Sergey Nivens/shutterstock.com “Ohne Vitamin B geht gar nichts.” – Auch wenn diese Aussage ein wenig überspitzt ist, bringt sie doch die Bedeutung eines gut ausgebauten Netzwerks auf den Punkt. Die richtigen Kontakte und Beziehungen können Türen öffnen, die sonst verschlossen bleiben. Was genau ist das Geheimnis für gutes Netzwerken, dass Sie auch in der Karriere weiterbringt? Worauf kommt es beim Netzwerken an? Worauf sollten Bewerber achten? 33 Tipps und Anregungen, die Ihnen das Netzwerken erleichtern…

Grundregeln fürs Netzwerken

Wie aber wird man zum perfekten Netzwerker? Was raten Profis? Was sind die wichtigsten Regeln und die größten Fehler? Langsam! Bevor Sie zum perfekten Netzwerker aufsteigen, gilt es zunächst einmal die goldenen vier Grundregeln zu beherzigen:

  1. Ziel bestimmen. Was erwarte ich von den Kontakten? Was will ich damit erreichen? Nur wer seine Ziele definiert, behält den Blick fürs Wesentliche und kann das auch anderen vermitteln.
  2. Klasse statt Masse. Ein Netzwerk ist nur so wertvoll wie seine Mitglieder. Wen man in seinen privaten Zirkel aufnimmt, sollte von den Zielen abhängen, nicht von der Statistik.
  3. Erst geben, dann nehmen. Der beste Einstieg sind berufliche Gemeinsamkeiten und der Austausch von Wissen. Und zwar ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Auch mit Ratschlägen sollten andere nur versorgt werden, wenn sie fragen.
  4. Am Ball bleiben. Ist die Verbindung herstellt, sollte sie vertieft werden – durch virtuellen Gedankenaustausch und (!) persönliche Treffen. Kontakte müssen gepflegt werden.

Wer gehört in Ihr Netzwerk?

baranq/shutterstock.comSie werden sich jetzt vielleicht fragen: Was sind denn die richtigen Leute? Gute Frage! Das hängt immer auch von der eigenen Vita ab, den eigenen Karrierezielen, -plänen und -wegen. Aber im Kern – und das ist der Trick – sollten Sie in ihrem Netzwerk zwei Arten von Menschen (ver)sammeln:

  • Menschen, die ähnliche Ziele verfolgen wie Sie.
  • Menschen, die schon dort sind, wo Sie hinwollen.

Warum? Ganz einfach…

1. Menschen, die ähnliche Ziele verfolgen wie Sie

Bei diesem Netzwerk-Trick geht es um nichts anderes als Konspiration. Wer hierbei an potenzielle Konkurrenz denkt, hat die Sache mit dem Netzwerken nicht verstanden. Sie haben ähnliche Hintergründe, ähnliche Ziele und damit auch ähnliche Probleme – und natürlich Erfahrungen und Lösungen. Profitieren Sie gegenseitig davon, indem Sie sich regelmäßig austauschen. Man muss schließlich nicht denselben Fehler begehen, den andere schon begangen haben – und alle können hierbei nur von einander profitieren.

Diese Gruppe sollte nicht allzu groß ausfallen, weil sonst erfahrungsgemäß der Austausch leidet, und es immer schwieriger und aufwändiger wird, diesen regelmäßig zu organisieren.

Ansonsten aber sollten Sie untereinander ein sogenanntes Gentleman’s Agreement verabreden: Was dort ausgetauscht wird, bleibt in der Gruppe. Danach aber tauschen Sie sich so offen wie möglich aus über…

  • Gute Arbeitgeber
  • Gehaltsverhandlungen und Gehälter
  • Karriere-Erfahrungen
  • Empfehlenswerte Weiterbildungen
  • Wichtige Foren oder Kongresse

Was Sie hierbei machen, ist im Grunde genommen nichts anderes als ein Zitierkartell, das in der Soziologie auch als Dutch Admiral Paradigm bekannt ist: Zwei niederländische Kadetten sollen sich seinerzeit und bevor sie in den Krieg zogen, gegenseitig geschworen haben, nur Gutes über die Taten des anderen zu berichten. Sie lobten sich gegenseitig nach oben. Am Ende waren die beiden die jüngsten Admiräle der Niederlande.

