Stolpersteine: An diesen 8 Fehlern scheitern viele im Job

Auf dem Weg ins Berufsleben gibt es viele Stolpersteine. Das fängt schon damit an, dass die Ausgangssituation nicht für alle dieselbe ist. Immer noch erfahren Kinder aus ärmeren Haushalten Benachteiligung. Ungeachtet dessen gibt es allerdings auch vieles, was Sie selbst falsch machen können. Gerade Berufsanfänger, aber auch Jobwechsler begehen Fehler, die ihnen in der Summe das Genick brechen können. Damit Ihnen das nicht passiert, haben wir die häufigsten Stolpersteine für Sie zusammengetragen…

Stolpersteine: An diesen 8 Fehlern scheitern viele im Job

Stolpersteine, die keine sein sollten

Manche Dinge erweisen sich als Stolpersteine, für die Sie selbst nichts können. Benachteiligung und Diskriminierungserfahrungen kennen viele Menschen. Das AGG, umgangssprachlich Antidiskriminierungsgesetz genannt, versucht bereits, so etwas im Berufsleben zu unterbinden.

Beispielsweise ist seit langem bekannt, dass Vornamen sich auf die Notengebung von Lehrern auswirken können. Solche, die einen Migrationshintergrund oder eine prekäre soziale Herkunft vermuten lassen, führen wahrscheinlicher zu schlechten Noten. Voilà, erster Stolperstein, der einen Rattenschwanz an weiteren Folgen mit sich bringt:

Schlechtere Noten gleich schlechtere Zeugnisse gleich schlechter Schulabschluss, womöglich sogar Schulabbruch. Was nach einem Schreckensszenario klingt, ist leider tausendfache Realität. Kinder mit Migrationshintergrund oder aus Arbeiterhaushalten haben es später nachweislich schwerer, sind häufiger Studienabbrecher.

Selbst das eigene Geschlecht kann ein Stolperstein sein, etwa für junge Frauen, die Schwierigkeiten haben, eine Festanstellung zu finden. Einige Arbeitgeber minimieren so das Risiko, eine junge Mitarbeiterin in absehbarer Zeit als Arbeitskraft zu verlieren, weil diese schwanger wird.

Das alles individuelle Voraussetzungen, die sich nachteilig auswirken können. Nicht selten führen sie dazu, dass die Betroffenen sich häufig noch härter im Berufsleben durchbeißen, eine gehörige Portion Volition mitbringen.

Persönliche Unzulänglichkeiten als Stolpersteine

Unternehmen suchen natürlich jemanden, der die notwendigen Aufgaben erledigen kann. Aber Fachkompetenz ist nicht alles. Gesucht wird ein Mitarbeiter, der ins Team und zum Unternehmen passt. Für Personaler ist das oft ein Balanceakt, denn einerseits sind zu homogene Teams eine Gefahr für produktive Kreativität. Auf der anderen Seite möchte man sich keinen Störenfried ins Haus holen.

Für Bewerber heißt es, dass sie sich vorab nicht nur mit dem Unternehmen, sondern mit der eigenen Persönlichkeit auseinandersetzen müssen. Selbstreflexion und eine ehrliche Stärken-Schwächen-Analyse unterstützen dies. Und dabei geht es längst nicht nur um fachliche Qualifikationen, sondern ebenso um soziale Kompetenzen.

Hier liegt genau das Problem: Gegenüber den eigenen Schwächen ist man meistens blind, man ist auf Feedback anderer angewiesen. Bleibt das aus, wird die Schuld für das eigene Scheitern (oder zumindest Straucheln) gerne bei anderen gesucht.

So ein Verhalten ist allerdings unreif und auf Dauer wenig hilfreich. Wer beruflich nicht weiterkommt, bei anderen stets aneckt, muss irgendwann Verantwortung für sein Verhalten übernehmen. Das ist nicht immer leicht oder angenehm, aber ein sicherer Weg für Veränderung.

Geht es um das eigene Verhalten, stellt sich häufig die Frage: Ist es noch ein harmloser Fauxpas oder bereits ein großes Missgeschick? Das hängt nicht nur von der persönlichen Bewertung, sondern auch von einigen Umständen ab. Denn selbst kleine Fauxpas können sich in der Summe negativ auswirken.

Bei diesen 8 Stolpersteinen scheitern viele

Die gute Nachricht: Wer von diesen zehn Stolpersteinen bereits gehört hat, hat größere Chancen, sie im Alltag zu entdecken – vielleicht sogar bei einem Kollegen, das sensibilisiert Sie zumindest für solche Fehler. Auch hilft diese Aufzählung dabei, erste Warnsignale von Kollegen oder Freunden nicht so leicht zu übersehen und so im Idealfall noch rechtzeitig gegensteuern zu können.

