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Krankenversicherung: Als Selbstständiger gesetzlich oder privat versichern?

In Deutschland sind rund 90 Prozent bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert. Im Gegensatz zu Angestellten unterliegen Selbstständige nicht der Versicherungspflicht und haben die Wahl: Sie können sich frei zwischen einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung entscheiden. Arbeitnehmer haben diese Möglichkeit erst ab einem Monatseinkommen von aktuell 4.950 Euro brutto…

Krankenversicherung: Als Selbstständiger gesetzlich oder privat versichern?

Gesetzlich oder privat versichern

Selbstständige, die zum Beispiel beim Start in die Selbstständigkeit oder bei Unternehmensgründung vor der Entscheidung stehen, wie sie sich versichern, sollten sich die Entscheidung nicht leicht machen. Denn diese hat weitreichende Auswirkungen auf die Zukunft: Wer sich beispielsweise heute für eine private Versicherung entscheidet, kann später nur in wenigen Fällen wieder zurück in die gesetzliche Versicherung wechseln. Auch wenn die vor allem für Jüngere anfangs günstigere Privatversicherung auf den ersten Blick attraktiver scheint, kann eine gesetzliche Versicherung für viele vor allem mittel- und langfristig die passendere Alternative sein.

Unterschiedliche Kalkulation der Kosten

Während bei Arbeitnehmern die Hälfte der Kosten für die gesetzliche Krankenversicherung – ohne Zusatzbeitrag – vom Arbeitgeber gezahlt wird, tragen Selbstständige den Beitrag alleine: Grundsätzlich müssen sie die Kosten für ihre Beiträge, die für ihr Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze von aktuell 4.425 Euro brutto anfallen, komplett selbst tragen. Als Nachweis für das Einkommen wird der Einkommensteuerbescheid des Finanzamtes zugrunde gelegt. Die darin angegebenen Einnahmen aus Gewerbebetrieb beziehungsweise selbstständiger Tätigkeit sind Grundlage für die Beitragsberechnung.

Eine private Krankenversicherung kann gerade für Jüngere, vor allem gutverdienende, günstiger als die gesetzliche Krankenkasse sein. Mit dem Alter steigen aber die Beiträge für eine private Versicherung, und ein späterer Wechsel zurück in die gesetzliche Versicherung ist meist nicht einfach. Auch wenn die Auftragslage schwankt und die Einnahmen aus der Selbstständigkeit mal nicht so hoch sind, bleibt der Beitrag für die private Versicherung gleich, während sich die Kosten für die gesetzliche Krankenversicherung an das Einkommensniveau angleichen.

Die Beitragsberechnung für Selbstständige erfolgt seit 2018 bei gesetzlichen Kassen nämlich zunächst immer unter Vorbehalt und wird jeweils mit dem Einkommensteuerbescheid für das betreffende Kalenderjahr rückwirkend korrigiert.

Das funktioniert ähnlich wie bei einer Stromkostenabrechnung: Man zahlt zunächst Beiträge anhand des zuletzt im Steuerbescheid ausgewiesenen Einkommens. Wenn der Einkommensteuerbescheid vorliegt, dann wird verglichen, was in diesem Kalenderjahr gezahlt wurde und was eigentlich zu zahlen gewesen wäre. Dadurch kann es zu Nachberechnungen oder zu Beitragserstattungen kommen.

Wer bereits weiß, dass er im aktuellen Jahr mehr verdienen wird als im Vorjahr, kann beispielsweise bei der Siemens-Betriebskrankenkasse SBK auch freiwillig mehr Beitrag zahlen, um später weniger nachzahlen zu müssen.

Bei privaten Versicherungen spielen Vorerkrankungen und Alter eine Rolle

Leistungen unterscheiden sich bei privaten Krankenversicherungen meist stark und setzen sich je nach Bedarf und finanziellen Möglichkeiten zusammen. Je mehr man bereit ist, für einen privaten Tarif auszugeben, desto mehr Leistungen sind enthalten. Die gesetzliche Krankenversicherung basiert hingegen auf dem Solidaritätsprinzip: Jeder zahlt abhängig vom Einkommen, und jeder erhält die gleichen medizinisch notwendigen und sinnvollen Leistungen, unabhängig von der persönlichen finanziellen Situation.

Auch werden bei den gesetzlichen Krankenkassen keine (Vor-)Erkrankungen oder das Alter bei der Berechnung des Beitrags einkalkuliert, wie das bei privaten Tarifen der Fall ist. Bei Letzteren müssen alle Vorerkrankungen angegeben werden, die dann Einfluss auf die Kosten haben können. Personen mit einer chronischen Erkrankung und somit höheren Behandlungskosten beispielsweise zahlen einen deutlich höheren Betrag als Menschen ohne Vorerkrankungen. In manchen Fällen nehmen private Krankenversicherungen Personen mit schwerwiegenden Erkrankungen auch gar nicht als Versicherte auf. Verschweigt man Vorerkrankungen, ob bewusst oder versehentlich, kann es sein, dass die private Versicherung die Kosten für die Behandlung dieser Krankheit ausschließt und Geld für bereits erstattete Behandlungen zurückfordert.

