Anfängerfehler
Ein neuer Job ist aufregend und atemberaubend. Endlich raus aus dem alten Trott, die Dinge hinter sich lassen, die schon lange gestört haben und sich ins neue Abenteuer stürzen. Er birgt aber auch Gefahren, denn gerade in der ersten Zeit stehen Sie unter besonderer Beobachtung und haben auch selbst eine hohe Erwartungshaltung. Der erste Dämpfer gleich zu Beginn: Anfängerfehler können und werden aller Voraussicht nach passieren. Die meisten davon sind wichtige, wenn auch nicht immer angenehme Erfahrungen, aus denen Sie lernen können, ohne weitere Folgen befürchten zu müssen. Es gibt aber einige schlimme Fauxpas im neuen Job, die Ihre Arbeit mit Kollegen für längere Zeit erschweren können und eventuell auch den Chef gegen Sie aufbringen werden - und die Sie im schlimmsten Fall Ihren Job kosten können. Soweit muss es aber nicht kommen, wenn Sie die häufigsten und gravierendsten Anfängerfehler kennen und die richtigen Maßnahmen ergreifen, um diesen vorzubeugen...

Anfängerfehler: Am Anfang ganz natürlich

Fauxpas im neuen JobErste Hürde geschafft - das Vorstellungsgespräch. Glückwunsch, Sie haben den Job. Nun heißt es die erste Zeit im neuen Job nicht nur unbeschadet, sondern möglichst erfolgreich zu überstehen und sich im besten Fall bereits einige Lorbeeren zu verdienen. Eins steht zumindest fest: Diese Zeit wird vermutlich anstrengend und Ihnen noch lange in Erinnerung bleiben.

Jeder neue Job ist ein einschneidendes und einprägsames Erlebnis. Toll, wenn Sie sich gerne und mit einem guten Gefühl an jeden einzelnen Neubeginn zurück erinnern – es ist ja alles super gelaufen. Nicht so gut, wenn Sie sich schon am Anfang einige Fauxpas erlaubt haben. Denn nicht nur Sie, sondern auch Ihr Chef wird sich vermutlich gut daran erinnern können, wie Sie sich in der ersten Zeit geschlagen haben.

Wenn wir von Fauxpas sprechen, dann meinen wir in diesem Fall keine keine professionellen Fehler – diese werden passieren und sind unvermeidbar. Wenn Sie frisch zu einem neuen Arbeitgeber und in ein Ihnen unbekanntes Team kommen, heißt das immer auch eine neue Umgebung, neue professionelle Anforderungen, andere Vorgehensweisen und Prozesse.

Da kann nicht von der ersten Minute an alles perfekt auf einander abgestimmt sein und reibungslos funktionieren. Sie sind ja kein Roboter. Vielleicht sind Sie von einer anderen Stelle andere Abläufe gewohnt und müssen sich erst anpassen oder die Kommunikation über die Erwartungen war nicht eindeutig. Normale Kinderkrankheiten eines neuen Jobs, die nicht weiter schlimm sind.

Eine Schonzeit von einigen Wochen oder sogar Monaten werden der Chef und die Kollegen Ihnen lassen. Machen Sie das beste daraus.

Doch es gibt einige schlimme Anfängerfehler und Fauxpas, die sie besser von Anfang an unterbinden, um sich von Anfang an gut in die neue Umgebung einzufügen und genau den ersten Eindruck zu hinterlassen, den Sie sich vorgenommen haben.

Anfängerfehler: Diese Fauxpas bitte vermeiden

Anfängerfehler neuer JobBedenken Sie, dass im Berufsleben gerne einmal mit zweierlei Maß gemessen wird. Was Kollegen sich herausnehmen und das Verhalten, das andere Mitarbeiter an den Tag legen, kann bei Ihnen als neues Teammitglied möglicherweise negativ auffallen kann. Auch wenn es grundsätzlich hilfreich sein kann, sich an den Verhaltensweisen der anderen zu orientieren, um herauszufinden, wie es bei einem neuen Arbeitgeber läuft, sollten Sie dennoch mit Fingerspitzengefühl vorgehen.

Gerade am Anfang in einem neuen Job sollten Sie besonderen Wert darauf legen, wie Sie sich nach außen geben und welches Bild Ihre Kollegen und der Chef von Ihnen erhalten. Sie legen den Grundstein für eine im besten Fall langjährige Zusammenarbeit und ein solides Fundament bietet dabei die perfekte Ausgangssituation.