Welche Stolpersteine immer wieder zu beobachten sind:

  1. Ungenaue Berufswahl

    Hochtrabende Träume haben viele. Eine fundierte Planung steckt nicht immer dahinter. Das fängt bereits mit der Berufswahl an. Viele Abiturienten setzen sich viel zu spät damit auseinander und schinden Zeit, indem sie sich für ein Studium entscheiden – aber auch hier wird nicht selten das Erstbeste gewählt, Hauptsache die lästige Auseinandersetzung mit eigenen Zielen und der Frage, wie diese realisierbar werden, ist erspart.

    Das kann funktionieren, allerdings auch mächtig in die Hose gehen: Abgebrochene Ausbildung, Studienabbruch oder aber ein Job, den Sie nur machen, weil er Ihnen die nötige Sicherheit verspricht.

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  2. Ungenügende Karriereplanung

    Als Stolperstein kann sich auch erweisen, wenn Sie zwar mit der Branche die richtige Wahl getroffen haben, aber sich zuvor keine Gedanken gemacht haben, wie es dann weitergehen kann. Wer die große Karriere plant, liebäugelt meist mit einem großen Unternehmen.

    Das ist grundsätzlich nicht verkehrt, zumal der Wechsel von einem kleinen zu einem großen Unternehmen später schwieriger wird. Was häufig vergessen wird: In Großkonzernen gibt es oft etliche Hierarchiestufen, starre Strukturen und komplizierte Entscheidungswege. Wer es lieber etwas familiärer mag und Flexibilität und Kreativität, sowie flache Hierarchien schätzt, ist mit einem kleineren Unternehmen besser bedient.

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  3. Schlechte Beobachtungsgabe

    Wie gut oder schlecht ein neuer Mitarbeiter zum Unternehmen passt, zeigt sich meist erst innerhalb der Probezeit. Was häufig vergessen wird: Die dient ja beiden Parteien zum besseren Kennenlernen. Und sie sollte von Ihnen genutzt werden, aufmerksam Ihre Umgebung zu beobachten.

    Das Vorstellungsgespräch ist eine Sondersituation, was im Berufsalltag üblich oder verpönt ist, zeigt sich erst mit Arbeitsbeginn. Wichtig ist hier, ein Gespür für die Unternehmenskultur zu entwickeln. Wer einfach meint, alle duzen zu können, weil alle Kollegen etwa gleich jung/alt sind, begeht einen klaren Fauxpas. Ähnlich ist es mit dem firmentypischen Dresscode.

    Selbst in Anzug oder Kostüm aufzulaufen, während alle anderen Casual tragen, wirkt ebenso merkwürdig wie umgekehrt. Solche Dinge sind nicht per se katastrophal. Sie können sich mit anderen Missgeschicken zu Stolpersteinen entwickeln, so dass Sie Ihre Probezeit erst gar nicht überstehen, weil Sie als „anders“ wahrgenommen werden.

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  4. Hohe Selbstüberschätzung

    Ein klassischer Stolperstein ist Selbstüberschätzung. Sie dachten, Sie hätten den Job bereits in der Tasche und treten ein wenig zu siegessicher auf – zack – das war’s. Das passiert Bewerbern, die beispielsweise im ersten Vorstellungsgespräch überzeugen konnten und daraufhin eine Einladung zu einem zweiten Termin erhalten.

    Nicht selten wird das zweite Jobinterview allerdings unterschätzt. Ging es im ersten noch überwiegend darum, berufliche Stationen anhand des Lebenslaufs zu überprüfen, geht es im zweiten Gespräch ans Eingemachte.

    Das spiegelt sich oft in der veränderten Personenzusammensetzung, wobei es genauso gut sein kann, dass dieselben Beteiligten wie beim ersten Gespräch anwesend sind. Die Herausforderung liegt nun darin, sich im Vorfeld intensiv mit der Stelle und ihren Anforderungen vertraut gemacht zu haben, um auf fachliche Fragen adäquat reagieren zu können. Wichtig dabei: Immer wieder Bezug auf einzelne Elemente der Stellenausschreibung nehmen.

    Wer jedoch glaubt, den Arbeitsvertrag sicher zu haben, versäumt genau dies.

