Leerlauf: Nutzen Sie die Zeit

Die meiste Zeit geht es im Job sehr stressig zu. Ein Projekt jagt das nächste, die Deadlines sorgen für zeitlichen Druck, die Aufgaben stapeln sich und irgendein Kunde hat immer noch eine dringende Anfrage oder Änderungswünsche, die sofort bearbeitet werden müssen. Kommt es dann doch einmal zu Leerlauf während der Arbeitszeit, wissen die meisten gar nichts damit anzufangen. Also wird sich dann doch wieder eine neue Aufgabe gesucht, die dringend erledigt werden kann. Ein Fehler, denn der Leerlauf im Job ist ein wichtiger Faktor, den Sie für sich nutzen sollten. Es mag widersprüchlich klingen, doch nichts zu tun zu haben, kann Sie sogar produktiver und erfolgreicher machen. Welche Vorteile der Leerlauf hat und wie Sie die Zeit, in der Sie nichts zu tun haben, richtig nutzen können…

Leerlauf: Nutzen Sie die Zeit

Leerlauf: Es ist gut, nicht immer beschäftigt zu sein

Über ein wenig Leerlauf bei der Arbeit freut sich im ersten Moment wohl jeder. Endlich klingelt das Telefon nicht mehr im Minutentakt, auch das E-Mail Postfach stört nicht andauernd mit neuen Nachrichten, der Chef war schon lange nicht mehr da, um neue Aufgaben zu verteilen, die Kollegen haben auch wenig bis nichts zu tun und Ihre ToDo-Liste ist momentan leer.

Eine nette Abwechslung und Erholung vom üblichen Stress am Arbeitsplatz. Das unverhoffte Glück hält nur meist nicht lange an. Schuld daran ist jedoch nicht eine doch noch plötzlich auftauchende Aufgabe, sondern die Einstellung vieler Arbeitnehmer. Kaum jemand kann mit dem Leerlauf während der Arbeitszeit umgehen. Oft sind es Gedanken wie Was soll der Chef nur denken, wenn ich nichts zu tun habe? oder auch Ich werde doch bezahlt, also muss ich auch was zu tun haben… durch die der Leerlauf abrupt beendet wird.

Statt sich über die ruhige Zeit zu freuen, wird sich in eine andere Aufgabe gestürzt, um beschäftigt und produktiv zu sein. Genau hier liegt jedoch ein großer Denkfehler: Immer etwas zu tun zu haben und beschäftigt zu sein, macht noch lange nicht produktiv – ganz im Gegenteil! Studien zeigen, dass erst ein wenig Leerlauf am Tag die Produktivität wirklich steigert.

Satte 22 Prozent produktiver waren Mitarbeiter, die nur eine Viertelstunde nicht hart schufteten, sondern sich die Zeit nahmen, um über die Arbeit und damit verbundene Abläufe nachzudenken. Man könnte also auch sagen, dass richtig genutzter Leerlauf mehr bringt und eher zum Erfolg beiträgt als zusätzliches Arbeiten.

Das können Sie im Leerlauf machen, um die Zeit zu nutzen

Leerlauf im Job bietet gleich eine ganze Reihe an Möglichkeiten. Ein ansonsten stressiger und komplett bis auf die letzte Minute und darüber hinaus durchgetakteter Arbeitstag enthält plötzlich Phasen freier und ruhiger Zeit, die Sie nach eigenem Ermessen füllen und gestalten können. Mit so viel ungewohnter Freiheit ist mancher Mitarbeiter überfordert und weiß gar nicht, was er damit anfangen soll.

Auf jeden Fall sollten Sie sich nicht einfach nur in die nächste Aufgabe stürzen. Damit lassen Sie die Chancen des Leerlaufs nur ungenutzt verstreichen. Und mal ehrlich: Die nächste stressige Phase, in der Sie kaum wissen, wo Ihnen der Kopf steht, kommt mit hundertprozentiger Sicherheit.

