Der Versandhändler Otto, bereits vielfach aktiv in Sachen Social Media, versucht sich derzeit an einer Viral-Videokampagne: So schnell wird man Chef. Der Clip kann durch eigene Bilder und Daten modifiziert werden – keine neue Idee, aber …


… auch nicht besonders zielführend. Denn auch wenn die Bewegtbildoffensive mit einem Gewinnspiel verbunden ist (zu gewinnen gibt es unter anderem drei mal je einen Tag in der Chef-Etage bei Otto), fragt man sich: Was sagt mir der Film über das Verhältnis zu Bewerbern? Und sind die Chefs hier bloß drauf?

Denn abgesehen davon, dass der Vizechef in der männlichen Variante lüstern seiner Assistentin auf den Po glotzt und dazu frivol gurrt, scheint ihm das Bademode-Shooting mit den weiblichen Models viel wichtiger zu sein, als die Personalauswahl. Und was ist das? Er wirft die Bewerbungsmappe auch noch abfällig in den Papierkorb. Ist das wertschätzend? Nein! Natürlich ist das alles überzogen – aber für Satire ist es dann leider doch noch nicht überzeichnet genug. Schon die Eingangssequenz wirkt durchaus ernst gemeint.

Technisch ist das Video allerdings perfekt und zeigt, was heute schon so alles möglich ist. Doch wie so oft lassen sich viele Auftraggeber an der Stelle immer wieder von dem vielen Klimbim über die magere Story hinwegtäuschen. Dabei sollte hier das meiste Hirnschmalz eingesetzt werden. Wie hieß es mal so schön: form follows function! Das stimmt auch heute noch…

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