bei I-Persönlichkeitstypen im Vergleich nur bei 60 Prozent, bei S-Typen bei 61 Prozent.
  • LinkedIn wird primär von E-Typen (40 Prozent), N-Typen (41 Prozent) und T-Typen (38 Prozent) genutzt. Lediglich 28 bis 30 Prozent der Befragten mit anderen Persönlichkeitstypen geben an, LinkedIn ebenfalls zu nutzen.
  • Die Twitter-Nutzung ist unter allen Beteiligten äußerst gering. N-Typen sind hier mit 13 Prozent aktiven Nutzern jedoch am stärksten vertreten.
  • Über alle Netzwerke hinweg verbringen Personen, die dem F-Typ zuzuordnen sind und auf emotionaler Basis entscheiden, mehr Zeit im Austausch mit anderen Menschen und Netzwerkpartnern.
  • Teilnehmer, die den T- und S-Typen zuzuordnen gehen bei ihrer Kommunikation - das legen die Ergebnisse zumindest nahe - gezielter vor und reduzieren diese auf die wichtigsten Kontakte.

Die vollständige Übersicht aller Ergebnisse finden Sie in der folgenden Infografik.

SoMe Nutzertypen

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