Wir stellen Ihnen eine Reihe an Alternativen vor, wie Sie den Leerlauf im Job sinnvoll füllen und davon profitieren können:

  • Atmen Sie durch und erholen Sie sich

    Wenn es einmal ruhiger zugeht, haben Sie es sich verdient, einen Gang runterzuschalten, neue Energie zu tanken und sich eine kleine Pause zu gönnen. Einen längeren Leerlauf müssen Sie nicht komplett untätig bleiben und ausschließlich mit Nichtstun füllen, doch eine Ruhephase sollte in jedem Fall drin sein und ist eine Belohnung für harte Arbeit.

  • Planen Sie die kommenden Aufgaben

    Vorbereitung ist die halbe Miete für gute und schnelle Arbeit. Allerdings bleibt oft zu wenig Zeit, um sich wirklich um die Planung zu kümmern und die nötige Organisation im Vorfeld zu betreiben. Der Leerlauf ist dafür die perfekte Gelegenheit. Schauen Sie sich anstehende Projekte, Aufgaben und Meetings an, erledigen Sie schon einmal kleinere Vorbereitungen oder planen Sie das weitere Vorgehen, so dass später alles reibungslos abläuft.

  • Reflektieren Sie Ihre Arbeit

    Was läuft gut im Job? Was würden Sie gerne verbessern? Was hat bei den letzten Projekten wirklich gut funktioniert und wo sind Sie auf Probleme gestoßen? Viel zu selten machen Arbeitnehmer sich wirklich Gedanken über die beruflichen Situation. Warum also nicht damit anfangen, wenn gerade ohnehin Leerlauf herrscht?

  • Denken Sie auch mal ungewöhnlich

    Für Kreativität, ungewöhnliche Ideen oder teils verrückte Ansätze und Ideen bleibt keine Zeit, wenn der berufliche Alltag Sie fest im Griff hat. Während des Leerlaufs können Sie Ihre Gedanken hingegen schweifen lassen und die Dinge so aus einer neuen Perspektive sehen. Dabei kommt Ihnen vielleicht der ein oder andere kreative Geistesblitz.

  • Bauen Sie Ihr berufliches Netzwerk aus

    Wenn Sie gerade Leerlauf haben, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass es einigen Kollegen ganz ähnlich geht. So haben Sie eine gute Chance, mit diesen ins Gespräch zu kommen, neue Leute auch aus anderen Abteilungen kennenzulernen und Ihr Netzwerk aufzubauen. Und wenn es vor Ort nicht klappt, können Sie auch Ihr Online-Netzwerk vergrößern, sich in Gruppen beteiligen oder vielleicht Ihre Profile in den sozialen Medien mal wieder aktualisieren.

  • Sprechen Sie mit dem Chef

    Nichts zu tun haben und das dem Chef auch noch zeigen? Klingt zunächst nach keiner guten Idee, doch ein Gespräch mit dem Chef bringt grundsätzlich viele Vorteile mit. Sie können um Feedback bitten, sich über aktuelle Entwicklungen informieren oder auch ansprechen, dass Sie aktuell alle Aufgaben erledigt haben und für die Zukunft vielleicht mehr Verantwortung übernehmen möchten – der Anfang für den nächsten Karriereschritt aus dem Leerlauf heraus.

  • Räumen Sie am Arbeitsplatz auf

    Viele Schreibtische und Arbeitsplätze versinken im Chaos. Alles liegt kreuz und quer durcheinander, nichts wird weggeräumt oder an seinen Platz zurückgebracht und wer etwas finden möchte, benötigt einen Lageplan. In stressigen Zeiten mag das nachvollziehbar sein, da keine Zeit zum Aufräumen bleibt, im Leerlauf sollten Sie die Chance jedoch nutzen und endlich für Ordnung sorgen.

[Bildnachweis: Roman Samborskyi by Shutterstock.com]
19. März 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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