Was für eine Eigenschaft! Wer Charme besitzt, verzaubert die Herzen seiner Mitmenschen, mutiert zum magischen Sympathieträger, der andere in seinen Bann zieht und besitzt ein gewinnendes, ja geradezu unwiderstehliches Wesen. Toll. Vor allem für jene, die mit dieser Anziehungskraft scheinbar schon auf die Welt gekommen sind. Aber was ist mit den anderen: Lässt sich Charme lernen? Und was bedeutet das überhaupt: charmant sein? Eine kurze Charakteristik des natürlichen Charmes - und wie man üben kann, charmanter zu werden...

Charme Bedeutung: Eine Definition für "Charmant sein"

Charmant sein DefinitionWer charmant ist, dem liegt die Welt zu Füßen, heißt es. Aber was verbirgt sich hinter dem Begriff Charme (frz., gesprochen: Scharm) überhaupt, welche Bedeutung hat es, charmant zu sein?

Ganz ehrlich: Genau weiß das keiner. Eine allgemein gültige Definition gibt es nicht. Das gewisse Etwas des Charmes bleibt bei allen Beschreibungen eine nebulöse Anziehungskraft, hinter der sich meist eine Ansammlung von (positiven) Eigenschaften und (unwiderstehlichen) Verhaltensweisen verbirgt. Authentizität und Eloquenz gehören ebenso dazu wie ein Schuss Erotik (oder Sexappeal), Großzügigkeit, gute Manieren, Empathie, Mitgefühl, Spontanität und eine Prise Geheimnis.

Wer als charmant wahrgenommen werden will, braucht immer auch etwas Glamour und eine bezaubernde Unberechenbarkeit, die einerseits überrascht und Regeln bricht, aber nie zum Nachteil des Gegenübers.

Charme braucht zudem Ecken und Kanten, liebenswürdige Marotten und Eigenheiten, um "besonders" zu bleiben. Der Begriff Everybody's Darling führt daher in die Irre. Der Charmante ist sympathisch, aber nie glatt. Charme ist vielmehr die Kunst, in der extraordinären Selbstinszenierung jedes Mal einen Wow-Effekt zu erzeugen und damit andere zu verzaubern.

Bemerkenswert ist aber auch: Charme braucht dazu keinesfalls Attraktivität. Anmut und Schönheit sind zwar ebenfalls starke Sympathiemagneten (siehe George Clooney oder Charlize Theron). Es gibt aber zweifellos auch zahlreiche Menschen, die mit großem Charme ihr unterdurchschnittliches Äußeres mehr als wett machen. Ninon de Lenclos, eine der erfolgreichsten Kurtisanen und Verführerinnen soll angeblich noch im Alter von 80 Jahren junge Männer am Hofe begeistert haben.

Typische Synonyme für das Charmant sein sind: reizvoll, ansprechend, gewinnend, interessant, einnehmend, anziehend, bezaubernd, betörend, faszinierend. Auch daran lässt sich ablesen, wie groß die Bandbreite der zugeschriebenen Eigenschaften ist.

Das aber genau ist der Punkt: Charme ist eine zugeschriebene Eigenschaft, eine Ausstrahlung im Wortsinn. Man kann nicht von sich selbst sagen: "Ich habe Charme." Das müssen andere machen - und das kann stets subjektiv ausfallen: Was die einen noch als charmant empfinden, bezeichnen andere als überzogen und affektiert.

Charme-lernen-Attribute-Eigenschaften

Charmant sein - sowohl beruflich als auch privat

Beim Thema Charme kommen eben die verschiedensten Assoziationen auf. Einige haben sofort einen klassischen Gentleman im Smoking vor Augen, andere denken an einen versierten Aufreißer, Charmebolzen und Pickup-Artist. Für letztere ist Charme allerdings nur ein Lockmittel und Signal der (sexuellen) Werbung. Das ist aber zu kurz gesprungen und reduziert das zwischenmenschliche Talent zu einem bloßen Werkzeug.

Und doch: Egal, womit und mit wem - Männlein wie Weiblein - Sie das Wort Charme auch assoziieren, in 99 von 100 Fällen bleibt es positiv besetzt.

Aus gutem Grund: Wer Charme besitzt, den umweht eine souveräne bis magische Aura. Charmante Menschen können nicht nur beeindrucken, sie machen uns teilweise sogar glücklich.

Um charmant zu sein, muss der Betreffende gut beobachten und zuhören können, sich also wirklich für sein Gegenüber interessieren sowie sich in seine Mitmenschen einfühlen können.

Kurz: Er oder sie braucht zwei entscheidende Fähigkeiten...

Beides erlaubt den Charmeuren, die Gesprächsatmosphäre zu erschnuppern, Emotionen zu erkennen und Reaktionen zu antizipieren.

