Wer als Trainer, Coach oder Berater regelmäßig Seminare und Workshops hält, kennt das Problem: Wahlweise sind entweder das Flipchart-Papier oder die Stifte immer genau dann leer, wenn Sie gerade eine Skizze aufzeichnen oder Stichpunkte notieren wollen. Das ist im besten Fall ärgerlich, im schlimmsten Fall kann es den Seminarverlauf nachhaltig stören. Eine Alternative kann Ihr iPad in Kombination mit einem Beamer und der App “Paper” sein. Die Applikation versteht sich selbst zwar primär als Skizzenbuch für Kreative, doch auch Trainer und Coaches können sie produktiv einsetzen.
Auch wenn ich nicht künstlerisch begabt bin – den Beweis sehen Sie im Video – nutze ich die Applikation bereits seit mehr als sechs Monate aktiv im Coaching und bei Seminaren. Die Flipchart kommt seit dem nur noch selten zum Einsatz. Das Setup sieht wie folgt aus: Das iPad hängt per Adapter an einem Beamer, der das Bild an die Wand projiziert. Auf dem iPad läuft Paper, mit dem ich dann meine Skizzen und Stichpunkte visualisiere. Dazu verwende ich übrigens den Just Mobile Alu Pen. Dieser ist zwar zum schreiben nicht optimal geeignet, bietet allerdings aus meiner Sicht die beste Mischung zwischen Mal- und Schreib-Stylus. Natürlich können Sie die Applikation auch mit dem Finger bedienen, doch mit einem Stylus schreiben und zeichnen Sie deutlich präziser und die Haptik kommt der von Papier sehr nahe.
Versteckte Kosten?
Paper ist zwar gratis im iOS-App-Store erhältlich, doch um den vollen Funktionsumfang der Applikation nutzen zu können, sind einige In-App-Käufe nötig. Darauf weißt die App-Store-Seite zwar hin, doch dieser Hinweise dürfte etwas prominenter ausfallen. Die Kosten verteilen sich wie folgt: Essentials: 5,49 Euro, Kolorieren: 1,59 Euro, Skizzieren: 1,59 Euro, Schreiben: 1,59 Euro und Markieren: 1,59 Euro. Für alle Funktionen werden daher insgesamt 11,85 Euro fällig. Da Sie jedoch auch mit der mitgelieferten Standardfunktion viel umsetzen und sich die für Sie sinnvollen Funktionen gezielt aussuchen können, sehe ich das nicht als Nachteil.
Da Sie auch einzelne Seiten per E-Mail oder mit andern Applikationen teilen können, eignet sich Paper auch hervorragend für den Einsatz im Coaching. In manchen Situationen sind Skizzen oder kurze handschriftliche Notizen und Schaubilder deutlich aussagekräftiger als ellenlange Texte. Dann kommt bei mir Paper zum Einsatz: Das Schaubild wird skizziert und dann per E-Mail oder über ein geteiltes Evernote-Notizbuch an den Coachee weitergegeben. Diese Methode hat sich hervorragend bewährt.
Im folgenden Video-Tutorial zeige ich Ihnen, wie Sie die Applikation produktiv nutzen können.
Haben Sie Paper bereits im Einsatz? Dann freuen wir uns über Ihren Erfahrungsbericht.
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Matthias M. Meringer
Ich hatte Paper aus Neugier gekauft und ein paar Mal eher lustlos ausprobiert. Wie der Autor bin ich kein wirklicher Malkünstler. Vermutlich war das der Grund für die Lustlosigkeit. Ende April 2012 startete mein Magazin Online-PR-Praxis. Für dieses Projekt suchte ich Bilder. Woher nehmen, wenn nicht stehlen – wir kennen das alle.
An der Stelle kam Paper ins Spiel. Ich fertige damit Zeichnungen/Bilder für meine Artikel bei Online-PR-Praxis an. Skizziert habe ich bisher, wie man das Author-Tag für Google einsetzt, ich strichelte einen Reputationskiller zusammen usw. Alles was gezeichnet aussieht, kommt dort im Augenblick von Paper.
Die App ist kinderleicht zu bedienen. Die oben angedeutete Preisdiskussion halte ich – auch bei anderen Apps – für fehl am Platz. Wer sich über zehn Euronen beschwert, sollte zuhause bleiben und offline gehen. Für mich ist der Preis mit den zusätzlich zu erwerbenden Modulen vollkommen in Ordnung.
Mein Fazit: Paper ist schnörkellos und kinderleicht anzuwenden. Mit Hilfe der Sendefunktion kann ich meine Skizzen per E-Mail zielsicher verschicken.
Rasmus
Habe lustigerweise eine ähnliche Erfahrung gemacht. Nach der kostenlosen Anschaffung habe ich eher lustlos rumprobiert und war auch nicht wirklich außergewöhnlich berührt. Wenn man präsentiert hingegen fängt Paper an, wirklich Spaß zu machen. Und schließlich habe ich mir nach und nach dann weitere Stifte und andere Funktionen dazu geholt. Finde die In-App-Purchases hier auch absolut gerechtfertigt, weil die Gratis-Version eigentlich bereits deutlich macht, ob es sich lohnt oder nicht…
Nora
Mich konnte Paper nicht überzeugen.
Auch wenn die optische Darstellung und Einfachheit für Präsentationen sicher ein Pluspunkt sind.
Jedoch benutze ich lieber GoodNotes, wenn ich mal etwas skizzieren möchte. Und wenn ich dazu etwas schreiben möchte bekomme ich ein “Zoom-Feld”. Sowie, dass ich auch Dokumente (Bilder) importieren kann.
Naja, die coolen Stifte gibt’s dann halt dafür nicht und so viele Farben leider auch nicht, aber dafür habe ich MyBruhes installiert, wenn ich wirklich malen möchte. ;)
Aber im Video sieht man, dass einige Leute mit Paper richtig schicke Sachen machen können.
Ist dann wieder individuell, was man braucht und was man kann. :) Für mich ist Paper zu simpel.