Erfolgreiche Managerinnen: Ihre 7 Geheimnisse

Es gibt sie heute in fast jedem Unternehmen – erfolgreiche Managerinnen. Frauen in Führungsebenen werden vor allem für Qualitäten wie Organisationstalent und Kommunikationsstärke geschätzt. Typisch Frau, sagen manche – und verkürzen dabei die die Stärken erfolgreicher Managerinnen auf ein paar Klischees. Tatsächlich steckt hinter dem Erfolg aber weitaus mehr. Und damit meinen wir nicht bloß klassische Managertalente, wie strategisches Denken, Durchsetzungskraft oder Motivationsfähigkeit. Die Erfolgsgeheimnisse dieser Managerinnen sind zugleich eine Art Blaupause für bessere Mitarbeiterführung. Und das steckt dahinter…

Erfolgreiche Managerinnen: Ihre 7 Geheimnisse

Erfolgreich managen: Darauf kommt es an

Der Begriff Manager stammt ursprünglich aus dem Englischen und vom Verb to manage, was so viel bedeutet wie handhaben, bewerkstelligen und leiten. Manager sind also Führungspersonen eines Unternehmens, die Prozesse, Projekte und Menschen leiten. Sie sind der Punkt, wo alle Ergebnisse gesammelt werden und über weiteres Vorgehen entschieden wird.

Dazu zählen ganz klassisch folgende Qualitäten und Persönlichkeitsmerkmale:

  • Engagement und Hingabe
  • Ausgeprägte Eigenmotivation
  • Der Wille, Verantwortung zu übernehmen
  • Rasche Analyse- und Entscheidungsstärke
  • Die Fähigkeit, Aufgaben und Verantwortung zu delegieren
  • Fokussierung auf Ziele und ein positives Ergebnis
  • Hohe Belastbarkeit

Diese Führungsqualitäten sind allerdings weder spezifisch männlich oder weiblich – jede erfolgreiche Führungskraft hat und braucht sie.

Auch die Anforderungen an solche Managementpositionen unterscheiden sich nicht geschlechtsspezifisch. Mehr noch: Eine aktuelle Studie der Personalberatung Russell Reynolds Associates kommt zu dem Ergebnis, dass sich zwar ein Unterschied im Führungsverhalten zwischen Männern und Frauen feststellen lässt, aber nur so lange, wie die Frauenquote im Management eines Unternehmens gering ist. Steigt hingegen der Anteil der Frauen in Führungspositionen an (laut dem Ergebnis der Studie ab einem Anteil von 22 Prozent), wandelt sich der vorher eher weibliche Führungsstil ins Gegenteil und passt sich an männliche Vorbilder an.

Aber eben nicht ganz…

Erfolgreiche Managerin: Was zeichnet sie aus?

Es gibt viele Eigenschaften, die gerade Frauen zu guten Führungskräften machen: emotionale Intelligenz, Intuition, Teamgeist.

Auch legen Frauen mehr Wert auf Kundenzufriedenheit als Männer. Laut einer Umfrage des Verbands der Unternehmerinnen ist für 97 Prozent der Frauen in Führungsposition die Kundenzufriedenheit wichtig, bei ihren männlichen Kollegen waren es nur 88 Prozent.

Sie motivieren ihre Mitarbeiter sogar anders als ihre männlichen Kollegen: Managerinnen setzen verstärkt auf exklusive Weiterbildungsangebote, um die Qualifikationen der Angestellten zu steigern und das Unternehmen damit voran zu bringen. Manager hingegen drücken ihre Wertschätzung vor allem in Form von Prämien oder eines Firmenfahrzeugs aus.