Im zweiten Schritt ist das Ziel ihres Charmes, durch gewählte Worte oder Gesten beim Gegenüber Wohlbefinden auszulösen und positive Gefühle zu wecken.

Oder anders formuliert: Charme bleibt uns deshalb so angenehm im Gedächtnis haften, weil es sich für uns lohnt, ihn zu erkennen.

Charme kitzelt unsere Sinne.

Für den Charmeur lohnt sich das aber auch:

  • Charme steigert die Überzeugungskraft.

    Egal, ob es sich um den Chef bei einer Gehaltsverhandlung handelt oder um einen Kunden, der ein besseres Angebot herausschlagen möchte - Charme kann dabei helfen, andere Menschen zu überzeugen und auf die eigene Seite zu bringen.

  • Charme hilft, Kontakte zu knüpfen.

    Ein offensichtlicher, aber nicht weniger bedeutsamer Vorteil. Charmanten Menschen fällt es in der Regel leichter, neue Kontakte zu knüpfen und ins Gespräch zu kommen. So können entweder berufliche Netzwerke aufgebaut und erweitert oder private Freundschaften und Beziehungen begonnen werden.

Charme lernen: Wie man charmant bezaubert

Möglicherweise kennen Sie einen oder ein paar Menschen, denen Sie großen Charme bescheinigen würden. Aber sehen Sie diesen auch bei sich selbst? Oder hat man Ihnen schon einmal nachgesagt, charmant zu sein?

Sie könnten natürlich danach fragen - aber das wäre irgendwie das genaue Gegenteil: uncharmant.

Deshalb empfehlen wir die folgenden Tipps, wie Sie prompt mehr Charme ausstrahlen können und andere bezaubern:

  1. Demonstrieren Sie Offenheit.

    Eine offene Ausstrahlung ist der erste Schritt, der Ihnen dabei helfen wird, charmanter zu wirken. Zeigen Sie, dass Sie den Kontakt mit Kollegen oder auch neuen Kontakten genießen und diesen sogar erhoffen.

    Das kann Ihnen beispielsweise durch ein freundliches Lächeln oder auch Ihre Körperhaltung gelingen. Vergessen Sie nie, wie viele Signale Sie durch Ihre Körpersprache senden. Sie können daher schon charmant und freundlich wirken, bevor ein Wort gesprochen wurde.

    Halten Sie Blickkontakt

    Charmant sein: Blickkontakt herstellenHalten Sie während des Gesprächs unbedingt Blickkontakt und sehen Sie Ihrem Gegenüber in die Augen. Natürlich sollten Sie dabei nicht starren, das wirkt aggressiv. Aber wer anderen in die Augen schaut und Augenkontakt nicht ausweicht, strahlt sofort Selbstbewusstsein aus und zeigt, dass man ihr oder ihm vertrauen kann. Erst recht, wenn Sie mit den Augen "lächeln" - also dabei freundlich schauen. Auch das macht sofort charmanter.

    Blickkontakt optimale Dauer


  2. Nehmen Sie sich nicht wichtig.

    Kein Scherz. Haben Sie schon einmal jemandem Charme nachgesagt, der irgendwie verkrampft war? Eben. Charme ist nicht zuletzt eine Attitüde; eine Einstellung, die von innen heraus kommt und sich stets ihre Natürlichkeit und Unbekümmertheit bewahrt.

    Alles Absichtsvolle, Methodische, Technische wirkt sofort uncharmant. Andersrum wird eher ein Schuh daraus: Bleiben Sie locker, verspielt und nehmen Sie selbst Körbe und Niederlagen leicht und parieren Sie diese mit einer Prise Humor.

    Wer sich selbst nicht so wichtig nimmt und bei Peinlichkeiten wie Missgeschicken Coolness demonstriert, gewinnt an Ausstrahlung und Anziehungskraft. Denn: Wer will das nicht auch können?


  3. Machen Sie ehrliche Komplimente.

    Um während des Gesprächs mehr Charme zu versprühen, können schon einige wohl gewählte Worte ausreichen. Am besten gelingt dies mit ehrlich (!) gemeinten Komplimenten.

    Sorgen Sie dafür, dass Ihr Gegenüber das Gefühl hat, etwas ganz Besonderes zu sein. Verzichten Sie aber auf allgemeine Floskeln und platte Schleimerei im Sinne von: "Oha, Sie sehen aber gut aus!" Charmant wirkt es erst, wenn der Schmeichelei nichts Absichtsvolles innewohnt.