2. Menschen, die schon dort sind, wo Sie hinwollen

Die zweite Gruppe ist mitunter noch wichtiger. Aus zwei Gründen:

  • Sie wirken wie Mentoren (vielleicht werden sie es sogar) – und Sie können von Ihnen viel lernen.
  • Sie könnten einmal ihr Nachfolger werden.

Kurzum: Diese Menschen besitzen viele Erfahrungen und Insiderwissen, die Sie auf Ihrem Weg noch dringend benötigen. Pflegen Sie diese Kontakte gezielt und regelmäßig. Und vor allem Fragen Sie diese Menschen, um von ihnen zu lernen. Fragen können sein:

  • Was lieben Sie an Ihrem Job?
  • Welche Herausforderungen muss man erwarten?
  • Welche Schlüsselfähigkeit sind absolut erforderlich?
  • Was hätten Sie am liebsten schon eher gewusst?
  • Welchen Rat würden Sie einem Anfänger wie mir geben?

Selbsttest: Welcher Networking-Typ sind Sie?

ollyy/shutterstock.comVitamin B, netzwerken, networking, Kontakte knüpfen – es gibt viele Ausdrücke dafür, Beziehungen zu neuen Menschen aufzubauen. Einigen fällt es dabei leichter, auf ihre Mitmenschen zuzugehen, andere kostet das Überwindung. Finden Sie in unserem Selbsttest heraus, zu welchem Networking-Typ Sie zählen.

33 Tipps für besseres Netzwerken

Der Kontakt zu den “richtigen” Leuten entsteht jedoch nicht von selbst, sondern ist das Ergebnis einer strategischen und kontinuierlichen Netzwerkarbeit. Die folgenden 45 Tipps bringen Sie Ihrem Ziel näher:

    Körpersprache
  1. Behalten Sie Blickkontakt. Vor allem, wenn Sie mit der anderen Person reden oder diese redet. Alles andere wirkt desinteressiert oder unsicher. Beides bringt Ihnen kaum Sympathien ein. Übertreiben sollten Sie dabei aber auch nicht: Sein Gegenüber visuell zu fixieren, kann einschüchtern. Der prüfende Blick verunsichert oder mutiert zu einer Art Augenmikado: Wer zuerst wegsieht, hat verloren.
  2. Stehen Sie aufrecht und fest. Der optimale Stand ist: Beine leicht gespreizt und fest auf dem Boden, gestreckter Rücken, gerade Schultern. Nur nicht die ganze Zeit, Sie stehen ja nicht in einer Kaserne. Wer dagegen ständig von einem Bein auf das andere tippelt, sehr nervös und alles andere als sicher aus.
  3. Lehnen Sie sich vor. Auch das signalisiert Interesse. Allerdings ist hierbei nur leichtes Vorlehnen statt entspannten Lümmelns gemeint. Rücken Sie dem anderen zu dicht auf die Pelle, verschrecken Sie ihn bloß und wirken dominant.
  4. Lächeln Sie! Das macht sofort sympathisch und ist nachweislich der leichteste und beste Einstieg, jemanden kennen zu lernen. Genauso ein paar nette (aber nicht schlüpfrige) Komplimente zu machen. Die hört jeder gern.
  5. Haben Sie ein Ziel. Wenn Sie schon durch den Raum schreiten, sehen Sie bitte immer so aus, als hätten Sie ein Ziel – entweder eine Gruppe am anderen Ende des Saals oder die Bar. Wer nur so umherstreift, gibt ein armseliges Bild ab: das von einem einsamen Mickerling, mit dem keiner was zu tun haben will.
  6. Spiegeln Sie Ihr Gegenüber. Am spiegelbildlichen Verhalten lässt sich ablesen, wie harmonisch eine Beziehung oder ein Gespräch ist. Es lässt sich aber genauso einsetzen, um die Distanz zum Gegenüber oder dessen Vorbehalte abzubauen. Ahmen Sie also behutsam die Körpersprache Ihres Gegenübers nach. Verschränkt er die Arme, machen Sie das ebenfalls. Mit der Zeit wird er unterbewusst Vertrauen gewinnen. Durch Ihre Körpersprache suggerieren Sie ihm Sympathie und Harmonie. Das funktioniert übrigens mit Mimik und Sprache genauso. Sie können sein Sprechtempo, seine Sprechweise, Betonungen oder Wortwahl imitieren. Aber bitte nicht nachäffen! Das alles muss subtil geschehen.
  7. Die 70-20-10-Formel

