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Halbwissen: Weniger ist manchmal mehr


Schon Johann Wolfgang von Goethe erkannte: „Derjenige, der sich mit Einsicht für beschränkt erklärt, ist der Vollkommenheit am nächsten.“ Absolute Wahrheit und vollkommenes Wissen gibt es ohnehin nicht. Halbwissen ist somit die Regel, nicht die Ausnahme. Trotzdem gilt es als gefährlich und wer zugibt, zu einem Thema nur über Halbwissen zu verfügen, wird eher belächelt als ernst genommen. Aber ist es wirklich so schlecht oder gar gefährlich? Die ganze Wahrheit zum Halbwissen…


Halbwissen: Weniger ist manchmal mehr

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Gefährliches Halbwissen: Stimmt das wirklich?

Halbwissen hat einen schlechten Ruf. Es gilt als unseriös bis gefährlich und steht mit oberflächlichem Wissen und fundierter Unkenntnis auf einer Stufe. Die Gefahr des Halbcheckers ist, dass er nur glaubt sich mit einer Sache auszukennen. Er versteht und hinterfragt Sachverhalte nicht, sondern verbreitet das, was er für wahr hält. Den Mangel an echter Substanz und Fakten gleicht er durch doppelte Vehemenz aus. Deshalb auch bekannt als Dochwissen. Motto: „Das kann so doch gar nicht stimmen“ – „Doch!!!“

Hinzu kommt: Weil Menschen auch das glauben, was nicht war ist, aber dafür umso öfter wiederholt wird (siehe: Urbane Legenden), vermehrt sich Halbwissen rasant. Jeder hat schon mal etwas gehört, meint dazu etwas zu wissen oder glaubt sich an einen Zusammenhang zu erinnern. So wird letztlich eine Menge erzählt, was schlichtweg falsch ist. Hier ist entsprechende Vorsicht geboten.

Halbwissen als Argument für Besserwisser

Wahr ist aber auch: Der Terminus „Halbwissen“ suggeriert und wertet ab. Er wird gerne genutzt, um abweichende Meinungen als angeblich lückenhaft zu diskreditieren. Wer gerade selbst kein besseres Argument findet, behauptet einfach: „Das ist aber gefährliches Halbwissen, was sie da vortragen…“ Zwar kann Halbwissen zu Experten-Hörigkeit führen – der Entlarver positioniert sich aber selbst ebenso als Ganzwisser und Durchblicker. Misstrauen ist in beide Richtungen geboten.

Zudem bleibt die Frage: Ist Vollwissen überhaupt zu erreichen? Letztlich sehen wir die Welt immer nur in Ausschnitten und aus der eigenen Perspektive. Wir interpretieren und ergänzen durch eigene Ansichten. Wie es ein Zitat von Anaïs Nin ausdrückt: „Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, sondern wie wir sind.“

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Gesundes Halbwissen: Partielle Unkenntnis bringt weiter

Halbwissen ist das, was Sarah Kuttner schon das „oblatendünne Eis des halben Zweidrittelwissens“ nannte. Wir umgeben uns tagtäglich damit – aus guten Gründen: Wir wollen glänzen, andere beeindrucken und zeigen, wie intelligent wir sind. Genau deshalb verpacken wir es so gerne als Fachwissen, Kompetenz und Expertentum. Letztlich bleibt es aber Halbwissen. Umso erstaunlicher ist die wissenschaftliche Erkenntnis:

Partielle Unkenntnis bringt oft weiter als absolute Einsicht. Ein internationales Forscherteam, darunter Gerd Gigerenzer vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, startete den Vergleich: Börsenlaien gegen Aktienprofis. Beide Gruppen sollten möglichst erfolgreich in Wertpapiere investieren. Ergebnis: Die intuitiv handelnden Amateure mit Halbwissen schnitten fast durchweg besser ab als fachkundige Spezialisten. Sie verfügten offenbar über eine Art innere Entscheidungshilfe, die zahlreiche Alternativen auf einen richtigen Rest reduzierte.

Die Schlussfolgerung der Wissenschaftler daraus: Experten können im Nachhinein besser analysieren als Laien, wenn es aber um die aktuelle Entscheidung geht, sind sie den Scheinwissenden kaum überlegen.

