FreelancerLängst ist der Schritt in die Selbstständigkeit für viele Arbeitnehmer eine realistische Alternative zum Jobwechsel geworden. Immer mehr Angestellte fühlen sich in Unternehmensstrukturen, Corporate Guidelines und fest vorgegeben Arbeitszeiten und -plätzen nicht mehr wohl. Das Aufkommen neuer Arbeitsfelder im Kommunikationsbereich und die so gewachsenen Chancen und Möglichkeiten für Freelancer tun ein Übriges. Doch so verlockend der Ausstieg aus dem Angestelltenverhältnis auch sein mag: Der Schritt in die Selbstständigkeit sollte gut überlegt sein.

Das beginnt bereits bei der Motivation und dem Antrieb für diese Entscheidung. Wer sich rein aus Unzufriedenheit, Frustration und Perspektivlosigkeit selbstständig macht, begeht damit vermutlich einen Fehler. Auch die viel zitierte persönliche Entfaltung taugt als Motivation nur bedingt.

Wer jedoch weiß, was er beruflich tun will und über die entsprechenden Fähigkeiten und Qualifikationen verfügt, steht auf einem stabilen Fundament. Leidenschaft und Begeisterung für die Arbeit sind für Freelancer Grundvoraussetzungen, die persönlich Entfaltung jedoch nur ein Nebeneffekt intensiver Arbeit.

Wie sieht Ihr Netzwerk aus?

Gewerbe oder Freiberuf?

Eine der wichtigen Fragen vor der Selbstständigkeit lautet: Müssen Sie ein Gewerbe anmelden oder können Sie Ihre Arbeit als Freiberufler durchführen? Um diese Frage zu klären, sollten Sie sich vor Ihrem Start an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und die entsprechenden Unterlagen ausfüllen. Im Anschluss erhalten Sie dann die Rückmeldung, in welcher Form Sie aktiv werden können.

Qualifikationen und Fähigkeiten sind wichtig, doch ohne die richtigen Kontakte und ein gut ausgebautes Netzwerk wird Ihnen vor allem eines fehlen: die Kunden. Denn diese finden nicht auf mysteriösen Wegen plötzlich zu Ihnen, sondern müssen aktiv angesprochen werden oder Sie bereits aufgrund Ihrer Reputation kennen.

Kaltakquise ist daher nicht für jeden Freelancer notwendig. Es gibt durchaus Freiberufler, die über ihr Netzwerk und ihre Social Media Aktivitäten ausreichend viele Kunden anziehen und auf Kaltakquise verzichten können. Doch das gilt eben nicht für alle Freelancer und gerade nach dem Start kann aktive Akquise-Arbeit wichtig und notwendig sein. Daher gilt: Informieren Sie sich bereits vor ihrem Einstieg in die Selbstständigkeit über die verschiedenen Akquise-Methoden und bauen Sie ihr Netzwerk kontinuierlich aus.

Ihre Netzwerkarbeit sollte sowohl on- als auch offline stattfinden. Social Media, eine eigene Homepage und ein eigenes Blog sind durchaus wichtig und helfen dabei, sichtbar zu werden und Reichweite zu generieren. Doch wer vor lauter virtuellen Kontakten offline Events wie Kongresse, Messen, Telefonate und das persönliche Gespräch vergisst, braucht sich über den geringen Erfolg seiner Aktivitäten nicht zu wundern. Gerade bei der Netzwerkarbeit sind persönliche Beziehungen absolut entscheidend.

Klare Dienstleistungen und Produkte

Ihre Dienstleistungen und Produkten sollten Sie klar und eindeutig benennen können. Vermeiden Sie dabei den Fehler, sich mit der Konkurrenz zu vergleichen. Wer sich auf seiner Homepage beispielsweise ständig mit anderen Freelancern vergleicht, wirkt dadurch unsicher und kann kein eigenes Profil entwickeln.

Konzentrieren Sie sich stattdessen auf Ihre Stärken und Ihre Alleinstellungsmerkmale. Hier einige Fragen, mit denen Sie diese für sich herausarbeiten können.

  • Was können Sie besonders gut?
  • Was bieten Sie Ihren Kunden?
  • Was ist Ihre Zielsetzung für den Kunden?
  • Wie sieht Ihre Beziehung zum Kunden aus?
  • Auf welchen Werten und Prinzipien basiert Ihre Arbeit?
  • Warum tun Sie das, was Sie tun?
  • Beantworten Sie sich diese Fragen bevor Sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagen und bilden Sie die Antworten dann eindeutig auf Ihrer Homepage und in Ihrer Kommunikation ab. Dann wissen potentielle Kunden von Anfang an, was Ihre Leistungen und Produkte ausmacht.

    [Bildnachweis: People with laptop by Shutterstock]