    Der Social Media Berater Mike Sansone hat eine Formel für erfolgreiches Netzwerken entwickelt:

    70

    Vertrauen ist der Anfang von allem – auch von guten, belastbaren Beziehungen. Wer also ein Beziehungsgeflecht aufbauen will (vulgo: netzwerkt), sollte 70 Prozent seiner Zeit und seines Engagements darin investieren, Vertrauen zu gewinnen. Und dies geschieht am besten, indem Sie für andere einen Nutzen stiften, Kontakte vermitteln oder ein paar Anrufe für andere machen, Tipps geben, weiterhelfen.

    20

    Sobald Ihnen die Menschen vertrauen und dank Ihrer Hilfe selbst ein Stück weitergekommen sind, fangen sie an, sich auch für Sie zu interessieren. Gut so. Denn die nächsten 20 Prozent verbringen Sie damit, dass andere Sie besser kennenlernen können – durch das, was Sie von sich erzählen, was Sie bewegt, wofür Sie kämpfen, wonach Sie streben. Zeigen Sie, wer Sie sind – aber bitte ohne zu prahlen.

    10

    Nachdem Sie sich für andere engagiert, Vertrauen aufgebaut und sich persönlich kennengelernt haben, sind echte Beziehungen entstanden. Erst können Sie erwarten, dass andere für Sie Zeit und Energie aufwenden, um Ihnen weiterzuhelfen, also eine Ressource für Sie werden. Jetzt können Sie über sich und Ihre Bedürfnisse sprechen, um Rat oder konkrete Hilfe bitten – aber eben nur zu 10 Prozent.

    Strategisches Vorgehen
  8. Bereiten Sie sich vor Vorbereitung. Vor dem ersten Kontakt sollten Sie sich ausgiebig über die jeweilige Person informieren. Dieses Wissen kann Ihnen nicht nur als Gesprächseinstieg dienen, Sie können dadurch auch manche Reaktion vorhersehen und einordnen.
  9. Suchen Sie Gemeinsamkeiten. Aus der Sympathieforschung weiß man heute, dass wir jemanden, der uns ähnlich ist, der dieselben Gefühle teilt und uns versteht, sofort sympathisch finden.
  10. Bieten Sie etwas an. Eine Idee! Ein neues Konzept! Einen guten Kontakt! Hauptsache, es ist etwas, das dem anderen weiterhilft. Eine solch noble Geste bricht sofort jedes Eis und hinterlässt einen bleibenden Eindruck – nicht zuletzt wegen der Reziprozitäts-Regel
  11. Gehen Sie behutsam vor. Niemand mag überrumpelt werden. Oder frei nach Goethes Torquato Tasso: „So fühlt man die Absicht und man ist verstimmt.“ Beziehungen, genauso wie Vertrauen wachsen langsam.
  12. Teilen Sie Kontakte. Wenn Sie Leute weiterempfehlen (natürlich nur die, die Sie gut kennen), profitieren gleich drei davon: der neue Kontakt, ihr alter und Sie selbst. Denn die beiden sind nun auch noch Ihre Multiplikatoren, die Ihre Qualitäten als Vermittler und Helfer preisen werden.
  13. Treffen Sie verlässliche Zusagen. Sätze wie: “Ich melde mich morgen bei Ihnen.” sind schnell ausgesprochen, müssen dann aber auch eingehalten werden. Denn an Zusagen – und deren zuverlässiger Einhaltung – werden Sie gemessen. Nicht gehaltene Zusagen schaden Ihrer Glaubwürdigkeit enorm.
  14. Stellen Sie sinnvolle Fragen. Sie wissen nicht, über was Sie sprechen sollen? Dann fragen Sie! Durch höfliche und zielgerichtete Fragen zeigen Sie Ihrem Gesprächspartner, dass Sie sich wirklich für ihn interessieren. Das bringt Ihnen nicht nur neue Informationen für Ihre Netzwerkarbeit, sondern schmeichelt auch dem Ego Ihres neuen Kontaktes.
  15. Teilen Sie Ihre Kontakte. Wenn Sie Leute weiterempfehlen (natürlich nur die, die Sie gut kennen), profitieren gleich drei davon: der neue Kontakt, Ihr alter und Sie selbst. Denn die beiden sind nun auch noch Ihre Multiplikatoren, die Ihre Qualitäten als Vermittler und Helfer preisen werden.
  16. Geben Sie nicht alles, was Sie wissen, Preis. Sie sollten zwar über möglichst umfangreiches Wissen über Ihren Kontaktpartner verfügen – doch das müssen Sie ihn ja nicht spüren lassen. Halten Sie daher den größten Teil Ihres Wissens zurück und stellen Sie auch Fragen, auf die Sie die Antwort bereits kennen.
  17. Erleichtern Sie die Kontaktaufnahme. Ihre E-Mail-Signatur, die Profile in den verschiedenen sozialen Netzwerken und Ihr Blog haben eines gemeinsam: Sie können und sollten dort auf alle anderen Netzwerke verlinken und so die Kontaktaufnahme erleichtern.
  18. Fünf Einstiegsfragen für Netzwerkveranstaltungen:

    michaeljung/shutterstock.com Oftmals rührt der Widerwille auf andere Menschen zuzugehen daher, dass man nicht weiß, was man sagen soll. Hier ein paar Vorschläge, wie Sie beginnen könnten:

    1. Was machen Sie beruflich? Der Klassiker unter allen Smalltalk-Intros, denn er eröffnet eine Reihe von Anschlussfragen, etwa zum Unternehmen, der Branche oder der Position, in der Ihr Gegenüber arbeitet. Die Frage ist gut, allerdings auch ziemlich abgedroschen. Durch Originalität fällt man damit nicht auf.
    2. Wodurch lassen Sie sich inspirieren? Zweifellos der originellere Opener. Denn er bringt den anderen dazu, über sich selbst zu reflektieren – und das inspiriert Sie beide. Die Frage eignet sich daher nicht nur als Gesprächseinstieg, sondern auch als Diskussionsauftakt in einer bereits etablierten Gruppe.
    3. Welches Buch lesen Sie gerade? Diese Frage zielt ebenfalls auf Inspirationsquellen, kann aber auch durch Hobbys oder private Interessen erweitert werden. In jedem Fall gewinnen Sie so eine Menge Informationen über Ihr Gegenüber sowie weiteren Gesprächsstoff.
    4. Wie fanden Sie den Vortrag? Voraussetzung dafür ist natürlich, dass es eine solche Präsentation gegeben hat. Wichtig ist dann aber, dass Sie Ihre eigene Meinung nicht gleich herausposaunen. Insbesondere wenn Sie den Vortrag doof fanden. Sonst verbreiten Sie sofort zu Beginn negative Stimmung. Und das blockiert. Eine inhaltliche und intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Gesagten betont indes Ihre Gemeinsamkeit als Zuhörer und schafft neue Gesprächspunkte.
    5. Möchten Sie etwas trinken? Der ideale Einstieg für jemanden, der noch einsam und allein an einem Tisch steht. Sie beweisen so nicht nur Aufmerksamkeit und gute Manieren, sondern schaffen zugleich ein Reziprozitäts-Verhältnis, das zu Ihren Gunsten spielt. Alternativ: „Soll ich Ihnen etwas von der Bar mitbringen?“ Falls Sie einer attraktiven Frau begegnen und mit ihr auf diese Weise ins Gespräch kommen wollen, empfiehlt sich jedoch die Gentleman-Variante: Bringen Sie ihr den Drink direkt mit. Vorher aber bitte ihre Vorlieben ausspähen!
    Netzwerk-Veranstaltungen
  19. Stellen Sie sich richtig vor. Stellen Sie sich möglichst zuerst und mit vollem Namen vor. Schön wäre ein guter erster Satz, der Sie charakterisiert und was der andere von Ihnen potenziell zu erwarten hat. Das kann eine kurze (!) Beschreibung dessen sein, was Sie beruflich machen oder eine Formulierung, die neugierig macht. Nur eins ist verboten: langweilen.
  20. Geben Sie Ihrem die Hand. Klingt selbstverständlich, hat aber zwei viel wichtigere Effekte: Ein ordentlicher Händedruck verrät viel über Sie selbst und schafft körperlichen Kontakt. Das verbindet subtil.
