Die folgende Pew-Studie dürfte all jene nachdenklich machen, die immer noch glauben, die vielen Freundeskreise und Bekanntschaften; die mehr als 200 Freunde, die manche auf Facebook & Co. haben, existierten nur virtuell und seien nichts weiter, als eine Art Bekanntheitsgradmesser oder Beliebtheitswettbewerb. Denkste! Tatsächlich bilden die sozialen Netze im Web immer mehr davon ab, was auch real existiert – und beeinflussen die Freundeskreise. Positiv vor allem.
Auch wenn die Studie für die USA gemacht ist, glaube ich, dass sich deren Ergebnisse auf die hiesigen Nutzungsgewohnheiten übertragen lassen. Aber das können wir ja nachher gerne noch in den Kommentaren diskutieren. Zunächst aber die Fakten: Wenig überraschend ist – Facebook dominiert inzwischen die Sozialen Netze mit 52 Prozent aller Nutzer. Twitter-Accounts haben immerhin noch 33 Prozent und Myspace ist mit 7 Prozent bereits ziemlich tot (Linkedin kommt aber auch nur auf sechs Prozent).
Was machen die Facebook-Nutzer tagtäglich so?
- 26 Prozent “liken” den Inhalt anderer.
- 22 Prozent kommentieren die Statusposts ihrer Freunde.
- 20 Prozent kommentieren Fotos.
- 15 Prozent aktualisieren ihren eigenen Status (wie gesagt: täglich).
- 10 Prozent senden anderen eine direkte Nachricht (interne Facebook-Mail).
Das eigentlich Bemerkenswerte an der Studie aber ist etwas anderes: So fragten die Forscher etwa auch, ob die Facebook-Nutzer glauben, dass man den meisten anderen dort trauen könne. Das Ganze verglichen Sie zahlreichen anderen Daten… und um es kurz zu machen: Wer mehrmals täglich Zeit auf Facebook verbrachte, hatte nicht nur wesentlich stärkere und innigere Beziehungen, sondern in 43 Prozent der Fälle auch mehr Vertrauen in seine Mitmenschen dort – sogar drei Mal so viel wie die üblichen Internet-Nutzer.
We asked people if they felt “that most people can be trusted.” When we used regression analysis to control for demographic factors, we found that the typical internet user is more than twice as likely as others to feel that people can be trusted. Further, we found that Facebook users are even more likely to be trusting. We used regression analysis to control for other factors and found that a Facebook user who uses the site multiple times per day is 43% more likely than other internet users and more than three times as likely as non-internet users to feel that most people can be trusted. [...] Controlling for other factors we found that someone who uses Facebook several times per day averages 9% more close, core ties in their overall social network compared with other internet users.
Was sind das für Freunde?
Zugleich interessierten sich die Pew-Forscher dafür, wie sich die Freundeskreise auf Facebook zusammensetzen. Interessant: Im Durchschnitt hatten die Nutzer jeweils 229 Freunde, darunter…
- 22 Prozent Schulfreunde
- 12 Prozent entfernte Verwandte
- 10 Prozent Kollegen
- 9 Prozent Studienfreunde
- 8 Prozent enge Verwandte und Familienmitglieder
- 7 Prozent Bekannte
- 2 Prozent Nachbarn
Mehr als 31 Prozent der Facebook-Freunde ließen sich keiner der genannten Kategorien zuweisen. Und dennoch: (Nur) Sieben Prozent ihrer “Freunde” auf Facebook hatten die Nutzer noch nie persönlich getroffen, drei Prozent davon sind sie nur ein einziges Mal physisch begegnet. Was allerdings im Umkehrschluss bedeutet: Die Freundschaften auf Facebook bestehen durchaus auch real – und die Leute dort begegnen und “liken” sich mehrheitlich im echten Leben.








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Alexander
Aufschlussreiche Studienergebnisse. Die Frage bleibt, wie man 200 Freunde am besten managed? Gleich viel Aufmerksamkeit können sie aus Zeitgründen nicht erhalten. Hier wäre eine Priorisierung notwendig, z.B.
A) 3-5 sehr gute Freunde > eine bis mehrere Messages pro Tag
B) 5-15 gute Freunde > eine Messages pro Woche
C) 180 Bekannte > eine Message pro Monat