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Senioritätsprinzip: Wie Seniorität Gehalt und Erfolg beeinflusst

Jeder Arbeitnehmer hat es schon einmal gehört oder selbst gedacht: „Ich bin am längsten im Team, die nächste Beförderung steht mir zu.“ Darin zeigt sich das Senioritätsprinzip. Motto: Das Dienst- oder Lebensalter entscheidet! Aber ist das fair und sinnvoll? Erfahrenen Kollegen wird oft mehr Kompetenz zugestanden, doch ist alt nicht zwangsläufig besser. Junge, motivierte Fachkräfte sind hochqualifiziert und wollen die Karriereleiter schon früh emporsteigen. Was das Senioritätsprinzip bedeutet, welche Vorteile es hat und wo es an seine Grenzen stößt…

Senioritätsprinzip: Wie Seniorität Gehalt und Erfolg beeinflusst

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Definition: Was ist das Senioritätsprinzip?

Das Senioritätsprinzip beschreibt in der Wirtschaftssoziologie das Konzept, dass älteren Mitarbeitern bei Beförderungen, zusätzlichen Leistungen und Vergütungen der Vorrang gewährt wird. Dies kann materielle oder immaterielle Vergünstigungen umfassen, die an das Dienst- oder Lebensalter geknüpft werden. Besondere Bestimmungen aufgrund des Dienstalters werden im Arbeitsrecht auch als Anciennität bezeichnet.

Oft sind Dauer der Betriebszugehörigkeit und Alter des Mitarbeiters eng verbunden. Typischerweise sind es die ältesten Angestellten, die auch am längsten im Betrieb sind. Nur selten ist ein 30 Jähriger länger im Team als ein 50 jähriger Kollege. Die Vergünstigungen und Vorteile nach dem Senioritätsprinzip können viele Faktoren umfassen:

Senioritätsprinzip in Japan

Besonders ausgeprägt ist das Senioritätsprinzip in Japan. Hier gibt es nicht nur klare Hierarchien und Strukturen in Unternehmen: Der nächste Karriereschritt richtet sich in erster Linie nach der Seniorität des Mitarbeiters. Wer die Rangfolge im Job durchlaufen und aufsteigen will, muss lange genug beim Arbeitgeber sein. Als Neuling sofort aufsteigen und erfahrenere Kollegen überholen? Das ist kaum möglich. Die Rangordnung nach Seniorität bestimmt, wer Teamleiter oder Führungskraft wird.

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Senioritätsprinzip in der Gesellschaft und im Arbeitsleben

In Deutschland und anderen westlichen Kulturen ist das Senioritätsprinzip nicht ganz so stark ausgeprägt. Trotzdem ist es deutlich zu spüren. Egal, ob im Job oder im Privatleben: Anfangs muss man denen, die schon länger da sind, in gebührendem Maß Respekt zollen. Beispiel im Berufsleben: Als Berufsanfänger müssen Sie sich immer erst beweisen. Sie haben jahrelang studiert, sind qualifiziert, voller Motivation und mit neuestem Kenntnisstand ausgestattet. Als Berufsanfänger müssen Sie sich trotzdem erst bewähren.

Das Senioritätsprinzip bestimmt die Teamregeln. Wer lange dabei ist, hat einen höheren Stand. Diese erklären Abläufe, Vorgehensweisen und Verhaltensweisen – ob diese immer die besten sind, steht auf einem anderen Blatt.

Senioritätsprinzip erleichtert den Einstieg

Unabhängig von Qualifikationen und Kompetenzen gilt: Wenn Sie sich anfangs am Senioritätsprinzip orientieren, erleichtert es Ihnen den Einstieg. Es schadet nicht, ein paar Tipps von älteren Mitarbeitern anzunehmen. Und Sie werden schneller ins Teamgefüge aufgenommen. Brechen Sie hingegen gleich zu Beginn alle ungeschriebenen Teamgesetzte, haben Sie es deutlich schwerer, Anschluss zu finden.

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Seniorität Bewerbung: Zu jung für die Stelle?

Die Bedeutung von Seniorität bekommen auch Bewerber immer wieder zu spüren. Zwar suchen Unternehmen nach jungen, dynamischen Mitarbeitern. Das Senioritätsprinzip spielt dennoch eine Rolle. Denn das „jung“ wird fast in jeder Stellenanzeige an eine Erwartung von mehrjähriger Berufserfahrung geknüpft. Gute Noten, den Abschluss gerade in der Tasche? Das reicht oft nicht! Arbeitgeber suchen nicht nur fachliche Grundkenntnisse und Fähigkeiten. Seniorität heißt in diesem Zusammenhang, dass Mitarbeiter ihre Qualifikation bereits in der Praxis bewiesen haben.

Erfahrene Mitarbeiter sind schneller einsatzbereit. Sie kennen typische Situationen und Herausforderungen des Arbeitslebens. Daraus leiten Personaler gefragte Eigenschaften ab:

Seniorität ist so betrachtet eine Mischung aus Erfahrung und Souveränität.