  21. Nehmen Sie genug Visitenkarten mit. Erstens, weil die erfahrungsgemäß schneller ausgehen als man meint, und zweitens, weil man die besten Leute oft erst zum Schluss kennenlernt. Blöd, wenn dann die Karten alle sind. Wichtig hierbei: Visitenkarten nie verteilen wie ordinäre Spielkarten, sondern mit gebührender Selbstachtung. Nur so wird man Ihnen auch entsprechende Wertschätzung spiegeln.
  22. Seien Sie authentisch. Ich weiß, ein überstrapaziertes Wort. Gemeint ist hier, freundlich, erfrischend und ehrlich zu sein. Niemand mag selbstverliebte Sprücheklopfer. Wenn Sie Sorge haben, dazu zu neigen, loben Sie zunächst den anderen und stellen Sie ihm Fragen.
  23. Strahlen Sie Positives aus. Sie kennen das Bonmot: “Erfolg macht sexy”? Der Grund dafür ist einfach: Man sieht es den Menschen buchstäblich an, wenn Sie mit sich und der Welt zufrieden sind. Und da wir alle uns danach sehnen, sind solche Menschen extrem anziehend. Versuchen Sie diese innere Zufriedenheit vor einem solchen Event zu konservieren und vor Ort auszustrahlen – und die Leute werden auf Sie zugehen.
  24. Ziehen Sie etwas Bequemes an. Natürlich sollten Sie – falls ausgewiesen – etwaige Dresscodes berücksichtigen. Aber Sie sollten sich in Ihrer Kleidung auch wohl fühlen und nicht wie verkleidet. Denn auch das strahlen Sie aus.
  25. Machen Sie Pausen. Networking ist, wie das Wort “working” erahnen lässt, durchaus harte Arbeit. Der Geist muss ständig hellwach bleiben, Stresspegel und Reaktionsgeschwindigkeit sind entsprechend hoch. Wer so energetisch geladen ist, fasziniert. Wer müde ist, allerdings nicht. Gönnen Sie sich zwischendurch also ruhig Pausen – etwa an der Bar, um unauffällig bei deinem Drink die eingesammelten Businesskarten mit kurzen Notizen zu versehen. Und sprechen Sie neue Menschen nur an, wenn Sie geistig voll da sind. Ansonsten: Es ist keine Schande, irgendwann nach Hause zu gehen, weil man müde wird.
  26. Haken Sie IMMER nach. Jeden neuen Kontakt sollte man binnen drei Tagen noch einmal kontaktieren – per E-Mail, Brief oder Telefon. Sonst zerreist das noch zarte Band. Sagen Sie demjenigen, wie sehr Sie sich gefreut haben, ihn kennen gelernt zu haben, dass Sie das Gespräch angenehm erinnern und sich über ein baldiges Wiedersehen freuen würden. Ideal ist natürlich, wenn Sie dies zugleich zur Vertiefung gemeinsam angedachter Projekte nutzen.
  27. Definieren Sie Ihren Workflow. Auf Messen und anderen Veranstaltungen können Sie innerhalb eines Tages oft zahlreiche neue Kontakt knüpfen. Damit Sie alle gesammelten Informationen sicher archivieren können, müssen Sie den dafür notwendigen Workflow bereits vor der Veranstaltung erproben und festlegen.
  28. Falsche Ausflüchte, die Sie davon abhalten zu netzwerken