Um nicht auf morschem Untergrund zu bauen, zeigen wir Ihnen die schlimmsten Anfängerfehler im neuen Job, die Sie lieber vermeiden sollten, um den bestmöglichen Eindruck zu hinterlassen:

  1. Unpünktlich sein

    Das gilt eigentlich immer, doch gerade in den ersten Tagen und Wochen ist Pünktlichkeit absolute Pflicht. Fahren Sie früh genug los, wenn erfahrungsgemäß Stau und andere Verkehrsstörungen zu erwarten sind. Dann sind Sie halt 15 Minuten oder eine halbe Stunde früher da – gehen Sie schon mal die Aufgaben für den Tag durch. Im neuen Job wollen Sie schließlich nicht den Ruf eines chronischen Zuspätkommers erhalten.

    Wenn Routine eingekehrt ist und Sie die Zeit zum Arbeiten besser einplanen können, lässt sich eine Verspätung besser ausgleichen. Gewiss wird es auch dann immer noch unvorhergesehene Verkehrsbehinderungen geben, in diesem Fall sollten Sie die Kollegen telefonisch in Kenntnis setzen, dass Sie später kommen.


  2. Alles erneuern wollen

    Auch wenn Sie voller Motivation an den neuen Job rangehen und in Ihnen zig Ideen zur Verbesserung der Arbeitsabläufe stecken, sollten Sie in Ihrer Anfangsphase nicht direkt hergehen und versuchen alles umzukrempeln. Beobachten Sie erst einmal die Lage. Vielleicht wird über bestimmte Punkte bereits diskutiert und Änderungen sind in Planung, nur Sie haben davon noch nichts mitbekommen.

    Verstehen Sie diesen Punkt nicht falsch: Natürlich können Sie mit Ihrem Input auch punkten, wenn es Ihnen gelingt, Verbesserungen einzuführen. Der Anfängerfehler besteht jedoch darin, bereits ab dem ersten Tag alle bisherigen Strukturen als schlecht darzustellen - das wird die Belegschaft und sicher auch Ihr Chef nicht gerne hören.


  3. Keine Fragen stellen

    Sie sollten keine Scheu davor haben, organisatorische Dinge zu erfragen. Die erste Zeit dient dazu, dass Sie das Unternehmen kennen lernen und sich mit den Arbeitsabläufen vertraut machen. Besser Sie fragen erst nach, wie etwas gehandhabt wird, bevor Sie eigenmächtig handeln und damit einen Fehler machen. Bevor Sie jedoch einen Kollegen um Hilfe bitten, sollten Sie selbst bereits nach einem Lösungsweg gesucht haben, beispielsweise im Internet oder im firmeneigenen Intranet.

    Es ist deutlich unangenehmer, wenn erst nach einigen Monaten herauskommt, dass Sie grundlegende Kenntnisse immer noch nicht verinnerlicht haben, da spätestens dann wirklich alle davon ausgehen, dass Sie über dieses Wissen verfügen. Neulingen werden Fragen nicht nur verziehen, es wird sogar erwartet, dass diese sich bei Unklarheiten melden.


  4. Fehler verschweigen

    Wie schon oben erklärt, sind Anfängerfehler ganz normal und zulässig. Sind sie passiert, gehen Sie am besten zu einem Kollegen und erklären, was passiert ist und wie das Missgeschick zustande gekommen ist. Handeln Sie schnell, lässt sich der Fehler noch beseitigen. Sitzen Sie den Fehler aber aus und er kommt erst nach Stunden, Tagen oder gar Wochen ans Licht, dann kann er auch schlimmere Folgen haben.

    Der schlimmste Anfängerfehler beim Verhalten in dieser Situation ist, schweigen, alles abzustreiten oder gar andere dafür zu beschuldigen – es zeugt von mangelndem Verantwortungsbewusstsein und falscher Arbeitseinstellung - und das wird schnell zum Ausschlusskriterium für die weitere Zusammenarbeit.


  5. Mangelnde Selbstdisziplin zeigen

    30 Minuten vor Feierabend zu gehen, Pausen zu überziehen oder untätig herumsitzen, weil gerade scheinbar nichts zu tun ist – dieses Verhalten führt dazu, dass Sie Ihren neuen Job vermutlich nicht sehr lange behalten werden. Haben Sie die aktuelle Aufgabe früher als erwartet erledigt, gehen Sie zum Kollegen oder zum Chef und bieten Sie Ihre Hilfe an. Wird sie nicht benötigt, gehen Sie an den Arbeitsplatz und kontrollieren Ihre Arbeit noch mal.

    Vielleicht will der Vorgesetzte oder Teamleiter Ihr weiteres Verhalten beobachten, wenn keine konkrete Aufgabe gegeben wird. Sie können auch im Internet nach nützlichen und zusätzlichen Infos recherchieren oder Neuigkeiten aus Ihrer Branche in Erfahrung bringen – so kommen Sie an neue Ideen, die Sie in den Augen der Belegschaft glänzen lassen. Suchen Sie sich aktiv Aufgaben, anstatt nur darauf zu warten, dass Ihnen etwas zugeteilt wird.