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  5. Starke Überheblichkeit

    Ein typischer Anfängerfehler ist dieser Stolperstein: Frisch von der Uni glauben viele Berufseinsteiger, sie seien ihren Kollegen, die teilweise schon seit Jahren auf ein und demselben Posten sitzen, überlegen. Mit den neusten Erkenntnissen ihres Fachs ausgestattet, wähnen sie sich klar im Vorteil. Was viele jedoch vergessen: Grau ist alle Theorie. Im Unternehmen wird in der Realität gearbeitet, da gilt der harte Wettkampf gegen die Konkurrenz, der Markt wird sehr wohl beobachtet.

    Ebenfalls nicht zu unterschätzten ist die Berufserfahrung, hier gilt das Senioritätsprinzip. „Alte Hasen“ kennen schon so manche tolle Idee, die längst von anderen vorgetragen wurde und sich letztlich als Rohrkrepierer erwiesen hat. Aus Sicht der Alteingesessenen ist es einerseits ärgerlich, so stark unterschätzt zu werden. Andererseits führt genau das nicht selten dazu, dass Neulinge derbe auf die Nase fallen.

    Solche Stolpersteine lassen sich verhindern, indem Sie vor allem in der Anfangszeit stärker beobachten und sich anderen Teammitgliedern gegenüber zurückhaltend benehmen. Selbst wenn diese hierarchisch betrachtet unter Ihnen stehen, kennen die das Unternehmen und die internen Abläufe im Zweifel besser als Sie und wissen, was funktioniert und was nicht.

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  6. Mangelhaftes Netzwerken

    Eng verknüpft mit sozialen Kompetenzen ist das Netzwerken. Einige Menschen tun sich damit schwer, ihnen liegt es nicht, auf fremde Menschen zuzugehen. Die Freunde, die sie haben, haben sie bereits zu Schulzeiten kennengelernt und die reichen ihnen.

    Was auf den ersten Blick ausreichend erscheint, wird zum Stolperstein, wenn es beruflich schwierig wird. Anlässe dafür können branchenspezifische Probleme sein, etwa aufgrund der Digitalisierung. Oder ein Unternehmen muss Insolvenz anmelden. Oder Sie kommen in eine Quarterlife– oder Midlife-Crisis und stellen Ihren Job infrage.

    Das ist spätestens der Zeitpunkt, an dem sich ein schlechtes Netzwerk rächt. Freunde und Familie können nicht immer weiterhelfen, berufliche Kontakte hingegen sorgen dafür, dass Sie neue Entwicklungen am Markt (positive wie negative) frühzeitig mitbekommen und entsprechend reagieren können. Nicht zuletzt ist es oft Vitamin B, das vor Arbeitslosigkeit schützt.

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  7. Übermäßige Erwartungshaltung

    Zwei Seiten hat dieser Stolperstein, der sich negativ auf Ihren Job auswirkt. Die eine Seite hängt mit zu hohen Erwartungen an andere und das Leben im Allgemeinen zusammen. Bedingt durch eine eher egozentrische Perspektive glauben manche Menschen, dass ihnen einfach mehr zustünde als sie tatsächlich bekommen.

    Das löst auf Dauer Unzufriedenheit aus, die sich in den Beziehungen zu anderen Kollegen niederschlägt. Wer sich oft über seine Situation beschwert und das mit der Klage verbindet, dass ihm etwas ganz anderes zustehen müsste – mehr Geld, ein tolleres Auto, mehr Anerkennung und dergleichen – der gibt anderen indirekt zu verstehen, dass ihre Leistung geringer ist.

    Damit schießen Sie sich selbst ins Aus, denn beliebt machen Sie sich bei Ihren Kollegen so nicht. Und sehr wahrscheinlich werden Ihre Leistungen daraufhin genauer unter die Lupe genommen. Wer dann nicht liefern kann, kommt schwer aus dieser Nummer heraus.

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  8. Übertriebenen Perfektionismus

    Verschiedene Formen der Arroganz sind schädlich, der eigene Perfektionismus kann ein ebensolcher Stolperstein sein. Nicht nur, dass es Prokrastination als Begleiterscheinung mit sich führt. Wer ständig noch etwas verbessern und hinzufügen will, bekommt ein Problem mit Deadlines.

    Das Ganze ist oftmals eine Folge eines zu geringen Selbstbewusstseins: Mögliche Fehler werden überhöht, der Blick für das realistische Ausmaß ist verstellt. Das führt in letzter Konsequenz leicht zur Selbstausbeutung durch Überstunden. So bleibt wiederum die Erholung auf der Strecke, was zu schlechteren Leistungen führen kann – am Ende also das absolute Gegenteil dessen, was Sie ursprünglich bezweckt hatten.

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[Bildnachweis: OLEH SLEPCHENKO by Shutterstock.com]
22. Juni 2019 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.



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