    [ ] “Ich habe keine Zeit.”
    [ ] “Ich weiß nicht, wie ich ein Gespräch beginnen soll.”
    [ ] “Ich traue mich nicht, auf andere zuzugehen.”
    [ ] “Ich bin doch bloß Trainee.”
    [ ] “Ich habe es nicht nötig zu netzwerken.”
    [ ] “Daraus entstehen sowie keine wertvollen Kontakte.”
    [ ] “Ich möchte es selbst schaffen.”
    [ ] “Mir ist es unangenehm, um einen Gefallen zu bitten.”
    [ ] “Ich weiß nicht, wo ich neue Kontakte knüpfen kann.
    [ ] “Beim Networking ist niemand authentisch.”
    Lesen Sie hier, warum Sie diese Ausreden blockieren.

    Klassische Fehler
  29. Nur an den eigenen Nutzen denken. Besonders Anfänger neigen dazu. Sobald sie vom Wissen oder der Hilfe eines anderen profitiert haben, drehen sie sich auf dem Absatz um und gehen. Wer so handelt, beweist nicht nur soziale Inkompetenz, er schlägt auch eine Tür zu, durch die er auf dem Weg nach oben vielleicht noch einmal schreiten muss.
  30. Aus der Begegnung eine Verkaufsveranstaltung machen. Fangen Sie auf Netzwerktreffen bloß nicht an, Ihre Produkte, Dienstleistungen oder Seminare zu verkaufen. Das ist eine Todsünde. Ein solches Treffen ist weder Verkaufsmesse noch Showroom. Hier geht es allein um Vitamin B, also um Menschen. Zudem törnt es garantiert jeden ab, wenn er merkt, dass Sie sich gar nicht für ihn, sondern nur für seine Geldbörse interessieren.
  31. Zu viele Kontakte sammeln. Beginnen Sie irgendwann damit, Ihre Kontakte zu gewichten und eine Art inneren Kreis zu ziehen. Selbst lockere Beziehungen haben die Angewohnheit fester zu werden. Je nachdem was Sie damit verfolgen: In manche Beziehungen lohnt es sich mehr Zeit und Energie zu investieren. Gehen Sie dabei unbedingt effektiv mit Ihren Ressourcen um.
  32. Warten bis zur letzten Minute. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem sich herausstellt, ob Sie auf die richtigen Leute gesetzt haben. Warten Sie damit aber nicht zu lange, bis Ihnen keiner mehr helfen kann. Und fragen Sie nicht immer nur nach einem “Gefallen” – oft hilft schon ein “Hinweis” auf einen interessanten Job, eine “Empfehlung” oder ein “Rat”, wie man auf dem Arbeitsmarkt attraktiver werden könnte.
  33. Zu spät anfangen. Das Netzwerk muss stehen, BEVOR Sie es brauchen. Sich um Kontakte zu bemühen, wenn man sie dringend braucht, funktioniert nie. Erstens, weil das Geben zuerst kommen muss und zweitens, weil einem Bittsteller die Leute hinterher kaum noch auf Augenhöhe begegnen.
  34. Keine Notizen machen. Je stärker Ihr Beziehungsgefüge wächst, desto eher laufen Sie Gefahr, den Überblick zu verlieren. Dem können Sie mit regelmäßigen Notizen vorbeugen – etwa wann man sich zuletzt sah, was der Anlass war, Gemeinsamkeiten, Namen der Kinder, Geburtstage. Diese Informationen eignen sich auch, um an alte Gespräche anzuknüpfen.
  35. Nur reagieren. Wer immer nur auf die Kontaktaufnahme anderer wartet, wird sein Netzwerk niemals erweitern. Sie müssen schon selbst aktiv werden.
  36. Gar nicht netzwerken. In diesem Fall ist Ihnen nicht zu helfen.

