Die Studienzeit markiert für viele Menschen eine neue Lebensphase, die mit einschneidenden Veränderungen verbunden ist. Die – im Rückblick – entspannte Schulzeit liegt hinter den Studenten und es werden alle Vorbereitungen für den Einstieg in das Berufsleben getroffen. Leistungen und Ergebnisse zählen und bilden die Grundlage für gute Bewertungen, die wiederum die Chancen bei der späteren Bewerbung erhöhen. Stopp! Das ist alles richtig, dennoch sollten Sie sich als Student nicht ständig unter Leistungsdruck setzen (lassen). Das Studium ist die Vorbereitung auf das Berufsleben, doch niemand hat gesagt, dass Sie diese Zeit nicht nutzen und genießen können. Sie sollten es sogar.
Einige Bildungsarbeiter werden jetzt wahrscheinlich tief durchatmen und sich vielleicht fragen, wie ich so etwas schreiben kann. Meine Antwort: Weil zufriedene und glückliche Studenten eben auch bessere Studenten sind, ganz einfach. Das soll allerdings kein Freifahrtschein für Studenten sein, nach Gutdünken den Vorlesungen fernzubleiben und nicht für das Studium zu lernen.
Sorry, da muss ich Sie enttäuschen.
Leistung ja – aber bitte mit Freude
Sie dürfen, können und sollen gute Leistungen im Studium bringen und dieses trotzdem genießen. Ist das einfach? Nicht immer. Schafft das jeder? Ja, wenn Sie es richtig angehen. Denn um sowohl Ihr Studium als auch Ihre Freizeit genießen zu können, bedarf es einiger Planung und mancher Entscheidung. Diese Entscheidungen sind nicht immer bequem oder angenehmen, bringen Sie jedoch enorm weiter.
Folgende Situation dürfte Ihnen bekannt vorkommen: Während des Semesters finden in den meisten großen Studentenstädten annähernd täglich Partys statt. Die Nachwirkungen lassen sich morgens in Gestalt leerer Sitzplätze oder deutlich gezeichneter Studenten in den Hörsälen begutachten. Optimal ist das sicher nicht, doch so lange Sie den Vorlesungen folgen können, stellt es auch kein großes Problem dar. In der Prüfungszeit sieht das jedoch anders aus. Während dieses Zeitraumes sind Partys tabu, da Sie am nächsten Tag fit und ausgeschlafen in der Prüfung sitzen und diese auch noch vorbereiten müssen.
Aktive Freizeitgestaltung
Zugegeben, das Party-Klischee deckt längst nicht alle Fälle ab. Viele Studenten wollen ihre freie Zeit für sportliche oder ehrenamtliche Aktivitäten, für Nebenjobs und eigene Projekte nutzen. Auch das ist möglich, so lange Sie diese Projekte und Aufgaben mit Ihrem Vorlesungsplan abstimmen. Das beginnt bereits bei der Auswahl Ihrer Freizeitprojekte.
Gerade in Universitätsstädten gibt es eine Vielzahl an Vereinen und Freizeitangeboten. Wahrscheinlich werden Sie viele davon enorm attraktiv finden. Doch das ist genau der Punkt, an dem Sie eine der oben erwähnten unangenehmen Entscheidungen treffen müssen. Betrachten Sie bitte ganz nüchtern, wie viel Zeit Sie für diese Projekte realistisch einsetzen können. Im nächsten Schritt entscheiden Sie sich dann für genau diese Angebote, die sich in Umfang und Zeitpunkt mit Ihrer freien Zeit decken.
Bürden Sie sich zu viele Aktivitäten auf, geschehen drei Dinge geschehen:
- Ihr Studium und Ihre Leistungen werden darunter leiden.
- Sie werden jeder Ihrer Freizeitaktivitäten nur halbherzig nachgehen können.
- Sowohl das Studium als auch Ihre Freizeitprojekte werden Stress verursachen.
Die Konsequenz ist klar: Sie können weder das Studium noch Ihre Freizeit genießen, hecheln überall hinterher und können nirgends ernsthaft aktiv werden.
Nebenjobs bündeln
Nebenjobs sind da ein wenig anders gelagert. Da viele Studenten auf die Einnahmen angewiesen sind, sind die Wahlmöglichkeiten hier beschränkt. Dennoch liegt es in Ihrer Hand, ob Sie einen Job kontinuierlich parallel zum Studium betreiben oder ob Sie Ihre Jobs in einem Teil der Semesterferien konzentrieren. In diesem Fall haben Sie dann zwar nichts von den Semesterferien, können dafür jedoch die freie Zeit während des Studiums für sich nutzen.
Warum studieren Sie?
Was Sie schlussendlich auch tun, eine Frage sollten Sie dabei immer vor Augen haben: Warum studieren Sie? Welchen Sinn sehen Sie ganz persönlich im Ihrem Studium? Wenn Sie darauf keine gute Antwort haben, sollten Sie diese spätestens jetzt finden. Und der Sinn sollte nicht “nur” in einem gut bezahlten Job und rosigen Zukunftsaussichten bestehen, sondern Ihnen auch ganz real und aktuell etwas geben. Sonst arbeiten Sie immer nur für die Zukunft und können das Heute nicht genießen. Das ist definitiv nicht Sinn eines Studiums.
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