Karriereboost oder Risiko: So werden Sie zum Experten

Viele Menschen möchten beruflich weiterkommen. Neudeutsch ist dann vom Karriereboost die Rede. Aber wie wird man erfolgreich? Viele Wege führen bekanntlich nach Rom. Der klassische Weg ist der, dass Führungsaufgaben übernommen werden. Je nach Unternehmen werden Hierarchien aber immer flacher, klassische Manager nicht benötigt. Ein anderer Weg ist, dass Sie eine Fachkarriere anstreben. Die Wandlung vom einfachen Arbeitnehmer zum Experten kann ein Karriereboost sein – aber auch ein Risiko. Wie es Ihnen gelingt…

Karriereboost oder Risiko: So werden Sie zum Experten

Welche Möglichkeiten für einen Karriereboost gibt es?

Tagein, tagaus immer nur dasselbe machen – das bedeutet für etliche Menschen irgendwann endlose Monotonie. Routine ist wichtig, um bestimmte Aufgaben gut ausführen zu können und manchmal braucht es eine gewisse Zeit dafür. Ist die Phase der Einarbeitung und des Lernens aber abgeschlossen, wollen viele Abwechslung.

Diese Abwechslung kann unterschiedlich aussehen, geht aber immer einher mit einer Entwicklung des Arbeitnehmers. Neues Wissen und Kompetenzen werden erworben, vorhandene vertieft. Persönliche Schwerpunkte und Interessen, aber auch Förderung im Unternehmen beeinflussen, wie diese Entwicklung aussehen kann:

  • Sie verfolgen eine Führungslaufbahn.

    Der Klassiker, den bis heute noch viele Selbständige hinlegen. Sie sind zunächst Sachbearbeiter in einem Bereich, fallen wegen guter Leistungen auf und werden fortan mit Leitungsaufgaben betraut. So arbeiten Sie sich Stück für Stück vom normalen Arbeitnehmer an die Spitze zum Vorstandsmitglied oder Geschäftsführer. Hier spricht man von einer Kaminkarriere, die typisch hierarchisch von unten nach oben geht.

  • Sie verfolgen eine Projektlaufbahn.

    Hier findet eine projektbezogene Weiterqualifizierung des Arbeitnehmers statt. Innerhalb der Projektlaufbahn können verschiedene Karrierestationen wie die zum Teilprojektleiter, Projektmanager, Senior-Projektmanager und Programmdirektor durchlaufen werden. Die Projektlaufbahn schließt somit Führungsaufgaben mit ein und ist zwischen Fach- und Führungslaufbahn anzusiedeln. Im Gegensatz zu den anderen beiden Laufbahntypen ist sie allerdings meist nur temporär.

  • Sie verfolgen eine Fachlaufbahn.

    Die Fachlaufbahn kommt ohne Führungsaufgaben und Weisungsbefugnis aus. Gleichzeitig zeichnet Arbeitnehmer hier aus, dass sie sich über Jahre hinweg tief in die Materie hineingearbeitet haben. Keiner kennt sich darin so gut aus, wie sie. Sie werden durch die fachliche Qualifikation zum Experten (daher auch Expertenlaufbahn).

Experten für Unternehmen immer wichtiger

Bereits seit den achtziger Jahren haben Unternehmen Fachlaufbahnen für Mitarbeiter eingeführt. Die Spezialisierung in bestimmten Segmenten, aber auch die internationale Zusammenarbeit an Projekten macht es erforderlich, dass Firmen Arbeitnehmer unterstützen, die ganz in dem aufgehen, was sie tun.

Die keine vertikale Karriere wollen. Denen endlose Meetings ein Graus ist. Die sich stattdessen mit ihrer Arbeit beschäftigen und nicht in irgendwelchen organisatorischen Schwierigkeiten verlieren wollen. Echte Experten auf ihrem Gebiet also. Früher war es automatisch so, dass der Aufstieg zur Führungskraft einen Karriereboost darstellte.

Denn die Erweiterung des Aufgaben- und Kompetenzbereichs und die Übernahme personeller Verantwortung bedeutete gleichzeitig ein höheres Gehalt. Erkennbar war das häufig durch äußerliche Insignien der Macht wie ein größeres Büro und einen Dienstwagen. Verbunden mit der Führungslaufbahn ist somit ein sozialer Aufstieg.

Der Wandel der Arbeitswelt erfordert von vielen Unternehmen ein Umdenken. Experten werden für Unternehmen zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor und damit immer wichtiger. Diese Bedeutung muss sich natürlich auch niederschlagen.

Entstanden sind sogenannte Parallelhierarchien. Analog zur Führungslaufbahn werden neue Titel vergeben, die andeuten, dass jemand sich in einer Einstiegsposition (meist Junior Expert) oder in einer fortgeschrittenen Position (Senior Expert) befindet. Daran orientieren sich letztlich auch bestimmte Gehaltsstufen, die ebenfalls steigen.