Netzwerken für Bewerber: Diplomatie und Strategie entscheiden

Shutterstock / Marcos Mesa Sam WordleyWer gerade seinen Job verloren hat und auf der Suche nach einem neuen ist, tendiert dazu, überstürzt eine Rundmail an all seine Netzwerkpartner zu schreiben und/oder diese über die sozialen Netzwerke zu aktivieren, tun Sie sich damit ganz sicher keinen Gefallen. Denn damit senden Sie erstens das Signal aus, dass Sie unbedingt auf einen neuen Job angewiesen und fast schon verzweifelt sind. Und zweitens verbauen Sie sich damit oft die Chance, einzelne Kontakte später gezielt für bestimmte Stellen anzusprechen.

Wie Sie stattdessen vorgehen sollten:

  • Legen Sie sich eine klare Bewerbungsstrategie zurecht. Recherchieren Sie zunächst passende Stellen und Arbeitgeber und schaffen Sie eine Basis. Diese kann aus aktualisierten Bewerbungsunterlagen bestehen, kann jedoch auch den Aufbau einer eigenen Bewerbungswebseite, eines Online Lebenslaufes und/oder eines eigenen Bewerbungsblogs umfassen. Erst wenn diese Grundlagen stehen und Sie sich zeitnah auf Stellen bewerben und sich entsprechen präsentieren können, sollten Sie auf Ihre Kontakt zugehen.
  • Sprechen Sie nicht alle Kontakte auf einmal an. Stattdessen sollten Sie sich Ihr Netzwerk genau anschauen, die bestehenden Beziehungen analysieren und prüfen, welche Kontakte Ihnen mit welchen Arbeitgebern und/oder Stellen helfen können. Wichtig ist dabei, dass Sie jede Kontaktaufnahme mit der passenden Grundhaltung angehen. Zu keinem Zeitpunkt sollten Sie zu erkennen geben, dass Sie möglicherweise unter Zeitdruck stehen, am Verzweifeln sind oder am Erfolg Ihrer Jobsuche zweifeln.
  • Machen Sie sich über den richtigen Kanal Gedanken. Überlegen Sie sich welches Medium Sie am besten zur Kontaktaufnahme mit der jeweiligen Person nutzen. Nicht jeder empfindet direkte Nachrichten oder E-Mails als ausreichend, der eine oder andere bevorzugt durchaus den telefonischen oder persönlichen Kontakt.
  • Überlegen Sie sich vorher, wie Ihr Netzwerkpartner Ihnen helfen kann. Überlegen Sie sich, was Sie konkret von Ihren Kontakte erwarten und worum Sie bitten. Unser Tipp: Diplomatische und höfliche Formulierungen sind wichtig, doch inhaltlich sollten Sie klar und eindeutig alle für Sie wichtigen Punkte ansprechen. Dazu gehört auch, dass Sie Ihren Kontakte die jeweils relevanten Informationen – Kontaktdaten, Stellenprofil und ähnliches – zukommen lassen, damit diese genau wissen, was Sie suchen und wie sie Ihnen helfen können.

Darf man auf einem Netzwerktreffen nach einem Job fragen?

Gute Frage. Die simple Antwort: Nein. Warum nicht?

  1. Sie verursachen bei Ihrem Gegenüber nur schlechte Gefühle. Der- oder diejenige wollte vielleicht heute nur Kontakte pflegen – und Sie bringen ihn nun in Bedrängnis und Verlegenheit. Was soll Ihr Gegenüber auch sagen? Ein “Nein, ich kann Ihnen nicht helfen”, wäre ein Affront. Und ein “Ja, ich werde versuchen, was ich kann”, wäre irgendwie verpflichtend.
  2. Sie dokumentieren damit nur, dass Sie kein Feingefühl für das Netzwerken besitzen. Solche Treffen sind dazu da, Kontakte entweder anzubahnen oder zu vertiefen. Es geht darum, Vertrauen aufzubauen. Und seinen Wert innerhalb des Netzwerks zu begründen, indem man erst einmal versucht, anderen zu helfen oder Kontakte zu vermitteln. Erst Geben, dann Nehmen! So lautet das oberste Gebot erfolgreicher Netzwerker.