Familienplanung sollte in die Entscheidung einbezogen werden

Familienangehörige (in der Regel Kinder und Ehepartner), die weniger als 435 Euro verdienen oder ausschließlich einen 450-Euro-Job haben, sind in der gesetzlichen Krankenversicherung kostenlos mitversichert. Privatversicherte haben diese Möglichkeit nicht. Wer selbstständig ist und eine Familie hat oder eine gründen möchte, hat also bei einer gesetzlichen Versicherung finanzielle Vorteile, da für Kinder und Ehepartner mit keinem oder wenig Einkommen kein zusätzlicher Versicherungsbeitrag fällig wird.

Gesetzlich versicherte Selbstständige, die einen Anspruch auf Krankengeld haben, erhalten vor und nach der Geburt Mutterschaftsgeld. Um diesen Anspruch zu erwerben, müssen Selbstständige 0,6 Prozent mehr Beitrag als für eine gesetzliche Versicherung ohne Krankengeldanspruch zahlen. Das entspricht meist nur einem geringfügig höheren Beitrag von ein paar Euro pro Monat. Privatversicherte Selbstständige haben hingegen keinen Anspruch auf Mutterschaftsgeld.

Auch beim Elterngeld gibt es Punkte, die für die gesetzliche Krankenkasse sprechen, vor allem, wenn während des Bezugs nur wenige weitere Einkünfte vorliegen: Selbständige zahlen während des Bezugs von Elterngeld – solange die selbstständige Tätigkeit nicht ausgeübt wird oder nur geringe weitere Einkünfte vorliegen – nur einen Krankenkassenbeitrag von aktuell rund 180 Euro.

Der Kassenbeitrag ist während der Elternzeit somit deutlich niedriger als der normale Mindestbeitrag, der bei Selbstständigen ohne Gründungszuschuss bei aktuell rund 410 Euro im Monat liegt. Privatversicherte Selbstständige müssen prinzipiell ihren Beitrag wie vereinbart weiterzahlen, auch wenn ihre Einnahmen niedriger als vorher sind.

Direkte Kostenübernahme versus spätere Kostenerstattung

Wer als Selbstständiger überlegt, sich privat zu versichern, sollte auch bedenken, dass er beim Arzt und in der Apotheke oft in Vorleistung gehen muss – die Kosten werden erst im Nachhinein mit der Versicherung abgerechnet. Bei kleineren „Wehwehchen“ wie Erkältungen ist das meist kein Problem. Besonders bei schweren Erkrankungen kosten Behandlungen und Medikamente aber schnell mehrere Tausend Euro – Geld, das nicht jeder auf der hohen Kante hat, um es bis zur Erstattung durch die private Versicherung vorzustrecken. Bei gesetzlich Versicherten läuft das unkomplizierter, denn hier rechnen Arzt und Apotheker die gesetzlichen Leistungen direkt mit der Kasse ab. Die Rechnung geht in den meisten Fällen direkt an die Versicherung, sodass sich Versicherte nicht darum kümmern müssen.

Die Entscheidung sollte wohlüberlegt sein

Da man von der Privatversicherung nur in seltenen Fällen zurück in die gesetzliche Versicherung wechseln kann, müssen Selbstständige bei der Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung neben dem konkreten Beitrag oder Tarif also noch einige weitere Faktoren miteinbeziehen:

  • Ist es sicher, dass mein Einkommen gleich bleibt oder steigt, sodass mit zunehmendem Alter auch wachsende Kosten für eine private Krankenversicherung finanzierbar bleiben (denn ein späterer Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht immer problemlos möglich)?
  • Habe ich eine chronische Erkrankung oder Vorerkrankungen, die einen privaten Versicherungstarif ansteigen lassen würden?
  • Habe ich Kinder oder einen Partner, die ich kostenfrei mitversichern möchte, was nur in der gesetzlichen Versicherung möglich ist?
  • Plane ich, in Zukunft eine Familie zu gründen? Diese Fragen sollten sich vor allem Frauen stellen, da Privatversicherte im Gegensatz zu gesetzlich Versicherten keinen Anspruch auf Mutterschaftsgeld haben.
  • Bin ich bereit, Zeit dazu verwenden, meine Arzt- oder Medikamentenausgaben mit einer privaten Krankenversicherung abzurechnen?
  • Habe ich immer den finanziellen Puffer, beim Arzt und in der Apotheke in finanzielle Vorleistung zu gehen, bis mir die Beträge von der privaten Versicherung erstattet werden?

Individuelle Beratung lohnt sich

Wer als Selbstständiger oder Gründer mehr über die Kosten und Möglichkeiten der gesetzlichen Versicherung erfahren möchte, kann sich bei der Siemens-Betriebskrankenkasse SBK schnell und unkompliziert beraten lassen.

Die SBK gehört mit mehr als einer Million Versicherten zu den 20 größten gesetzlichen Krankenkassen und ist für alle Interessierten geöffnet. Sie berät unter anderem Selbstständige zu ihrem Krankenkassenbeitrag und dazu, ob es die Möglichkeit für eine Reduktion des Beitrags gibt – beispielsweise durch einen Antrag auf Beitragsentlastung.

Außerdem berät die SBK zum Thema Zusatzversicherungen und welche davon individuell sinnvoll sind. Weitere Infos und Kontakte finden Selbstständige hier.

[Bildnachweis: Branislav Nenin by Shutterstock.com]
7. Juni 2018 Autor: Anzeige

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