  6. Gerüchte verbreiten

    In den meisten Teas bilden sich früher oder später kleinere Grüppchen. Die einen verstehen sich untereinander besonders gut, kommen aber weniger mit einigen anderen zurecht. Klingt nicht weiter schlimm, doch sollten Sie dabei vorsichtig sein. Da Sie am Anfang viele neue Gesichter kennenlernen, werden Ihnen von allen Seiten die unterschiedlichsten Informationen und Geschichten zu Ohren kommen.

    Hüten Sie sich davor, diese einfach als unumstößliche Wahrheit zu akzeptieren oder weiterzuverbreiten. Schneller als Ihnen lieb ist befinden Sie sich mitten in den Lästereien und Gerüchten. Machen Sie sich lieber selbst ein Bild von jedem neuen Kontakt und bleiben Sie erst einmal allen gegenüber offen.


  7. Sich selbst isolieren

    Sie sollten zwar vorsichtig sein, was Gerüchte angeht, doch sollte Sie das nicht davon abhalten, neue Kontakte zu knüpfen und ein Netzwerk aufzubauen. Es ist wichtig, dass Sie Kollegen finden, mit denen Sie Kaffee trinken oder zum Mittagessen gehen können. Sollten Sie feststellen, dass man Sie nicht von Anfang an einbindet, machen Sie einen Schritt auf Ihre Kollegen zu. Positionieren Sie sich als Einzelgänger, wird man denken, dass Sie sich nicht ins Team einfügen können oder wollen.

    Es ist nicht ganz leicht, in ein bestehendes Team zu kommen, doch gerade die Anfangsphase ist dafür besonders entscheidend. Je länger Sie abwarten und nur darauf hoffen, dass die anderen auf Sie zugehen, desto schwieriger wird es, den ersten Kontakt aufzubauen. Verpassen Sie diese Gelegenheit nicht!


  8. Sich übernehmen

    Viele Kollegen haben eine klare Vorstellung davon, was Sie als der oder die Neue leisten sollen. Sie werden am Anfang versuchen, leichte Aufgaben, Botengänge oder Recherchearbeiten auf Sie abzuwälzen. In den ersten Wochen ist es auch nicht verkehrt, solange sie Ihre eigene Arbeit nicht beeinflussen. Allerdings sollten Sie irgendwann eine Stopp-Karte ziehen, um nicht ausgenutzt zu werden.

    Sie wollen schnell ins Team aufgenommen werden und gemocht werden, dies darf aber nicht nur über Gefälligkeiten geschehen. Sie haben ein klares Aufgabenfeld und sind aufgrund Ihrer Qualitäten eingestellt worden. Sagen Sie auch einmal Nein und lassen Sie sich nicht für jede Kleinigkeit vor den Karren eines Kollegen spannen. Damit schaden Sie der Qualität Ihrer Arbeit und durch den zusätzlichen Stress auch sich selbst.


  9. Besserwisserisch auftreten

    Vermeiden Sie dringend Sätze wie In meiner letzen Firma haben wir das so gemacht oder An der Uni haben wir das so gelernt. Besserwisser machen sich in Nullkommanichts unbeliebt beim Rest des Teams. Zeigen Sie sich stattdessen lernwillig und erkennen Sie die oftmals langjährige Erfahrung Ihrer Kollegen an.

    Im besten Fall sollten beide Seiten voneinander lernen und so das Maximum aus der Zusammenarbeit herausholen. Da Sie neu in die Abteilung gekommen sind, können Sie den ersten Schritt machen und zunächst von den Erfahrungen der Kollegen lernen - und im zweiten Schritt Ihre eigenen Erfahrungen einbringen.


  10. Keine Ziele haben

    Gewiss gehen Sie mit Erwartungen an den neuen Job, diese sind aber häufig kurzfristig gedacht. Gerade neu in einer Position wird noch nicht darüber nachgedacht, doch spätestens, wenn sich Routine eingestellt hat und Sie sich im neuen Job sicher fühlen, sollten Sie sich überlegen, wie die Karriere langfristig weitergehen soll. Was möchten Sie erreichen? Das kann mehr Geld, Selbstverwirklichung oder die Steigerung Ihrer Qualifikation verbunden mit größerer Verantwortung sein.

    Diese Ziele sollten Sie schon früh erkennen und gegebenenfalls mit dem Chef klären. Je früher Sie sich über die gewünschten Karrierestufen klar sind, desto eher können Sie sich in diese Richtung bewegen. Lassen Sie sich nicht durch geringe Erfahrung oder junges Alter stören – sie sind keine Stolpersteine, sondern Vorteile.

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