7 Erfolgsgeheimnisse: Die Fähigkeit, ANDERS mit Menschen umzugehen

Der größte Unterschied aber liegt im besonderen Führungsstil der Managerinnen. Oft sind es nur Nuancen, die diesen ausmachen – jedoch mit großer Wirkung: Von den Mitarbeitern wird dies als menschlicher, fairer und zugleich motivierender empfunden. Entsprechend lässt sich die folgende Liste auch als Anleitung für Manager lesen, die generell bessere Führungskräfte werden wollen. In dem Fall ersetzen Sie einfach das Wort „Sie“ durch „Manager“ oder „Erfolgreiche Manager“…

  1. Sie befehlen nicht, sie fragen um Rat.

    Wenn ein Mensch zu Handlungen gezwungen wird, auch wenn sie nötig und zielführend sind, führt das in der Regel zunächst zu Widerstand. Dies ist eine natürliche Reaktion, kostet aber Zeit und lässt sich leicht umgehen. Wer hingegen zielgerichtet fragt: Wie würden Sie entscheiden: so oder so?, zeigt nicht nur Optionen auf, sondern bezieht den Mitarbeiter in die Entscheidungen mit ein und signalisiert, dass dessen Meinung wichtig ist. Die entstehende Diskussion macht Entscheidungen immer besser, vor allem nachvollziehbarer. Effekt: Die Aufgabe wird schneller und besser erledigt. Tatsächlich können so optimalere und Ideen zu Tage kommen, die so noch nicht bedacht wurden. Reine Anweisungen dagegen degradieren Mitarbeiter zu Befehlsempfängern und Handlungsgehilfen.

  2. Sie formulieren nicht nur Ziele, sie füllen Sie mit Leben.

    Klar Ziele zu haben und diese auch genauso klar gegenüber der Belegschaft zu formulieren, ist entscheidend, um Kräfte zu bündeln, zu überzeugen, zu motivieren und letztlich auch alle mit ins Boot zu holen. Wahr ist aber auch: Solche Zielvorgaben können unglaublich kalt, nüchtern und langweilig klingen. So richtig mitreißend wirkt das nicht. Werden diese Ziele aber mit Bildern, Emotionen und Visionen gefüllt, beginnen die Meilensteine zu leben. Es ist eine Form des Storytelling – und eine besondere Kommunikationsstärke, die Zuhörer und Mitarbeiter enorm erfüllen und anspornen kann.

  3. Sie konkurrieren nicht, sie integrieren.

    Männer rivalisieren gerne und scheuen den Wettbewerb auch nicht. Das führt aber nicht selten dazu, dass Sie auch gegenüber Mitarbeitern ab und an meinen beweisen zu müssen, wer der Chef ist, Motto: Die Idee kann nicht gut sein, denn Sie stammt nicht von mir. Das ist natürlich infantiles Dominanzgehabe und alles andere als motivierend. Das Erfolgsgeheimnis vieler Managerinnen ist dagegen: weniger Konkurrenz, mehr Integration. Sie suchen nach den individuellen Stärken und Talenten der Mitarbeiter und setzen diese entsprechend ein. So werden aus Einzelstars einzigartige Teamspieler mit Besonderheiten. Die Konkurrenz verschwindet und alle gewinnen.

  4. Sie zwingen nicht, sie inspirieren.

    Jeder Mitarbeiter hat das Recht, individuell geführt zu werden. Und zugegeben, dass kann bei dem einen ein Klaps auf die Schulter nötig machen, beim anderen ein Tritt in den Steiß (natürlich nicht wörtlich!). Zugleich liegt es in der Verantwortung des Managers, dass Aufgaben erledigt und Deadlines eingehalten werden. Kraft Amt können Führungskräfte Mitarbeiter dazu zwingen (Fachjargon: Weisungsrecht). Klüger (und meist effektiver) aber ist, sie dazu zu inspirieren. Beispielsweise durch pragmatische Anregungen und Vorbilder, durch Lob oder indem man ihre wahren Wünsche und Bedürfnisse erkennt und ihnen zeigt, wie eben jenes Ziel darauf einzahlt. Inspiration ist ein Appell an die intrinsische Motivation – und damit ein Schlüssel zu dem Besten, was in dem jeweiligen Mitarbeiter steckt. Zwang dagegen hat nur die Form einer Gerte oder Möhre vor der Nase.

