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Chuzpe: Bedeutung, Beispiele + Tipps für mehr Kühnheit

Unglaublich, diese Chuzpe! – Kaum eine Eigenschaft verbindet Fassungslosigkeit und Verärgerung auf der einen Seite mit anerkennender Bewunderung für den Schneid auf der anderen. Da ist eine(r) unfassbar dreist und frech und kommt damit auch noch durch! Tatsächlich können wir von solch unverfrorener Chuzpe viel lernen. Denn die meisten Menschen sind viel zu bescheiden und zurückhaltend. Alles, was Sie über Chuzpe wissen müssen: Bedeutung, Aussprache, Beispiele plus Tipps, wie auch Sie künftig kühner werden…

Chuzpe: Bedeutung, Beispiele + Tipps für mehr Kühnheit

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Definition: Was bedeutet Chuzpe?

Chuzpe heißt auf Deutsch soviel wie Frechheit, Dreistigkeit oder Unverschämtheit. Darin steckt aber auch ein anerkennender Beiklang. Denn Chuzpe vereint ebenso intelligente Respektlosigkeit gegenüber Obrigkeiten mit sozialer Unerschrockenheit. Wer Chuzpe besitzt, traut sich was und ist auf charmante Art frech oder penetrant.

Ursprung: Woher kommt der Begriff Chuzpe?

Der Begriff Chuzpe stammt ursprünglich aus dem Jiddischen und bedeutet übersetzt so viel wie Anmaßung oder Unverfrorenheit. Synonyme für Chuzpe sind auch Impertinenz oder Unbescheidenheit. Während der Begriff im Hebräischen eine negative Konnotation hat, ist er im Jiddischen und anderen europäischen Sprachen meist positiv besetzt. Wer Menschen mit Chuzpe beobachtet, mag sich einerseits über das Verhalten empören, bewundert aber auch deren Mut und Unverfrorenheit. Wer Chuzpe besitzt, wird im Jiddischen übrigens als „Chuzpenik“ bezeichnet.

Aussprache: Wie spricht man Chuzpe aus?

Die Aussprache von Chuzpe ist im Deutschen kompliziert. Es beginnt mit einem sogenannten Ach-Laut. Der kommt bei deutschen Wörtern nur in der Wortmitte oder am Ende vor – etwa bei Dach, Lachen oder Koch. Das „CH“ am Anfang wird also härter ausgesprochen als beispielsweise bei „China“ oder „Chemie“, die mit einem sogenannten Ich-Laut beginnen.

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Bedeutung: Ist Chuzpe haben positiv?

Die Erfahrung lehrt: Die netten, freundlichen, höflichen Menschen sind uns zwar auf Anhieb sympathisch. Weiter kommen aber meist die anderen. „Frechheit siegt!“ – heißt es umgangssprachlich. Und das nicht zufällig. Dreistigkeit und Chuzpe überrumpeln viele und setzen sich am Ende häufig durch. Wer nur nett ist und zögert, verliert dagegen – und kriegt kein Stück vom Kuchen – der „Challa“ – ab.

Missverstehen Sie das bitte nicht als Appell für eine Ellenbogengesellschaft. Für ein funktionierendes Miteinander stehen weiterhin Höflichkeit, Respekt, Toleranz und Kompromisse an vorderster Stelle. Es gibt aber Situationen, in denen kommt man mit intelligenter Kühnheit und Chuzpe deutlich weiter. Chuzpe haben – in dosierter Form -, ist durchaus etwas Positives.

Chuzpe haben – im Job

Chuzpe enthält oftmals ein unerwartetes Element, das dem Geschehen eine unerwartete Wendung gibt. Genau dieses Detail kann den Unterschied zwischen einem durchschnittlichen und erfolgreichen Menschen machen. Vor allem im Job und Berufsleben wird häufig mit harten Bandagen gekämpft. Etwas Chuzpe schadet dabei sicher nicht, im Gegenteil: Wer vorankommen will, muss ab und an klare Kante zeigen, verlangen was ihm oder ihr zusteht (Beispiel Gehaltsverhandlung) oder sich auch mal selbst ins Spiel bringen (Beispiel Selbstmarketing).