Statt der vertikalen machen Experten eine horizontale Karriere.

Karriereboost abhängig von den Rahmenbedingungen

Ob eine Fachlaufbahn allerdings zum Karriereboost führt, ist abhängig vom Unternehmen, Ihrer Tätigkeit und bestimmten Faktoren, die sich als sogenannte Karrierebooster erweisen können.

Die Rahmenbedingungen im Einzelnen:

  • Das Unternehmen weiß um die Bedeutung seiner Experten.

    Unternehmen, die innovativ bleiben müssen, haben einen besonders hohen Bedarf an Experten. Das gilt für Universitäten mit führenden Koryphäen auf ihrem Gebiet ebenso wie für hochspezialisierte Ingenieure in der Industrie. Entscheidend ist, dass ein Arbeitgeber erkennt, welchen Schatz es in seinem Unternehmen hat.

    Und Wertschätzung funktioniert immer noch über soziale Anerkennung, Status. Das Gehalt spielt hierbei eine nicht unwichtige Rolle. Bleibt die Entscheidungsgewalt allerdings ausschließlich bei Führungskräften und ändert sich am Rollenverhalten untereinander nichts, bleibt ein Karriereboost aus, nimmt der Experte immer nur den zweiten Platz ein.

  • Sie entwickeln sich auf gefragtem Gebiet weiter.

    Fast schon eine Selbstverständlichkeit: Um ein Experte zu sein, müssen Sie sich auf einem Gebiet sehr gut auskennen. Dafür langt es nicht, sich mal eben in einem Youtube-Tutorial etwas angesehen zu haben. Das Problem ist, dass der Begriff Experte im Gegensatz zu einem Doktortitel nicht geschützt ist.

    Expertise entwickeln die meisten aus einer langjährigen Beschäftigung mit einer Sache. Das muss nicht zwangsläufig ein Studium voraussetzen. Aber die meisten Experten beschäftigen sich nicht nur beruflich mit einer Sache, sondern eignen sich in ihrer Freizeit neues Wissen an.

    Dieses Fachwissen ermöglicht es, ein Thema nicht nur mit Argumenten darzustellen, sondern auch anderslautende Meinungen dazu entsprechend fachlich einordnen und nötigenfalls entkräften zu können. Einen Karriereboost werden Sie aber bei aller Fachkenntnis nur dann erleben, wenn Ihre Expertise gefragt ist. Sie können fachlich noch so gut sein – ist das Gebiet nicht von Interesse für das Unternehmen oder allgemein für Ihre Branche, führt Ihre Expertise kaum zum gewünschten Erfolg.

  • Sie verfügen über die erforderlichen Eigenschaften.

    Und letztlich gibt der Erfolg recht: Er ist entscheidend dafür, dass eine Person als Experte anerkannt wird. Wenn andere etwas auf Ihre Meinung und Ihr Wissen geben – und zwar nicht nur die besten Kumpels -, stehen die Chancen gut, dass Sie wirklich ein Experte sind. Umgekehrt dürften Selbstzuschreibungen à la „Ich bin ein Experte in…“ ein ziemlich sicheres Indiz dafür sein, dass jemand sich vor anderen aufplustern muss. Wer sich auf einem Gebiet exzellent auskennt, braucht das nicht. Vielmehr kann er komplexe Sachverhalte verständlich erklären und so seine Expertise demonstrieren. Bis es soweit kommt, braucht es verschiedene Karrierebooster:

    • Sie besitzen einen großen Wissensdurst.

      Was Ihnen zu einem Thema in die Finger kommt, lesen Sie. Dieses Wissen soll auf soliden Füßen stehen, daher machen Sie Weiterbildungen, erwerben Zertifikate oder studieren.

    • Sie netzwerken viel.

      Ob berufliche Netzwerke, Bekannte aus Studienzeiten oder ehemalige Kollegen: Sie halten Kontakt und kennen Leute in Schlüsselpositionen. So sind Sie am Puls der Zeit und halten sich im Gespräch.

    • Sie bringen sich in Fachforen und auf Kongressen ein.

      Der Austausch mit Gleichgesinnten hilft dabei, das Wissen auf dem neusten Stand zu halten. Gleichzeitig ermöglichen Fachdiskussionen mit anderen, ein Wissensgebiet aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und sich zu positionieren.

    • Sie sind zielstrebig und ambitioniert.

      Sie lernen nicht einfach nur, weil Sie sich für das Gebiet interessieren. Vielmehr verknüpfen Sie konkrete Ziele und haben Pläne, wie Sie diese umsetzen.

    • Sie vermitteln Ihr Wissen weiter.

      Sind Sie an dem Punkt angekommen, an dem Sie Ihr Wissen anderen vermitteln, haben Sie einen Karriereboost hingelegt: Dann sind Sie nämlich gefragt und als Autorität auf diesem Gebiet anerkannt.

Wie Sie online zum Experten avancieren: in 16 Schritten

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[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]
18. Dezember 2019 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.


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