Wesentlich eleganter wäre es daher zu erwähnen, dass Sie sich beruflich neu orientieren. Erzählen Sie ruhig, warum Sie den Job wechseln wollen und welche Herausforderungen Sie heute suchen. Anschließend können Sie immer noch erwähnen, dass Sie natürlich für sachdienliche Hinweise diesbezüglich dankbar wären. Eine Empfehlung – nur falls sich jemand nach Ihnen erkundigt – würde aber auch schon helfen.

Auch das Netzwerken via Social Media kann Sie bei der Jobsuche weiterbringen, doch hier lauern auf Bewerber einige Fallstricke. Mit unserer Netiquette können Sie diese vermeiden:

  1. Kontakt- oder Freundschaftsanfragen ohne eine begleitende Nachricht oder aussagekräftige Begründung sind unhöflich und werden oft abgelehnt.
  2. Idealerweise folgen Sie neuen Kontaktpartner eine Weile, beobachten deren Aktivitäten und treten zuerst durch Kommentare, Likes und ähnliches in Interaktion.
  3. Aktuelle Artikel oder Themen eignen sich für die Kontaktaufnahme hervorragend – wenn Sie konkrete Anknüpfungspunkte haben.
  4. Fallen Sie niemals mit der Tür ins Haus! Sicher, Ihre Kontaktanfrage sollte begründet sein. Doch gleich zu Beginn nach Unterstützung für Ihre Jobsuche zu fragen, führt vermutlich zu einem Fehlschlag.
  5. Facebook bietet – wenn der- oder diejenige die Funktion aktiviert hat – die Möglichkeit, Profile zu abonnieren. Nutzen Sie diese Option, bevor Sie Freundschaftsanfragen verschicken.
  6. Viele Influencer, Entscheider und ähnliche Personen halten auf Ihren Webseiten Ratschläge für die Kontaktaufnahme bereit. Lesen und nutzen Sie diese.
  7. In Artikeln von Autoren und Bloggern wird deren Grundhaltung und Herangehensweisen deutlich. Lesen Sie sich daher ein und nutzen Sie die so gewonnenen Erkenntnisse als Grundlage für Ihre Kontaktaufnahme.
  8. Für einen nachhaltigen Beziehungsaufbau ist Ehrlichkeit unabdingbar. Lügen Sie Ihre Gesprächspartner daher niemals an.
  9. Ein freundlicher und höflicher Umgangston sollte in allen Nachrichten und Kontaktaufnahmen selbstverständlich sein.
  10. Stellen Sie sich online nicht besser dar, als Sie sind. Früher oder später werden Sie viele Kontaktpartner persönlich auf Messen und Events treffen. Dann sollten der erste persönliche Eindruck und der virtuell entstandene Eindruck weitgehend deckungsgleich sein.
  11. Apropos langfristig: Schon die Höflichkeit gebietet, sich alle paar Wochen bei Ihren Gesprächspartnern zu melden. Wer nur einmalig Kontakt aufnimmt und dann nichts mehr von sich hören lässt, sollte sich über ausbleibenden Nutzen seines Netzwerks nicht wundern.
  12. Egal wie gut eine Beziehung sich entwickelt: Sprechen Sie nicht negativ über ehemalige Arbeitgeber und Unternehmen. Sie hinterlassen damit fast immer einen negativen Eindruck.
  13. Bieten Sie Ihren Kontaktpartnern Mehrwert und vermitteln Sie beispielsweise sinnvolle oder nützliche Kontakte. So profitieren Ihre Netzwerkpartner – und behalten Sie in guter Erinnerung.
  14. Wenn Kontaktpartner Ihnen wichtige Kontakte oder Möglichkeiten vermitteln, sollten Sie sich dafür bedanken und sich – wenn möglich – erkenntlich zeigen.
  15. Einladungen von Netzwerkpartnern sollten Sie – wenn möglich – annehmen. Oft entwickeln sich solche Termine zu wichtigen Entwicklungsschritten für den Beziehungsaufbau.
[Bildnachweis: Sergey Nivens, baranq, ollyy, michaeljung, Marcos Mesa Sam Wordley by Shutterstock.com]