Machen Sie sich bitte klar: Die meisten Menschen werden nicht geschätzt oder respektiert, weil sie ausnehmend freundlich oder nett wären, sondern weil sie ein trennscharfes Profil haben. Sie haben eigene Meinungen und Macken – und stehen dazu. Umgekehrt: Wer sich nie abgrenzt, um nirgendwo anzuecken und es allen recht zu machen, verliert an Profil und Respekt. Schon bald tanzen ihm oder ihr alle anderen auf der Nase herum. Menschen ohne jede Chuzpe oder Schneid werden leider oft und gerne ausgenutzt.

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Chuzpe Beispiele: Frechheit siegt!

Ein Chuzpe Beispiel kennt sicher jeder aus dem Alltag: Nach langer Suche haben Sie endlich einen Parkplatz gefunden. Doch obwohl Sie schon den Blinker gesetzt haben, setzt sich ein anderer vor Ihnen in die Parklücke. Maßlose Frechheit! Natürlich ist das ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung, aber wer zieht schon wegen einer Parklücke vor Gericht? Meist wird nur gehupt, gestritten, beleidigt. Man kennt das.

Zur Ambivalenz von Chuzpe schrieb der amerikanische Jurist und Publizist Alan M. Dershowitz in seiner Biographie: „Für denjenigen, der sie an den Tag legt, bedeutet Chuzpe Kühnheit und Entschiedenheit. Für das Opfer von Chuzpe ist sie gleichbedeutend mit Unverschämtheit. Es liegt am Standpunkt des Betrachters.“ Auch der jüdische Witz ist voller Beispiele für Chuzpe. Eine Auswahl:

  • Ein Mann erschlägt seinen Vater und seine Mutter und bittet anschließend um mildernde Umstände, weil er ja nun Vollwaise sei.
  • Eine Hausfrau hat Mitleid mit einem Bettler. Sie bittet ihn ins Haus und gibt ihm etwas zu essen. Der Brotkorb ist voller Schwarzbrot, und auf einem Teller liegen ein paar Scheiben Challa (Festtagsbrot). Der Bettler stürzt sich prompt auf die Challa. „Wir haben auch Schwarzbrot“, sagt die Hausfrau vorsichtig. „Ach, die Challa esse ich eigentlich lieber“, sagt der Bettler. „Aber die Challa ist sehr viel teurer!“, entgegnet die Hausfrau. Darauf der Bettler: „Aber das ist sie auch wert, gute Frau!“

Gerade das letzte Chuzpe Beispiel illustriert gut wie Dreistigkeit funktioniert: Der Bettler nutzt die Gutmütigkeit der Frau unverfroren aus. Die ist von dem Schneid derart überrumpelt, dass sie vergisst, einfach nein zu sagen.

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Chuzpe Tipps: So werden Sie kühner

Bei der Chuzpe ist es wie mit allem: Die Dosis macht das Gift. Wer in der Vergangenheit vielleicht viel zu nett, zu zurückhaltend und angepasst war, könnte ein paar gute Chancen verpasst haben. Ärgern Sie sich nicht darüber, sondern werden Sie in Zukunft mutiger, kühner, frecher. Aber im positiven Sinn.