  5. Sie bestrafen nicht, sie coachen.

    Fehler passieren in jedem Job – mal kleinere, mal größere. Den meisten ist dann auch sofort klar, dass sie Mist gebaut haben. Und in der Regel folgt darauf die Angst vor Entdeckung, Bloßstellung und Bestrafung – etwa in Form einer Abmahnung. In unreifen Unternehmenskulturen führt das nicht selten zu Verschleierung, Verschleppung, endlosen Schuldzuweisungs-Debatten und noch größerem Schaden. Ausgerechnet Mütter wissen es besser: Sie trösten Ihre Kinder erst einmal, wenn etwas schief gegangen ist, analysieren mit ihnen zusammen, warum das so war und was sich daraus für die Zukunft lernen lässt. Danach erst formulieren sie eine klare Regel, damit sich der Fehler nicht wiederholt. Dieser coachende Führungsstil lässt sich ebenso auf Mitarbeiter übertragen – mit demselben Erfolg.

  6. Sie ackern nicht, sie genießen den Prozess.

    Blumen oder Fotos am Arbeitsplatz aufzustellen ist keine bloße Laune, sondern die Fähigkeit, die Umgebung angenehm zu gestalten. Wenn eine Frau das genießt, was sie macht und wo sie sich befindet, geht ihr Vieles leichter von der Hand. Dahinter steckt die Fähigkeit, einen Job ganzheitlich wahrzunehmen und auch das Umfeld positiv zu beeinflussen. Schon lange ist aus der Ergonomie bekannt, dass dieser Einfluss auf die Arbeitsleistung größer ist, als viele meinen.

  7. Sie stellen nicht dar, sie sind Vorbild.

    Gerade Mittelmanager in der sogenannten Sandwich-Position müssen sich immer wieder profilieren. Genau dieses In-Szene-setzen fällt vielen Frauen schwer und ist zugleich eine ihrer größten Schwächen beim beruflichen Aufstieg. Wie bei allem gibt es aber auch hier nicht nur die beiden Extrempole, sondern eben auch eine goldene Mitte, die vor allem erfolgreiche Managerinnen gut beherrschen: Das Aufzeigen der eigenen Leistungen und Erfolge verkommt bei ihnen nicht zur bloßen Selbstdarstellung und Ego-Show. Sie nutzen die Gelegenheit vielmehr als Vorbildfunktion, um andere anzuspornen oder um ihnen Perspektiven aufzuzeigen. Am wichtigsten dabei ist: Sie bleiben authentisch, ehrlich und selbstsicher beim Aufzeigen dieser Chancen.

Natürlich haben Frauen kein Monopol auf diesen Führungsstil – Männer besitzen ebenfalls Einfühlungsvermögen und können intuitiv oder bewusst Mitarbeiter zu großen Erfolgen führen. In Summe aber ist dieser „typisch weibliche“ Führungsstil eher noch selten in den Unternehmen. Dabei bietet der nicht nur enormes Potenzial in Sachen Mitarbeitermotivation. Er öffnet auch Türen für weibliche Nachwuchstalente, die sich davon besonders angezogen fühlen – und das ganz ohne Frauenquote.

[Bildnachweis: Rob Marmion by Shutterstock.com]
20. Juni 2016 Autor: Vera Moor

Vera Moor-Stepanov ist studierte Archäologin und wohnt in Bochum. In der Zeit von Juni bis August 2016 absolvierte sie ein Praktikum bei Karrierebibel.de.

Karrierefragen Hinweis Artikel Unten 1000px

Andere Besucher lesen gerade diese Artikel:



Stellenanzeigen finden Sie auf www.karrieresprung.de.


Fertig gelesen? Zurück zur Startseite!