    Umgekehrt bedeutet das aber auch, dass Sie Komplimente charmant annehmen sollten. Ein einfaches "Danke", quittiert mit einem Lächeln reicht völlig aus. Ebenso können Sie das Kompliment erwidern (natürlich nicht dasselbe - einfallslos!). Nur abweisen sollten Sie das Kompliment niemals. Das ist unhöflich und uncharmant.


  4. Suchen Sie dezenten Körperkontakt.

    Richtig eingesetzt wirkt auch dezenter Körperkontakt charmant, da er das Gesagte unterstreichen kann.

    Eine leichte Berührung am Arm kann beispielsweise ein Kompliment verstärken oder Ihre Freude über ein Wiedersehen zum Ausdruck bringen.

    Übertreiben dürfen Sie es damit aber nicht - schon gar nicht gegenüber Fremden. Denn Anfassen kann auch schnell als Betatschen und Eindringen in die Intimsphäre gedeutet werden.


  5. Zeigen Sie volles Interesse.

    In der heutigen Zeit sind alle immerzu beschäftigt und dauerhaft erreichbar. Umso mehr zeugt es von Charme, wenn Sie während eines Gesprächs Ihr Smartphone bewusst und sichtbar zur Seite legen oder ausschalten und Ihrem Gesprächspartner Ihre volle Aufmerksamkeit schenken. So drücken Sie zudem höchste Wertschätzung und volles Interesse aus. Wenn das nicht charmant ist und gerne erinnert wird?!

    Merken Sie sich Namen

    Charmant sein: Namen merkenEin kleiner Trick mit großer psychologischer Wirkung: Merken Sie sich unbedingt die Namen der Person, mit der Sie sprechen (gerne auch den Namen des Partners und falls vorhanden der Kinder). Namen haben Macht. Gerade beim Smalltalk können Sie den Namen immer wieder - dezent! - einbauen, ebenso beim Abschied. Effekt: Je öfter die Person ihren eigenen Namen hört, desto stärker fühlt sie sich wertgeschätzt, respektiert, gemocht - und erwidert dies mit Sympathie. Kurz: Sie werden "warm" miteinander.


  6. Legen Sie Wert auf Ihr Auftreten.

    Neben guten Umgangsformen (vulgo Manieren) beeinflusst auch Ihre Kleidung, wie charmant Sie von Ihrem Umfeld wahrgenommen werden.

    So oberflächlich das zwar klingt: Auch darin drückt sich Ihre Wertschätzung des Gegenübers aus. Natürlich müssen Sie dazu nicht jedes Mal im Smoking auflaufen, aber Sie sollten sich dem Anlass und der Person entsprechend kleiden und (sichtbar) Mühe geben. Ein Hemd kommt eben oft besser an, als ein T-Shirt - und etwas Make-up schadet ebenso wenig (zumindest bei den Damen).


  7. Konzentrieren Sie sich auf das Positive.

    Es ist ein einfacher Schritt, aber möglicherweise der wichtigste von allen: Bleiben Sie positiv. Nichts wirkt auf Ihre Gesprächspartner so uncharmant, wie eine negative Einstellung.

    Charme fängt daher schon bei Ihnen selbst an: Verbannen Sie negative Worte, Kritikgeist und Nörgelei aus Ihren Gedanken, und legen Sie den Fokus auf die positiven Aspekte. Diese Sichtweise spiegeln Sie automatisch im Umgang mit anderen Menschen und wirken gleich charmanter.

    Modulieren Sie Ihre Stimmlage

    Charmant sein durch die richtige StimmeAchten Sie beim Reden auch auf die richtige Stimmlage - die sogenannte Indifferenzlage. Dies ist unser persönlicher Grundton, um den jeder individuell aber regelmäßig herumredet. Finden lässt sich diese mittlere Sprechlage, indem man an ein gutes Essen denkt und ein wohliges "Mmmh" summt. Beim Sprechen zirkuliert unsere Stimme normalerweise bis zu einer Quinte um diesen Ton. Wer in diesem Bereich bleibt, wirkt glaubwürdig, überzeugend und sympathisch. Wer überdies noch deutlich, sanft und langsam redet, wirkt souverän, ehrlich und eben auch charmant.


Charmant sein zu wollen, bedeutet allerdings nicht, jedem Menschen gefallen zu wollen. Erstens ist das unmöglich; zweitens auch nicht klug. Oft sind es gerade jene Menschen, die Rückgrat beweisen, die wir als besonders anziehend und respektvoll empfinden - eben weil sie sich nicht verbiegen lassen und ihr Fähnchen nicht nach dem Wind drehen.

Charme braucht Zeit, um seine Wirkung zu entfalten. Haben Sie also Geduld, wenn man Sie nicht sofort als charmant empfindet. Solange Sie bei allem freundlich, offen und humorvoll bleiben, ist der Grundstein zu mehr Charme gelegt.

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