Keine Seniorität, kein Job

Frustrierte Jobsuchende kennen das Problem: Fehlende Seniorität führt zur Absage. Berufsanfängern fehlt die Bestätigung durch vorherige Arbeitsverhältnisse. Das führt zum Permission-Paradox: Keine Erfahrung, kein Job – aber ohne Job auch keine Erfahrung.

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Senioritätsprinzip Beamte

Eine große Rolle spielt das Senioritätsprinzip bei Beamten. Schon die Bezahlung nach Entgeltgruppen richtet sich nach Betriebszugehörigkeit. Mit der Zeit gibt es automatische Gehaltserhöhungen durch eine höhere Gehaltsstufe.

Das Prinzip zeigt sich auch bei höheren Positionen. Natürlich muss die Qualifikation vorhanden sein – in der Regel sind es aber immer die dienstältesten Beamten, die auf eine höhere Stelle berufen werden, wenn diese frei wird.

Senioritätsprinzip: Vorteile älterer Mitarbeiter

Nicht nur Beamte profitieren vom Senioritätsprinzip. Im gesamten Berufsleben haben erfahrene Mitarbeiter einige Vorteile:

  • Höhere Bezahlung

    Das Einstiegsgehalt für junge Mitarbeiter liegt oft deutlich hinter dem, was Kollegen mit längerer Betriebszugehörigkeit verdienen. Erst mit über 50 Jahren erreicht das Durchschnittsgehalt sein Maximum. Ältere Arbeitnehmer dürfen sich über ein besseres Gehalt freuen.

  • Bevorzugte Beförderungen

    Oft ist das Dienstalter ein entscheidender Faktor bei Beförderungen. Bei gleichen oder vergleichbaren Qualifikationen entscheiden sich Arbeitgeber für den, der bereits länger im Team ist. Auch werden für Führungspositionen oft erfahrene Angestellte bevorzugt, weil diesen die Aufgaben und Herausforderungen eher zugetraut werden.

  • Längere Kündigungsfristen

    Die gesetzlichen Kündigungsfristen für Mitarbeiter hängen von der Dauer der Betriebszugehörigkeit ab. Innerhalb der ersten zwei Jahre beträgt diese nur einen Monat, nach beispielsweise zehn Jahren sind es bereits vier Monate. Bei über 20 Jahren im Unternehmen beträgt die Kündigungsfrist sieben Monate zum Monatsende.

  • Besserer Kündigungsschutz

    Das Senioritätsprinzip zeigt sich auch bei betriebsbedingten Kündigungen. Hier gilt ein besserer Kündigungsschutz für ältere Mitarbeiter. Heißt konkret: Jüngere Arbeitnehmer – vor allem die, die zuletzt ins Team gekommen sind – müssen eher mit einer Kündigung rechnen.

  • Mehr Abfindung

    Kommt es zu Kündigungen, bei denen eine Abfindung gezahlt wird, sind dienstältere Mitarbeiter ebenfalls im Vorteil. Es gibt keinen festen Anspruch, als Faustregel gilt jedoch ein halbes Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr. Wer länger dabei ist, bekommt somit mehr.

  • Größere Anerkennung

    „Du hast doch noch nichts erreicht…“ Junge Mitarbeiter haben mehr zu beweisen. Seniorität bringt Anerkennung und Respekt. Sie ist der Beweis für vergangene Leistungen und Erfolge. Das ansehen von erfahrenen Mitarbeitern ist entsprechend hoch.

Seniorität: Ist älter wirklich besser?

Wachsende Erfahrung steigert die Kompetenzen, Herausforderungen werden besser gemeistert, die Abläufe werden verinnerlicht und wichtige Fähigkeiten entwickeln sich mit der Zeit. All das stimmt! Tatsächlich gibt es Positionen, in denen es auf Seniorität ankommt: Expertenstellen, die große Spezialisierung erfordern, setzen auf Wissen und Erfahrung innerhalb des Bereichs. Bessere Menschenkenntnis, Geduld, Empathie – all das findet man mit größerer Wahrscheinlichkeit bei älteren Arbeitnehmern.

Trotzdem ist das Senioritätsprinzip nicht automatisch richtig. Alter – ob Dienstalter oder Lebensalter – macht nicht zwangsläufig zum besseren Mitarbeiter. Die Belastbarkeit lässt nach, manch älterer Kollege ruht sich auf den Erfolgen der Vergangenheit aus. Längere Betriebszugehörigkeit ist kein Argument, dass der Mitarbeiter besser für eine Führungsrolle geeignet ist.

Mehr Faktoren für bessere Auswahl

Seniorität kann und sollte berücksichtigt werden. Sie darf aber nicht das alleinige Kriterium sein. Der Grundsatz „Die Beförderung geht an den dienstältesten Mitarbeiter“ führt zu schlechten Personalentscheidungen. Es sollte immer der geeignetste Kandidat gewählt werden. Unabhängig vom Alter und der Betriebszugehörigkeit. Entscheidend sind Führungskompetenzen und Engagement.

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[Bildnachweis: Neda Sadreddin by Shutterstock.com]

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