Halbwissen Bedeutung Partielle Unkenntnis Vorteile

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Vorteile: Halbwissen ist schneller und einfacher

Trotz aller Kritik und dem schlechten Ruf: Halbwissen hat einige Vorteile. Natürlich nicht, wenn einfach Unsinn erzählt wird, um sich selbst als angeblicher Experte zu positionieren. In vielen anderen Fällen gilt aber: Tausendsassa besiegt Fachidiot.

  • Schnelligkeit
    Großes Wissen geht häufig mit Detailversessenheit einher. Es wird erst einmal genau analysiert, die spezifische Situation beurteilt und auf jede Kleinigkeit geachtet. Das verstellt den schnellen Blick auf das große Ganze. Halbwissende erkennen schneller das Wesentliche.
  • Einfachheit
    Das mag wie ein Nachteil klingen, ist aber durchaus ein Pluspunkt. Experten erklären Dinge oft so, dass sie kein anderer versteht. Halbwissen hingegen ist für jedermann verständlich. Es ist einfach und auf den Punkt gebracht.
  • Überzeugung
    Eng verbunden mit der Einfachheit ist die Überzeugungskraft des Halbwissens. Friedrich Nietzsche sagte dazu: „Das Halbwissen ist siegreicher, als das Ganzwissen: Es kennt die Dinge einfacher, als sie sind, und macht daher seine Meinung fasslicher und überzeugender.“
  • Vielfalt
    Tiefes, fundiertes und detailliertes Wissen haben Sie nur zu sehr wenigen Themen. Halbwissen ist hingegen vielfältig und zu fast jedem Bereich vorhanden. So können Sie sich in jedem Gespräch oder jeder Diskussion beteiligen und einen smarten Eindruck machen.

Halbwissen reduziert Komplexität

Niemand kann alles wissen. Und so entsteht unsere Lexikonweisheit bereits beim Lernen: Um das immer komplexere Wesen dieser Welt zu erfassen, verknüpft unser Gehirn neues Wissen mit alten Erfahrungen und vereinfacht die Dinge dabei. Es reduziert Komplexität, indem es Regelmäßigkeiten erkennt. Bauernregeln und Volksweisheiten sind nichts weiter als kondensierter Dilettantismus um einen wahren Kern.

Fehler und Verzerrungen schleichen sich dabei zwangsläufig ein – doch das macht auf lange Sicht nichts aus. Unsere spontanen und intuitiven Bauchentscheidungen mögen manchmal falsch sein, meistens liegen wir aber genau richtig.

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Unwissenheit kann schlauer machen

Absurd, aber wahr: Fehlendes Wissen kann dazu führen, dass Sie schlauere Antworten geben als jemand, der deutlich mehr weiß. Ein weiteres Beispiel von Gerd Gigerenzer: Deutsche und amerikanische Studenten sollten einschätzen, welche amerikanische Stadt die höhere Einwohnerzahl hat: San Diego oder San Antonio. Beachtliche 62 Prozent der Amerikaner wählten San Diego und lagen damit richtig. Bei den deutschen Befragten lag die Quote aber bei fast 100 Prozent!

Der erstaunliche Grund: Die meisten hatten von San Antonio noch nie gehört, kannten aber San Diego. Sie entschieden richtig, gerade weil Sie weniger über Land und Städte wussten. Vollkommene Unwissenheit bringt hingegen nichts. Es braucht ein gewisses Maß an Halbwissen.

Wissen muss richtig angewendet werden

Kennen Sie Solomon-Veniaminovich Shereshevsky? Er war ein russischer Gedächtniskünstler, begnadet im Memorieren von Büchern. Er las eine Seite und konnte sie anschließend sofort vollständig rezitieren – vorwärts wie rückwärts. Das Problem: Zusammenfassen konnte das Gelesene nicht. Trotz seines großartigen Gedächtnisses hatte er große Mühen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und das Gelernte zu abstrahieren. Damit war sein Wissensschatz zwar umfassend, jedoch auch ziemlich unnütz.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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