Der große Vorteil, bisher unterschätzt worden zu sein, ist, dass Sie jetzt niemand kommen sieht. Sie haben das Überraschungsmoment ganz auf Ihrer Seite. Ihre neugewonne Chuzpe können Sie vorab wunderbar im Verborgenen sowie in stillen und unverfänglichen Momenten trainieren – und dann bei Gelegenheit zum Chuzpenik werden. Hier ein paar Tipps dazu…

Körpersprache trainieren

Der größten Einfluss auf unsere Wirkung haben nicht unsere Worte, sondern unsere Körpersprache. Andere Menschen lesen an unserer Körperhaltung den Status ab oder unsere Entschlossenheit und Durchsetzungskraft. Wer mit hängenden Schultern und gesenktem Blick eine (dreiste) Forderung stellt, wird diese kaum bekommen. Ganz anders, wer sich aufrecht und mit breiten Schultern positioniert und mit fester Stimme etwas verlangt. Arbeiten Sie also zunächst an Ihrer Körpersprache und beschäftigen Sie sich mit sogenannten Dominanzgesten.

Kommunikation verbessern

Wer wahr- und ernst genommen werden will, sollte natürlich auch seine Sprache und Wörter bewusst wählen. Jargon und holprige Sätze wirken wenig überzeugend. Wählen Sie dagegen ungewöhnliche oder gar Fachbegriffe, strahlen Sie sofort mehr Eloquenz aus. Auch sollten Sie die Lautstärke variieren. Es ist übrigens ein Irrglaube, Wichtiges besonders laut zu präsentieren – das Gegenteil ist richtig. Generell sollten Sie auf die Verwendung des Konjunktivs (würde, könnte, hätte) verzichten sowie auf Verkleinerungen (ein bisschen, ein wenig, vielleicht, eventuell). All das drückt Unsicherheit aus.

Prioritäten setzen

Sprache verrät Bewusstsein. Sie sollte aber zugleich nicht im Widerspruch zu unserem Verhalten stehen. Bedeutet: Sagen Sie, was Sie denken – aber handeln Sie auch danach. Springen Sie nicht durch jeden Reifen, den man Ihnen hinhält und schlagen Sie auch mal eine Bitte aus, wenn es Ihnen nicht passt. Indem Sie eigene Prioritäten setzen und IHRE Bedürfnisse genauso respektieren wie die der anderen, gewinnen Sie an Profil und Stärke. Ja, das kostet vielleicht ein paar Sympathiepunkte und Sie fühlen sich vielleicht verwegen. Von da an verleiht Ihnen die Chuzpe aber zugleich mehr Größe und Ansehen.

Argumente sortieren

Wer etwas will, sollte nicht nur Wege finden und seinen Wunsch aktiv einfordern. Sie müssen in der Regel auch andere davon überzeugen – und zwar mit den richtigen Argumenten. Aus Erfahrung wissen wir: Reine Fakten reichen nicht. Die richtige Rhetorik spielt mindestens eine ebenso wichtige Rolle. So sollten Sie in einer Argumentation nicht gleich mit dem stärksten Argument einsteigen, sondern nur mit dem zweitstärksten. Soll sich Ihr Gegenüber erstmal daran abarbeiten, bevor Sie nachlegen (siehe Rezenz-Effekt). Entscheidend aber bleibt, dass Sie sich trauen, für Ihre Sache einzustehen. Ob Gehalt, Beförderung oder private Wünsche: Chuzpe macht den Mund auf und scheut nicht den Konflikt.

Mut haben

Wer mehr Chuzpe haben will, braucht Mut, klar. Dazu gehört der unbedingte Wille, seine Ängste zu überwinden und mit der Ablehnung anderer umgehen zu lernen. Dreistigkeit siegt – aber im Wort „Sieg“ steckt zugleich ein vorheriger Kampf. Kalkulieren Sie also den Gegenwind ein. Rechnen Sie mit Widerspruch und Unverständnis. Sie sind aber ja (hoffentlich) nicht grundlos frech und unverfroren. Chuzpe sollte schon ein edles Ziel verfolgen. Dann aber gewinnen Sie mit dieser Eigenschaft nicht nur eine gesunde Egalness gegenüber anderen, sondern auch mehr Selbstbewusstsein. Nicht umsonst heißt es: „Wer wagt, gewinnt.“

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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